Wurfarmdicke berechnen
Verfasst: 18.01.2008, 13:22
Moin,
mache mir gerade Gedanken um die Auslegung eines Armbrustbogens. Dachte mir bevor ich da wild drauf losbaue mache ich erst einmal ein paar überschlägige Berechnungen, bei welchen Dimensionen des Bogens ich mit welcher Zugkraft zu rechnen habe.
Hab also meine alten Mechanikbücher wieder herausgeholt, mir die entsprechende Kragbalkenformel und eine für das Flächenträgheitsmoment rausgesucht, die ineinander eingesetzt und das ganze nach der Wurfarmdicke freigestellt, da diese meiner Meinung nach der entscheidende Parameter ist.
Also alles keine große Kunst.
Herausgekommen ist dabei folgendes:
d= 3v/ [(4 F l^3) / ( E b w(l) )]
Leider lassen sich die mathematischen Zeichen hier etwas schlecht darstellen deshalb noch eine kurze Legende:
3v/ = 3te Wurzel
I^3= Wurfarmlänge hoch 3
F= Zugkraft eines Wurfarmes in Newton
E= Elastizitätsmodul in N/mm^2
b=Wurfarmbreite
w(l)=Wurfarmdurchbiegung am Ende gemessen
und gesucht ist natürlich d, die Wurfarmdicke
mit den folgenden Daten, kam ich zu diesem Ergebnis:
E=5000N/mm^2
F=500 N (50kg)
l=500mm
b=50mm
w(l)=250mm
daraus folgt für d=15,87mm.
Was sich nach meinem Gefühl halbwegs realistisch anhört. Jedenfalls stimmen die Proportionen. Allerdings ist das reine Theorie und beruht zum Teil auf starken Vereinfachungen und Annahmen.
Die ursprüngliche Formel ist nur für kleine Ausschläge exakt, bei der Berechnung wurde von einem konstanten Querschnitt, also konstanter Breite und Höhe über den gesamten Bogen ausgegangen und in ungespanntem Zustand von einer Gerade. Die stärkste Vereinfachung und Ungenauigkeit ist jedoch bei dem Emodul zu finden. Da ich einen Compositebogen aus CFK und Holz in Schichtbauweise laminiert verwenden möchte, kann ich so nicht auf realistische Materialwert zurückgreifen. Die müssten mit dem Material im Versuch ermittelt werden und dazu fehlen mir leider Mittel und Möglichkeiten. Bei Holz liegt der quer zur Faser zwischen 0,23 und 1,33 bei CFK quer zur Faser bei 13 und bei Epoxid in etwa bei 2,5. Ich habe mal einen Schätzwert von 5 kN/mm^2 angenommen. Weiß aber überhaupt nicht ob das realistisch ist. Kann dazu jemand nähere Angaben machen? Ich vermute mal, dass der höher liegen muss. Mit einem Emodul von 10kN komme ich z.B. auf eine Materialstärke von 12,59mm, was sich deutlich besser anhört.
Soweit so gut. Aber das ist alles graue Theorie.
Kann jemand mit Erfahrung abschätzen wie realistisch die Ergebnisse wirklich sind?
Wonach schätzt ihr denn die Wurfarmdicke ein, wenn ihr einen Bogen mit vorgegebenem Zuggewicht bauen wollt?
Oder nehmt ihr einfach einen dicken Wurfarm und nehmt solange etwas ab und tillert, bis ihr die gewünschte Stärke habt? Was für Faustformeln gibt es da? Wieweit stimmen die Erfahrungswerte aus dem Holzbogenbau mit denen des Compositebogenbaus überein?
Freue mich auf eure Antworten.
Danke,
Carl
P.S.: Bin kein absolutes Greenhorn und kein reiner Theoretiker, hab vor einigen Jahren mal nen sehr gut aussehenden Flachbogen unter professioneller Anleitung gebaut und meine erste Armbrust hatte ich mit 6...
mache mir gerade Gedanken um die Auslegung eines Armbrustbogens. Dachte mir bevor ich da wild drauf losbaue mache ich erst einmal ein paar überschlägige Berechnungen, bei welchen Dimensionen des Bogens ich mit welcher Zugkraft zu rechnen habe.
Hab also meine alten Mechanikbücher wieder herausgeholt, mir die entsprechende Kragbalkenformel und eine für das Flächenträgheitsmoment rausgesucht, die ineinander eingesetzt und das ganze nach der Wurfarmdicke freigestellt, da diese meiner Meinung nach der entscheidende Parameter ist.
Also alles keine große Kunst.
Herausgekommen ist dabei folgendes:
d= 3v/ [(4 F l^3) / ( E b w(l) )]
Leider lassen sich die mathematischen Zeichen hier etwas schlecht darstellen deshalb noch eine kurze Legende:
3v/ = 3te Wurzel
I^3= Wurfarmlänge hoch 3
F= Zugkraft eines Wurfarmes in Newton
E= Elastizitätsmodul in N/mm^2
b=Wurfarmbreite
w(l)=Wurfarmdurchbiegung am Ende gemessen
und gesucht ist natürlich d, die Wurfarmdicke
mit den folgenden Daten, kam ich zu diesem Ergebnis:
E=5000N/mm^2
F=500 N (50kg)
l=500mm
b=50mm
w(l)=250mm
daraus folgt für d=15,87mm.
Was sich nach meinem Gefühl halbwegs realistisch anhört. Jedenfalls stimmen die Proportionen. Allerdings ist das reine Theorie und beruht zum Teil auf starken Vereinfachungen und Annahmen.
Die ursprüngliche Formel ist nur für kleine Ausschläge exakt, bei der Berechnung wurde von einem konstanten Querschnitt, also konstanter Breite und Höhe über den gesamten Bogen ausgegangen und in ungespanntem Zustand von einer Gerade. Die stärkste Vereinfachung und Ungenauigkeit ist jedoch bei dem Emodul zu finden. Da ich einen Compositebogen aus CFK und Holz in Schichtbauweise laminiert verwenden möchte, kann ich so nicht auf realistische Materialwert zurückgreifen. Die müssten mit dem Material im Versuch ermittelt werden und dazu fehlen mir leider Mittel und Möglichkeiten. Bei Holz liegt der quer zur Faser zwischen 0,23 und 1,33 bei CFK quer zur Faser bei 13 und bei Epoxid in etwa bei 2,5. Ich habe mal einen Schätzwert von 5 kN/mm^2 angenommen. Weiß aber überhaupt nicht ob das realistisch ist. Kann dazu jemand nähere Angaben machen? Ich vermute mal, dass der höher liegen muss. Mit einem Emodul von 10kN komme ich z.B. auf eine Materialstärke von 12,59mm, was sich deutlich besser anhört.
Soweit so gut. Aber das ist alles graue Theorie.
Kann jemand mit Erfahrung abschätzen wie realistisch die Ergebnisse wirklich sind?
Wonach schätzt ihr denn die Wurfarmdicke ein, wenn ihr einen Bogen mit vorgegebenem Zuggewicht bauen wollt?
Oder nehmt ihr einfach einen dicken Wurfarm und nehmt solange etwas ab und tillert, bis ihr die gewünschte Stärke habt? Was für Faustformeln gibt es da? Wieweit stimmen die Erfahrungswerte aus dem Holzbogenbau mit denen des Compositebogenbaus überein?
Freue mich auf eure Antworten.
Danke,
Carl
P.S.: Bin kein absolutes Greenhorn und kein reiner Theoretiker, hab vor einigen Jahren mal nen sehr gut aussehenden Flachbogen unter professioneller Anleitung gebaut und meine erste Armbrust hatte ich mit 6...