Ich hab die schon oft erwähnten Straußensehnen benutzt.
Dank Snake-Jos Sehnenbruchtest, hab ich mich entschlossen die Sehnen doch zu benutzen. Vielleicht postet er diesen Test nochmal (ansonsten mach ich es) und dann könnten wir verschiedene Sehnen testen und vergleichen. Meine Sehnen sind bei im Durchschnitt 10 kg gerissen und haben damit genauso viel ausgehalten, wie Snake-Jos Sehnen. Zudem haben sie sich auch relativ stark gedehnt, was mich überrascht hat.
Beim zerfassern konnte ich leider nur selten so lange Sehnenfassern rausholen wie die Sehne lang war, denn meistens ist schon vorher gerissen. Die Sehnen waren auch ein bischen glasig, hat sich aber nach ein paar mal drauf klopfen (oder auch sehr sehr sehr stark drauf schlagen

) gebessert und am Ende waren sie sogar annäherend weich

Die Stellen, die trotzdem glasig waren, habe ich weg geschmießen. Ich hatte den Eindruck, dass, um so länger man sehr leicht draufhaut, desto längere Sehnen hat man rausbekommen, bloß hat meine Geduld nicht mehr für gereicht. Wie gesagt, diese glasigen und zum Teil etwas defomierten Teile, die aussehen, als wäre sie auf einem Grillgitter getrocknet worden, haben mich etwas stutzig gemacht. Aber nach dem erwähnten Test hatte ich eigentlich keine so großen Sorgen mehr

. Das erste mal Teilen der Fassern hat richtig Kraft gekostet, danach ging es immer besser, aber so stark "überkreuzt" wie bei Rifle waren sie nicht.
Nachdemdie Sehnen erstmal in drei bis vier größere Stücke unterteilt wurde, hab ich diese Stücke immer feiner gehämmert, bis ich dann die Sehnenfassern auf so Bindfadendicke (vielleicht etwas dicker) hatte. Danach hab ich das ganze durch einen Kamm durchgezogen. Bei dem Kamm wurden einfach Nägel in ein Stück holz rein geschlagen. Ich hab gleich zwei gebaut, einmal ganz grob und ein mal sehr fein. Danach wurden sie in ihrer Länge unterteilt: Kurz, Mittel, Lang (bis zu 30 cm); und danach wurden diese Sehnenbündel in eine Zeitschrift gelegt. So wie in der Anleitung auch.
Was ganz wichtig ist, und das kann ich nach dem ersten mal nicht oft genug sagen: Die Enden müssen wirklich ganz ganz ganz fein aufgefassert werden, ansonsten gibt es beim Aufleimen immer so hässliche Hubel am Ende jedes Bündels.
Was mich auch noch überrascht hat, ist, dass die Sehnen sich beim Aufleimen gedehnt haben (nach dem Bad im heißen Leim

). Aber ich denke mal, dass das gut ist

Für die erste Schicht habe ich die gleiche Methode gewählt, wie auch Snake-Jo sie in der Anleitung beschrieben hat. Bin aber zu blöd dafür, war einfach nichts geworden, viel zu dick. Also hab ich das ganze auf so 1,5mm (gelobt sei die Schiebelehre) runter gearbeitet.
Danach habe ich dann eine Methode gewählt, die auch bei den Chinesen und Koreanern sehr bekannt ist. Zuerst werden die Sehnen auf ein Brett, was zuvor mit Leim eingeschmiert wurde, der auch getrocknet ist, um die Poren des Holzes zu schließen, drauf geklebt. Der Vorteil ist, dass man dann zwei mit Sehnen belegte Bretter hat und so vergleichen kann und auch leichter nach bessern kann. Wenn dann alles stimmt, wird der Belag einfach abgezogen (der sollte jetzt nicht getrocknet sein), mit Leim eingeschmiert und auf den Bogen geklebt. Ging viel besser und die Schich wurde dünner als geplant

.
Nach dem Belegen habe ich die WAe mit Mullbinde umwickelt und anschließend noch mal Fahrradschlauch drüber gelegt, um Anpressdruck zu erhalten. Und natürlich eine Schnur von Tip zu Tip gespannt. Nach dem der Fahrradschlauf drauf war, wurde eine zweite Schnur von Griff zur Spannschnur gespannt, um den Reflex weiter zu erhöhen.
Nach zwei Tagen habe ich den Bogen ausgepackt (hat was von Weihnachten) und dann vor einen Ventilator gestellt.
Jetzt muss ich nur noch ein paar Ausbesserungen machen.
Fröhliche Weihnachten und schöne Feiertage.
Ich bin dann mal Weg. Leider kann ich nicht weiter bauen
