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Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 18:01
von Felsenbirne
Hiiiilfe,

meine Eibe lebt! Sie verdreht sich.
Ich habe die Eibe nach einem Jahr Lagerung im Freien
in die Garage geholt, wo sie ein weiteres Jahr Lagern soll.
Nun ist mir aufgefallen das sich der Stave verdreht.
Ausßerdem sehen die Jahresringe auf einer Seite so komisch
aus. Wie soll ich da vorgehen?
Ich wollte unbedingt vermeiden ein Backing aufbringen zu müssen.
Es sollte ein reiner Holzbogen werden.

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Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 18:10
von Christopher
Spann sie erstmal ein um ein weiteres verdrehen zu vermeiden, danach kannste einen 6cm breiten Streifen raussägen und den Dämpfen

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 18:35
von Rado
Christopher, sprichst Du aus Erfahrung?Sonst sag das doch bitte dazu, ob das eine Idee oder ein todsicherer Tip ist.
Mit Einspannen hab  ichs mal bei einem Ulmenstave versucht und als ich die Zwingen abnahm war die unerwünschte Krümmung trotzdem da.
Nach ein paar Tagen sah es aus, als hätte ich nie entgegen zu wirken versucht.Und selbst wenn Ulme dazu stärker neigen sollte, glaube ich daß das schon übertragbar ist.
Mit Holzkeilen, die sich beim Wässern ausdehnen kannst Du Felsen sprengen.Was Holz nicht will, will es halt nicht.

@mschwanner:
Ich würde ihn fertigtrocknen, die Mitte(wenns jetzt drehtechnisch günstig ist und er nicht nur an einer Seite dreht, während der anderre WA OK ist, sonst an anderrer Stelle) schmaler ausarbeiten(und zwar so lang, wie dein breitester Kochtopf breit ist oder eben benötigt wird), mir die WA´s erstmal breit zum Zwingen ansetzen lassen, dämpfen und zurückdrehen.
Ist jetzt aber kein Tip der praktischen Erfahrung, nur ein bißl theoretisches Holzberuf+Hobbywissen.
Ich habe einmal versucht einen insgesamt verdrehten stave insgesamt mit einem mal zurück zu drehen, und es ging schief.Ich würds nur noch der Länge nach Stück für Stück machen.
Meintest Du mit komischen Ringen den Dorneinschluss an einem Ende?Der ist weg wenn Du ihn um ein paar cm kürzt.
Gruß
Rado

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 18:58
von captainplanet
Rado hat geschrieben: Der ist weg wenn Du ihn um ein paar cm kürzt.
Ja. Muß man aber nicht kürzen, kann man auch so lassen.

Georg

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 19:10
von Rado
Nuja...
Holz um Äste rum ist schon etwas schwächer.
Bevor ich einen Nockbruch beim tillern riskiere, würde ich kürzen.
Aber vermutlich hast Du recht, das bißl geht beim Absägen der versiegelten Fläche schon weg.
Das Ding hat doch ein wenig Überlänge oder?
Gruß
Rado

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 19:31
von captainplanet
An den Tips ist das Holz ja fast steif, da geht ein bisserl mehr als mittendrin. Der Rabe hat sogar mal geschrieben daß man beim Tillern einen leicht verdrehten Bogen auf dem Rücken auf den letzten 10, 15 Zentimetern anschrägen kann sodaß es sich ausgleicht.
Und man muß versiegelte Enden nicht absägen. Etwas Schmirgelpapier reicht imho vollkommen wenn ein Stave keine Überlänge hat.

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 19:37
von Rado
OkOk, haste Rescht.
Auch weil man bei Eibe keine oder nur selten selfnocks macht.
Die Siegelfläche säge ich trotzdem immer ab.
Dort entstehen immer als erstes die Risse, dieser Stelle trau ich nicht. 8)

PS:Aber er hat noch gar nicht geantwortet, ob das überhaupt das Problem ist.

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 19:55
von Felsenbirne
Hi
erstmal danke für die Antworten.
Der Stave wird jetzt erstmal fertiggetrocknet. Das war meine eigentliche Frage
ob ich jetzt einschreiten muss.
Der Bogen verdreht sich an einem "WA" von der Mitte her. Ich müsste also den halben Stave dämpfen. (Schick ich meine Frau am besten shoppen :P)

Überlänge hat er nicht. Mit dem komischen Ende meinte ich diese dunkle Spitze
(Kernholz?) die das Ende praktisch teilt (sieht aus wie zwei A*** Backen mit einem kleinen Schniedel dazwischen :D)
Meint Ihr das das kurz hinterm Ende aufhört, oder zieht sich das durch den halben WA?

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 20:00
von Rado
Nee, kurz da drüber muss ein Ast gewesen sein.
Das könnte aber eine Trocknungsriss gefährdete Stelle sein.
Meine einmalige Ulmenerfahrung ist sicher nicht der Wahrheit letzter Schluss.Mal schaun was die "alten Hasen" sagen.
Hast Du zwei V-förmig ausgeschnittene Klötze die man an die Werkbank montieren kann?
Hab mir kürzlich sowas gebastelt aber noch nicht ausprobiert. :P
Gruß
Rado

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 23.11.2007, 21:27
von Christopher
@Rado: Ich bin grade dabei, ne verdrehte Marone zu begradigen...

Das mit dem Einspannen hat auch bei mir nicht geklappt, aber ich würd ihn einspannen, damit er sich nicht weiter verdreht; mschwanner hat ja gesagt, dass er sich erst seit kurzer Zeit verdrehe...

Das mit dem Streifen Raussägen würd ich machen, damit man weniger Masse hat und besser Dämpfen kann, das hab ich aber noch nicht probiert(kommt bald) aber ich wüsste nicht, was daran falsch sein könnte(?)

Re: Eibe verdreht sich

Verfasst: 24.11.2007, 20:36
von Archiv
Ich würde den Stamm erstmal in Ruhe zu ende trocknen. Und dann fange ich an daraus einen Bogen zu bauen. Stämme die sich so verdrehen stecken oft voller Überraschungen. Es kann sein, dass sich der Stamm wieder gerade biegt, wenn du das überschüssige Holz entfernst, es kann aber auch sein, dass sich auch noch die andere, noch gerade Hälfte von Stamm biegt und dreht. Mit dem Dämpfen würde ich entsprechend noch warten, bis ich sicher sein kann wo ich wie viel drehen muss. Auch die von Christopher angegebenen 6 cm halte ich für unsinnig! Bevor ich den Stamm mit Dampf drehe, würde ich den Bogen auf 5 mm über Endmaß herausarbeiten. Das mit der weniger Masse stimmt schon, doch 6 cm ist zu viel.

Ich selber habe es nicht so mit dem Dämpfen, daher die Frage: Willst Du ein Gesellenstück im Tillern daraus machen? Dann lass ihn wie er ist.  ;D  Mit Geduld und Fingerspitzengefühl kannst du durch geschicktes Anzeichen (diagonal durch den Stamm) und herausarbeiten auch so noch einen Bogen daraus machen, der sich im Vollauszug gerade gedreht hat, und fast so gut funzt wie eine Bogen aus einem geraden Stamm. Nur viel weiter als bis jetzt soll er sich dafür nicht drehen.

Das "seltsame Ende" ist nicht weiter tragisch. Wahrscheinlich kannst du es durch kürzen von wenigen cm entfernen, doch das ist wohl nicht nötig. Ich denke, das dein Wurfarmende im Bild ganz rechts sein wird, und dadurch der "***" zur hälfte so wie so weg fällt.

PS Lager ihn so, das die Schwerkraft nicht einen deflex fördert.