Fragen zum Beschußtest
Verfasst: 26.05.2006, 21:48
Hallo, mit Hinblick auf den Beschußtest auf Plattnerwerkstatt.de hätte ich da ein paar Fragen, die mir man mir hier vielleicht gütigerweise beantworten kann. Da wäre folgendes: Ich habe die Ausgabe vonKarfunkel-Combat gelesen, in der der Test veröffentlich wurde.
Dabei fiel mir das Bolzengewicht (41g) auf, das mir -für dieses Zuggewicht (416 kg) ebenso wie die Geschwindigkeit mit 61m/s (etwa so viel wie ein guter, einfacher Flachbogen?) recht niedrig vorkommt. Insbesondere wenn ich - was ja wieder mal nicht zu vermeiden ist
- den Vergleich mit ELB-(Kriegs-)Pfeilgewichten anstelle. Glaube mich da an Angaben von 1200 grains (oder gar 1500 gr. ??) erinnern zu können. Also etwa ca. 77 (respektive 97) g.
Da erscheinen mir 41g doch irgendwie mickrig für das Zuggewicht. Frage: Bleibt da nicht viel Energie im Bogen hängen? Würde sich mit Erhöhung des Bolzengewichts nicht auch der Wirkunsgrad erheblich erhöhen lassen, ebenso wie der Impuls des Projektils - wobei diese Größe ohnehin aussagekräftiger sein dürfte als die bloße kinetische Energie?
Letztere wird mit 76Kj angegeben. Das erscheint mir rein intuitiv ebenfalls als merkwürdig niedrig. Frage(n): Wie hoch war denn Zuggewicht und der Sehnenhub einer durchschnittlichen Kriegsarbrust des 15/16 Jh? Wie hoch war das Gewicht und die kE/Impuls der zugehörigen Bolzen?
Weiterhin ist die Rede davon, daß die Oberfläche des Bruststücks mit einer
spzeiellen Wärmebehandlung versehen sei, die entsprechende Glühverfahren norditalienischer Meister nachahmen soll. Dieses soll ein besonders feinkristallines, hochfestes Gefüge ergeben haben. Der Zeitraum wird einfach mit "Spätgotik" angegeben. Die Dicke mit 3mm. Wieder Fragen über Fragen:
Ab wann genau wurde diese Wärmebehandlung eingesetzt und wie verbreitet war sie, außerhalb Italiens bzw. Mailands? Wie weit verbreitet waren aus Rüstungen italienischen Werkstätten und solche vergleichbarer Qualität. Meiner bescheidenen Kenntnis nach, handelte es sich bei Rüstungen aus Mailand
Augsburg + Umgebung um HighEnd-Teile, bei denen öfters mal Markenfälschung betrieben
wurde. Ebenso soll ein schwunghafter Gebrauchtmarkt existiert haben...
Und zu guter Letzt: Wie groß war die durchschnittliche Materialstärke einer Brustplatteim 14/15/16 JH, bzw. wie änderte diese sich? Mir scheinen die besagten 3mm überdurchnittlich dick, hatte eher etwas im Bereich von 1,8 bis 2,2 mm in Erinnerung.
Vielleicht kann jemand die ein oder andere dieser Fragen wenigstens teilweise
beantworten. Vielen Dank! Oh, und btw es geht mir nicht darum die alte"Geht er durch oder nich?"-Diskussion zu wiederbeleben. (Bin mittlerwile eh der Meinung, daß zumindest für den ELB und dessen taktische Funktion,
die Fähigkeit Panzerung zu durchschlagen von eher geringer Bedeutung war.)
Es geht mir mehrdarum, den Test und dessen Aussagekraft in Bezug auf die historische Realität etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Dabei fiel mir das Bolzengewicht (41g) auf, das mir -für dieses Zuggewicht (416 kg) ebenso wie die Geschwindigkeit mit 61m/s (etwa so viel wie ein guter, einfacher Flachbogen?) recht niedrig vorkommt. Insbesondere wenn ich - was ja wieder mal nicht zu vermeiden ist
Da erscheinen mir 41g doch irgendwie mickrig für das Zuggewicht. Frage: Bleibt da nicht viel Energie im Bogen hängen? Würde sich mit Erhöhung des Bolzengewichts nicht auch der Wirkunsgrad erheblich erhöhen lassen, ebenso wie der Impuls des Projektils - wobei diese Größe ohnehin aussagekräftiger sein dürfte als die bloße kinetische Energie?
Letztere wird mit 76Kj angegeben. Das erscheint mir rein intuitiv ebenfalls als merkwürdig niedrig. Frage(n): Wie hoch war denn Zuggewicht und der Sehnenhub einer durchschnittlichen Kriegsarbrust des 15/16 Jh? Wie hoch war das Gewicht und die kE/Impuls der zugehörigen Bolzen?
Weiterhin ist die Rede davon, daß die Oberfläche des Bruststücks mit einer
spzeiellen Wärmebehandlung versehen sei, die entsprechende Glühverfahren norditalienischer Meister nachahmen soll. Dieses soll ein besonders feinkristallines, hochfestes Gefüge ergeben haben. Der Zeitraum wird einfach mit "Spätgotik" angegeben. Die Dicke mit 3mm. Wieder Fragen über Fragen:
Ab wann genau wurde diese Wärmebehandlung eingesetzt und wie verbreitet war sie, außerhalb Italiens bzw. Mailands? Wie weit verbreitet waren aus Rüstungen italienischen Werkstätten und solche vergleichbarer Qualität. Meiner bescheidenen Kenntnis nach, handelte es sich bei Rüstungen aus Mailand
Augsburg + Umgebung um HighEnd-Teile, bei denen öfters mal Markenfälschung betrieben
wurde. Ebenso soll ein schwunghafter Gebrauchtmarkt existiert haben...
Und zu guter Letzt: Wie groß war die durchschnittliche Materialstärke einer Brustplatteim 14/15/16 JH, bzw. wie änderte diese sich? Mir scheinen die besagten 3mm überdurchnittlich dick, hatte eher etwas im Bereich von 1,8 bis 2,2 mm in Erinnerung.
Vielleicht kann jemand die ein oder andere dieser Fragen wenigstens teilweise
beantworten. Vielen Dank! Oh, und btw es geht mir nicht darum die alte"Geht er durch oder nich?"-Diskussion zu wiederbeleben. (Bin mittlerwile eh der Meinung, daß zumindest für den ELB und dessen taktische Funktion,
die Fähigkeit Panzerung zu durchschlagen von eher geringer Bedeutung war.)
Es geht mir mehrdarum, den Test und dessen Aussagekraft in Bezug auf die historische Realität etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.