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Grozer Bögen - Technik -Aufbau

Verfasst: 15.03.2006, 15:05
von Walamir
Da mir die Grozer-Bögen sehr gut gefallen, ich jedoch aus den Ausführungen der Seite über den Aufbau nicht wirklich schlau werde, sie sind zu allgemein gehalten:

Basic finish: /base/ Combination of glass fiber, wood and leather

Extra II. finish: It has horn-plating on the inside of the flexible arms. The handle and the tips are completely covered with horn. Still, on bows with this finish, glass fiber is utilised instead of tendon strings, and the flexible arms are covered with leather on the outside.


Nun kam auch noch Taran's "Bogenentkleidungs-thread"

http://www.fletchers-corner.de/forumvie ... _5801.html

Meine Fragen:
Sind nun alle Bögen ausser den "TRH" und "EXTRA III" preiswerte grüne Fiberglas-Stöcke mit optischer Aufbereitung (Ummantelung)?
Was versteht Grozer unter "laminated"...

Vor allem die "EXTRA II" sind die für mich Interessanten, da sie ja "meiner Meinung nach", moderne Composite sein sollten.
Preiswerter und vor allem auch schneller herzustellen, als mit Sehnen und Fischleim, da eben die unsäglich lange Trockenzeit entfällt.

Also Holzkern, Backing mit möglichst hochwertigem Epoxy-Laminat in mehreren (verschiedenen) Schichten statt Sehnen und "extrem teurem" Fischleim, und eben mit einer "funktionsfähigen" einigen Millimeter starken Hornauflage am Bauch, ebenso "schnell" und sicher geklebt mit Epoxy.

Nach der schon erwähnten "gewaltsamen Entkleidung" :) des zugegeben sehr preiswerten "Old Scythian" habe ich da so meine Bedenken...

Kommt bei einem Grozer "EXTRA II" auch "grünes" zum Vorschein...

Wie ist der "Aufbau" der anderen Bögen...
je nach Type
Base
Extra I
Extra II

Wieviel "Holz" ist da noch in Verwendung...


Für mich wäre eben die "EXTRA II" die interessanteste Alternative, was einen "traditionellen" Bogen angeht - wäre er so oder so ähnlich aufgebaut, wie ich mir das vorstelle.

Vielleicht hat jemand von Euch solch einen Bogen, oder die entsprechenden Info's....

L.G. und danke schon mal vorab für möglichst "technische" Informationen, Walamir

Verfasst: 15.03.2006, 15:32
von Frank
Ich hab einen wirklich traditionellen von Grozer schon auf 'ner Messe ausgiebig geschossen. :D
Welcher das war, weiß ich nicht mehr. Aber ohne Zweifel war das ein Horn/Holz/Sehne Komposit.

Echte Komposit

Verfasst: 15.03.2006, 15:54
von Taran
...erkennt man am Preis. 900-1100 Euro.

Laminiert ist Holz und Glas im Wurfarm.
TRH ist Holz und Glas und eine geheime Substanz im Wurfarm.

Grozer schreibt auf der Website ganz offen:
Many people think that the laminated bows are better in every aspect than the solid fiberglass bow, but it is not true. We produce many different types of bows, with many technologies and these technologies are combined with eacs other. The most reliable bows can be produced in the base type. (it is not by chance that the limbs of the frequently used compound bows are made of solid fiberglass technology). If we consider the price-feasibility ratio, the base type bows such as the Old Scythian, Hungarian of the Middle Ages or the Hungarian base C… etc are remarkable. Among lamination technologies the TRH lamination seems to be the best, but the simple laminated bows produced nowadays are very good as well. (e.g. Laminated Hungarian B or Laminated Asyrian which is one of our fastest bows).
Und zum Material:
The expressions 'composite' or 'extra III' mean that the bow is made in the same way as they were made thousands of years ago that is of hor - wood -sinew. The primitive Eastern recurve bows like the Hungarian, Hunnish, Avar, Turkish… etc were not made only of wood, but of much more flexible and durable materials than wood and these were horn and sinew. Only the core of the bows were of wood. In ancient times these bows were simply called hornbows. I have been occupied in this technology the most. My first hornbow was ready 19 years ago. Since that time I have been experimenting these bows nearly every day, I've spent a lot of time on them and they have gone through a lot of development. The composite bows produced during the last few years can compete with the moder material bows (but they are not more sensitive than the Olimpic bows). Though these bows are extremely sensitive to stringing. It is worth stringing them in a crouched position with the help of another person.
Steht alles und noch viel, viel mehr unter
http://www.grozerarchery.com/techinfo.htm

Verfasst: 15.03.2006, 16:05
von Rado
Welche von denen sind eigentlich nur mit Holz,ohne Glaskrimskrams?
Und sind die wenigstens bezahlbar?
My english isn´t very well.:schaem

Verfasst: 15.03.2006, 16:34
von Netzwanze
Ganz einfach: Die teuersten (so um die 1000 Euronen).
Alles andere besteht aus reinem Glasverbund oder aus einem Holz-Glas-Geheim-Laminat (TRH).

Verfasst: 15.03.2006, 16:44
von sundancewoman
Hi Ryaado!
Bei der Kompositnachbauten hat Grózer die verschiedene "Ebenen", welche die Steigerung im Material bis zum original Komposit ermöglicht. Auch im Preis. Der Basis ist eine Kombination aus Holz, Glasfaser und Leder.
Der Extra II., die Du meinst; die Arme sind innen schon mit Hornplatten belegt, der Griff und die Enden sind vollständig mit Horn bedeckt, die Arme außen sind aber noch mit Glasfaser, statt Sehnebelag verstärkt und mit Rohhaut bedeckt.
Alle Modelle /beim Ur-Skythe muß ich nachhacken/, haben Holzkern. Beim TRH und ähnl. zählen die Eigenschaften des Holzes weniger, sondern die Eigenschaften der Arbeitenden Oberflächen. Das ist ein Welt für sich.
Was für Ziele hast mit deinen Bogen? Soll es sehr präzise sein nur für Turnier, oder willst Du ein richtig uriger Typ,... am Ende hat man eh`mehrere Bögen!
Grüßt: Sundancewoman ;-)

RE: Echte Komposit

Verfasst: 15.03.2006, 17:02
von Walamir
Original geschrieben von Taran

...erkennt man am Preis. 900-1100 Euro.
Tja - das ist mir klar - schreckt mich auch nicht...
Einzig die Wartezeit ist mir zu lange...
12 Monate oder mehr...
Original geschrieben von Taran
Laminiert ist Holz und Glas im Wurfarm.
TRH ist Holz und Glas und eine geheime Substanz im Wurfarm.

Grozer schreibt auf der Website ganz offen:
Many people think that the laminated bows are better in every aspect than the solid fiberglass bow, but it is not true. We produce many different types of bows, with many technologies and these technologies are combined with eacs other. The most reliable bows can be produced in the base type. (it is not by chance that the limbs of the frequently used compound bows are made of solid fiberglass technology). If we consider the price-feasibility ratio, the base type bows such as the Old Scythian, Hungarian of the Middle Ages or the Hungarian base C… etc are remarkable. Among lamination technologies the TRH lamination seems to be the best, but the simple laminated bows produced nowadays are very good as well. (e.g. Laminated Hungarian B or Laminated Asyrian which is one of our fastest bows).
Und zum Material:
The expressions 'composite' or 'extra III' mean that the bow is made in the same way as they were made thousands of years ago that is of hor - wood -sinew. The primitive Eastern recurve bows like the Hungarian, Hunnish, Avar, Turkish… etc were not made only of wood, but of much more flexible and durable materials than wood and these were horn and sinew. Only the core of the bows were of wood. In ancient times these bows were simply called hornbows. I have been occupied in this technology the most. My first hornbow was ready 19 years ago. Since that time I have been experimenting these bows nearly every day, I've spent a lot of time on them and they have gone through a lot of development. The composite bows produced during the last few years can compete with the moder material bows (but they are not more sensitive than the Olimpic bows). Though these bows are extremely sensitive to stringing. It is worth stringing them in a crouched position with the help of another person.


Beantwortet jedoch nicht meine prinzipielle Frage nach dem Aufbau der Grozer-Bögen im einzelnem, und eben im speziellem der sogenannten EXTRA II-Version.

"Laminated" könnte, wie zum Beispiel bei modernen Skiern, eine "Sandwich"-Bauweise bestehend aus mehreren verschiedenen Kunststoff-Lagen bedeuten - von Holz kann ich dabei nicht ausgehen - ich hatte ja noch keinen dieser Bögen in der Hand...

Warum gibt er keine Angaben (Schnitt) bezüglich Materialien und Dimensionierung???

Ist der Extra II nun ein, sagen wir mal Semi-Composite(Aufbau wie ein echter Composite, jedoch mit schneller zu verarbeiteten Materialen - preiswerter), oder - man verzeihe mir
:anbet :anbet :anbet - eben nur "optisch" einem "echtem Composite" angeglichen?

Vom Preis und auch eben der Lieferzeit wäre das eine echte Alternative, die ich persönlich als "gut" empfinde...

Eine weitere, mit der ich auch leben könnte, wäre, nur den Hornbelag mit Epoxy zu kleben (meines Wissens nach ist hier die Trockenzeit am längsten), und das Backing nach wie vor mit Sehnen und Fischblasenleim durchzuführen. Das könnte die Bauzeit schon um einiges verkürzen - denke ich....

Gegen das "grüne" Fiberglas (billig - weniger effizient) habe ich nichts, bei Preisen um die 100 Euro durchaus angebracht...
Aber um 500 Euro hätte ich eben höhere Erwartungen...
Daher meine Frage zum Aufbau der Bögen "ein wenig genauer"... ich bin leider neugierig, und daher eben auch an den "Feinheiten" interessiert, auch wenn das Ergebniss wie im Fall des "Old Scythian" sehr gut sein soll, wie schon von mehreren Seiten hier im Forum erwähnt...

Fazit: ich hätte gerne einen Composite - will aber nicht so lange Lieferzeiten in Kauf nehmen, und suche daher nach einer "für mich" technisch vertretbaren Variante.
Vielleicht kennt ja nun doch jemand den Aufbau der Grozer-Bögen - im speziellem des "Extra II"???

L.G., Walamir

EDIT: Danke schon mal @Sundancewoman!!!
Also kann ich davon ausgehen, ein Extra II ist ein ähnlich wie von mir beschriebener "Semi-Composit", zumindest wenn die Hornschicht auch noch ausreichend stark ist...

EDIT 2: Ich treffe eigentlich mit "urigen" Bögen ganz gut, sofern diese brauchbar sind..
Ich möchte - nein ich muss jetzt - auch einen möglichst authentischen Reiterbogen haben...

Verfasst: 15.03.2006, 17:35
von LaCroix
Einem Gerücht nach soll der TRH unter anderem aus Sehnenverstärkter Glasfaser am Rücken und aus einem GFK + Sonstigem Stoff am Bauch bestehen, sodass man hornartige Eigenschaften erzielt. Ausserdem sollten bis zu 7 Schichten mit verschiedenen Eigenschaften verarbeitet worden sein, um die Effizienz zu maximieren.
Im Kern ist jedoch eine Holzplatte (Esche oder Ahorn, der Färbung meines Bogens nach zu urteilen, aber nachdem der Holzhändler, bei dem Grozer und ich unser Holz beziehen, sehr viel Ahorn auf Lager hat, vermute ich letzteres.

Verfasst: 15.03.2006, 17:43
von Rado
@sundancewoman:Huj, da fragste mich was.
Ich persönlich bin eher Langbogenfetischist.
Ljubica(Cici) wollte sich demnächst einen Reiterbogen zulegen und da empfahl ich ihr den alten Skythen,weil er solch Top-Kritiken bekommt und preislich echt gut ist.
Wie ich sie kenne, wäre ein reiner Holzbogen ihr Favorit,nur reich sind wir beide nicht.Ich hab´s versäumt mir den Skythen-auszieh-threat durchzulesen und war deshalb der Annahme,daß die Dinger zumindest aus reinem Holz sind und die ganz Teuren eben mit Horn und Sehnen belegt.
Könnte es sein,daß man da für den Namen Grozer mitbezahlt?
Horridoh
Rado

PS:Sie will demnächst ins berittene Bogenschießen einsteigen.Worauf und wie sie schießen wird, werden ihr Mirja,Steppi & co wohl demnächst erzählen.

Verfasst: 15.03.2006, 17:53
von sundancewoman
Beim TRH erzielt der Bogen ähliche Eigenschaften, wie der Komposit. Dazu ein anderes mal. Aber wenn Du Walamir, einen urigen Bogen willst, dann mußt leider warten, gutes Handwerk hat seine Anfertigungszeit. Muß schließlich Qualität verkauft werden. Extra III. ab etwa 800 Euro, ist als Neuigkeit auf dem Grozer-HP. schön ruhig überlegen. Ein Horn-ehnenbogen kauft man einmal im Leben, oder???:-)
Gruß: Sundancewoman

Verfasst: 15.03.2006, 17:55
von kra
@rado
Einen Reiterbogen als reinen Holzbogen wirst du, von extrem wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht finden. Da ist Holz i.d.R. einfach überfordert.

was geht ist Rattan (hier im Forum suchen) und rein Bambus geht auch (aber auch hier selber bauen)

Die Frage ob frau/man den Namen mitbezahlt ist etwas müßig und akademisch. Wenn ich den Skythen so betrachte, bezahlst du den Namen verm. nicht extra.

Btw, Name bedeutet auch immer etwas, was der Lieferant verlieren kann, er zwingt ihn natürlich damit zu Qualität - und diese zahlst du!!

Zum Fischleim: klar, echte Hausenblase kostet, aber sooo viel ist da nicht in einem Bogen verarbeitet. Nicht das Material macht den Preis sondern die Arbeit und die Erfahrung (und damit wieder Zeit!!) des Erbauers!

Verfasst: 15.03.2006, 18:04
von benz
@sundancewoman

Du kennst Dich doch bei Grozer Bogen gut aus, haste nicht Lust hier was zu der Lederpflege der Bogen zu schreiben?

http://www.fletchers-corner.de/forumvie ... 92_15.html

danke und liebe Grüße benzi

Verfasst: 15.03.2006, 18:05
von Rado
Hm,aber für nen 800 € Bogen müsste sie verdammt lange sparen.Und vieleicht kann man mich ja in Neubrunn eines Besseren belehren,denn Rattan bedeutet für mich billigster Sch... .
:Am liebsten wäre mir wohl ein aufstrebender Neuling mit sagenhaftem Talent,der seine Bögen erstmal günstig verbreiten will. ;-)

Skythe pro und kontra

Verfasst: 15.03.2006, 18:24
von Taran
Der Grozer-Skythe hat einiges zu bieten:
- Preis. Was billiger ist, ist in der Regel wirklich Schrott.
- Qualität. Grozer-Bögen sind zuverlässig und Grozer ist bei Reklamationsfällen als recht kulant bekannt. Lediglich der Zeitfaktor kann eine Rolle spielen.
- Leistung in Anbetracht der Bedingungen zufriedenstellend bis gut. Bei Turnieren usw hältst du sicher gut mit. Wichtig ist es, einen langen Auszug hinzukriegen - ein Skythe auf 26" ausgezogen ist nicht so toll.
- Design. Wenn man die Skythen verschiedener Hersteller im abgespannten Zustand vergleicht, sieht man, dass der Grozer mit am meisten Reflex, also Vorspannung, mitbringt. Das macht ihn relativ gesehen effizienter, weil es die nicht so optimalen Rückstelleigenschaften des Materials auszugleichen/zu überwinden hilft.
- Handlichkeit. Wo andere verzweifelt eine günstige Abschussposition suchen, hockt sich der Skythenschütze einfach mitten ins Gebüsch und schießt wie gewohnt. Auch bei bewegten Zielen: Der kleine, leichte Skythe lässt sich dem Ziel nachführen wie angewachsen. Er ist leichter als Teil der Hand zu begreifen (bzw. man "vergisst" ihn leichter) als ein großer, schwerer, dreiteiliger Recurve...
- Robustheit: Na und wie!

Einschränkungen:
- So ein kurzer Bogen ist aber nicht unbedingt einfach zu schießen. Umsteigen auf einen Zwei-Finger-Ablass ist zu bedenken.
- Bei sehr leichten Pfeilen verspüren manche Leute Handschock. Kann aber auch am Griff liegen - man muss ihn halt anders halten als einen Langbogen.
- Er ist KEIN Speedwunder. Die Geschwindigkeit ist durchaus ausreichend, aber so kurze Bögen sind nicht so effizient wie längere. Kurze bis mittlere Entfernungen, bewegte Ziele; das ist das Reich des Skythen. Weitschüsse in Serie (also eine 70er FITA :D ) für Genauigkeitsfanatiker - da muss man schon ein Bogengenie sein.
Kurze Bögen wirken subjektiv schneller, vor allem, weil man immer überrascht ist, was das "Spielzeug", der "Kinderbogen" kann. Bei der Chronomessung ist man dann etwas enttäuscht, aber nur Speed-Fetischisten lassen sich davon den Spaß verderben.

Den Skythen nehme ich, wenn ich mal schnell ein wenig schießen will aus Spa? an der Freud', wenn die Bedingungen so sind, dass ich Angst um meinen guten Grozer hätte (Sauwetter, übles Gelände).

Man kann den Skythen ein bisschen besser hinkriegen: Neue Sehne mit gescheiter Mittelwicklung, Nockpunkt, definierte Pfeilanlage, Griffwicklung - einfach um die Reproduzierbarkeit zu verbessern.
Eine saubere Lösetechnik ist das A und O. Ein schlampig gelöster Skythe liefert bestenfalls Glückstreffer (but I am a lucky guy).

Verfasst: 15.03.2006, 18:30
von sundancewoman
Rado,
mach einen Kompromiss, einen Übungsbogen reicht für nen Anfang, falls ich richtig verstanden habe, erst mal, oder? Das sind die mit Leder bedeckten Wurfarmen, die mal ruhig beim reiten runterfallen können, und der günstigste Überzug ist halt mal Leder bei den Kompositnachbauten. Außer die Lederpflege wie beim Sattel und Zaumzeug, brauchen sie nicht so ein besonderen Schutz, nun Heute, wie damals werden Bögen nass, zerfallen aber nicht. Beim Bogenpflege möchte keinen Unsinn verbreiten, habe halt beim Meister schon angefragt, na ja, ein paar kleine fragen über die verschiedene Bogenflächen. Sonst, wie man mit Leder umgeht, es sind ja echte Leder auf seinen Bögen.
Etwas Geduld. ;-) SW