Seite 1 von 1
Ledernaht - Löcher "schließen"
Verfasst: 11.04.2006, 14:34
von LaCroix
Servus, ich arbeite derzeit noch an meinem Köcher rum, und habe jetzt endlich die untere, lange "Röhre" fertig. (Bilder folgen demnächst)
Dabei ergab sich eine Frage:
Die Löcher sind mit der Ahle gestochen, und dann wurde alles vernäht.
Also sind die Löcher nun ein wenig großer als der Faden (~1,5mmØ Lochdurchmesser, und ein dicker Zwirn)
Jetzt hab ich ein wenig überlegt, ob das nicht eventuell eine Schwachstelle bei Nässe sein könnte.
Wenn ich jetzt die Naht ein wenig nass machen würde, würden sich die Löcher durch das aufquellen des Leders doch wieder ein wenig schließen.
Wäre das eine gute Idee oder passiert das ganz automatisch, wenn ich das Leder mit dem flüssigem Wachs übergiesse?
Verfasst: 11.04.2006, 19:49
von Ritter Jos
Hi.
Wenn die Löcher mit der Aale vor-gestochen sind und dein Garn sie nicht wieder verschließt, ist dein Aale zu groß. Mache deine Naht naß und klopfe sie vorsichtig zu.mit einen halb-runden Schuhmacher Hammer geht das gans gut. Schlage aber nicht zu fest, sonst kann der Faden beschädigt werden.
JOS ;-)
Verfasst: 13.04.2006, 17:35
von LaCroix
Nunja, ich habe nur einen 30-er zwirn als Naht genommen... knapp ein mm dick, eher weniger.
War das zu wenig? Einen dickeren Faden bekomme ich aber nicht durch die Ledernadel. Nie Nadel ging schon kaum durch die Löcher...
Ist jedenfalls alles bombenstabil, aber meine ahle macht fürs durchstecken löcher mit 1,5mm durchmesser.
Ich mach einfach mal fotos.
Verfasst: 13.04.2006, 20:53
von Ritter Jos
Hi.
Da hast du recht, mit der Nadel. Zum nähen nehme mann einen Pech-faden, an diesen wird eine Wildschwein Borste eingebunden. ( Kann ich nach 15 Jahren im Beruf immer noch nicht richtig) Ich nehme immer eine Stahl-Borste. Die geht durch jedes Loch, mann kann sie auch direkt auf dem Rillen-Ort durch das Loch schieben.
Links auf dem Bild ist ein fertig gepichter Faden der an beiden Enden eine Kunststoff-Borste hat.Gibt es so fertig kann ich jedem nur empfehlen.
JOS ;-)

Verfasst: 14.04.2006, 09:55
von LaCroix

Mit DEM faden wären meine Löcher auch zu...
Meiner ist ein ein wenig dickerer Zwirn. Und den hab ich aus dem Lederfachgeschäft, sie sagten, das ist der dickste, den sie haben... Ansonsten hätte ich nur ein "Spagat"-Knäuel(Ja, die aus dem baumarkt

) als Nähfaden gehabt.
Mal sehen, vielleicht mach ichs ja mit dem nochmal, sieht dann schön rustikal aus. Oder ich lass es einfach so, die Naht ist eh auf der Innenseite.
Leider etwas verschwommen, die Löcher haben fast 2mm, der Faden 0,3mm :-(
[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/12181/Pic00940.jpg]

[/url]
Verfasst: 14.04.2006, 16:29
von Mongol
Der Tipp mit dem Behämmern des nassen Leders von Ritter Jos ist schon supi - vielleicht ein weiterer Tipp: Rundahlen werden meist almählich dicker, also beim nächsten Mal nicht bis ganz zum Ahlenheft durchstechen ;-) :knuddel
Schau dich vielleicht auch mal nach einer dünneren Ahle um (z.B. bei
http://www.lederkram.de
Was mir bei 2 mm-Löchern noch einfällt: es könnte ganz hübsch aussehen, wenn man's mit diesen runden 1mm starken Ziegenlederbändern näht (je nachdem wo die Naht halt ist und was sie halten soll)
Verfasst: 16.04.2006, 11:31
von Ritter Jos
Hi.
Ich hab mir gerade die Seite von Lederkram angeschaut. Tolle Sachen schöne Preise.
Ich kann nur hoffen unser Großhändler sieht die Preise nicht. Wer etwas zum Nähen braucht kann sich ja bei mir melden.
Deine Naht würde ich mit einen Dicken Faden übernähen.Wenn Du die löcher zuklopfen willst ist alles hin.
Das sieht mehr nach Locheisen aus als nach Ahle.
JOS
Verfasst: 16.04.2006, 18:27
von shewolf
Da Dein Stück schon fertig ist, kannst Du nach dem behutsamen hämmern auch noch wachsen.
Dazu unbedingt das Leder mit einem Haarfön anwärmen, dann verflüssigtes Wachs aufpinseln, bis ews nich mehr saugt. Ich setze dann noch Klammern auf das Leder, damit es in situ gepreßt trocknen kann.