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Bambus färben oder beizen

Verfasst: 10.07.2004, 17:15
von Snakewood
Wer kann Tips über das Färben oder Beizen von Bambus und Bambusbacking sagen?

Snakewood

Beizen.....

Verfasst: 10.07.2004, 20:24
von Archiv
... scheint mir nicht so gut.Ich habe das mal auf einem Ulmenbogen mit Bambusbacking versucht mit dem Resultat das ich die Beize ( die gottseidank nicht sehr tief in den bambus eingedrungen ist)wieder runterschleifen mußte.
Die Beize hatte sich durch die schönen Fasern des Bambuses völlig ungleichmäßig verteilt und sah einfach nur scheiße aus.Der Bambus hat die Beize auch nur im Randbereich aufgenommen und nicht direkt am Rücken.
Wenn du ihn einfärben willst oder bräunen dann frag mal den Kra der macht das im ofen und das sieht garnicht mal schlecht aus.

Verfasst: 10.07.2004, 22:24
von kra
Schon, aber nur auf der Bauchseite. Am Rücken so stark zu tempern, da verläßt mich einfach der Mut.... (oder es sind noch vereinzelte Reste von Vernunft vorhanden :D die mir sagen, das er dann brechen wird...).

Beize

Verfasst: 10.07.2004, 23:22
von Taran
Ich habe Bambus mit Wasserbeize (Clou) gebeizt, aber erst nachdem die Wachsschicht mit feinem Sandpapier abgeschliffen worden war. Die Beizung wird, da hat Henning recht, ungleichmäßig. Da ich aber grün gebeizt habe, war dieser "Camo-Effekt" beabsichtigt.

es geht

Verfasst: 11.07.2004, 19:56
von Snake-Jo
Habe neulich einen Tipp bekommen und es gleich ausprobiert: Färben des geschliffenen Bambus (also Wachsschicht entfernen) mit einer Kaliumpermanganat-Lösung (tintig dunkellila). Ergibt eine schöne braune Einfärbung, die aussieht wie ganz alter Bambus bzw. lange benutzter Bambus. Falls der Bambus nicht genügend dunkel wird, mehrfach auftragen bzw. Lösung stärker ansetzen. Die Färbung wird sehr gleichmäßig, aber zur Sicheheit macht man eine Probe an einem Abfallstück. Kaliumpermanganat bekommt man in der Apotheke, es reichen 1-3 g für Versuche an vielen, vielen Bögen.
Falls ich noch einen meiner Bambusbögen auftreiben kann, kommt ein Foto nach.

Vorsicht

Verfasst: 12.07.2004, 00:13
von Longbow Alex
Die Permanganat Ionen färben alles womit sie in kontakt kommen in ein schönes, fast nur noch mechanisch zu entfernendes Braun. Daher Vorsicht bei Verwendung im Innenraum :D

KUpfersulfat in warmer, wäßriger Lösung soll dem Hörensagen nach dem Bambus mit entfernter Wachsschicht einen Grünton verleihen. Probiere ich morgen oder so mal aus.

Gruß

Alexander

polycyclisches Diycemethyltyrylephylphenyl?

Verfasst: 12.07.2004, 03:00
von Ravenheart
...gibt's nicht auch was so in der Art von Fliederbeersaft oder Zwiebelschalen? Färben doch auch wie Sau....

Habe zwar immer noch keinen Bambus zum ausprobieren (Snaaaakewood! Nach dem Urlaub komm' ich mal vorbei! IMse mir mal Deine neue Adresse/Tel.!), aber das muss doch auch ohne Chemielabor gehen! Los, dies ist eine Aufforderung für eine "Bambus Bio-Färben-Testreihe!

Rabe

RE: polycyclisches Diycemethyltyrylephylphenyl?

Verfasst: 12.07.2004, 11:36
von Netzwanze
Original geschrieben von ravenheart
IMse mir mal Deine neue Adresse/Tel.!)
Die Adresse kenne ich auch nicht (kann ich mir nicht merken und habe sie auch nirgents aufgeschieben; weiß aber wo es ist). Mit der TelNr kann ich helfen - die hat sich nicht geändert.

Christian

Einfach nur Braunstein

Verfasst: 12.07.2004, 12:41
von Kyujin
Kaliumpermanganat (KMnO4) ist zwar "Chemie", aber verhältnismässig ungefährlich (die verdünnte Lösung ist ein klassisches Antiseptikum) und relativ "alt". Konzentrierte Lösungen können allerdings Verätzungen verursachen!

Wikipedia sagt zur Geschichte von Mangan:

"Manganverbindungen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Farben mit Manganpigmenten aus Mangandioxid können 17000 Jahre zurückverfolgt werden. Römer und Ägypter verwandten Manganverbindungen in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung. Spartaner nutzten manganhaltiges Eisenerz zur Herstellung ihrer Waffen. Ob die hohe Qualität der Waffen auf einer Eisen-Mangan-Legierung beruhte muss als Spekulation angesehen werden.

Im 17. Jahrhundert stellte der Chemiker Johann Rudolph Glauber Permanganat her. Mitte des 18. Jahrhunderts nutzte man Manganoxid zur Herstellung von Chlor. Auf Anregung des schwedischen Chemikers Carl Wilhelm Scheele, der 1744 entdeckte das Braunstein kein Eisenerz ist, sondern ein bis dahin unbekanntes Metall enthalten müsse, gelang es Johann Gottlieb Jahn noch im gleichen Jahr erstmals elementares Mangan aus Braunstein durch Reduktion mit Kohle herzustellen. Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Einsatz von Mangan zur Eisenherstellung. 1816 war die festigkeitssteigernde Wirkung ohne erhöhte Sprödigkeit bekannt."

Sollte sich also zeigen, dass Kaliumpermanganat ein tauglicher "Farbstoff" ist, sollte das weniger gegen den tradtionellen Geist verstossen, als der Akryllack, mit dem mancher guten Gewissens seinen Bogen versiegelt. Eigentlich ist die Braunfärbung ja einem Reaktionsprodukt, Braunstein, also eben jenem Mangandioxid, geschuldet, das lt Wikipedia bereits vor 17000 Jahren als Pigment in Gebrauch war. Traditionell genug?
:D

Verfasst: 12.07.2004, 15:14
von eddgar
mangan, kalium und kupfer sind zwar chemie, aber zumindest kalium und kupfer steckt fast überall drin auch in guten böden und in den pflanzen.tomaten würden schön blöd guggen wenns kein kalium gäbe...

die ganze welt besteht aus physik, chemie und mathematik...auch die biologie...ohne kalium hätte jede einzelene zelle bei uns und bei pflanzen ein echtes problem.

...zu urzeiten haben sich die menschen durch schminken und haarefärben mit "biologischen" oder "natürlichen" stoffen regelrecht vergiftet weil diese extrem schwermetallhaltig waren...heut können wir das doch sehr gut dosieren...ich weiß ned mir geht diese chemi-phobie manchmal zu weit:D :D :D

und ich war mal hardcoreöko:o :o

freuen wir uns doch daß sich bambus damit gut färben läßt und gehen wir mit dem zeug dementsprechend um...vielleicht geht ja auch rote-beete-saft:lalala

RE: polycyclisches Diycemethyltyrylephylphenyl?

Verfasst: 12.07.2004, 17:25
von Longbow Alex
Original geschrieben von ravenheart

...gibt's nicht auch was so in der Art von Fliederbeersaft oder Zwiebelschalen? Färben doch auch wie Sau....

...aber das muss doch auch ohne Chemielabor gehen! Los, dies ist eine Aufforderung für eine "Bambus Bio-Färben-Testreihe!
Rabe
Tja, nur haben wir heute sehr viele farbkräftige Pigmente die tw. aus jenen Planzen extrahiert oder abgeleitet wurden. Der Chemiker hat identifiziert, welche Komponente im Zwiebelsaft färbt und verwendet diese ab sofort einzeln. MAch ja auch Sinn.

Ansonsten könntest Du auch Lebensmittelfarben versuchen, unter dem wasserfesten Acryllack sind diese bestimmt sehr dauerhaft (wenn sie denn UV beständig sind):D

CuSO4 (Kupfersulfat) in wässriger Lösung ist übrigens ein altes Pflanzenschutzmittel der Weinbauern.

Alexander

alles ist Chemie

Verfasst: 13.07.2004, 17:45
von Snake-Jo
danke Eddgar!!!:-)
@Kyujin: gut recherchiert

Ich bin Biologe und kanns nicht mehr hören "da ist Chemie drin". Wißt ihr nicht, das die stärksten Gifte dieser Welt natürlichen Ursprungs sind? Und die sind auch Chemie, "Biochemie", manno!
Wollte nur einen guten Tipp geben zum Färben von Bambus s. Eddgar

Alkannawurzel

Verfasst: 14.07.2004, 09:57
von Netzwanze
Ich habe beim Stöbern bei Dick etwas gefunden, was man sicherlich mal ausprobieren sollte.

Alkannawurzel, deren Farbstoff auch als Henna bekannt ist, könnte doch auch zum Färben von Holz/Bambus verwendet werden.

http://www.dick.biz/cgi-bin/dick.storef ... iew/450202
Dick GmbH
Herkunft: Die Alkannawurzel ist ein altbewährtes Färbeholz mit kräftig rotem bis rotviolettem Alkannin-Farbstoff, der auch unter dem Namen "Henna" bekannt ist. Sie wird aus der Rinde des Wurzelstocks und der Wurzel der in Europa einheimischen Borretschgewächse (Borago officinalis) gewonnen. Eigenschaften: Der Farbstoff der Alkannawurzel löst sich hervorragend in Öl oder Alkohol und hat eine hohe Bindekraft zu allen organischen Materialien wie Seide, Baumwolle, Leder, Holz, Haut oder Haaren. Er ist deshalb in besonderem Maße zum Einfärben und Abtönen von Holzölen und Öllacken geeignet. Der Farbstoff wird durch mehrtägiges Ansetzen der Späne in Äthylalkohol (10 g-20 g pro 100 g Alkohol) unter regelmäßigem Umrühren und anschließendem Filtrieren extrahiert. Diese konzentrierte Farblösung wird dem Öl nach Bedarf zugegeben. Eine andere Methode ist das direkte "Auskochen" des Wurzelgranulats in Leinöl. Dazu gibt man die Späne in einen Leinenbeutel und diesen in das auf maximal 80 °C erhitzte Leinöl. Die Intensität der Tönung hängt von der Dauer, der Temperatur und der Bewegung ab. Das so erhaltene Farböl bewirkt ein deutliches Anfeuern der Maserung bei allen hellen Hölzern und beugt dem bei Leinöl typischen Vergilben vor (Rezept nach Herrn Kommerzienrat Hartl, Schlossrestaurator in Laxenburg bei Wien).
Christian

da möchte ich was zu sagen...

Verfasst: 14.07.2004, 18:38
von Nacanina
@Rabe und Alex
die aus Pflanzensäften gewonnenen Farben sind meist keine Pigmente sondern Lösungen zum Färben. Manchmal werden sie künstlich auf einen Träger augefällt und sind dann (künstliche) Pigmente.
Sie haben den Nachteil, dass sie nicht die hohen Klassen für Lichtechtheit erreichen wie anorganische Pigmente. Bei gefärbten Ostereiern ist das ja nicht weiter schlimm... ;-)) Muß jeder selbst wissen, wie lange er sein Werk sehen können will.
Bei den Kupferpigmenten gibt (gab) es sehr giftige! Das gefährlichste war (ist) schweinfurter Grün. Weil es so giftig ist wurde es auch unter weiteren harmlosen Namen verkauft:
"Deckgrün", "Vert Paul Véronèse", und auch "Smaragdgrün" (das wird aber auch für Chromoxidgrün (feurig) benutzt und das ist nicht giftig
@Eddgar
Das sind aber Spurennährstoffe. In höherer Konzentration eben auch für Pflanzen giftig.
@Kyujin
Manganbraun kommt in der Natur vor Manganschwarz (benutze ich auch- neben Elfenbeinschwarz) auch. Kremer versieht allerdings Manganschwarz mit folgender Kennzeichnung:
R22 gesundheitsschädlich beim Verschlucken
R23 Giftig beim Einatmen
Muß man halt vorsichtig mit umgehen.
@Wanze
das ist übrigens normaler Borretsch. Es steht dort nichts über Lichtechtheit. Der Preis bei Dick: 100g 4,80€- bei Kremer: 2,60
Dick haut eben manchmal ganz schön auf die K...

RE: da möchte ich was zu sagen...

Verfasst: 14.07.2004, 20:10
von Longbow Alex
Original geschrieben von Nacanina

@Rabe und Alex
die aus Pflanzensäften gewonnenen Farben sind meist keine Pigmente sondern Lösungen zum Färben. Manchmal werden sie künstlich auf einen Träger augefällt und sind dann (künstliche) Pigmente.
Sie haben den Nachteil, dass sie nicht die hohen Klassen für Lichtechtheit erreichen wie anorganische Pigmente.
Und wenn ich meinen schönen Lack mit UV Schutz darüberstreiche?
Original geschrieben von Nacanina

Bei den Kupferpigmenten gibt (gab) es sehr giftige! Das gefährlichste war (ist) schweinfurter Grün.
Was ist denn das? Kupferacetat= Grünspan? Dann ist allerdings Vorsicht geboten.
Original geschrieben von Nacanina
@Wanze
das ist übrigens normaler Borretsch. Es steht dort nichts über Lichtechtheit. Der Preis bei Dick: 100g 4,80€- bei Kremer: 2,60
Dick haut eben manchmal ganz schön auf die K...
Was ist dem Versuch einfach mal bei dem netten Inder/Pakistani/Chinesen o.ä Laden um die Ecke vorbeizuschauen und die Hennahaarfarbe für einen geringen, krummen Cent Betrag mitzunehmen und daheim in Leinöl zu lösen?
Nicht praktikabel?

Alexander