gestern im Schweizer Fernsehen (SF2)
Verfasst: 13.02.2006, 13:38
Hallo,
Einige Kollegen haben mich heute ganz aufgeregt angesprochen da wohl gestern ein sehr beeindruckender Beitrag über die Tradition des Bogenschiessens in verschiedenen ländern kam.
Hier der link zur Sendung im Schweizer Fernsehen die ich leider verpasst habe:link
Hat sie jemand gesehen und aufgezeichnet? Kam der Beitrag vielleicht schonmal im deutschen Fernsehen?
Ausserdem ist etwas über einen Bogenfund in den Schweizer Bergen erwähnt. link
Gruß
Fabian
Hier noch ein paar Text auszüge zum koreanischen Beitrag:
24.47
Statement Park Kyungrae, Ex-Nationaltrainer Südkorea: Man kann erkennen, dass koreanische Schützen beinahe ausnahmslos die gleiche Schiesstechnik haben. Der Grund dafür ist, dass wir für Anfänger in allen Grundstufen eine Methode eingesetzt haben, die wir vor rund 40 Jahren von den Meistern des traditionellen Koreanischen Bogenschiessens, dem Guk-gung übernommen haben.
25.19
StatementKim Seung Jo, Guk-gung Instruktor:
«Die Temperatur in diesem Raum, dem Jeomasang, beträgt konstant 25 Grad. Hier bewahrt man die Pfeile auf. Der traditionelle Koreanische Bogen besteht hauptsächlich aus dem Horn des Wasserbüffels, aus Bambus und aus der Sehne eines Rinds.
25.34
Zudem werden gewisse Teile aus Akazien-, Eichen- und Birkenholz kunstvoll mit verarbeitet. Die Fertigung eines Bogens beginnt immer erst im Herbst und dauert rund ein halbes Jahr.
25.48
Statement Kim Seung Jo, Guk-gung Instruktor:
«Das ist ein Bambuspfeil, Sin-go-dä oder Tschuk-si genannt. Für die Pfeilbefiederung verwendet man Fasanenfedern. Für Rechtshänder braucht man 2 Federn vom rechten und eine vom linken Flügel. Diesen Teil nennt man O-ni, er ist aus Süssklee gefertigt und hier schliesslich mit Rindssehne umwickelt.»
26.08
«Bei Linkshändern ist die Drehrichtung des Pfeils links, bei Rechtshändern rechts, und darum gibt es Pfeile für Links- und Pfeile für Rechtshänder.»
26.24
«Die maximale Flugweite wäre etwa 300m, die Zielscheiben sind 145m entfernt. Bis auf diese Distanz sind die Pfeile tödlich.»
26.40
«Es ist die spezielle Biegung des Bogens, die es ausmacht. Diese Form stammt aus der Go-gu-ryo Zeit und hat sich damit über 2500 Jahre in Korea erhalten können.»
25.54
Die Temperaturen können, begleitet von einem beissend kalten Wind, weit unter die Nullgradgrenze sinken. Bücher mit Wettkampfresultaten sind Zeugen von Grossanlässen, wie sie im Sommer üblich sind. Nur wenige der über 50 000 Bogenschützen Südkoreas setzen sich aber der Kälte aus, um ihren Sport auch im Winter auszuüben, so wie hier in der historischen Stätte in Suwon.
27.33
Statement Feliks Hoff:
«Beim Bogenschiessen bin ich sehr davon überzeugt, dass Dinge, die auf dem Schlachtfeld entwickelt wurden, da war die Situation des mittelalterlichen Schützen eben so, dass dessen Aufgabe war, den Schützen der Gegenseite zu bekämpfen. Also, da hat man nichts geschnörkelt und da hat man nichts aus Eitelkeit getan. Also, von da aus sind diese Dinge, die vom Gerät, von der Haltung, von den Grundschritten überkommen sind, durch diese harte Schule des tatsächlichen Schiessen auf Leben und Tod gegangen, und da ist nichts drin, was überflüssig ist. Also jede kleine Geste fängt an, kriegt ihren Sinn, ihre Erfüllung und klingt aus, und dann kommt die Nächste.»
«Man schiesst einen relativ leichten Bogen, muss aber diese hochkomplexe Technik lernen, um damit einen sehr effektiven und schnellen und durchschlagenden Pfeil schiessen zu können. Und für mich ist das zB dadurch repräsentiert, dass wir ein Auslösemoment haben, das so etwa ein Zeitfenster von einer 200stel - 400stel Sekunde hat. Und die Verdichtung der Konzentration auf so einen Bereich, wo man fast an der Wahrnehmungsgrenze ist, und sich da kennen zu lernen, das finde ich ein sehr exemplarisches Lernen über sich selbst, und damit wird dann eben das Japanische Bogenschiessen durchaus so eine Schule im positive Sinne für Selbsterziehung und Selbstkontrolle.»
30.01
Wem der Weg des Bogens beim Kyudo zu steinig ist und wer das Bogenschiessen trotz fortgeschrittenem Alter und fehlenden Ambitionen auf Olympiagold erlernen möchte, für den hat Park Kyunrae einen guten Rat:
30.18
Statement Park Kyungrae, Ex-Nationaltrainer Südkorea:
«Wenn man zuviel an der Schiessform arbeitet, verdirbt man sich den Spass. Aber wer das Bogenschiessen geniessen kann, wird mit der Zeit auch ansprechend treffen.»
Einige Kollegen haben mich heute ganz aufgeregt angesprochen da wohl gestern ein sehr beeindruckender Beitrag über die Tradition des Bogenschiessens in verschiedenen ländern kam.
Hier der link zur Sendung im Schweizer Fernsehen die ich leider verpasst habe:link
Hat sie jemand gesehen und aufgezeichnet? Kam der Beitrag vielleicht schonmal im deutschen Fernsehen?
Ausserdem ist etwas über einen Bogenfund in den Schweizer Bergen erwähnt. link
Gruß
Fabian
Hier noch ein paar Text auszüge zum koreanischen Beitrag:
24.47
Statement Park Kyungrae, Ex-Nationaltrainer Südkorea: Man kann erkennen, dass koreanische Schützen beinahe ausnahmslos die gleiche Schiesstechnik haben. Der Grund dafür ist, dass wir für Anfänger in allen Grundstufen eine Methode eingesetzt haben, die wir vor rund 40 Jahren von den Meistern des traditionellen Koreanischen Bogenschiessens, dem Guk-gung übernommen haben.
25.19
StatementKim Seung Jo, Guk-gung Instruktor:
«Die Temperatur in diesem Raum, dem Jeomasang, beträgt konstant 25 Grad. Hier bewahrt man die Pfeile auf. Der traditionelle Koreanische Bogen besteht hauptsächlich aus dem Horn des Wasserbüffels, aus Bambus und aus der Sehne eines Rinds.
25.34
Zudem werden gewisse Teile aus Akazien-, Eichen- und Birkenholz kunstvoll mit verarbeitet. Die Fertigung eines Bogens beginnt immer erst im Herbst und dauert rund ein halbes Jahr.
25.48
Statement Kim Seung Jo, Guk-gung Instruktor:
«Das ist ein Bambuspfeil, Sin-go-dä oder Tschuk-si genannt. Für die Pfeilbefiederung verwendet man Fasanenfedern. Für Rechtshänder braucht man 2 Federn vom rechten und eine vom linken Flügel. Diesen Teil nennt man O-ni, er ist aus Süssklee gefertigt und hier schliesslich mit Rindssehne umwickelt.»
26.08
«Bei Linkshändern ist die Drehrichtung des Pfeils links, bei Rechtshändern rechts, und darum gibt es Pfeile für Links- und Pfeile für Rechtshänder.»
26.24
«Die maximale Flugweite wäre etwa 300m, die Zielscheiben sind 145m entfernt. Bis auf diese Distanz sind die Pfeile tödlich.»
26.40
«Es ist die spezielle Biegung des Bogens, die es ausmacht. Diese Form stammt aus der Go-gu-ryo Zeit und hat sich damit über 2500 Jahre in Korea erhalten können.»
25.54
Die Temperaturen können, begleitet von einem beissend kalten Wind, weit unter die Nullgradgrenze sinken. Bücher mit Wettkampfresultaten sind Zeugen von Grossanlässen, wie sie im Sommer üblich sind. Nur wenige der über 50 000 Bogenschützen Südkoreas setzen sich aber der Kälte aus, um ihren Sport auch im Winter auszuüben, so wie hier in der historischen Stätte in Suwon.
27.33
Statement Feliks Hoff:
«Beim Bogenschiessen bin ich sehr davon überzeugt, dass Dinge, die auf dem Schlachtfeld entwickelt wurden, da war die Situation des mittelalterlichen Schützen eben so, dass dessen Aufgabe war, den Schützen der Gegenseite zu bekämpfen. Also, da hat man nichts geschnörkelt und da hat man nichts aus Eitelkeit getan. Also, von da aus sind diese Dinge, die vom Gerät, von der Haltung, von den Grundschritten überkommen sind, durch diese harte Schule des tatsächlichen Schiessen auf Leben und Tod gegangen, und da ist nichts drin, was überflüssig ist. Also jede kleine Geste fängt an, kriegt ihren Sinn, ihre Erfüllung und klingt aus, und dann kommt die Nächste.»
«Man schiesst einen relativ leichten Bogen, muss aber diese hochkomplexe Technik lernen, um damit einen sehr effektiven und schnellen und durchschlagenden Pfeil schiessen zu können. Und für mich ist das zB dadurch repräsentiert, dass wir ein Auslösemoment haben, das so etwa ein Zeitfenster von einer 200stel - 400stel Sekunde hat. Und die Verdichtung der Konzentration auf so einen Bereich, wo man fast an der Wahrnehmungsgrenze ist, und sich da kennen zu lernen, das finde ich ein sehr exemplarisches Lernen über sich selbst, und damit wird dann eben das Japanische Bogenschiessen durchaus so eine Schule im positive Sinne für Selbsterziehung und Selbstkontrolle.»
30.01
Wem der Weg des Bogens beim Kyudo zu steinig ist und wer das Bogenschiessen trotz fortgeschrittenem Alter und fehlenden Ambitionen auf Olympiagold erlernen möchte, für den hat Park Kyunrae einen guten Rat:
30.18
Statement Park Kyungrae, Ex-Nationaltrainer Südkorea:
«Wenn man zuviel an der Schiessform arbeitet, verdirbt man sich den Spass. Aber wer das Bogenschiessen geniessen kann, wird mit der Zeit auch ansprechend treffen.»