Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Verfasst: 02.01.2026, 22:11
Hallo,
geplant war eigentlich ein Rattanbogen mit der natürlichen Aussenschicht am Bogenrücken und Zugkraft 40 – 47# bei 28“, ggf. getempertem Bauch und Ahorn-Verstärkung der recurve gebogenen WA-enden. Bestellt: 2 Stangen 130-140cm Länge für angestrebtes Zuggewicht 46-55#, bei einem Anbieter der Rattan-Bögen baut, anbietet, Internetvideos zeigt.. Geliefert wurde auch eine schwierige Stange mit einigen Längsmulden um den Umfang auf einer Stabhälfte (s. Bilder). Die bis ca- 30cm langen Längsmulden laufen bis zu den Nodien gleichmäßig in die Tiefe, enden an den Nodien, danach steiler Anstieg (das ist sowas wie eine Kerbe meine ich). Der Anbieter meint, daß man beim Bauen einfach immer zwischenprüfen soll, nicht schälen oder begradigen soll, die eingefallenen Stellen seien besonders interessant und böten zusätzliche Rückstellwirkung.
Es ließ sich nicht vermeiden, daß dann auf jeder Aussenkante des unteren WA´s eine Längsmulde lag (einmal 7cm, einmal 18cm lang und bis ca. 3mm tief) , mit der kompletten deutlich dichteren ca. 3-4mm dicken natürlichen Aussenschicht. Diese Schicht soll deutlich fester als das Stabinnere sein, man kann auch keine Längsporen in dieser Schicht erkennen. Beim Abarbeiten von Material verhielten sich solche Schichten auch fester. Diese Längsmulden verschmälerten streckenweise die WA-Breite, ein komplettes Abarbeiten der Mulden hätte dann von beiden WA-Seiten über die komplette WA-Länge her erfolgen müssen und hätte zu recht schmalen WA´s geführt. Ich hoffe jetzt, daß die Festigkeit dieser verbliebenen Längsmulden das Fehlen von Material kompensiert. Letztendlich ein Arbeiten mit Risiko (Verdrehungen, Knicke etc.), bin gespannt.
Tips und Kritik: gerne.
Querschnitt durch späteren unteren WA
Seitenansicht unterer späterer unterer WA
Sägelinie am späteren unteren WA
Was ich bisher gemacht habe:
--Mittenbereich biegen
Bogen mittig über 40cm Länge 60min in Dampf erhitzt.
Mit der Hand die Bogenmitte (kräftig) nach unten gedrückt, mit Auflage (2 Stühle) nur nahe den Stabenden. Mit einem Seil wurden die Stabenden dann etwas zusammengezogen, Trocknung 1 KW bei trockener Raumtemperatur.
--Ausarbeiten der Grobkontour,
Den Plan, die äusserste Naturschicht zu belassen, hatte ich verworfen, zu viele Längsmulden am unteren WA. Den gebogenen Stab habe ich mit Heisskleberpunkten, auf ebener Fläche auf Presspappe geklebt und die Sägelinie für das Absägen des Bauchbereichs markiert. Bearbeitung jetzt weitgehend nach Zeichnung und Maßen BROKEN ARROW.
Seitlich, bei unterem WA im Bereich der Längsmulden auf Gegenseite vorsichtshalber ca. 1-1,5mm mehr Material belassen (leichter Bauch). Der Querschnitt war dann rechteckig mit Fasen an den Kanten. An allen WA-Aussenkanten liegt noch ein wenig von der festen Rattan-Aussenschicht.
--Erstes Tillern
Aufgespannt auf Tillerstock, Teilauszug, danach einige Ungleichheiten beseitigt, überraschend war, daß die Längsausbuchtungen des unteren WA´s keine deutliche Schwächung zeigten und ich deswegen die Material-Zugaben auf der gegenüberliegenden WA-Kante weitgehend beseitigt habe. Dann komplett schmirgeln mit 180er – Papier. Breitenmaße jetzt: oberer WA 41-42mm (noch etwas zuviel) , unterer WA 40-41mm, Dicke um 15-15,5mm, Verschmälerung ab 20cm vor WA-Ende bis auf ca. 23mm und Dicke 13,5 – 14mm. So wie der Bogen jetzt ist, hat er deutlich mehr als 40#, das ändert sich noch.
--Biegen der Recurve-Enden:
Auf eine Länge von 20cm wurden die trockenen WA-enden jeweils 15min gedämpft. Die WA-enden wurden in der Schablone zügig gebogen, festgespannt und in der Schablone bei Raumtemp. 2 Tage lang getrocknet. Bogenlänge von Ende zu Ende über Rücken gemessen: ca. 143cm.
--Geplant: jetzt und später mehrfach Tillern.
--Geplant: Tempern Bogenbauch oder Auflage von 3mm Bergahorn (hab nur dieses Holz vorrätig) noch unklar. Ahornauflage am Bauch bis Bogenende: Griff ist ringsum schon gerundet, da geht kein Ahornstreifen mehr drauf, es wäre hier eine lange Lücke. Oder Tempern (Griff bauchseitig auf jeden Fall) : muss ich an abgesägten Bauchstreifen probieren, entweder mit 35cm langem 1800W-Heizstrahler (sehr kräftig Infrarot, ev. mehr Tiefenwirkung) oder mit HLP nach Vorwärmen und ohne Öl (falls doch noch Ahorn-Auflage notwendig wird). Nach Tempern zuerst 2 KW Lagerung (Feuchteausgleich und ev. Spannungsausgleich im Material) ohne Aufspannen.
Endenverstärkungen (aus ofengetrocknetem Bergahorn) wurden schon gebogen und in Schablone bei RT ca. 4-5 Tage getrocknet. Maße Bergahorn-Streifen (fast vollständig schichtparallel): B= 35mm, D= 2,8-3,0mm. Gedämpft 10min. Rohlänge ca. 260mm. Geplant: Aufkleben mit Epoxidkleber (wenn Bauch getempert wird) oder mit Hasenhautleim wenn nicht getempert wird, Auslauf 7-8cm nach Radiusende auf 0mm.
Grob ausgesägt
Oberer WA angezeichnet
unterer WA nach Grobbearbeitung, mit Längsmulden
-erstes vorsichtiges Aufspannen am Tillerbaum
WA-enden in Biegeschablone, gebogen
Ahorn-WA-Endenverstärkung in Biegeschablone
Irgendwas ist schiefgelaufen, Titel des Fotos weiter unten: Unterer WA, Kontour angezeichnet.
Fortsetzung folgt.
Grüße und allen einen guten Start im Neuen Jahr
Windkanter
geplant war eigentlich ein Rattanbogen mit der natürlichen Aussenschicht am Bogenrücken und Zugkraft 40 – 47# bei 28“, ggf. getempertem Bauch und Ahorn-Verstärkung der recurve gebogenen WA-enden. Bestellt: 2 Stangen 130-140cm Länge für angestrebtes Zuggewicht 46-55#, bei einem Anbieter der Rattan-Bögen baut, anbietet, Internetvideos zeigt.. Geliefert wurde auch eine schwierige Stange mit einigen Längsmulden um den Umfang auf einer Stabhälfte (s. Bilder). Die bis ca- 30cm langen Längsmulden laufen bis zu den Nodien gleichmäßig in die Tiefe, enden an den Nodien, danach steiler Anstieg (das ist sowas wie eine Kerbe meine ich). Der Anbieter meint, daß man beim Bauen einfach immer zwischenprüfen soll, nicht schälen oder begradigen soll, die eingefallenen Stellen seien besonders interessant und böten zusätzliche Rückstellwirkung.
Es ließ sich nicht vermeiden, daß dann auf jeder Aussenkante des unteren WA´s eine Längsmulde lag (einmal 7cm, einmal 18cm lang und bis ca. 3mm tief) , mit der kompletten deutlich dichteren ca. 3-4mm dicken natürlichen Aussenschicht. Diese Schicht soll deutlich fester als das Stabinnere sein, man kann auch keine Längsporen in dieser Schicht erkennen. Beim Abarbeiten von Material verhielten sich solche Schichten auch fester. Diese Längsmulden verschmälerten streckenweise die WA-Breite, ein komplettes Abarbeiten der Mulden hätte dann von beiden WA-Seiten über die komplette WA-Länge her erfolgen müssen und hätte zu recht schmalen WA´s geführt. Ich hoffe jetzt, daß die Festigkeit dieser verbliebenen Längsmulden das Fehlen von Material kompensiert. Letztendlich ein Arbeiten mit Risiko (Verdrehungen, Knicke etc.), bin gespannt.
Tips und Kritik: gerne.
Querschnitt durch späteren unteren WA
Seitenansicht unterer späterer unterer WA
Sägelinie am späteren unteren WA
Was ich bisher gemacht habe:
--Mittenbereich biegen
Bogen mittig über 40cm Länge 60min in Dampf erhitzt.
Mit der Hand die Bogenmitte (kräftig) nach unten gedrückt, mit Auflage (2 Stühle) nur nahe den Stabenden. Mit einem Seil wurden die Stabenden dann etwas zusammengezogen, Trocknung 1 KW bei trockener Raumtemperatur.
--Ausarbeiten der Grobkontour,
Den Plan, die äusserste Naturschicht zu belassen, hatte ich verworfen, zu viele Längsmulden am unteren WA. Den gebogenen Stab habe ich mit Heisskleberpunkten, auf ebener Fläche auf Presspappe geklebt und die Sägelinie für das Absägen des Bauchbereichs markiert. Bearbeitung jetzt weitgehend nach Zeichnung und Maßen BROKEN ARROW.
Seitlich, bei unterem WA im Bereich der Längsmulden auf Gegenseite vorsichtshalber ca. 1-1,5mm mehr Material belassen (leichter Bauch). Der Querschnitt war dann rechteckig mit Fasen an den Kanten. An allen WA-Aussenkanten liegt noch ein wenig von der festen Rattan-Aussenschicht.
--Erstes Tillern
Aufgespannt auf Tillerstock, Teilauszug, danach einige Ungleichheiten beseitigt, überraschend war, daß die Längsausbuchtungen des unteren WA´s keine deutliche Schwächung zeigten und ich deswegen die Material-Zugaben auf der gegenüberliegenden WA-Kante weitgehend beseitigt habe. Dann komplett schmirgeln mit 180er – Papier. Breitenmaße jetzt: oberer WA 41-42mm (noch etwas zuviel) , unterer WA 40-41mm, Dicke um 15-15,5mm, Verschmälerung ab 20cm vor WA-Ende bis auf ca. 23mm und Dicke 13,5 – 14mm. So wie der Bogen jetzt ist, hat er deutlich mehr als 40#, das ändert sich noch.
--Biegen der Recurve-Enden:
Auf eine Länge von 20cm wurden die trockenen WA-enden jeweils 15min gedämpft. Die WA-enden wurden in der Schablone zügig gebogen, festgespannt und in der Schablone bei Raumtemp. 2 Tage lang getrocknet. Bogenlänge von Ende zu Ende über Rücken gemessen: ca. 143cm.
--Geplant: jetzt und später mehrfach Tillern.
--Geplant: Tempern Bogenbauch oder Auflage von 3mm Bergahorn (hab nur dieses Holz vorrätig) noch unklar. Ahornauflage am Bauch bis Bogenende: Griff ist ringsum schon gerundet, da geht kein Ahornstreifen mehr drauf, es wäre hier eine lange Lücke. Oder Tempern (Griff bauchseitig auf jeden Fall) : muss ich an abgesägten Bauchstreifen probieren, entweder mit 35cm langem 1800W-Heizstrahler (sehr kräftig Infrarot, ev. mehr Tiefenwirkung) oder mit HLP nach Vorwärmen und ohne Öl (falls doch noch Ahorn-Auflage notwendig wird). Nach Tempern zuerst 2 KW Lagerung (Feuchteausgleich und ev. Spannungsausgleich im Material) ohne Aufspannen.
Endenverstärkungen (aus ofengetrocknetem Bergahorn) wurden schon gebogen und in Schablone bei RT ca. 4-5 Tage getrocknet. Maße Bergahorn-Streifen (fast vollständig schichtparallel): B= 35mm, D= 2,8-3,0mm. Gedämpft 10min. Rohlänge ca. 260mm. Geplant: Aufkleben mit Epoxidkleber (wenn Bauch getempert wird) oder mit Hasenhautleim wenn nicht getempert wird, Auslauf 7-8cm nach Radiusende auf 0mm.
Grob ausgesägt
Oberer WA angezeichnet
unterer WA nach Grobbearbeitung, mit Längsmulden
-erstes vorsichtiges Aufspannen am Tillerbaum
WA-enden in Biegeschablone, gebogen
Ahorn-WA-Endenverstärkung in Biegeschablone
Irgendwas ist schiefgelaufen, Titel des Fotos weiter unten: Unterer WA, Kontour angezeichnet.
Fortsetzung folgt.
Grüße und allen einen guten Start im Neuen Jahr
Windkanter