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Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 18:25
von Stefan73
Guten Abend :)

Ich bin grad im Tiller-Endstadium bei meinem jüngsten Projekt:

IV 15.jpg

Links ist offensichtlich stärker, wird der untere WA. Jetzt frage ich mich, ob ich die Biegung so lassen sollte, eben weil der Linke stärker und also unten sein soll. Oder ist das zuviel Unterschied zwischen den Armen?

Rechts ganz außen habe ich gesehen, biege ich morgen noch bisschen mehr ein.

Freu mich über Eure Meinungen

Viele Grüße!

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 18:31
von Bowster
In so einem Fall gehe ich gerne zum Probeschiessen.

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 18:45
von Stefan73
Wenn die Pfeile reiten, ist er unten zu stark, richtig?

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 19:37
von Kemoauc
Hi,Stefan,
da gibt's keine Regel,je nach Druckpunkt und Nockpunkt können sie bei ner Stange einfach ein Pferd suchen und finden. ;D
Oder die Pfeile passen einfach nicht. ;)
Ok,ich schieß nur vollbiegende Stangen bis ca 65#, aber eben durch die geometrische Mitte (bin halt eher Steinzeitler :D ).Da ist der Nockpunkt von Sehne zum Auflagepunkt am Bogen (fast ) immer 90Grad. Der Druckpunkt ist also logischerweise ein wenig unter der geometrischen Mitte.Das macht den UWA nen Tick kürzer. Wenn's net ganz passt,dreh ich ihn einfach um.
Nja,ich schieß ohne Tabs und Braces,da merkt man sehr schnell Was Wo nicht stimmt. >:)
Schau einfach mal,was geht,wenn Du den OWA etwas angepasst hast.Berichte. ;)
Grüßle,
Kemoauc

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 20:50
von Sanne
Ich habe mir das Foto jetzt eine Weile angeguckt und bilde mir ein, dass der linke WA oberhalb dieser elektrischen Einrichtung etwas "kippt", oder steif ist. ???
Aber vielleicht erliege ich da einer optischen Täuschung.

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 21:00
von Neumi
Für meinen Geschmack biegt der deutlich zu stark im Mittenbereich.
Ansonsten einfach mal schießen.

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 21:57
von Hieronymus
Neumi hat geschrieben: 21.03.2023, 21:00 Für meinen Geschmack biegt der deutlich zu stark im Mittenbereich.
Das war auch mein erster Gedanke....

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 21.03.2023, 22:33
von Stefan73
Ich verstehe, was ihr meint wegen Mittenbiegung. Ich wollte die Belastung möglichst gleichmäßig über den ganzen Bogen verteilen, wegen der letzten Brüche. Die hatten alle einen steiferen Mittenbereich.

Mir fehlt auch der direkte Praxis-Vergleich von dem Kreisel hier zur weniger stark arbeitenden Mitte. Denkt Ihr, das hat ernstliche Nachteile - oder ist das eher ein ästhetisches Problem?

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 22.03.2023, 15:38
von Neumi
Stefan73 hat geschrieben: 21.03.2023, 22:33 Ich wollte die Belastung möglichst gleichmäßig über den ganzen Bogen verteilen. Denkt Ihr, das hat ernstliche Nachteile - oder ist das eher ein ästhetisches Problem?
Es ist ja bei starken Bogen eine gute Sache, die Belastung möglichst gleichmäßig zu verteilen. In diesem Fall hier biegt der Bogen aber in dem rechten Mittenbereich zu stark. Ich habe mal einen exakten Kreis drüber gelegt, damit man das erkennen kann. Ziemlich genau ab den grünen Markierungen wird der Radius der Biegung Richtung WA-Ende größer.
Selbst wenn der Bogen genau entlang des Kreisbogens biegen würde, wäre trotzdem der Mittenbereich einer stärkeren Belastung ausgesetzt, da das Holz in der Mitte am dicksten ist. Also ist die Kompression der Bauchseite und die Zugbelastung des Rückens im Mittenbereich am größten. Um also eine möglichst gleichmäßige Belastung zu erreichen, muss der Radius der Biegung also nach außen kleiner werden, deswegen ist eine elliptische Biegung besser.

IV 15.jpg

Noch zu dem Unterschied zwischen links und rechts: Vorausgesetzt der Bogen liegt mittig auf und du ziehst an der Sehnenmitte, darf die Biegung leicht unterschiedlich sein (wie hier, unten etwas steifer).Da beim schießen etwas über der Mitte an der Sehne gezogen wird und somit die Belastung des unteren WA größer wird, wird der etwas steifere Bereich unten stärker gebogen und entsprechend der Bereich oben weniger stark. Die auf dem Tillerbaum zu sehenden Unterschiede, werden also durch die veränderten Hebellängen ausgeglichen - mehr oder weniger :D
Grüße - Neumi

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 22.03.2023, 19:49
von Stefan73
Hey Neumi - vielen Dank für die ausführliche Info. Das leuchtet - sehr - ein.

Schätze, ich muss nochmal ran.

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 22.03.2023, 21:52
von benzi
Ich lese hier mit um von Euch Kriegsbogenschützen was über Kreis Tiller zu lernen... 😊
Neumi hat geschrieben: 21.03.2023, 21:00 Für meinen Geschmack biegt der deutlich zu stark im Mittenbereich.
Du meinst damit schon den erweiterten Griffbereich und nicht die Mitte der WAs, richtig? 🤔

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 22.03.2023, 21:58
von fatz
Der "Kreistiller" war immer schon eine sehr maengelbehaftete (um das Wort falsch nicht zu gebrauchen) Uebersetzung von "full compass tiller". Richtig waere eigentlich vollbiegend.
Und ja, Neumi meint die Mitte des Bogens.

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 22.03.2023, 22:59
von benzi
@fatz danke! Macht Sinn! 😊

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 23.03.2023, 20:28
von Kemoauc
Hi,Stefan,
ein kleines WTF-Erlebnis für mich: das sind ja erst 28" Auszug auf dem Bild.90Grad Sehnenwinkel. Huh,da geht nicht mehr. ::)
Hmm.wenn dat Dingen so 180cm lang ist,kannst du eigentlich nur räsonabel auf ein geringeres Zuggewicht gehen und die WAs nur nach Aussen schwächen und den Griffbereich so lassen. So meine Meinung. Lass mal ein paar Maße rüber. ;)
Grüßle,
Kemoauc

Re: Feintiller-Frage

Verfasst: 23.03.2023, 20:50
von fatz
benzi hat geschrieben: 22.03.2023, 22:59 @fatz danke! Macht Sinn! 😊
Nein, wenn dann hat es Sinn. Sinn machen geht auf Deutsch nicht. Das ist nur ein verdammter Anglizismus, der mich nervt seit es ihn gibt ;D