Bau Osage-Bambus-Bogen
Verfasst: 09.03.2021, 17:28
Hallo,
Dieses Thema ist vom Thema „Holzkompositbogen – Planung und viele Fragen“, https://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=32027 ausgegliedert und nach hierher umgezogen. Erläuterungen zum Umzug s. dort.
Die bisherigen Beiträge zum Osage-Bambus-Bogen (im Thema „Holzkompositbogen…“) wurden auszugsweise und sinngemäß in Kurzform hier in das Thema übernommen.
Die Planung ist, einen ca. 140cm (ntn) langen Bogen, 3- teilig (eingesetztes/aufgesetztes Mittelstück) mit stark recurven Enden zu bauen.
Bisherige Erkenntnisse aus Beiträgen von: Kra, snake-Jo, Hieronymus (auch ausführliche PN), Wirrwarr, Becknbauer… :
--nichtbiegende Recurves möglichst kurz (max. 7-10cm) , damit für die WA´s genügend Biegelänge bleibt.
--Bambus als Bauchlage, mit natürlicher Aussenseite nach aussen.
--Orientierung der Osage-Jahresschichten nicht so kritisch
-- Wg. Set/Stringfollow, wie bei "normalen Kompositbögen" unter Spannung den Sehnenbelag (oder das Bambusbacking) aufbringen.
-- viewtopic.php?f=16&t=31886 von Hieronymus
-- PN von Hieronymus (gekürzt): Die Osage Latte sollte 1,5-2mm je Seite breiter sein, da auch Osage unter Bambus kollabieren kann. Bei einem Bogen sind die Maße sind 8mm Osage am Griff und 5mm Bambus am Griff und mit Taper zu den Siyahs auf 3mm. Empfehlung: Osage Latte von min. 1cm Dicke , Bambus von 4mm auf 2-1mm. Das Osage kann auch ein Taper von 1-2mm vertragen. Je weniger Biegezone der Bogen hat um so breiter und flacher sollte er sein...
Kleine Äste (Stecknadel groß) sind kein Problem, größer sollten nicht in der Biegezone liegen.
--PN von Kra, Vorschläge: Die einzelnen Lagen vor dem Verleimen tillern, Aufwand der sich lohnt. Osage und Bambus beim Verleimen in Reflex biegen. Verklebung mit der „japanischen Yumi-Technik“ (Seil Kreuzwicklung/Keile). Osage und Bambus etwas rösten zur Erhöhung der Biegesteifigkeit.
Weitere Infos aus anderen Beiträgen:
--Die Kombination Osage-Bambus ergibt rel. leistungsstarke Bögen, jedoch ist der Aufbau komplexer als bei einem reinen Osage-Bogen und damit nehmen auch die Schwachstellen zu (sicher auch abhängig von der Sorgfalt, mit der gebaut wurde).
Zum Biegen der Osage-Latten gibt es folgendes Thema: „Osage-Latte biegen: Dampf oder Flamme?“ https://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=32134
Geplante Recurve-Geometrie: Biegevorrichtung:
Vorbereitet habe ich nun für eine 3-teilige Bauweise mit biegenden Enden:
--Osage-Latten, 34mm breit, am Mittenstück 7mm dick und am Ende 5mm, Länge nach Kürzen ca. 68cm. Keine sichtbaren Aststellen, Schichten nur wenig aus der WA-Ebene.
--Bambus-Latten: momentan 33-34mm breit, linsenförmiger Querschnitt und an Längskante spitz auslaufend, Dicke am Mittenstück 3-4mm und am Ende 2,5mm, gleiche Länge wie Osage-Latte. Bei der Bambuslatte muss die Dicke noch etwas ausgeglichen werden (Zieheisen).
Bambuslatte:
Die Bearbeitung der Bambuslatte war etwas aufwändiger, die natürlich gewachsene Form und Wanddicke ist über die Länge hinweg ungleichmäßig, sodaß vom weicheren (im Bambusstamm innenliegenden) Bereich mal mehr oder mal weniger stehenbleibt. Mir ist unklar, inwieweit Dickenschwankungen von 2,5 über 3,5mm bis 2,5mm und über eine Länge von ca. 25cm etwas wesentliches ausmachen, das man nicht beim Tillern am Osage-Bereich ausgleichen könnte.
Geplantes Vorgehen:
--Osage-Latten Biegetest und ggf. tillern
--fertige Osage-Latten (volle Breite über volle Länge) 1 Tag wässern und dann für 40min in die Dampfkammer bei 98-99°C.
--Dampfende Osage-Latten innerhalb von 10 sec. im Recurvebereich mit einem Radius von 15cm in der abgebildeten Vorrichtung biegen, mit Stahlband (Thonet-Methode).
--Osage-Latten 3 Tage in der Biegevorrichtung belassen, am 3. Tag nochmal mit HLP (ca. 200°C) für 1min über den Biegebereich gehen, abkühlen lassen, aus Vorrichtung nehmen und nochmal mind. 3 Tage trocknen.
--Bambus-Latten nochmal auf gleichmäßige Dicke korrigieren und tillern.
--Bambus-Latten 10min in kochendem Wasser erhitzen, dann über glühender Herdplatte kurz erhitzen und sofort mit R=15cm biegen (Vorrichtung muss ich mir noch ausdenken, wg. Nodien-Erhebungen), ohne Stahlband. Trocknen lassen.
--In beide Latten auf der Klebefläche mit einem sehr feinen Metallsägeblatt Riefen einziehen, vorwärmen und mit Hausenblasenleim (20-25%ig) verleimen. Zusammenpressen der beiden Latten entweder mit der japanischen Schnur-Keil-Technik oder ich lasse mir noch was einfallen (starkes Gummiseil etc.).
--Trocknung der beiden separaten WA´s, Verstärkung des Lattenpakets jeweils im Spleissbereich mit aufgeklebter Ahornschicht.
--Spleiss einsägen, Ahorn-Griffstück (osman. Form, d.h. Bauch auf Rückenseite) einkleben (Hasenhautleim), trocknen.
--Formung der WA´s halbpyramidal, Anbringen Nocks, tillern.
Könnte das so klappen? Fehler? Risiko?
Grüße
Windkanter
Dieses Thema ist vom Thema „Holzkompositbogen – Planung und viele Fragen“, https://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=32027 ausgegliedert und nach hierher umgezogen. Erläuterungen zum Umzug s. dort.
Die bisherigen Beiträge zum Osage-Bambus-Bogen (im Thema „Holzkompositbogen…“) wurden auszugsweise und sinngemäß in Kurzform hier in das Thema übernommen.
Die Planung ist, einen ca. 140cm (ntn) langen Bogen, 3- teilig (eingesetztes/aufgesetztes Mittelstück) mit stark recurven Enden zu bauen.
Bisherige Erkenntnisse aus Beiträgen von: Kra, snake-Jo, Hieronymus (auch ausführliche PN), Wirrwarr, Becknbauer… :
--nichtbiegende Recurves möglichst kurz (max. 7-10cm) , damit für die WA´s genügend Biegelänge bleibt.
--Bambus als Bauchlage, mit natürlicher Aussenseite nach aussen.
--Orientierung der Osage-Jahresschichten nicht so kritisch
-- Wg. Set/Stringfollow, wie bei "normalen Kompositbögen" unter Spannung den Sehnenbelag (oder das Bambusbacking) aufbringen.
-- viewtopic.php?f=16&t=31886 von Hieronymus
-- PN von Hieronymus (gekürzt): Die Osage Latte sollte 1,5-2mm je Seite breiter sein, da auch Osage unter Bambus kollabieren kann. Bei einem Bogen sind die Maße sind 8mm Osage am Griff und 5mm Bambus am Griff und mit Taper zu den Siyahs auf 3mm. Empfehlung: Osage Latte von min. 1cm Dicke , Bambus von 4mm auf 2-1mm. Das Osage kann auch ein Taper von 1-2mm vertragen. Je weniger Biegezone der Bogen hat um so breiter und flacher sollte er sein...
Kleine Äste (Stecknadel groß) sind kein Problem, größer sollten nicht in der Biegezone liegen.
--PN von Kra, Vorschläge: Die einzelnen Lagen vor dem Verleimen tillern, Aufwand der sich lohnt. Osage und Bambus beim Verleimen in Reflex biegen. Verklebung mit der „japanischen Yumi-Technik“ (Seil Kreuzwicklung/Keile). Osage und Bambus etwas rösten zur Erhöhung der Biegesteifigkeit.
Weitere Infos aus anderen Beiträgen:
--Die Kombination Osage-Bambus ergibt rel. leistungsstarke Bögen, jedoch ist der Aufbau komplexer als bei einem reinen Osage-Bogen und damit nehmen auch die Schwachstellen zu (sicher auch abhängig von der Sorgfalt, mit der gebaut wurde).
Zum Biegen der Osage-Latten gibt es folgendes Thema: „Osage-Latte biegen: Dampf oder Flamme?“ https://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=32134
Geplante Recurve-Geometrie: Biegevorrichtung:
Vorbereitet habe ich nun für eine 3-teilige Bauweise mit biegenden Enden:
--Osage-Latten, 34mm breit, am Mittenstück 7mm dick und am Ende 5mm, Länge nach Kürzen ca. 68cm. Keine sichtbaren Aststellen, Schichten nur wenig aus der WA-Ebene.
--Bambus-Latten: momentan 33-34mm breit, linsenförmiger Querschnitt und an Längskante spitz auslaufend, Dicke am Mittenstück 3-4mm und am Ende 2,5mm, gleiche Länge wie Osage-Latte. Bei der Bambuslatte muss die Dicke noch etwas ausgeglichen werden (Zieheisen).
Bambuslatte:
Die Bearbeitung der Bambuslatte war etwas aufwändiger, die natürlich gewachsene Form und Wanddicke ist über die Länge hinweg ungleichmäßig, sodaß vom weicheren (im Bambusstamm innenliegenden) Bereich mal mehr oder mal weniger stehenbleibt. Mir ist unklar, inwieweit Dickenschwankungen von 2,5 über 3,5mm bis 2,5mm und über eine Länge von ca. 25cm etwas wesentliches ausmachen, das man nicht beim Tillern am Osage-Bereich ausgleichen könnte.
Geplantes Vorgehen:
--Osage-Latten Biegetest und ggf. tillern
--fertige Osage-Latten (volle Breite über volle Länge) 1 Tag wässern und dann für 40min in die Dampfkammer bei 98-99°C.
--Dampfende Osage-Latten innerhalb von 10 sec. im Recurvebereich mit einem Radius von 15cm in der abgebildeten Vorrichtung biegen, mit Stahlband (Thonet-Methode).
--Osage-Latten 3 Tage in der Biegevorrichtung belassen, am 3. Tag nochmal mit HLP (ca. 200°C) für 1min über den Biegebereich gehen, abkühlen lassen, aus Vorrichtung nehmen und nochmal mind. 3 Tage trocknen.
--Bambus-Latten nochmal auf gleichmäßige Dicke korrigieren und tillern.
--Bambus-Latten 10min in kochendem Wasser erhitzen, dann über glühender Herdplatte kurz erhitzen und sofort mit R=15cm biegen (Vorrichtung muss ich mir noch ausdenken, wg. Nodien-Erhebungen), ohne Stahlband. Trocknen lassen.
--In beide Latten auf der Klebefläche mit einem sehr feinen Metallsägeblatt Riefen einziehen, vorwärmen und mit Hausenblasenleim (20-25%ig) verleimen. Zusammenpressen der beiden Latten entweder mit der japanischen Schnur-Keil-Technik oder ich lasse mir noch was einfallen (starkes Gummiseil etc.).
--Trocknung der beiden separaten WA´s, Verstärkung des Lattenpakets jeweils im Spleissbereich mit aufgeklebter Ahornschicht.
--Spleiss einsägen, Ahorn-Griffstück (osman. Form, d.h. Bauch auf Rückenseite) einkleben (Hasenhautleim), trocknen.
--Formung der WA´s halbpyramidal, Anbringen Nocks, tillern.
Könnte das so klappen? Fehler? Risiko?
Grüße
Windkanter