Frage an die Glasbapscher

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blubber
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Frage an die Glasbapscher

Beitrag von blubber » 11.10.2019, 17:35

Hallo zusammen,

vielleicht gibt es noch den ein oder anderen Glasbapscher der mir weiter helfen kann.
Habe irgendwie Probleme mit dem Kleben.
Weiß ja nicht wie das andere machen, aber wenn der Bogen aus der Form kommt und ich die Wurfarme seitlich mit der Säge verjünge, dann nutze ich die kleinen abgesägten Seitenteile und penetriere die ordentlich.
Hintergrund dafür ist, dass ich schauen will wie gut der Kleber hält. Festgestellt habe ich, dass Holz auf Holz super hält. Eher bricht das Holz, als dass die Klebestelle nachgibt. Glas auf Glas ebenso. Allerdings ist es bei Glas auf Holz so, dass ich das, wenn es erstmal locker ist, ich das Glas einfach abziehen kann.
Jemand ähnliches festgestellt?

Der Kleber ist von R&G und ist für die Materialien super geeignet.
Hab jetzt natürlich etwas bammel den Bogen zu spannen.
Material hab ich wie gehabt gereinigt. Also erst angerauht, mit Druckluft abgepustet, mit Aceton gereinigt, ablüften lassen bis es verflogen ist und dann Kleber drauf gepappt.

Grüße

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Hieronymus
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von Hieronymus » 11.10.2019, 18:53

Hast du den Bogen gebacken? Wenn ja bei welcher Temp. und wie lange? Hast du das Glas und das Holz mit einem Sägeblatt ein bisschen eingeritzt oder angeschliffen?
Bilder können auch viel Aussagen und wären dabei sehr Hilfreich ;)


Gruß Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
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blubber
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von blubber » 11.10.2019, 19:11

Laut Hersteller härtet der Kleber normal bei Raumtemperatur aus. Also keine extra Wärmebehandlung.
Habe das Holz mit 320er Schleifpapier angeraut, das Glas jedoch nicht. Da ist eine Seite schon rau. Oder sollte man dies trotzdem nochmal machen?
Ist es mit dem Sägeblatt anritzen besser? Die "Furchen" sind dann ja etwas tiefer. Allerdings hätte ich auch noch gröberes Schleifpapier.
Hab leider keine Bilder mehr. Die Reste hab ich dann entsorgt.

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Hieronymus
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von Hieronymus » 11.10.2019, 19:27

Ich bin nicht direkt ein Glasbapscher, aber ich habe eine Vermutung. Es kann sein das dein Holz den ganzen Kleber aufgesaugt hat und du deshalb eine schlechtere Verbindung hast als bei Glas auf Glas. Ich pers. ( das muss nicht richtig sein) würde eher zu einen gröberen Schleifpapier greifen, so 120 - 180er greifen. Wie flüssig ist dein Kleber und welchen hast du von R&G?
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blubber
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von blubber » 11.10.2019, 19:55

Das müsste der sein: https://shop1.r-g.de/art/100106 Epoxydharz L + Härter EPH 500 (60 min)
Der ist sehr flüssig. Habe diesen mit Baumwollflocken und Thixotropiermittel jedoch angedickt. Allerdings war dieser nicht so dick wie die gängigen Kleber (EA40, UHU).
Finde deine Theorie sehr sinnvoll. Würde zu dem gegebenen Problem passen. Hatte damit gerechnet, und dafür einfach etwas mehr Kleber genommen. Aber wer weiß ob das so einfach klappt.
Aber dieses mal als grundlegende Frage. Tritt das nicht bei jeden anderen Kleber auch auf? Oder ist die Viskosität da mehr entscheident als man annehmen möchte?

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Hieronymus
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von Hieronymus » 11.10.2019, 20:18

blubber hat geschrieben:
11.10.2019, 19:55
Aber dieses mal als grundlegende Frage. Tritt das nicht bei jeden anderen Kleber auch auf? Oder ist die Viskosität da mehr entscheident als man annehmen möchte?
Nun ja, ich habe es mir fast gedacht, dass du den Kleber verwendest. Der ist eigentlich zum Laminieren in Formen gedacht und muss daher sehr flüssig sein. Selbst wenn ich meinen UHU Endfest 300 (den Guten) in die Temperbox stecke, wird der nicht so flüssig wie den Harz. Das heißt andere Kleber sackt auch ins Holz ein... das ist ja auch gewollt, damit sich der Kleber gut vernetzt. Aber deiner steht so lange gar nicht auf dem Holz sondern sackt vorher schon ein. Je nach Holzart sackt er mehr oder weniger weg. Ich würde Zukünftig auf einen anderen Kleber wechseln. Aber warte mal noch was die Glasfraktion dazu sagt.

Gruß Markus
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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von Grombard » 12.10.2019, 00:02

Das Glas kann man immer leichter vom Holz ziehen als Holz von Holz oder Glas von Glas.
Ob das bei dir jetzt kritisch ist, kannst du nur durch schießen des Bogens rausfinden.
Eventuell hast du aber auch zu viel Druck verwendet?
Wie presst du?
Bei so dünnflüssigem Kleber beim Schlauch nicht über 3bar gehen!
irgendwas is ja immer

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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von blubber » 12.10.2019, 10:04

Erstmal danke für die schnellen und hilfreichen Antworten.
Das Glas immer leichter von Holz zu trennen geht wusste ich nicht, aber sehr interessant.
Ich presse mit der Fahrradschlauchmethode. Die Schläuche ziehe ich nach "gewohntem Gefühl" an. Ist ja nicht der erste Bogen.

Ansonsten nochmal zum Kleber. Mir war bewusst, dass dieser sehr dünn ist und es dadurch Probleme geben kann. Gerade beim Pressen. Ergo hab ich den Kleber eingedickt. Vom Gefühl her ähnlich viskos wie der Eulenkleber.

Muss ich wohl den Bogen testen. Gibt es da nen eventuellen Richtwert? irgendwie 1000 Pfeile und der Bogen funzt oder kann er dann beim 1001 Pfeil sich delaminieren?

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Re: Frage an die Glasbapscher

Beitrag von Grombard » 12.10.2019, 10:50

Bei Holz auf Glas hast du halt 2 unterschiedliche Materialien. Das Glas bleibt in der Regel ganz und die oberen Holzfasern bleiben haften.
Bei Holz auf Holz ist die Fuge stabiler als das Holz und beide Seiten weich, das zerreißt du also unkontrolliert irgendwo.
Und bei Glas auf Glas bekommst du es kaum auseinander.

Einschießen und dann ne Woche aufgespannt hängen lassen.
Dann sind die Chancen ganz gut.

Passieren kann aber immer was.
Ein Bogen kann auch spontan nach nem Jahr noch platzen.
irgendwas is ja immer

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