Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

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Hieronymus
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Hieronymus » 24.10.2019, 16:57

Ich nutze zusätzlich zu dem Heizlüfter ein Heizstrahler, den ich über der Bogen hänge. Die Bauteile vorher auf Temperatur zu bringen(ich lege den Bogen beim Grundieren auf die Heizung ) ist sehr von Vorteil, da der Leim sonst zu schnell abkühlt.
Neumi hat geschrieben:
24.10.2019, 15:39
Prinzipiell stehe ich aber sowieso auf natürliche Baustoffe, deswegen wird ab jetzt jeder Kompositbogen mit natürlichen Leimen gebaut
Ich auch, aber manchmal geht es einfach nicht anders ;)
Neumi hat geschrieben:
24.10.2019, 15:39
Außerdem gehe ich davon aus, dass der erste Kompositbogen nicht besonders gut wird und gerade bei den Mandschubogen ist die Bandbreite sehr groß (z.B. extreme Unterschiede beim Reflex). Es gibt zwar ein Grundprinzip, aber eben doch jede Menge Varianten
Au diesem Grund experimentiere ich gerade mit mehren Bögen und habe diverse Parameter verändert um zu schauen, welche mich an mein Ziel bringen.

Gruß Markus
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 24.10.2019, 17:40

Die Variante mit dem zusätzlichen heizstrahler finde ich gut, habe jetzt aber einen heizlüfter gefunden, bei dem das eingebaute thermostat nicht nur bis max. 40 Grad geht, sondern angeblich bis 85. Ich werde sehen, ob das stimmt. Die baukammer an sich hat nur max. 10qm Grundfläche- da sollte 1 Lüfter mit 2kw reichen, um auf 35 oder sogar kuschelige 40 Grad zu kommen. Aber bald weiß ich auch das.
Die nächste Hürde sind die konvex + konkav geformten ziehklingen - mal sehn ob ich es schaffe die Dinger zueinandet passend herzustellen.
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von TorstenT » 25.10.2019, 07:44

Bei Deinen handwerklichen Fähigkeiten und Deinem Know How bezweifle ich ja, dass Du erst einen Probebogen bauen musst...
Meinst Du mit zueinander passenden Ziehklingen die Zahnschaber? Willst Du die Holz-Horn-Verbindung konvex machen?

Nachdem ich mich als Wintermensch ziemlich unwohl in einer 35° heißen Werkstatt fühlen würde, habe ich mir einen 60cm langen Heizstrahler bestellt. Den will ich auf einem teleskopierbaren Ständer montieren, so dass ich damit die Bauteile auf Temperatur bringen kann und dann die Leimarbeiten bei höher gehängtem Strahler darunter verrichten kann, ohne dass mir der Hautleim zu schnell geliert. Mal sehen, ob das klappt.

LG
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 25.10.2019, 10:09

Moin, der Kern wird auf beiden Seiten konvex, aber ohne Zahnung. Ich habe von 3 alten, zerschnittenen Bogen die Querschnittfotos gesehen und keiner hatte passende Zahnrillen. Und Zahnschaber herzustellen, die 100% zueinander passen, schaffe ich nicht.
Wenn Du nur den Heizstrahler benutzt, bleibt es wenigstens auf dem Rücken schön kühl :D Vorne gibts halt Sonnenbrand :D
Must halt aufpassen, dass das Material nicht zu heiß wird.
Grüße - Neumi
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 26.10.2019, 18:43

Und weiter geht's - ich musste das gute Wetter ausnutzen. Den Rahmen werde ich mir nochmal genau anschauen, bevor die Sehnen drauf kommen. So wie ich mich kenne, fällt mir dann noch was auf, das korrigiert werden muss.
Griff marking.jpg
Markierungen zum checken der Symmetrie sind nie verkehrt
Griff.jpg
Knie mit Ohr.jpg
Knie mit Ohr seitlich.jpg
Knie.jpg
Rohling.jpg
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Hieronymus » 26.10.2019, 19:55

Ah ich sehe du machst erst die Sehnen drauf und dann das Horn, wie Snake Joe es für Erstlingswerke vorschlägt?! Sieht ja alles super aus ;) … aber ist alles mehr Arbeit, als es aussieht. Man glaubt gar nicht wieviel liebe und Zeit in so einem Bogen stecken.

Gruß Markus
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 26.10.2019, 20:43

Man muss halt zunächst rausfinden wie man am besten und schnellsten die einzelnen Bauteile bearbeiten kann. So Teile wie der Griff und die Knie sind irgendwie kompliziert auszugestalten, wenn man nicht gerade Bildhauer ist. Beim nächsten werde ich die Dinger vorm zusammenbau fertig gestalten. Muss ich nicht aufpassen, dass ich die WA- kerne total ramponiere. Ob's dann schneller geht werde ich dann merken.
Grüße- neumi
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 09.11.2019, 19:57

Hier gings mal wieder ein Stückchen weiter. Die Ziehklingen sind fertig (war ein ganz schöner Akt den Stahl durchzusägen).
Ziehklingen.jpg
Dann habe ich die Knie mal noch etwas leichter gemacht und Hohlkehlen geformt.
Ohr geformt02.jpg
Ohr geformt.jpg
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von TorstenT » 09.11.2019, 21:30

Sieht schon mal super aus!
Wenn Du die Sehnen zuerst drauf machst, legst Du dann noch eine dünne Schicht Sehne um die Kanten, wenn das Horn drauf ist?
Wie lang sind denn die Tips vom Knie zum Ende?

LG
Torsten

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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 09.11.2019, 22:08

Frage1, so der Plan und 2 ich glaube 27 cm ab nockkerbe.
Grüße - Neumi
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von TorstenT » 10.11.2019, 08:45

Danke für die Info!
Ich bin jetzt mal vermessen: dürfte ich auch noch die anderen Maße des Rahmens, also Grifflänge, biegender Bereich und Hirn bis zu den Ohren (wie das klingt :D) wissen?

LG
Torsten

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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 10.11.2019, 09:45

Neumi hat geschrieben:
23.10.2019, 22:23
Die WA (foetus) sind jetzt doch aus Ahorn und ziemlich genau 600 x 40 x 6 mm
Das griffstück hatte 230 mm Länge, das mach ich beim nächsten etwas länger.
Alle spleiße im WA sind relativ kurz geworden, die mache ich beim nächsten länger, nämlich ca. 100 mm
Die Länge des Knie richtet sich nach der spleißlänge, also kann man zunächst 100 mm in beide Richtungen nehmen, obwohl der ohrseitige spleiß bei allen Bogen die ich gesehen habe kürzer ist, ca. 6-7 cm.
Schau mal noch hier, da hat Peter Dekker einen Bogen vermessen https://www.mandarinmansion.com/article ... manchu-bow

Grüße - Neumi
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von TorstenT » 10.11.2019, 12:40

Die Maße der Latten habe ich schon gesehen - aber was sich davon auch biegen wird, hätte mich interessiert. Es müssten ja so knapp an die 40cm sein, wenn die Spleiße nicht oder kaum mitbieten, richtig?
Danke für den Link! Das nenn ich mal ausführlich ausgemessen! Wenn der Bogen aus dem Link allerdings wirklich nur 40-50# hat, dann dürfte er ja nicht gerade das Performance-Monster sein, bei den Tips...

Bin gespannt, wie es bei Deinem weitergeht.

LG
Torsten

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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 10.11.2019, 12:46

Das finde ich schwierig zu beantworten, aber wenn ich mir auszugfotos anschaue, dürfte das zwischen 30-35 cm liegen
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Re: Mandschu warbow - Baubericht eines Langzeitprojektes

Beitrag von Neumi » 10.11.2019, 17:58

Der Bogenrücken ist geformt und hat seine Rundung. Den Ziehklingenhalter werde ich neu bauen und mit einer seitlichen Führung versehen.
Rückenwölbung und tools.jpg
Der Rahmen wiegt jetzt 385 g und ist nahezu perfekt ausbalanciert, also habe ich sehr symmetrisch gebaut :)
Rahmen in balance.jpg
Voraussichtlich nächstes Wochenende gibt es die erste Sehnenlage, kurz vorher wird noch geschliffen und grundiert.
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