Bogenbauer im Mittelalter

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stone
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Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von stone » 22.10.2017, 19:48

Seit nach langem wieder mal gegrüßt!

Ich bin auf der suche nach Anhaltspunkten wie im Mittelalter die Bogenbauer Gewandet waren und welche Werkzeuge und Einrichtungen sie hatten.
Dabei ist die genaue Zeit erstmal 2. Rangig.

Bin um jeden Hinweis froh und weil ich bis jetzt kaum etwas gefunden habe dachte ich mir ich frage Euch! ;D

Gruss stone
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Squid
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Squid » 22.10.2017, 20:19

Vermutlich wie andere Handwerker auch: Simple Leinenklamotten und an den Stellen, wo es relevant war Lederverstärkungen.
So wie ein Schmied eben die Lederschürze getragen hat.
Bogenbauer waren nicht sooo gefordert bei ihren Werkzeugen / Klamotten. Und so denke ich, dass sie einem mittelalterlichen Tischler doch recht gleich sind...

Das Werkzeug wird das gleiche sein, wie heute auch: Säge, Raspel, Ziehmesser, Ziehklinge, Feile. Zum Bauen eine Schnitzbank wie es sie heute auch gibt.

So kenn ichs zumindest von den vielen ganzen traditionellen Bogenbauern
Zuletzt geändert von Squid am 22.10.2017, 20:26, insgesamt 3-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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tscho
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von tscho » 22.10.2017, 20:21

Hi, schöne Frage :)
Es findet sich praktisch so gut wie nichts über dieses Handwerk. Als ob es ihn nicht gegeben hätte :) .
Ich suche dazu auch schon lange nach Hinweisen.
Selbst die Schnitzbänke tauchen erstmals ab 1600 irgendwann rum auf. Meines Wissens.Als Nachweis eben, kann ja sein
es gab sie schon früher.
Die Nürnberger Hausbücher sind da eine gute Quelle für Anregungen wenns um Klamotten der Handwerker geht.

Gruß
Tscho

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Wilfrid
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Wilfrid » 22.10.2017, 20:40

Naja, also so ganz ehrlich, außer in England und Wales hat es im Mittelalter auch keine Bogenbauer gegeben. Einige wernige bauten für Kaiser Maximilian, ansonsten war der bogen auf dem Kontinent so nach 200 garnicht mehr in Gebrauch, als Sportgerät gelegentlich, dann aber als Importware aus Ungarn.
deswegen ist auch speziell nichts zu finden. sowas machten denn wohl Wagner/ Stellmacher nebenher. Genau wie in den Jahrhunderten danach

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stone
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von stone » 22.10.2017, 21:00

Ja so etwas dachte ich mir schon.

Danke das bestätigt meine vermutungen und passt zu dem das das Stellmacher Handwerk als sehr interessantes Projekt bei mir Aktuell ist! ;D
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fatz
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von fatz » 22.10.2017, 21:06

Vieleicht hilft dir der weiter https://archaeofox.com/
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Neumi » 22.10.2017, 22:29

Tach, wie wäre es damit. Kein Bogenbauer, aber ein Fletcher
http://www.bl.uk/catalogues/illuminatedmanuscripts/ILLUMIN.ASP?Size=mid&IllID=58396
Grüsse - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Edradour » 09.11.2017, 12:44

Wenn es um Kleidung im MA geht, ist eine zeitliche Einordnung (zumindes grob) unerläßlich.
Wie aber oben schon gesgt, gibt es eigentlich keine zunfttypische Kleidung.
Oberbekleidungsstoff dürfte praktisch außschließlich Wolle gewesen sein für Hosen und Kittel.

Bögen hat es sehr wohl im kriegerischen Kontext auch auf dem Kontinent gegeben, dazu gibt es reichlich Bild und Textquellen (z.B. mal deutsche Quellen http://manuscriptminiatures.com/search/ ... anuscript=. Waren halt keine ELB, sondern kürzere Bögen, meist mit Recurves.

In deutschen Quellen ist der 'Bogenbauer' jedoch oft ein Armbrustbauer. Und die in der frankfurter Wehrverfassung aus der ersten Hälfte des 14. Jh erwähnten, nach Böhmen entsandten Bogenschützen, sind Armbrustschützen.

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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von schnabelkanne » 09.11.2017, 13:14

Servus,
hab hier noch eine Abbildung einer Bogenbauwerkstatt gefunden aus dem Buch von Strickland und Hardy,
das Zitat des Originalbildes steht unter der Abbildung. Details sind halt etwas schlecht zu erkennen.
Die Bogenbauer sitzen im Hintergrund auf den Hoanzlbänken (Schnitzpferden) und einer steht im Vordergrund ganz rechts.
lg Thomas
Dateianhänge
Werkstatt.JPG
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Bausch & Bogen » 10.11.2017, 03:02

Süß.
Ich nehm das goldene Kleid mit den blauen Nylons :D
Obwohl der Kringel-look mit Lampenschirm auch ganz apart ist ::)
Schaaatz, ich hab nix mehr zum Anziehen, ich geh mal shoppen...
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt. (Gandhi)

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Ragnar_AT
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Ragnar_AT » 10.11.2017, 07:38

Ich nehm das goldene Kleid mit den blauen Nylons :D

Dann nehm ich den weißen Morgenmantel, den mit blauem Kragen.

Irgendwie habe ich den Verdacht, daß man schon damals für öffentliche Auftritte / Darstellungen gefakt hat, wie Pressefotos und Aktuelle Kamera Tagesschau - Auftritte heutzutage ...
"The man who reads nothing at all is better educated
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von doralf.vom.wald » 10.11.2017, 20:30

Ragnar_AT hat geschrieben:
Ich nehm das goldene Kleid mit den blauen Nylons :D

Dann nehm ich den weißen Morgenmantel, den mit blauem Kragen.

Irgendwie habe ich den Verdacht, daß man schon damals für öffentliche Auftritte / Darstellungen gefakt hat, wie Pressefotos und Aktuelle Kamera Tagesschau - Auftritte heutzutage ...


Ja klar, man muß sich nur überlegen wer welche Schrift bei wem und zu welchem Zweck in Auftrag gegeben hat. Meistens um selbst toll dazustehen. Daher muß grundsätzlich mit Übertreibungen des Dargestellten zu rechnen sein.

Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, daß eine einfache Oberbekleidung in naturfarbener Wolle, passend zur dargestellten Zeit, am ehesten den einfachen Handwerker wiedergibt. Kotte, Surcot, Mantel, Beinlinge (später die strumpfartigen Hosen). Wer ein bischen mehr Geld hatte (vielleicht ein kunstfertiger Handwerker) konnte dann schon mal ein Färberwaid oder krappgefärbtes Oberteil tragen, also ein schönes Gelb über rotorange bis helles rot ist denkbar. Indigo und Purpur war viel zu teuer und dem Klerus oder Adel vorbehalten. Eher dann schon ein Walnußschalen oder Zwiebelschalenbraun. Auch grüne Farbtöne waren für das einfache Volk tragbar.

Das beherzigt und man hat sicherlich eine passende Gewandung zur Darstellung.

Grüßle
Doralf

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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von doralf.vom.wald » 10.11.2017, 20:33

Ragnar_AT hat geschrieben:
Ich nehm das goldene Kleid mit den blauen Nylons :D

Dann nehm ich den weißen Morgenmantel, den mit blauem Kragen.


Der sieht mit aus wie eine Houpelande, eher dem späten Mittelalter ab 15. Jhd. zuzuordnen. Aber wenn´s zeitlich passt!

Ich hab mir nämlich schon so ein Teil mit blauem Brokatstoff genäht. Sieht tatsächlich aus wie ein Bademantel, aber trägt sich auch wie ein solcher ;D super bequem!

Doralf

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Ragnar_AT
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Re: Bogenbauer im Mittelalter

Beitrag von Ragnar_AT » 11.11.2017, 18:15

Danke !

Muß ich mir merken - ein paar dumme Kommentare abgeben, dann bekommt man interessante Hintergrundinformationen geliefert ... ;D
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