Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Hier kommt alles rein, was in irgendeiner Form mit der Herstellung von Messern zu tun hat.
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Laminator
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Laminator » 05.02.2019, 11:26

Guten Tag zusammen,
ich habe mal wieder ein Messer für einen Freund gebaut.
Das Messer ist eigentlich für´s Angeln gedacht er benutzt es allerdings beim Jagen.
Der Griff ist aus Cocobolo, die Klinge aus SB1 ca. 61 HRC.
Die Zwinge ist aus Büffelhorn und poliert, dazwischen sind schwarz - weiße Streifen aus Hainbuchen - und Mooreichenfurnier.
Die Scheide ist handgenäht und naß angeformt.
Über Kritik und Anregungen würde ich mich freuen :)
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Viele Grüße
Günter

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von schnabelkanne » 05.02.2019, 11:59

Servus, die Maserung des Griffholzes ist sehr schön und die Mosaikpins sind ein Hingucker.
Die Scheide ist auch sauber verarbeitet. Kannst du noch ein Bild von der Rückseite der Scheide zeigen.
Lg Thomas
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Hetzer » 05.02.2019, 12:18

Du baust sehr schöne Messer, muß ich schon sagen.
Die gehen in ihrer ganzen Art aber schon deutlich in den professionellen Bereich und haben kaum mehr etwas mit den üblichen DIY Teilen zu tun.
btw - mit so 'ner klassischen skinning Form der Klinge hätt' ich das Teil so ausm Bauch heraus auch glatt zur Jagd benutzt... :D ;)
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Tom Tom » 05.02.2019, 13:14

Gefällt mir auch sehr gut

lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 05.02.2019, 14:37

Hallo Günther,

gute Form als Angelmesser, ist bestimmt praktisch um Fische aufzubrechen (Keine Ahnung ob Angler das so sagen). Die Ausführung ist sauber, gefällt mit auch gut.

Eine Anregung. SB1 ist nicht der einfachste Stahl um ein gutes Finish hin zu bekommen (ich weiss wovon ich rede). Ich würde nicht versuchen hier eine polierte Klinge zu machen, das sieht meist nicht gut aus. Versuche lieber eine saubere Satinierung mit Korn 400 oder 600. Das sieht imho einfach besser aus und für ein Gebrauchsmesser ist das eh die bessere Oberfläche.

Gruß

Roland
- Es ist besser ein gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 05.02.2019, 14:42

Hallo Messermacher,
Meine erste Kleinserie für 2019.

Angefangen habe ich diese Messer schon im Frühsommer 2018 aber meine Hand-OP hat meine „Produktivität“ doch sehr eingeschränkt.

Zur Geschichte dieser Messer. Ich habe einen früheren Kollegen mit dem ich seit 19 Jahren auch gut befreundet bin. Er hat mich im Frühjahr auf ein Messerset angesprochen. Wir haben also Ideen und Wünsche ausgetauscht. Herausgekommen sind drei Messer die von der Klingenform fast gleich sind und sich eigentlich nur in der Größe unterscheiden. Das kleine Tournier Messer ist eine Zugabe von mir, er weiß da noch nichts davon.

Stahl eigentlich wie immer bei meinen Küchenmessern SB1. Das Tournier Messer ist aus 14C28N von Sandvik. Warum das jetzt? Nun Jürgen Schanz hatte zu der Zeit keinen SB1 in 2 mm vorrätig und hat mir diesen als Alternative empfohlen. Der Stahl ist einfach zu verarbeiten und wesentlich einfacher zu finishen als SB1. Wie er sich im täglichen Einsatz bewährt kann ich allerdings noch nicht sagen.

Das Griffholz habe ich aus Japan mitgebracht, gefunden in der Kappabashi in Tokio. Enju oder Japanischer Pagodenbaum (Styphnolobium japonicum). Ich habe das Holz stabilisiert was ganz gut ging.

Was man leider stark sieht ist die Klebefuge an den Pins, entweder bohrt mein Stufenbohrer auf Übermaß oder die Pins haben Untermaß. Ich hoffe wenn das Holz nachdunkelt dass das nicht mehr so auffällt.

In zwei Wochen bekommt sie der neue Besitzer, die Messer sind dann in Spanien zu Hause.

Hier die Daten:

Griff: Stabilisiertes Enju, schwarze Liner, Pins aus Edelstahl und ein Mosaikpin

Messer 70 Messer 71 Messer 72 Messer 73
Stahl: SB1 SB1 SB1 1 4C28N
Klingendicke: 3,2 mm 2,1 mm 2,1 mm 2 mm
Gesamtlänge: 310 mm 70 mm 205 mm 175 mm
Klingenlänge: 185 mm 145 mm 95 mm 60 mm
Gewicht: 202 g 132 g 89 g 63 g

(Tabelle geht hier wohl leider nicht)

Ich hoffe es gefällt, Kritik und Anregungen wie immer erwünscht.

Danke fürs Schauen

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Laminator » 06.02.2019, 09:27

Guten Morgen zusammen,
vielen dank für Lob und Anregungen :)
@Roland:
Deine Messerserie gefällt mir sehr gut, was für eine Arbeit, die würde ich sofort in meine Küche übernehmen ;) .
das Japanische Holz hab ich noch nie gesehen, sieht aber toll aus, vorallem die quer zum Messer laufende Maserung bei dem Tournier Messer.
Würdest du u.Umständen auch ein Auftrag zum Stabilisieren annehmen?
Das mit dem Mattieren habe ich schon ausprobiert, bin aber leider zu keinem gleichmässigen Ergebnis gekommen :-\
da bin ich für jeden Tip dankbar.
@Hetzer:
Momantan ist das alles Hobby, die ganze Sache soll vielleicht später mal profesioneller werden und meine Rente aufbessern.
@Thomas:
Das Messer ist leider schon weg, ich hänge mal ein Bild von meinem Messer an, da habe ich das auf die selbe Art gemacht.
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VG
Günter

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 06.02.2019, 09:58

Hallo Günter,

erst mal Danke
Laminator hat geschrieben:
06.02.2019, 09:27
Würdest du u.Umständen auch ein Auftrag zum Stabilisieren annehmen?
Du hast eine PN
Laminator hat geschrieben:
06.02.2019, 09:27
Das mit dem Mattieren habe ich schon ausprobiert, bin aber leider zu keinem gleichmässigen Ergebnis gekommen :-\
da bin ich für jeden Tip dankbar.
Das wichtigste beim herstellen einer guten Oberfläche sind folgende Tips:
  • Verwende nur gutes Schleifpapier. Die groben Körnungen z.B kaufe ich nicht mehr im Baumarkt, das taugt meistens nichts. Die feinen Körnungen ab 320 sind meist OK. (Zumindest in den Märkten bei mir)
  • Nimm immer eine feste Unterlage für das Schleifmittel. Ein Stück Eiche, Buche oder Aluminium. Shokunin hat hier im Forum mal einen exzellenten Beitrag dazu geschrieben. Must Du suchen ich wiederhole das jetzt hier nicht.
  • Lasse keine Körnungen aus. Das bringt nichts, Du sparst keine Zeit. Je nachdem wie weit ich am Bandschleifer vorschleife fange ich mit K120 an, dann 150, 180, 220, 240, 280, 320, 400 und u.U. 600.
  • Wenn Schleifmittel verbraucht ist, ist es verbraucht. Wirf es weg und nimm frisches. Du sparst keine Zeit und hast nur mehr Mühe.
  • Für den letzten Schleifvorgang, quasi das Satinieren, egal ob mit K400, 600 oder feiner. Hier macht Du keine Hin- und her Bewegungen. Du setzt dein Schleifmittel auf, meist am Picasso, uns ziehst es in einer geraden, gleichmäßigen Bewegung über die Klinge and Dich zu. Beim Aufsetzten muss man vorsichtig sein sonst sieht man kleine "Häkchen" im Schliffbild
Gruß

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Laminator » 06.02.2019, 12:13

Danke Roland,
ich werde das bei der nächsten Klinge ausprobieren, wär mir auch sehr sympatisch wenn ich das hinbekomme.
Stahl polieren ist nicht gerade meine Liebliningsarbeit beim Messerbau.
Was hältst du von Glasperlenstrahlen?

Gruß
Günter

P.s. die PN habe ich nicht gefunden, weiß nicht ob es an mir liegt .....

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 06.02.2019, 12:32

Laminator hat geschrieben:
06.02.2019, 12:13
Was hältst du von Glasperlenstrahlen?
P.s. die PN habe ich nicht gefunden, weiß nicht ob es an mir liegt .....
Glasperlenstrahlen? Gute Frage, ich habe keine Strahlbox mache es also nicht. Aus meiner Zeit als Werkzeugmacher kenne ich das allerdings noch. Wir haben nicht so viel gestrahlt (Glasperlen und auch Sand) Bringt wenn ich mich richtig erinnere gute Ergebnisse wenn die Oberfläche vorher schon recht gut vorbereitet ist. Oder in anderen Worten wenn Du ein "Gebirge" stahlst hast Du immer noch ein Gebirge.

PN ging wohl nicht durch, ich Versucher es nochmal. Ansonsten schick Du mir bitte eine.

Gruß

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Laminator » 26.02.2019, 11:04

Guten Tag zusammen,
ein guter Freund hat sein Diefenthal Jagdnicker die Treppe runtergeschmissen, der Hirschhorngriff
ist in viele Teile zersprungen und die Scheide hatte er auch nicht mehr.
Ich habe ihm aus Schlangenholz einen neuen Griff gebaut.
Dazu erst mal das Holz halbiert und dann die Kontur der Angel, die nicht mehr ganz vorhanden war
(irgend jemand hat da wohl dran rumgeschliffen >:( ) , jeweils zur hälf mit der Oberfräse eingelassen.
Ich hab die 2 Hälften dann mit Epoxidharz verklebt und mit zwei Neusilberstiften gesicher.
Noch eine neue Lederscheide gebastelt und Fertig :).

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IMG_5467.jpg
Mein Freund hat sich gefreut.

Viele Grüße
Günter

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 26.02.2019, 12:33

Hallo Günter

ich mag es wenn man Dinge repariert und nicht nur wegwirft. Wenn dann noch ein so schönes Ergebnis dabei heraus kommt - umso besser.

Gruß

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 26.02.2019, 14:05

Hallo Messermacher,

Wieder zwei Küchenmesser aus meiner Werkstatt. Wieder für den guten Freund der mit diesen Messern ich glaube sein 9. und 10. von mir Messer bekommt. Das Griffholz ist einer meiner Lieblingshölzer es ist dicht, gut zu bearbeiten hat kaum Schwund (deswegen nicht stabilisiert). Leider gilt die Spezies als gefährdet, aber ich habe das Holz von meinem Freund in Brasilien und es ist Totholz von seinem Buschgrundstück. Er drechselt und hat immer Abfallstücke die für Messergriffe ausreichend sind.

Das kleine Rabenschnabelmesser bekommt er als kleinen Bonus von mir. Wem es bekannt vorkommt? Es ist von Form und Größe exakt gleich wie das kleine Messer das ich neulich gezeigt habe. Wenn ich eine kleine Serie gleicher Messer mache klebe ich den Stahl vorher mit Sekundenkleber zusammen und mache dann dem Umriss und alle Bohrungen. Ergo keine Abweichungen.

Beide werden diese Woche geliefert.

Hier die Daten

Messer 74
Stahl: 14C28N
Griff: Imbuia (Ocotea porosa) Pins aus Edelstahl und ein Mosaikpin
Klingendicke: 2,1 mm
Gesamtlänge: 170 mm
Klingenlänge: 147 mm
Gewicht: 117 g

Messer 75
Stahl: SB1
Griff: Imbuia (Ocotea porosa) Pins aus Edelstahl und ein Mosaikpin
Klingendicke: 2 mm
Gesamtlänge: 175 mm
Klingenlänge: 60 mm
Gewicht: 65 g

Ich hoffe sie gefallen, Kritik und Anregungen wie immer erwünscht.

Danke fürs Schauen

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Laminator » 26.02.2019, 14:36

Hallo Roland,
sehr schön deine Messer, das Design ist einfach in sich rund.
Das Holz gefällt mir noch besser als das japanische letzthin, ist das eine Palisander Art?
Übrigens in bezug auf Reparaturn bin ich der selben Meinung wie du, wenn sowas wieder benutzt werden kann dann freut mich das fast noch mehr als eine Neuanfertigung :)
Die Startseite behauptet dass du heute Geburtstag hast, herzlichen Glückwunsch zu deinem Wiegenfest!
Ein guter Tag zum feiern :D.

Schöne Grüße
Günter

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 26.02.2019, 14:43

Hallo Günter,

erst mal Danke.

Imbuia wird auch als Brasilianscher Nußbaum bezeichnet hat aber mit Nußbaum nichts zu tun.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ocotea_porosa

Sorry ich hab keine richtige deutsche Seit gefunden, also hier auf Englisch
Das Holz gehört also zu den Lorbeergewächsen.

Gruß

Roland
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