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Federhöhe vs. -länge bei 4fachbefiederung
Verfasst: 03.01.2005, 13:12
von shewolf
Ich wende mich heute mal an alle von Euch, die Pfeile bauen, bewußt nicht im Reiterbogenforum, weil hier bei den "Normalos" einfach mehr Leute sind.
Endlich habe ich auf meinem derzeitgen Reiterbogen den Rohschafttest gemacht, und das Zuggewicht mal digital gemessen (Niels: er hat nur 30 lbs... ;-) ).
Nun geht es an den Pfeilbau, und schon stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung: wie befiedern?
Meine alten Pfeile (100 Grain Spitze auf 11/32tel Schaft :doh) trugen 4 Federn je 5 Inch und flogen entsprechend (wie die nassen Teebeutel*lach).
Die neuen Pfeile sind massiv leichter (70 Grain Spitze, 5/16tel Fichteschaft mit 28" Länge für den Reitervollauszug).
Mein Wunsch wäre eine vierfach-Befiederung, allerdings nur ca. 4 Inch oder etwas weniger lang. Natürlich ist das für so ein leichtes Pfeilchen eine Menge Luftwiederstand. Darum hatte ich mir überlegt, ob ich die Federn nicht ganz flach mache.
Wenn ich im Galopp am Ziel vorbeirausche, kommt es auf jede Millisekunde an, die der Pfeil schnell im Ziel ist - ist der Pfeil zu langsam, verfehlt er die Scheibe. Mit 30 lbs werfen die Reiterbögen (egal ob Kassai oder Grozer) eher mäßig.
Wie hoch darf ich die Federn machen, um noch die optimale Flugführung ohne gesteigerte Bremswirkung zu erhalten?
Was ist die Mindesthöhe für eine Feder, damit sie den Schaft noch "führt"?
Soll ich die Federn lieber kürzen? Wenn ja, wie weit.
Nachsatz: ich befiedere vierfach, weil ich auf dem Pferd blind einnocke, und wenn die Cockfeather über den Bogen schrammelt stört mich das und die Konzentration ist hin ...
Wer kann mir einen Tip geben?
Edit: Spinewert der Schäfte ist 32
Rat vom Anfänger
Verfasst: 03.01.2005, 13:58
von Dustybaer
Ich habe eben mal bei Trueflight die Federmasse (für dreifach Befiederung) nachgesehen. Für 3" Standmass 13mm und für 4" 14mm. Ich habs auch noch in meine Galerie gepackt. Da ja bei vier Federn der "drag" um ein Drittel erhöht wird, sollte man das Standmass um ein Drittel reduzieren (also auf ca 9-10mm). Ist nur so ein Gedanke (aber vielleich einen Test wert?)
Bis bald
Marius
@shewolf...
Verfasst: 03.01.2005, 14:02
von kojote
...So, du hast also vier Federn in 5" länge und einem 11/32 Schaft mit 30 lbs geschossen und sagst die fliegen wie ein "nasser Teebeutel", das ist auch kein wunder das entspricht ja bei 30 lbs fast einem Flu Flu

;-)
Aber mal scherz bei Seite, da du ja vier Federn befiederst hast du auch mehr Gesamtfläche, also stabilisiert sich dein Pfeil auch schnelle wird aber langsamer alos kannst du die Federlänge auch getrost um mind. ein Zoll als auf vier Zoll verkürzen, diese vier zoll stabielisieren ja schon mit drei Federn einen "Normal" befiederten Pfeil schon recht gut.
Da du aber vier Federn an Schaft hast kannst du die Federhöhe ruhig noch niedriger schneiden, da du ja durch die vierte Feder mehr Fläche zum stabilisieren hast, eine gekaufte 4" Zoll "Shild" hat an der höchsten Stelle ca. 1,6 cm, ich würde sagen du kannst sie auf 1 cm höhe schneiden und bekommst immer noch eine gute stabilisierung deines Pfeils hin.
Auch die geschwindigkeit sollte ganz gut sein da du ja auch einen 5/16 Fichtenschaft( Etwas leichter als Kiefer) mit 70 Grain schießt, also die zu bewegende Masse auch reduziert hast.
Du könntet auch 3" Zoll Federn in voller Höhe nehmen, sieht aber meiner meinung etwas komisch aus

.
Gruß, Jörg
RE: Rat vom Anfänger
Verfasst: 03.01.2005, 14:08
von shewolf
Original geschrieben von Dustybaer
Da ja bei vier Federn der "drag" um ein Drittel erhöht wird, sollte man das Standmass um ein Drittel reduzieren (also auf ca 9-10mm).
Ja das hört sich logisch an - und wenn es stimmt, wärs genau die gesuchte Formel. Vorausgesetzt der Luftwiderstand ist am Federfuß gleich dem Widerstand an der Federkrone... Ich probier das mal.
Danke auch für den tip mit der Außenfahne, da habe ich noch welche von Geomars Gänsefedern. Wäre dann natürlich keine Shieldform mehr. mehr so wie die japanischen pfeile, sie sind ja auch lang und schlank befiedert.
Befiederungshöhe
Verfasst: 03.01.2005, 17:05
von Americanflatbow
Hi Shewolf,
ich kann mich meinen Vorredner nur anschließen und meine Erfahrung weitergeben.
Ich habe unter anderem Pfeile gemacht mit welchen auf einem Reiterbogen 50 # genausogut fliegen wie mit meinem Langbogen 55# oder aber bei meiner Frau mit ihrem Langbogen 30#
Wir ziehen beide ca.26 1/2 Zoll.
Die Frage nach dem Spine kann ich Dir nicht beantworten da ich den nicht kenne und auch noch nie gemessen habe ( ja,ja ich weiß....)
Ich kann Dir nur sagen wie sie hergestellt wurden.
8 mm Kiefernschäfte aus dem Knauber Baumarkt
abgelängt auf 65 cm.
Bodnik 3 D Schraubspitze 100 grs.
Plastiknock von Bohning glaub ich.
3 Federn:12,5 cm lang ,handgeschnitten von 1cm schräg runter bis auf den Kiel .
Hinten leicht als Shield ausgeformt!
Das die schnellsten Pfeile die ich habe.
Fliegen gerade und ohne Probleme einer zum anderen....
Leider kann ich keine Bilder ins Netz stellen da die Camera noch im Geschäft auf mich wartet.
Gruß
Klaus
:-)
RE: Federhöhe vs. -länge bei 4fachbefiederung
Verfasst: 03.01.2005, 17:26
von Niels
Original geschrieben von shewolf
Wenn ich im Galopp am Ziel vorbeirausche, kommt es auf jede Millisekunde an, die der Pfeil schnell im Ziel ist - ist der Pfeil zu langsam, verfehlt er die Scheibe. Mit 30 lbs werfen die Reiterbögen (egal ob Kassai oder Grozer) eher mäßig.
Hallo Shewolf,
jetzt willst Du es aber wissen, oder? ;-)
Aber mal im ernst: Das Vorhalten beim Schießen aus der schnellen Bewegung wirst Du auch mit dem schnellsten Pfeil nicht gänzlich überflüssig machen können.
Schreibe bitte gelegentlich was zu Deinen Testergebnissen. Würde mich auch interessieren.
P.S. Bei welchem Auszug hast Du denn die 30# gemessen? "Mein Standard-Reiterbogenauszug" liegt z.B. bei ca. 31 Zoll.
Verfasst: 03.01.2005, 21:27
von shewolf
Zwischenmeldung: also ich habe jetzt vier Federn maximale Höhe 11 mm gestanzt. Federlänge 3,75 inch.
Die Schäfte trocknen gerade, und dann probier ich die Federn mal aus.
Niels: 30 lbs digital gemessen auf 28 inch Wenn die Ungarn mit Federwaage messen, können schon mal +/- 5 lbs differieren
Mit dem vorhalten hast Du natrülich Recht, aber jedes bißchen Geschwindigkeit hilft schon... :-)
Standhöhe
Verfasst: 03.01.2005, 22:38
von Taubert
Hallo Shewolf,
nach meinen bisherigen Recherchen sind für Hornbogenpfeile historisch Standhöhen maximal in der Höhe des Schaftdurchmessers belegt (bei jedoch relativ langer Befiederung). Das diente wohl auch dazu, daß die Pfeile bei den recht starken Steppenwinden nicht zu sehr ins Trudeln gerieten.
Gruß Götz
Verfasst: 03.01.2005, 23:29
von Archiv
Hallo zusammen,
im Lindenmuseum im Stuttgart gibt es einen afrikanischen Pfeil, hat zwar nichts mit Reiterbogen zu tun, der eine sehr flache 6fach Befiederung hat. Ich hatte das schon mal nachgebaut, er flog super. Leider hat mir diesen sehr schönen und auffälligen Pfeil jemand geklaut :bash
Ich werde nochmal ein Exemplar machen und dann berichten und Bilder reinstellen.
liebe Grüße benzi
Verfasst: 04.01.2005, 08:45
von Juergen Becht
warum eigentlich 4-fach ?
Bei nem 30 Pfünder würde ich persönlich nicht mehr Feder als nötig an den Schaft anbringen.
RE: Federhöhe vs. -länge bei 4fachbefiederung
Verfasst: 04.01.2005, 10:44
von Archiv
@Juergen Becht
muddu lesen:
Original geschrieben von shewolf
Nachsatz: ich befiedere vierfach, weil ich auf dem Pferd blind einnocke, und wenn die Cockfeather über den Bogen schrammelt stört mich das und die Konzentration ist hin ...
liebe Grüße benzi
Verfasst: 04.01.2005, 11:32
von Juergen Becht
Das passt eigentlicht nicht, denn die Cockfeather kann eigentlich nicht am Bogen schrammeln.
1. weil sie ja von der Sehne weg steht (im Normalfall)
2. weil sich ja der Pfeil um den Bogen windet, im Idealfall also den Bogen garnicht berührt.
Hört man das so beim Reiten, wenn der Pfeil am Bogen 'schrammelt' ?
RE:
Verfasst: 04.01.2005, 11:51
von Authomas
Original geschrieben von Juergen Becht
1. weil sie ja von der Sehne weg steht (im Normalfall)
Wenn man den Pfeil richtig rum auflegt. Und das ist eben schwieriger, wenn man ihn blind einnockt. Darum geht es doch - das richtigrum auflegen benötigt Aufmerksamkeit, die man beim Bogenreiten vielleicht lieber anderen Dingen widmet.
2. weil sich ja der Pfeil um den Bogen windet, im Idealfall also den Bogen garnicht berührt.
Aber vielleicht nicht weit genug, dass nicht auch die Feder berührt? Ich habs noch nie gesehen, dass ein verkehrt aufgelegter Pfeil NICHT mit der Cock-Feder schleift!
Hört man das so beim Reiten, wenn der Pfeil am Bogen 'schrammelt' ?
jedenfalls fliegt er ANDERS, als wenn sie nicht schrammelt und DAS sollte auf jeden Fall vermieden werden.
Macht schon Sinn, die vierfach-Befiederung, und gut aussehen tut sie auch :-).
Jo
Verfasst: 04.01.2005, 21:42
von Werner
Original geschrieben von shewolf
Zwischenmeldung: also ich habe jetzt vier Federn maximale Höhe 11 mm gestanzt. Federlänge 3,75 inch.
Die Schäfte trocknen gerade, und dann probier ich die Federn mal aus.
Hi shewolf,
ich such auch noch nach einer passenden Lösung, nicht nur für meinen Reiterbogen.
Halt uns doch bitte mit Deinen Testergebnissen auf dem Laufenden...
:anbet
RE:
Verfasst: 05.01.2005, 09:20
von shewolf
Original geschrieben von Werner
Halt uns doch bitte mit Deinen Testergebnissen auf dem Laufenden...
:anbet
Aber sicher ;-) hier schon mal wie sie aussehen, die neuen pfeile:

Hier mit Inchmaßstab, Federlänge ca 3,8 inch Federhöhe ca. 10 mm Die Farben sind ein code für die drei von mir verwendeten Spinewerte, weiß=30 rot=31 gelb=32

Die Gesamtlänge habe ich durch Auszug mit einem Stückchen Pappe auf dem pfeil ermittelt. Das ergab beim Kassai-Auszug (bis zum Schlüsselbein) 27,5 inch (mein LB Auszug ist 26")

Rechts ein alter Pfeil von mir, deutlich dicker und mit größeren Federn.

Alle drei Pfeile griffbereit in der Bogenhand. Die Nockschlitze sind in meine Richtung gedreht.

Viel Platz zum greifen auch wenn man nicht hinguckt: Zeige- und Mittelfinger fassen den Pfeil und stabilisieren ihn (er darf nicht rumwackeln, sonst piekt man noch sein Pferd!)

... durchstoßen des Pfeils zwischen Sehne und bogen und einnocken auf der Sehne. Der Daumen erfühlt sich den "Weg" zur Sehne, die haltenden Finger werden nicht durch Federn gestört.
Fortsetzung folgt
