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Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 12.10.2015, 21:51
von tschreiper
Hallo,
nachdem es mir nun doch durch Eure freundliche Unterstützung gelungen ist, die Größe der Bilder zu verändern
nun mein Versuch eines Burgunderbogens, der den Namen Pfaffi erhielt.
Ende Juli bekam ich einen Anruf, dass der riesengroße Goldregenbaum an der Kirchenmauer gefällt worden war.
Da es gerade zeitlich passte, fuhr ich sofort zur nächsten Kompostieranlage und konnte ein ca. 120 cm langes Stamm-
stück von ca. 20 cm Stärke vor der thermischen Verwertung bewahren. Der Rest war nicht mehr zu kriegen, wie schade.
Anschließend ließ ich das Stück in einer Schreinerei aufschneiden und versiegelte die Oberfläche. Um zu starkes
Verziehen zu vermeiden bündelte ich die Stücke und spannte sie auf einen Balken. So ging es ganz gut, das Holz
rissfrei und einigermaßen gerade trocken zu bekommen.
Pfaffi ist der einzige Selbow, der aus dem Stück herauszubekommen war. Die anderen belege ich mit Hickory und
Bamus.
So denn nun: Pfaffi ist ein gespleisster Goldregenbogen aus Kernholz ohne Splint - Länge: 166 cm - Breite: 3,2 cm -
an den Sehnenkerben 7 mm - und zieht bei 28" 55#. Es handelt sich um einen V-Spleiss (10 cm lang, 1,8 cm breit),
der mit geflochtener Angelschnur gesichert ist.
Das fünfkantige Profil ist leider nur schlecht zu erkennen.
Der Deflex war schon vorhanden - seitlich musste ich mehrfach mit Hitze korrigieren, da der Bogen sich nach den
ersten Korrekturen sich immer wieder seitlich verzog und die Sehne deshalb nicht mehr mittig verlief. Der Mittelgrat
verursachte wohl dieses Problem. Inzwischen passt es perfekt.
Auf den Bildern siehtś so aus, als böge er nur griffnah, jedoch öffnen die Arme deutlich, wie ich gerade
nochmals am Tillerhaken testete.
Danke nochmals für eure Hilfe und hoffentlich gefält er/sie.
Gruß
Peter
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 12.10.2015, 21:53
von tschreiper
Drei weitere Bilder
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 12.10.2015, 22:13
von Rotzeklotz
Bogen hui, Fotos pfui
Versuch doch nochmal, den Bogen aus verschieden Perspektiven und ein paar Details zu zeigen. Die Quali geht auch deutlich b

sser, auch bei einer Beschränkung auf 1024*keine Ahnung-Pixel.
So lässt sich nur ein echtes Sahnestück erahnen.
Gruß
Jonas
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 12.10.2015, 22:34
von Ilmarinen
Ja, schade, dass Du den schönen Bogen hinter den Fotos versteckst.
Ein Auszugsbild beim Schießen wäre noch schön.
Grüße
Jörg
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 12.10.2015, 22:38
von tschreiper
Da muss ich auf die Hausfotografin warten. Ist leider wochenweise weg.
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 12.10.2015, 23:10
von tschreiper
Stimmt schon irgendwie, die Bilder könnten besser sein.
Wird aber dauern, bis ich mich ans Nachbessern machen kann.
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 13.10.2015, 02:00
von Heidjer
Was man nur ahnen kann, da versteckt sich ein genialer Bogen, bessere Bilder und etwas mehr Text ist dringend erwünscht.
Solche Bögen sind ja genau mein Ding, also wie gespleisst, sind da noch ein oder zwei Splintringe auf den Rücken in welchen Verhältnis ist das Fünfeck, wie und wie oft und wo wurde gerichtet?
Bessere Bilder und mehr Erklärungen müssen her.
Gruß Dirk
Re: Versuch eines Burgunderbogens
Verfasst: 13.10.2015, 08:45
von Chirion
Über die Fotos braucht man glaub ich nichts mehr zu schreiben, ansonsten schönes Teil, ich mag beim Burgunder zwar lieber die klassischen Horn oder Geweih Tips statt Overlays, weils einfach zierlicher und eleganter aussieht, aber auf jeden Fall sehr schöner Bogen.
Was ich auf den Bildern nicht recht erkennen kann ist der Anstellwinkel des 5-Eckdachs am Bauch, wirkt auf den Bildern etwas flach, das kann aber am Bild liegen.
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 13.10.2015, 10:32
von tschreiper
Die Beschreibung habe ich ein wenig erweitert, schade, dass die mangelnde Bildqualität
den Genuss trübt.
Die Bilder werde ich wahrscheinlich am Wochenende verbessert wiederholen.
Gruß
Peter
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 13.10.2015, 14:04
von Markus
Zu den Fotos:
Wenn Du nur zu große Bilddateien hast, schick sie mir oder jemand, der sie vernünftig verkleinern kann.
Dann - such einen ruhigen Hintergrund und stell den Bogen davor.
Dann - egal welche Kamera, sie kann sicher scharf stellen. Wenn das nicht klappt, liegt das an Dir. Sorge dafür, dass ausreichend Licht ist, ggf. mit einem Baustrahler etc. nachhelfen (indirekt an die Decke strahlen lassen).
Das nur als ein paar schnelle Tipps für schnelle Bilder. Der Rest macht die Hausfotografin.
Ach noch was - der Bogen scheint mir ein außerordentlich hübscher zu sein und die Namensgebung finde ich spitze.
Gruß,
Markus
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 13.10.2015, 15:39
von schnabelkanne
Servus,
da hast du einen wunderschönen Bogen gebaut, die Form gefällt mir und das Holz ist sowieso ein Traum.
Gruß Thomas
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 14.10.2015, 09:10
von Chirion
tschreiper hat geschrieben:
Das fünfkantige Profil ist leider nur schlecht zu erkennen.
Der Deflex war schon vorhanden - seitlich musste ich mehrfach mit Hitze korrigieren, da der Bogen sich nach den
ersten Korrekturen sich immer wieder seitlich verzog und die Sehne deshalb nicht mehr mittig verlief. Der Mittelgrat
verursachte wohl dieses Problem. Inzwischen passt es perfekt.
Hm... normal ist es genau anders rum

jeder Stab den du biegst, der Kanten hat versucht sich entlang einer Kante zu biegen, wenn man dieses Prinzip verstanden hat, kann man das 5eck Profil nutzen um dem Bogen die Richtung der Biegung vorzugeben, Damit kann man durchaus leichte seitliche Abweichungen unter Kontrolle bekommen, indem man entweder in dem Berreich der Abweichung den Grat nicht genau in die Mitte setzt oder die Flanken auf beiden Seiten nicht exakt gleich steil gestaltet. Aber natürlich kann man nach dem gleichen Prinzip auch einen recht geraden Stab mit seitlicher Abweichung biegen lassen und das dann thermisch nachkorrigieren
Einfache Faustregel der Grat schaut immer in die Richtung der beabsichtigten Biegung.
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 14.10.2015, 09:16
von Wilfrid (✝)
Also mit "Mittelgrad" und dann das seitliche Biegen thermisch korrigieren ist ziemlicher Mist, weil bei vielen Hölzern diese Korrektur nicht dauerhaft ist.
Da ist ein bisschen Schummeln schon deutlich besser. Geht der nach links, geht der Grat da auch hin und denne geht er wieder gerade aus.
Das ist ja das schöne an dieser Art des Bauchs. Da biegt sich auch "ne Bohle" hochkant
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 14.10.2015, 10:51
von Chirion
@Wilfrid war ja auch sarkastisch gemeint das es andersrum auch geht. Aber man merkt natürlich gleich, dass du viel Erfahrung mit dem 5-Eck Profil hast und natürlich auch weißt wie man damit seitliche Abweichungen korrigiert.
Re: Versuch eines Burgunderbogens - Pfaffi
Verfasst: 14.10.2015, 22:37
von tschreiper
Na also,
der obere Wurfarm war schon deutlich zum Ende hin nach rechts verzogen. Dazu sei noch
erwähnt, dass ich Linkshänder bin.
Somit musste ich ihn mehrfach mit Hitze richten. Schien gerade, doch nach den ersten
Schüssen wich die Sehne wieder deutlich nach rechts ab. Sei's drum, jetzt passts.
Hatte mich falsch ausgedrückt. Natürlich hatte dies nicht im Mittelgrad die Ursache.
Jedoch dachte ich, dass dadurch die Tendenz möglicherweise verstärkt worden sei,
da doch die Sehne bei jedem Schuss sozusagen nach rechts weggedrückt wurde.
Aber im Technischen gibt's sicherlich Bessere als mich.
An die klassischen Hornenden traue ich mich nicht heran. Aber eins ist klar.
Chirions Burgunderbogen schwebte schon länger vor meinem geistigen Auge. So
einen wollte ich auch bauen, so von der Art ...
Gruß
Peter