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Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 18:04
von Roby-Nie
Hallo Zusammen,
ich habe eine Frage an die Gemeinde:
Meinen Robinienbogen in spe möchte ich gerne mit einem Leinenbacking versehen, da im im Rücken über dem Kernholz noch zwei Splintringe habe. Abtragen geht nicht mehr, dann bleibt zu wenig übrig.
Da ich dem Splint nicht so sehr traue soll ein Backing her.
Der Bogen soll bei 170cm NtN, 46->12mm Breite und steifem Griff auf 50#@28" rauslaufen.
Nach dem bodentillern biegt er sich jetzt schon auf dem Tillerbaum, aber spätestens wenn ich ein wenig SH erreicht habe, möchte ich mit Leinen backen.
Reicht als Bruchschutz eine Lage 230g/m² Leinen?
Oder sollte ich zwei Lagen nehmen?
Oder lieber was Schwereres besorgen?
Kleben werde ich mit Hautleim.
Wer kann mir mit seinen Erfahrungen zu dem Thema weiterhelfen?
Danke Roby

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 19:11
von Wilfrid (✝)
Wenn der Splint keine Risse hat, und die Jahresringe nicht verletzt sind, brauchst Du kein Backing.
Robinie ist nicht besonders stauchbar, also drucktolerant. Da könnte Dir das nicht dehnbare Leinen den Bauch zerquetschen. Wenn dann Rohhaut

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 19:34
von Benedikt
NEINNEINENEINNEINNEINNEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!
Kein Leinenbacking!
Das killt den Bauch!
Robiniensplint ist das Zugtoleranteste Zeug, das ich kenne, schenk dir das Backing!

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 19:39
von Gringo
Wilfrid hat geschrieben: Robinie ist nicht besonders stauchbar, also drucktolerant.
what the hell... ???

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 19:51
von Wilfrid (✝)
Robinie kannste nicht besonders weit zusammendrücken, das knittert gleich

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 20:07
von Neumi
Hallo, wenn Du aber mal irgendwo ein Leinenbacking drauf machen willst, ist das Gewicht gut (ich gehe mal davon aus, dass der Stoff in Leinwandwebung gemacht wurde). Ich benutze einen Stoff mit 220g / m².
Grüsse - Neumi

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 20:20
von mahagugu
Einfach mal eine Schicht ankleben und schauen was passiert.
Vielleicht nicht grad auf deinen schön herausgearbeiteten Stave ...

Tschuldigung, aber wenn ich das nicht sage, dann wird da nie wer ein Leinenbacking anpicken ...

"von ein bißchen Backing ist noch kein Bogen zerbrochen"
(da muss man schon biegen )

... und die dekorativen sowie ästhetischen Aspekte eines Backings sind hier im Thread ja noch gar nicht
behandelt worden

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 08.09.2015, 22:29
von ralfmcghee
Aber an anderen Stellen sind die dekorativen Aspekte schon erörtert worden.

Zu den Auswirkungen eines Backings habe ich mir einmal sagen lassen, dass ein Backing häufig nicht gerade förderlich für die Wurfleistung eines Bogens ist. Das hängt aber sicher auch vom verwendeten Material und von der Berarbeitung ab. Eigene Erfahrung habe ich noch nicht. Ich würde ein Backing dann machen, wenn der Bogenrücken nicht Vertrauen erweckend ist.

Aber wenn man es dekorativ mag, erweitert ein Backing sicher die Gestaltungsmöglichkeiten. MeinFall ist es nicht unbedingt. Ich mag unverfälschte Holzbögen ohne beklebten Rücken.

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 09.09.2015, 17:43
von Ravenheart
Ich tät für diesen Fall auch nur Rohhaut nehmen! 1,5 - 2 mm sollten reichen, es dient ja nur der Beruhigung.

Rabe

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 10:36
von Snake-Jo
@Roby-Nie: Robiniensplint kann sehr gute Eigenschaften besitzen, insbesondere die kernnahen Jahresringe, also die letzten 1-2.
Ich baue meine Robinienbögen NUR mit Splint auf dem Kernholz, weil es einfach toll aussieht. Natürlich gibt es auch Robinienholz mit überlagertem, spröden Splint. Mach doch einfach mal einen Bruchtest oder den berühmten Schleifentest. Oder stell mal ein paar gute ("gute") Bilder vom Holz ein.
Wenn überhaupt, dann folge den Rat vom Rabe und anderen und nimm ein Rohhautbacking mittlerer Stärke (Reh, Hirsch). Aber, wie gesagt, in der Regel völlig unnötig.

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 12:40
von Roby-Nie
Hallo Zusammen,

vielen Dank für Euren Input.
Den Bruchtest hatte ich vorher gemacht und der Splint ist recht früh, ziemlich gerade gerissen.

@Neumi: Merci, für deine Info. Dann weiß ich wenigstens, dass das Leinen für ein Backing gut ist. ;)

@mahagugu: Tut mir leid, ich hab mir deinen Beitrag mehrfach durchgelesen, aber ich komme nicht dahinter was du mir mit dem Posting sagen willst ???
"anpicken" ist das eine spezielle Technik? Schreib doch mal wie das geht.
Eigentlich wollte ich ja nur wissen ob mein Leinen dick genug ist für ein Backing.

@Snake-Jo: Es sind jetzt noch 2 von 5 Splintringen drauf (das ist ein Ast mit 35->50mm Durchmesser) und die Ringe sind knapp 2mm dick. Den Bruchtest habe ich allerdings mit allen 5 gemacht. Übertrocknet ist der Splint nicht und aufgrund deiner Angaben bin ich drauf und dran es drauf ankommen zu lassen.

Falls es einen funktionierenden Bogen gibt, stelle ich den hier vor. Wenn wird das mal wieder ein krummer Hund.

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 14:14
von Snake-Jo
@Roby-Nie: Hier sind ein paar Bilder von durchaus haltbaren Robinienbögen, von denen ich mind. 20 Stück gebaut habe.
Es sind Ausschnitte aus den Wurfarmen von American Flat, Needle-Tipp und Pyramidalbögen.
Teilweise habe ich sogar mehr Splint- als Kernholz belassen. Solange der Splint schön gelb oder gelb-weiß ist und breite Jahresringe mit wenig Frühholz aufweist, ist alles i.O.
2 mm ist sehr wenig für Robinienjahresringe; ich hatte teilweise 6-10 mm. Wenn der Bruchtest negativ ausgefallen ist, dann Splint ganz weg und ein Rohhautbacking drauf bzw. wenn der Bogen zu schwach wird, ein Sehnenbacking. Dieses wird aber nur auf breiten Bögen effektiv arbeiten können.
Robinienbogen 1.jpg
Robinienbogen 2.jpg
Robinienbogen 3.jpg
Robinienbogen 4.jpg

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 14:20
von jetsam
Roby-Nie hat geschrieben: "anpicken" ist das eine spezielle Technik? Schreib doch mal wie das geht.
Ich biete als Arbeitshypothese an, daß es sich um ein südmitteleuropäisches Idiom für ´ankleben` handelt. ;)

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 15:18
von Roby-Nie
Hallo Snake-Jo,

Puh-Ha, wenn ich mir die Bögen so anschaue, dann werfe ich mein Stück Holz lieber weg. Das hat so garnix mit meinem Holz zu tun. :-[
Mein Splint ist eher weisslich ohne viel gelb oder gelblich drin. Und der Spätholzanteil ist auch nicht dolle.
Der Bogen würde mir viel zu schwach wenn ich den Splint runternehme. Da bleibt viel zu wenig übrig, besonders an der Seite mit ehemals 35mm Durchmesser. Dafür war der Ast einfach zu lütt.
Deshalb ja auch die Idee eines Leinenbackings.
Das ist mal wieder so ein Ast, den man besser hätte liegen lassen, aber wenn Ela mir den vom Baum reißt, soll er wenigstens nicht umsonst gestorben sein.
Ich mach jetzt einfach mal langsam weiter und schaue was sich ergibt.
Wenn ich ohne Backing etwas Standhöhe erreiche schaue ich weiter.
Vielleicht ist er dann schon so leicht, dass sich vieles erübrigt.

Re: Leinenbacking für Robinie

Verfasst: 10.09.2015, 15:41
von mahagugu
Selbst hab ich noch zwei ein Meter lange Robinienhalbstämme mit ca. 5 cm Durchmesser , wo das verfärbte
Holz ca. 3cm ausmacht. Vermute mal das ist eindeutig das Kernholz und da hab ich mich gefragt , ob ich das
nicht für ein Facing verwenden könnte. (deswegen interessiert mich u.a. der Thread)

Quasi Leinen- oder Hanfbacking, dann 150 cm Trägerholz/Seele oder wie man das nennt und dann halt in der
Mitte 100 cm Kernholzfacing und das halt alles mit Hautleim/Gelatine zusammengeklebt.
Überlegt hab ich das Holz auch mit dem Bügeleisen zu erhitzen und gleich ordentlich viel Hautleim im Wasserbad
zu haben, damits nicht so schnell abkühlt. Bis jetzt hab ich aber nur einen 20 cm langen Griff mit Hautleim
erfolgreich angeleimt. Auch dickt der Hautleim beim zweiten Mal erwärmen ein.

@Thema "anpicken"

"Picken" hab ich immer für ein ganz normales deutsches Wort gehalten. Bei den vielen Fragen bin ich mir jetzt nicht
mehr so sicher.
Nun wie ich noch klein war sagte auch noch jeder in meinem Umfeld zu den Erdbeeren Ananas, "Kesten" zu den Kastanien
und noch vieles mehr. Auch hab ich mittlerweile kapiert , dass in Deutschland Kraut Kohl ist und Kohl heißt da irgendwie
anders. Damals gabs auch noch nicht so viel Fernsehen und kein Internet und keine EU , und da ist einem das halt
zB noch bei meinen Urgroßeltern und vielleicht auch Großeltern einen Lebtag lang nicht aufgefallen.