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Armbrustbauer blickt über den Tellerrand

Verfasst: 29.12.2013, 17:32
von WilhelmineTell
Eigentlich baue ich Armbruste, aber nachdem ich gestern bei meinem Bruder einen wunderschönen Eibebogen gesehen habe lässt mich das Thema Bogenbau nicht mehr los.
Sinniger Weise habe ich vor einiger Zeit schon (als ob ich es geahnt habe...) einen kleinen Vorrat an Holz angelegt.

Nun habe ich heute mit einem Bogen aus Schlehe begonnen. Vielleicht nicht unbedingt ein Holz für Anfänger aber warum nicht.
Bögen aus Manau habe ich schon gebaut aber diesem Material fehlen nunmal so grundsätzliche Dinge wie Jahresringe oder Äste.

Meine Frage nun:

Nachdem man die Bogendicke in Angriff genommen hat kommt man irgendwann in den Bereich die Wurfarme zu verschmälern.
Wie sollte man hierbei bei Ästen vorgehen? Kann mir vielleicht jemand in soweit helfen dass man hier eine Skizze?

Und was ist mit den Jahresringen überhaupt, beim verjüngen der Wurfarme werden diese doch zwangsläufig durchtrennt?

Björn

Re: Armbrustbauer blickt über den Tellerrand

Verfasst: 29.12.2013, 23:58
von Ravenheart
Ah, mal wieder ganz von vorn...
:)

1. Als Rücken - also die von Schützen abgewandte Seite - bleibt völlig unangetastet ein unverletzter durchgehender Ring. Getapert (also zum Ende hin dünner gemacht) wird der Wurfarm (WA) ausschließlich am Bauch.
Folglich sieht man dann am Bauch auch die Ringe auslaufen, am Rücken aber nicht.
Bauchansicht
Bauchansicht
BILD5798_klein.jpg
Rückenansicht
Rückenansicht
2. BEVOR man die Dicke "in Angriff nimmt", macht man den Verlauf der Breite fertig. Man kann sich am Ende, also auf dem letzten Drittel bei jedem WA, noch 5 mm mehr Breite lassen, um etwas Spielraum für Korrekturen zu haben, aber im Prinzip wird ERST die Breite - und damit Bogentyp und -form - herausgearbeitet, und DANN die Dicke (und damit Tiller und Zuggewicht) erarbeitet.

Bei Ästen ist es ganz einfach:
Betrachte den Ast als Loch. Die Fasern wachsen immer um den Ast herum. Bei genauem Hinsehen kann man das auch erkennen. Das, was der Breite an der Stelle durch den Ast verloren geht, muss man seitlich hinzugeben:
Ast3.jpg
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Ast2.JPG
Rabe