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fichten-backing

Verfasst: 01.06.2006, 21:58
von michaelis toxophilus
Hallöle ihr leut.

hab heute mehrere eschenlatten gekriegt, einige 5x5cm andere 5x1. hat gottseidank nix gekostet, die dinger sind draussen gelagert worden und soweit ok. bei den 5x5 dingern bilden die jahresringe in verbindung mit den seitenlinien dreiecke, die 5x1 dinger haben stehende jahresringe.

war wohl aus dem gleichen stamm denn sind alle extrem feinjährig. leider habe ich noch keine erfahrung mit auf-einen-jahresring-herunterwerkeln. kann ich solch ein problem mit einem hauchdünnen fichtenbacking übergehen oder gehts nicht anders ? die 5x5 dinger auf profil herunterwerkeln und dann einfach backing draufleimen ?wenn das hauchdünn ist dürfte sich doch wohl die schutzfunktion des backings realisieren, ohne durch das zusätzliche unnötige gewicht zuviel energie zu verlieren ???datt ding is dass fichtenlaminat das einzige ist was für mich preislich drinn ist,ausserdem gibts sonst keine anderen backingmateriale wie bambus/hickory,die zu bestellen ist mir zu teuer. sehnen/leinen hab ich momentan nicht viel da und weiss auch noch nicht wo mehr herbekommen weil der metzger meines vertrauens übernommen wurde und nun nur noch fertig geschnittenes erhältund somit keine sehnen mehr bietet.

Verfasst: 01.06.2006, 22:14
von Rado
Vieleicht wäre simples Leinengarn eine Lösung?Ansonsten würde ich sagen es lohnt sich eher ein paar Monate zu sparen,als die schnellste und billigste Lösung zu nehmen,wobei fraglich ist ob Fichte überhaupt geht.(selbst neugierig bin)Hab von BA mal den Tip bekommen Esche mit Ahorn zu kombinieren(Ahorn als backing)An Ahorn kommt man meistens leicht ran.Ein Tischler Sägt dir das vieleicht für ein Taschengeld zusammen,ansonsten Zugmesser und Holbel,wobei ich dann eher einen reinen Ahornbogen bauen würde...Aber Laminat dürfte auch nicht teuer sein.Wenn Du´s reflex verleimst wäre wohl auch richtig Leistung drin.Was ähnliches hab ich auch vor.

Verfasst: 01.06.2006, 22:32
von michaelis toxophilus
äh,leinengarn einfach faden neben faden mit hautleim auf kleben oder das garn wieder in seine fasern zerlegen und dann aufkleben ?

allerdings:

worin besteht der unterschied zwischen einem decrownten bogen ohne backing und einem solchen
holzstück im stehenden jahresringen ohne backing ?

durch das decrowning verwandelt man doch ansich eine zu dünne hälfte mit konkav/konvex(welches ist richtig ?) liegenden jahresringen zu einem "brett" mit stehenden jahresringen ?
da ich ja mehrere teile hab und die dinger ohnehinn nix gekostet haben, werd ich bei einem auf jedenfall das fichtending ausprobieren,um diese frage ein für alle mal zu klären und es dann in's wiki zu stellen!

Verfasst: 01.06.2006, 22:35
von Rado
8-|...Raaaabe!Wo steckt der Kerl wenn man ihn braucht. ;-) :knuddel

Ich denke das Hauptproblem bei Bretterbögen ist ein Brett zu kriegen bei dem die Maserung nicht seitlich rausläuft.Wenn du einem Spaltling (der beim spalten der Maserung folgt)den Rücken abflachst hast du zumindest seitlich den Faserverlauf eingehalten.Und so viel ich weiss wird beim decrowning auch einem Jahresring gefolgt.In der Mitte hast du einen durchgehenden Jahresring und an den Seiten paralelle.Bei Brettern können sie in alle Richtungen durchtrennt sein.(Aber nimm das jetzt nicht als Tatsache)
Ps Leinengarn:Beides geht wobei ich der Einfachheit halber Faden neben Faden legen würde.

Fichtenbacking....

Verfasst: 01.06.2006, 22:50
von arcus (✝)
....auf Escherohling....
ist wie
Mercedes E-Klasse, wo du Räder vom Fiat-Punto
draufmontierst.


das einfachste und billigste Backing ist Hanf.

Gibt es im Baumarkt-Sanitärbedarf als Installationshanf.Auf dem Weg schauste gleich in der Holzabteilung nach Ponal Blau.
Hanf vornässen und mit groben Kamm auskämmen.
Kleber auf Bogen aufbringen und Hanf einlegen.
Anziehen lassen und das ganze nochmal.
Ponal Trocknet zwar in 24 Std. Es ist aber besser, den Bogen ein paar tage nicht zu ziehen.

Rolf

Fichte ist nix

Verfasst: 02.06.2006, 00:48
von Taran
Lass das mit dem Fichtenbacking.
Alles andere, was hier vorgeschlagen wurde, ist besser.
Leinenbacking ist sicher die schnellste Variante.
Bitte kuck auch im Lexikon nach und nutze die Suchfunktion, die grundlegenden Backingvarianten wurden ja schon x-mal beschrieben.
Viel Glück damit!
Und du hast Recht, ein decrowning macht aus dem Stamm gewissermaßen ein Brett, aber eines mit günstigerem Faserverlauf als es die meisten Bretter haben. kann dazu nur TIm Baker's "Bows from boards" empfehlen (in der TBB)

Verfasst: 02.06.2006, 06:45
von michaelis toxophilus
das mit dem faser verlauf hab ich schon verstanden, die maserung läuft ja eben NICHT heraus. von oben gesehen, auf der breiten fläche, laufen gerade durchgehende, bei einem schlängelnde linien(charakter!). bei stehenden jahresringen reicht et allerdings nicht aus bloss die ringe zu gucken, mit einem scharfen gegenstand an der seite ritzen,der folgt normalerweise der maserung. da ich noch nicht so viel erfahrung hab mit der toleranz auslaufender maserungen hab ich mich mal gefragt ob die tabelle in der TBB2(bögen aus brettern - faserverlauf) realistisch ist ?

ich versprechs, ich fahr heuer innen baumarkt nach besagtem hanf un ponal(wieso keinen hautleim ??) gucken!!

Verfasst: 02.06.2006, 09:28
von Ravenheart
wg. Fichtenbacking: Nicht machen, Fichte ist nicht zugelastisch genug! Gute Backinghölzer sind Hickory, Ulme, Esche selber, Ahorn, Eibensplint, für Druckfestere Hölzer auch Osage, Robinie, Bambus (Reihenfolge = unsortiert!)..

wg. Decrownen: Nein, das ist was VÖLLIG anderes als stehende Ringe! Durch Decrownen erreicht man nur, dass der Rücken flach wird, und man erreicht es dadurch, dass im Randbereich des Bogens ANDERE Ringe durchgehen, als in WA-Mitte; der Rücken ist und bleibt aber ring-parallel! Zwar gehen die Fasern auch nicht durch, DAS ist richtig, da sie aber über eine längere Strecke zu benachbarten Fasern des selben Ringes parallel laufen, funktioniert die Kraftübertragung (die auftertenden Scherkräfte werden gut übertragen).

Bild

wg. stehende Ringe: Hier besteht das Problem darin, den Faserverlauf zu erkennen, denn auch hierbei müssen, wie beim unverletzten Ring, die Fasern durchlaufen!

Während bei liegenden Ringen sich der Faserverlauf am Verlauf der Ringe ablesen lässt, kann man ihn bei stehenden Ringen nur am SPALT-Verlauf erkennen! Ist der Stave seitlich wellig, muss man auch bei gekippter Verwendung diesen Wellen folgen:

Bild

Würde man das begradigen (siehe rote Linie in der Skizze!), wären die Fasern durchtrennt; Bruchgefahr und eine Schwachstelle (Knick im Tiller) wären die Folge!

Rabe

Bambus

Verfasst: 02.06.2006, 09:46
von sundance
Hab mir gestern in der BAYWA (Schleichwerbmodus aus) ein Bambusrohr für Backing meiner Eschenbögen geholt, 2 m lang, ca. 15 cm Durchmesser, schnurgerade & rein optisch erste Sahne. Hat bissl über 30 Euronen gekostet. Klingt nach gar nicht so billig, reicht aber für min. 4 mal Backing (eher 6, aber wie ich mich und meine 2 linken Hände kenne, versaue ich 2). Die Bögen sind übrigens auch aus einem Brett mit schrägen Jahresringen heraus, ich hab sie dann auf durchgehenden Bogenrücken herunter gehobelt/-raspelt/
-schliffen. Würd ich Dir auch empfehlen. Das mit dem Backing kann man sich dann eigentlich sparen. Dann kam mir leider beim Tillern die Ungeduld (größter Feind des Bogenbauers), und ich hab ihn zum Kinderbogen geraspelt, deshalb Backing
:bash
Guten Tiller, schönes Wetter und viel Geduld
wünscht
Sundance

Verfasst: 02.06.2006, 12:45
von michaelis toxophilus
jetzt glaub ich's verstanden zu haben! vielen dank! sorry dass ich wieder mit anfängerfragen genervt hab, dachte ich könnte jetzt endlich einmal mitreden :-))

hab mir jetzt hanf besorgt, ponal hatten die keinen(is das ne marke oder ne art ?), dan mach ich's halt mit hautleim und die dicken klopper werd ich dann als versuchskanninchen zum jahresringsuchen verwenden und dann trotzdem ein backing draufsetzen(nur zur sicherheit)


@arcus : was bitte bedeuted vorwässern ? ins wasser legen ? dann klebt ja gar nix mehr ??

Ponal

Verfasst: 02.06.2006, 15:48
von magenta
Das ist ein wasserverdünnbarer Weißleim für Holzverbindungen der Fa. Henkel.

Guckst Du hier:

Ponal

Am besten den Ponal Super 3 verwenden, gibts auch von anderen Firmen unter der Bezeichnung D3 Leim;
der trocknet einigermaßen wasserfest auf.
Da der Leim zunächst wasserverdünnbar ist, trocknet der auch bei nassem Hanf.

Klaus

Verfasst: 02.06.2006, 19:27
von michaelis toxophilus
danke magenta!
nunja, um den jetzt noch zu bestellen und dann ein wochende+ 1 woche lieferzeit...zudem hab ich heute nachmittag schon die hautleim-grundierung aufgetragen...

Verfasst: 02.06.2006, 19:35
von shantam
Ponal bestellen......?
das zeug ist völlig legal und wird NICHT unter der ladentheke,sondern in jedem supermarkt verkauft.
ok,vieleicht nicht ponal blau,aber mit ein bischen suchen sollte es klappen.

gruss shantam