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Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 15:55
von the_Toaster (✝)
Ja was tut man nicht alles wenn das Wetter besser wird und es in der Werkstatt wieder Spass macht zu arbeiten.

Man fängt an eine Werkbank zu bauen!

In meinem Falle haben wir im Niemandlsland mehrere schöne Eschenbohlen von 3,8 m Länge herum liegen.
Daraus wollte ich mir schon seit Neujahr eine Werkbank bauen. Und nun habe ich endlich damit angefangen.
Erstmal die Bohlen regeln, wie man so schön sagt und eine passende aussuchen. Sch*** schwer... Aber es war nicht ganz die unterste, die ich brauchte...
Aus der Bohle habe ich dann ein 150 cm langes Stück mittig raus geschnitten. Das war das Stück was am wenigsten Macken und die größte Tiefe hatte.
Nach vielem Hobeln und immer wieder drüber linsen ist nun ein Brett von 150 X 38 X 4.3 cm raus gekommen.
Das Bohlenstück (hat nix mit Dieter zu tun...) war doch ordentlich verzogen. So blieben von den 5,5 cm nur noch die 4,3 cm übrig.
Das Brett hat an einer Stelle einen kleinen Schaden, wo ein Stück Blech in das Holz eingewachsen war. Das Blech habe ich raus geschnitten, die Fehlstelle werde ich aber so belassen. Gibt dem Tisch Charakter.

Als nächstes baue ich das Untergestell.
Ich überlege noch wie ich das machen will.
Ziel ist, dass der Tisch mit ein paar Handgriffen zusammengesteckt und wieder auseinander genommen werden kann.

Die Werkstücke sollen dann in etwa so befestigt werden können:

http://werkstatt.schlaepfer.com/index.php?id=57

Also nix mit Spannzangen und so.

Bilder später...

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 16:57
von Squid (✝)
WIllst du dir dann auch so einen Bart wachsen lassen?

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 18:47
von the_Toaster (✝)
LOL...
Die Matte die ich habe reicht mir...

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 19:26
von Galighenna
Wenn du langeweile hast, könntest du das Loch/Fehlstelle auch mit Zinn ausgießen, wie das hier vor einigen Wochen mal jemand vorgestellt hat. Sah sehr edel aus *gg*

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 20:17
von tscho
@ galli

auau,
von so ner Aktion in jungen Jahren hab ich heut noch ne Narbe, Zinn in Holz, da kanns Blasen geben und dir fliegt die ganze Brühe
um die Ohren, hat da jemand drauf hingewiesen ? Hab den thread nicht gelesen

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 20.04.2013, 23:39
von Galighenna
Ich weiß nich... Da gabs halt mal vor ner Weile nen Thread dazu, wie jemand nen Tisch so repariert hat... finde den jetzt gerade nicht.

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 21.04.2013, 00:40
von Heidjer
Nun Holz mit Metall reparieren oder ausgiessen sieht ja optisch ganz Interessant aus, hat aber bei einer mittelalterlichen Werkbank nichts zu suchen. ;)
Ich möchte eher Wissen wie das Spalten der Bohle verhindert werden soll, wenn die Werkstücke darauf festgekeilt werden, werden da eine Reihe Querriegel unter die Platte geschraubt oder geleimt?


Gruß Dirk

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 21.04.2013, 08:01
von the_Toaster (✝)
Heidjer hat geschrieben:... werden da eine Reihe Querriegel unter die Platte geschraubt oder geleimt?
Ja.
In den Querhölzern werden auch die Löcher für den Unterbau gebohrt.

Und eine Nacht schlafen hat ergeben, dass ich doch eine Vorderbacke anbauen werde.
Etwa so:

http://www.theenglishwoodworker.com/?p=500

Die Bank gefällt mir auch generell sehr gut, so nebenbei bemerkt...

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 21.04.2013, 09:21
von Bogenede
Hi Düsseldorfer,

schau mal hier:

http://books.google.de/books?id=4u-eSBR ... nk&f=false

Da ist jede Menge über Werkzeuge des Schreiners im MA zu finden.

Viel Erfolg

Bogenede

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 21.04.2013, 10:01
von Bogenede
oder hier mit vielen Abbildungen ( englisch )

http://books.google.de/books?id=cjAnhBR ... ch&f=false

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 21.04.2013, 18:38
von Morten
Jo diese "little John"- Werkbank ist doch echt toll.
Am rechten Fußgestell ist übrigens so eine franz. Zange angebracht.

Toaster, ich würde die Seitenteile des Gestelles wie hier auch fest verleimen.
Der Quersteg verbindet hier die Seitenteile mit einer Gewindestange;
Wenn Du diesen mit Keilzapfen http://www.google.de/imgres?q=steg+mit+ ... ,s:0,i:128 ausführst, währe das bestimmt Mittelalterkompatibel.
Du kannst das Gestell dann auseinanderbauen, und auch die Keile fester eintreiben, wenns anfängt zu wackeln.

Morten

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 26.04.2013, 22:06
von the_Toaster (✝)
So...

Ich war die Tage fleissig.
Hier Mal Bilder.
Platte totale.jpg
Das ist die fertige Platte.
Die dunkle Stelle war ein eingewachsenes Stück Blech. Den Fehler lasse ich so. Gibt dem Tisch Charakter.
Da das eine Werkbank werden soll, kommen in die Platte noch diverse 20 mm Löcher für Befestigunselemente.
Irgendwie bekomme ich aber Gewissensbisse da auch Löcher rein zu machen...
Platte unten.jpg
Die Unterseite. Die Querhölzer sind verleimt und mit 16er Dübeln verdübelt.
Zapfenloch Bohrer.jpg
Zapfenloch Beitel.jpg
Arbeiten am ersten Zapfenloch für die Tischbeine. Mit Schlangenbohrer und Stechbeitel hab ich das Loch in Form gebracht. Esche ist sch*** schwer zu bearbeiten.
Ich bin aber froh, dass die Bohle keine Hainbuche ist. Gäbe zwar einen geilen Tisch, ich würde bei der Arbeit aber das ko*** kriegen...
Zapfenloch fertig.jpg
Und hier das soweit fertige Loch. Das muss noch versäubert werden, damit der Zapfen des Tischbeins saugend aber nicht zu stark klemmend in das Loch passt.

Ach so: Ich habe mal nachgemessen. Wenn der Tisch fertig ist wird er etwa 35 kg wiegen.

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 27.04.2013, 09:05
von Bogenede
Hi Toaster,
das "fertige Loch" zeigt doch ganz deutlich, dass Du statt mit einem Stechbeitel wahrscheinlich mit einem angeschliffenen Schraubendreher :o gearbeitet hast.
Also, ran an die Banksteine und die Werkzeuge mal schärfen, dann klappts auch mit dem Loch.

Duck und weg

Bogenede

Ps. Schick mir mal Deine Adresse p PN, ich hab da noch welche rumliegen mit denen man sich rasieren kann.

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 27.04.2013, 10:32
von the_Toaster (✝)
In meinem Fall wars eher ein Fall von mangelhafter Technik.
Ich mach das ja nicht jeden Tag.

Re: Werkbank Mittelalterkompatibel

Verfasst: 29.04.2013, 20:34
von Ravenheart
Bogenede hat geschrieben:...das "fertige Loch" zeigt doch ganz deutlich, dass Du statt mit einem Stechbeitel wahrscheinlich mit einem angeschliffenen Schraubendreher :o gearbeitet hast.
...lustig, das war auch mein spontaner Gedanke! Bei Toaster aber eher unwahrscheinlich, schärfen kann er ja...
Trotzdem sehen die Flächen eher "gekaut" als geschnitten aus... 8)

@Toaster: Guckst Du:
http://www.holzundleim.de/?p=455
;)

Rabe