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Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 23.12.2011, 13:01
von lonbow
Kompositbögen wurden des öfteren mit Birkenrinde umwickelt, um das "Innenleben" des Bogens vor Feuchtigkeit zu schützen. Doch wie wurde die Birkenrinde imprägniert? Eignet sich dafür wasserdichtes Birkenpech, oder ist dieses Material zu spröde?
Kommt eventuell eine Mischung aus Birkenpech und Wachs infrage? Oder wurde die Rinde ganz anders imprägniert?

Danke und Grüße,

David

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 23.12.2011, 13:17
von captainplanet
Birkenrinde ist ja schon von Natur aus mit Birkenpech "imprägniert"! Oder was glaubst Du, woraus das Zeug gewonnen wird? Die mußt Du nur draufkleben. ;)

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 23.12.2011, 14:25
von Galighenna
Jopp Birkenrinde an sich ist bereits Wasserdicht/Wasserfest. Mit Birkenpech kann man keine arbeitenden Teile behandeln, weil Birkenpech mit der Zeit spröde und sehr hart wird. Am Bogen bekäme es Risse.

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 23.12.2011, 14:56
von lonbow
Danke für die Antworten :)

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 25.01.2012, 19:37
von lonbow
Ich habe im Internet gelesen, dass türkische Kompositbögen mit einer speziellen Mischung aus Ölen imprägniert wurden, welche
als "sandalos revgânı" bezeichnet wird. Weiß jemand mehr über die Zusammensetzung der Mischung?

Danke,

David

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 25.01.2012, 20:01
von Yumiya
Bei "sandalos revgânı" handelt es sich wohl um eine Imprägnierung/Gemisch aus Sandelholzöl.

Übrigens Birkenpech ist in seiner 1. Form ein sehr dünnflüssiges Öl. Es wurde meines Wissens sehr wohl zur Imprägnierung von Holz und anderen Materialien (Leder) benutzt. Erst durch weiteres Einkochen des flüssigen Pechs einsteht dann der zähe Klebstoff, welcher dann z.B. als Kleber für Pfeilspitzen und anderen (Stein)Werkzeugen zur Verwendung kam.

Making Oil From Birch Bark (11:38)
Birkenpech bei InfoRapid

Yumiya

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 25.01.2012, 20:10
von Galighenna
Das was vor dem Einkochen aus der Rinde entsteht ist ein Gemisch sehr vieler verschiedener Kohlenwasserstoffe und aromatischer Verbindungen... Im Grunde ziemlich Giftig...

Das Zeug ist tatsächlich ziemlich dünnflüssig. Das liegt aber daran, das dort sehr viele leichtflüchtige Öle und sonstiges drin sind die beim Einkochen verdampfen. Sie tun es jedoch auch ohne Kochen. Mein stück Birkenpech das ich von 5 Jahren gemacht habe, war damals nach dem Einkochen eine recht zähe Masse, etwa so wie Knetgummi, wenn sie handwarm war. Mittlerweile ist sie aber spürbar härter und selbst handwarm kaum noch mit der Hand zu kneten. Es lassen sich auch Stücke aus der Masse abbrechen. Dies würde auch mit dem nicht eingekochten Pech passieren, wenn es eine Zeitlang der Luft ausgesetzt ist, denn die weich machenden Stoffe darin sind flüchtig und verschwinden mit der Zeit.

Re: Birkenpech als Imprägnierung?

Verfasst: 25.01.2012, 20:23
von Bogenede
Zu sandalos revgânı

Am finden der Zusammensetzung arbeite ich noch. Aber es wurde auch nur als Lederimpränierung eingesetzt und nicht beim Holz oder beim Horn.

Bogenede