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Geweih-Bogen
Verfasst: 19.11.2003, 14:59
von Nacanina
Hallo Leute,
hat jemand von euch Erfahrung mit dem Bau eines
Geweih-Bogens?
Ich meine einen Bogen am Bauch aus Geweih, belegt mit Sehne.
Ev. könnte man ihn noch mit etwas Holz an den Tips verlängern um die Biegung nicht so stark ausfallen zu lassen.
Das würde auch Gewicht an den Tips sparen.
Wer hat in dem Zusammenhang schon Geweih gebogen? Meine Erfahrungen darin, sind leider begrenzt.
Verfasst: 19.11.2003, 20:39
von Nacanina
nicht so stürmisch!
Der Reihe nach...
Verfasst: 19.11.2003, 23:53
von Ravenheart
...sorry, es schreibt nur keiner was, weil alle schon so oft dazu was gepostet haben! Geweihe in Bogenbaulänge liegen ja so zahlreich an allen Waldrändern rum, dass das Thema uns nur noch langweilt, ehrlich!
*griiins*
Rabe
traurig...
Verfasst: 20.11.2003, 08:09
von Nacanina
@rabe
von dir kommt auch nichts?
Du endtäuschst mich. ;(
TBB und PA
Verfasst: 20.11.2003, 10:29
von Taran
Die Artikel in TBB und PA kennst du ja wahrscheinlich (Fazit: Geweih ist spröder als Horn, also Vorsicht!) - aus eigener Erfahrung kann ich nichts dazu sagen!
Eskima-Bogen
Verfasst: 20.11.2003, 18:43
von Snake-Jo
Habe noch keinen Geweihbogen gebaut, kann aber aus der Bowyers Bible zitieren (Band 3, S.86 und Bd. 2, S. 151):
Geweih ist nicht sehr zugstabil, dafür aber sehr druckstabil. Daher ist ein Sehnenbacking notwendig, Vorlagen gibt es als Eskimobogen, sie sind meist sehr kurz (90 cm).
Kann die Seiten kopieren, wenn Du willst. Machs doch wie ich mit den Hornbogen: Spiel Vorreiter und bau einen!!!
Jo
:p :p :p :p :p
Verfasst: 20.11.2003, 19:21
von Nacanina
@ Snake-Jo:
Klar Sehne oben drauf!
Was meinst du, wie oft ich schon im Keller war, um meine Abwurfstangen zu kontrollieren.
Aber die haben alle bei der Mittelsprosse diesen dämlichen Knick zur Seite!
Und einen flachen Geweihabschnitt seitlich zu richten halte ich für extrem schwierig.
Deshalb auch meine Frage dazu:
Bigen senkrecht und auch seitlich. Geht das überhaupt?
Stückeln
Verfasst: 20.11.2003, 20:13
von Taran
Ich habe selber im British Museum einen Eskimobogen mit Kabelbacking gesehen, der aus fünf (!!!) Stücken Geweih bestand. Sie überlappten und waren mit Kupfernieten zusammengefügt, und mit Sehnenwicklungen gesichert. Der Inuit hatte wohl genau deine Probleme: Nix Gscheits da, aber Bogen bauen müssen!

Diese Dinger waren oft auch nur für relativ kurze Auszuglängen gedacht. Renstangenhaben längere verwertbare Stücke - aber das hilft uns hier ja nicht weiter.
Verfasst: 20.11.2003, 20:31
von Nacanina
Taran, du hast recht, mit der Ausnahme:
wir müssen nicht davon leben...
Wir sind nur neugierig und wollen, wenn möglich, möglichst viel ausloten.
Und sind fasciniert von den Anpassungen des Menschen an seine Umwelt - und wie dabei seine Bögen modifiziert hat!:-o
Verfasst: 20.11.2003, 23:21
von locksley
Ich kann zwar zur Sache nichts beitragen, bewundere aber den Ehrgeiz Bögen aus Materialien wie Geweih oder auch Horn zu bauen. Macht weiter so.
Geweih
Verfasst: 21.11.2003, 09:39
von gervase
läßt sich formen und biegen, wenn man es erhitzt (kocht). Ich habs bisher nur an kürzeren Stücken ausprobiert, aber das müßte auch in größerem Maßstab funktionieren. Du brauchst nur einen ziemlich grossen Kochtopf (Gulaschkanone:)

)
Verfasst: 21.11.2003, 13:04
von Nacanina
@Gervase:
Gibt es einen echten Unterschied zum Biegen über Dampf? Da brauchte ich ca 3 Stunden für einen Spießer...
Geweih biegen
Verfasst: 30.11.2003, 11:01
von Snake-Jo
keine Ahnung, aber mein Vorredner hat ja schon geantwortet, scheint also ähnlich wie Horn zu gehen. Ja, kochen geht schneller als dampfen und ist auch gleichmäßiger in der Wärmeverteilung. Ich nehme beim Dampfen einen Entsafter mit eigens gebautem Deckel, klappt gut.
Ja, die Eskimaobogen sind aus mehreren Stücken Geweih, zum Teil gespleist und dann gebunden.