Spaltwerkzeug für Stämme
Verfasst: 29.12.2009, 18:54
Hallo FC Kollegen
Ich habe heute endlich die Esche, die ich im September gefällt habe, aufgearbeitet.
Dabei ist mir eingefallen, daß ich euch ein praktisches Werkzeug, das ich dabei
verwende, zeigen könnte. (Falls es so was im FC noch nicht gibt)
Mein selbst gebautes Spaltmesser. Es ist zwar keine Neuerfindung, aber es könnte dem einen oder anderen unter euch
die Arbeit beim spalten der Bogenrohlinge erleichtern.
Die Idee so etwas zu bauen, was nicht sonderlich aufwendig war, kam mir, als
ich eine Doku über ein altes Handwerk (Holzschindelerzeugung) im Fernsehen sah.
Der alter Mann verwendete so etwas ähnliches um Dachschindeln aus Fichtenholz zu
spalten, allerdings viel kleiner und handlicher.
Ich habe zwar auch einen Hydraulikholzspalter, aber da paßt nun mal kein 2m Stave rein.
Kurze Beschreibung des Spalters:
Bauzeit inkl. Schleifen der Schneide 2 Std.
Das "Messer" ist ein Stück Blattfeder aus einem LKW.
Dicke 6mm, Breite 60mm , Länge 350mm
Ein Stück Wasserleitungsrohr 3/4" Länge 1,50m
Das Messer habe ich mit mehreren Schweißlagen mit dem Rohr verschweißt.
Anmerkung:
mit Böhler EV50 Elektroden oder.glw. hält das bis jetzt ganz gut,
obwohl sich der harte Federstahl mit dem weichen Wasserleitungsrohr eigentlich
nicht vertragen dürfte.
Wer auf Nummer sicher gehen will, könnte seitlich noch ein Stützblech mitschweißen.
Wichtig ist nur, daß man ein möglichst stabiles Metall als Messer verwendet.
Normaler ungehärtetet Flachstahl reicht nicht, der verwindet sich unter der entstehenden
Kraft wie Butter.
Aber solche Blattfedern sind bei jedem Schrotthändler zu finden.
@Acker: Du könntest sicher eine alte Pflugschar zweckentfremden.
Zur Physik: Dahinter steckt das simple Hebelgesetz:
Annahme: Zugkraft am Ende des 1,50m Rohrs ... 50kp (=500N,entspricht ca.100# Warbow)
150cm x 50kp = 6cm x Spaltkraft
dann ist die Spaltkraft = 1250 kp (=1,25 Tonnen bzw. 12,5 kN)
... ist doch was !!!
Zur Anwendung:
Für dünne Stämme (15 - 20cm) reicht es, das Messer an einem Ende
einfach mit einem Vorschlaghammer einzuschlagen.
Bei dickeren empfiehlt es sich mit der Motorsäge einen kurzen Schlitz
(ca. 2 Messerbreiten) einzuschneiden und dann das Messer einzustecken.
Und dann kommt das eigentliche Erlebnis. Hebel um 90 Grad richtung Stamm ziehen.
Dadurch öffnet sich der Spalt bis zur Messerbreite (auf eine Länge von fast einem Meter)
Dann sichere ich den offenen Spalt mit ein paar lose eingesteckten Keilen oder
was sonst gerade herumliegt.
Hebel zurückdrehen. Messer weiter vorne in den Spalt stecken usw.
Den Stamm auf dem Foto (Durchmesser 35cm, Länge 3,10m) habe ich mit 3 Durchgängen geteilt.
Ist auf alle Fälle weit weniger anstregend, als längs mit der Motorsäge zu schneiden
oder sich mit vielen Keilen durchzuarbeiten.
Vielleicht gefällt euch dieses nützliche Werzeug.
Vorallem jene die viele Staves produzieren, werden es lieben.
LG
Klaus
Ich habe heute endlich die Esche, die ich im September gefällt habe, aufgearbeitet.
Dabei ist mir eingefallen, daß ich euch ein praktisches Werkzeug, das ich dabei
verwende, zeigen könnte. (Falls es so was im FC noch nicht gibt)
Mein selbst gebautes Spaltmesser. Es ist zwar keine Neuerfindung, aber es könnte dem einen oder anderen unter euch
die Arbeit beim spalten der Bogenrohlinge erleichtern.
Die Idee so etwas zu bauen, was nicht sonderlich aufwendig war, kam mir, als
ich eine Doku über ein altes Handwerk (Holzschindelerzeugung) im Fernsehen sah.
Der alter Mann verwendete so etwas ähnliches um Dachschindeln aus Fichtenholz zu
spalten, allerdings viel kleiner und handlicher.
Ich habe zwar auch einen Hydraulikholzspalter, aber da paßt nun mal kein 2m Stave rein.
Kurze Beschreibung des Spalters:
Bauzeit inkl. Schleifen der Schneide 2 Std.
Das "Messer" ist ein Stück Blattfeder aus einem LKW.
Dicke 6mm, Breite 60mm , Länge 350mm
Ein Stück Wasserleitungsrohr 3/4" Länge 1,50m
Das Messer habe ich mit mehreren Schweißlagen mit dem Rohr verschweißt.
Anmerkung:
mit Böhler EV50 Elektroden oder.glw. hält das bis jetzt ganz gut,
obwohl sich der harte Federstahl mit dem weichen Wasserleitungsrohr eigentlich
nicht vertragen dürfte.
Wer auf Nummer sicher gehen will, könnte seitlich noch ein Stützblech mitschweißen.
Wichtig ist nur, daß man ein möglichst stabiles Metall als Messer verwendet.
Normaler ungehärtetet Flachstahl reicht nicht, der verwindet sich unter der entstehenden
Kraft wie Butter.
Aber solche Blattfedern sind bei jedem Schrotthändler zu finden.
@Acker: Du könntest sicher eine alte Pflugschar zweckentfremden.
Zur Physik: Dahinter steckt das simple Hebelgesetz:
Annahme: Zugkraft am Ende des 1,50m Rohrs ... 50kp (=500N,entspricht ca.100# Warbow)
150cm x 50kp = 6cm x Spaltkraft
dann ist die Spaltkraft = 1250 kp (=1,25 Tonnen bzw. 12,5 kN)
... ist doch was !!!
Zur Anwendung:
Für dünne Stämme (15 - 20cm) reicht es, das Messer an einem Ende
einfach mit einem Vorschlaghammer einzuschlagen.
Bei dickeren empfiehlt es sich mit der Motorsäge einen kurzen Schlitz
(ca. 2 Messerbreiten) einzuschneiden und dann das Messer einzustecken.
Und dann kommt das eigentliche Erlebnis. Hebel um 90 Grad richtung Stamm ziehen.
Dadurch öffnet sich der Spalt bis zur Messerbreite (auf eine Länge von fast einem Meter)
Dann sichere ich den offenen Spalt mit ein paar lose eingesteckten Keilen oder
was sonst gerade herumliegt.
Hebel zurückdrehen. Messer weiter vorne in den Spalt stecken usw.
Den Stamm auf dem Foto (Durchmesser 35cm, Länge 3,10m) habe ich mit 3 Durchgängen geteilt.
Ist auf alle Fälle weit weniger anstregend, als längs mit der Motorsäge zu schneiden
oder sich mit vielen Keilen durchzuarbeiten.
Vielleicht gefällt euch dieses nützliche Werzeug.
Vorallem jene die viele Staves produzieren, werden es lieben.
LG
Klaus