So weit ich weiß hatte der "Gletschermann" einen Köcher aus Leder, es ging eher um den urwüchsigen Eindruck, den der Köcher macht. Ich hatte irgendwo etwas über geflochtene Köcher gelesen, weiß nicht mehr wo das war und die Idee gefiel mir gleich gut. Wie nun aber flechten, wenn man kein Material dazu hat. Da fiel mir die alte "Wasserball-und-Kordel"-Methode ein, mit der man in den 70ern runde Lampen herzustellen pflegte: Kordel wird mit Leim getränkt und kreuzdiquer um einen Wasserball herumgewickelt. Nach dem Aushärten des Leims wird die Luft aus dem Wasserball herausgelassen und der so entleerte Sack aus dem fest gewordenen Geflecht herausgezogen.
So dachte ich, diese Methode in abgewandelter Form anzuwenden:

Die Materialien: Leim, Kordel, Schere

Anstelle des Wasserballs: Leere Plastikflaschen

Erste Wicklung: Die "Spanten"

Die Spanten

Noch mehr Spantenansicht

Und Leim drauf

Ein Pappring als erste Form-Stütze, weil die Spanten trotz Leim schlabberig blieben und erste Wicklungen am unteren Ende

Sieht eher wie ein Meeresgetier aus

Aufgehängt: Korflechter's delight

Ein Drittel des Weges, Stunden des Flechtens noch vor mir....

Und erneut Leim drauf

weitere Perspektive mit Leim ......

Erneut bestätigt sich der Eindruck des Meeresgetieres, nur dass es diesmal anscheinend Hunger hat...

Die überstehenden Spanten werden zu Ösen gebogen und mit Garn vernäht....

.... um anschließend umwickelt zu werden.

Hinterher wieder einleimen, damit das ganze unkaputtbar wird.

Sieht schon ganz nett aus. Nur die Farbe ist so bleich, da muß noch was drauf:

Nämlich wassergelöste Lasur. Die klebt heute, nach drei Tagen immer noch.

Entwurf eines Spacers, den ich aber wieder verwerfe. Lieber baue ich noch zwei Trossen längs und quer über die Öffnung, das sollte zur Fixierung der Pfeile reichen.
Warum ich den so nicht mehr bauen würde: Die Spanten würde ich aus Holzleistchen nehmen und diese rundum in den Rand einer Bodenplatte einkleben. Dann wäre die Flechterei einfacher. Mit meiner Methode hatte ich immer mit der Form zu kämpfen, denn die Flaschen konnten beim Flechten nicht drin bleiben, sonst wäre kein Platz für die notwendige Flechtbewegung gewesen. Auch würde ich den Leim nicht im Nachhinein aufpinseln, sondern die Leine vor dem Flechten darin tränken, dann hält das Ganze besser und sieht nicht so "verkleistert" aus. Und dann: Nie wieder Lasur auf Leim. Wenn dann Nitrolack aus der Sprydose in Matt.
PS: Ich finde aber, daß die Methode ausbaufähig ist und inzwischen bin ich schon wieder so weit, das Ganze mit einigen Abwandlungen neu anzugehen, immerhin sieht das Ergebnis urwüchsig aus.