Osage Recurve mit Sehnenbacking

Themen zum Bogenbau
Benutzeravatar
Galighenna
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8840
Registriert: 19.07.2004, 21:59
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 2 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Galighenna »

Oh Gott... mach das blos drinnen, in der Küche oder so. Wenn das sooo schnell geliert und sich gar nicht vernünftig verarbeiten lässt, dann bringt das doch nichts.
Wäre doch schade wenn das Projekt wegen so einer Nachlässigkeit misslingt...
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

Soo schlimm sieht das doch nicht aus. Ok, 3° ist schon etwas sehr grenzwertig... da wären 20% Fischleim-Anteil ganz hilfreich gewesen. Oder wie Gali schrieb, in der Wohnung machen. Hautleim ist ja gesundheitlich unbedenklich. Einige Lage Pappe und Backpapier drunter und auf dem Küchentisch weitergemacht.
Aber wird schon gehen. Beim überschleifen vor der 2. Lage (halt etwas gründlicher schleifen) geht sicher noch einiges vom übeschüssigen Hautleim weg. Dann wieder eine dünne Lage verdünnter, heißer Hautleim usw.

Sorry, mea culpa, eins hab ich vergessen. Man tut sich im Ganzen leichter, wenn man zur Vorbereitung an den Kanten der Wurfarme den ersten Streifen Sehne aufbringt. Nach dem Trocknen sollte der Rücken dann wie eine leicht nach oben geöffnete, sehr flache Rinne aussehen. Dann tut man sich bei der 1. Lage sehr viel leichter und kann mit Gummeband/Hosengummi besser arbeiten.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8813
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 106 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Snake-Jo »

Mach mal Zeichnung..... ::)
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

Ansicht im Querschnitt durch den Wurfarm.

Gelb: Holz
Rot: die 0. Sehnenlage
Dateianhänge
Querschnitt durch den WA
Querschnitt durch den WA
Querschnitt2.jpg (4.34 KiB) 1783 mal betrachtet
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8813
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 106 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Snake-Jo »

@Axel: Danke, gute Idee! Somit wird dann die erste Sehnenschicht gleichmäßig dick und nicht am Rand platt gedrückt?
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

So, meine "Shorty" ist auch soweit.
141cm NtN, bis 26" gezogen, ca. 53# Zuggewicht im Moment

Besonderheit: die WA sind in sich ziemlich verdreht. Es beginnt ca. 30 vor dem weißen Tip (oberer WA) und geht bis 35cm am unteren WA.
Die ersten Schüßße hat er hinter sich, Stringfollow ca. 3cm am oberen, 2cm am unteren WA.

@Jo, ich weiß, die Bilder sind sche..., aber mehr gibt meine Handyknipse nicht her. Die Objektivabdeckung ist verkratzt. Ab Ende nächster Woche kanns bessere Bilder geben.

Hintergrund zum Rohling: der kurze Rohling ist das Ergebnis von einigen schiefgegangenen Versuchen, Tips nur mit Heißluft zu biegen ??? - nicht aufgepasst und das Osage war verkohlt. 2 Staves versaut... ??? ???
Also: verkohlte Enden abgeschnitten (abgebrochen) und als "Shorty" weiterverwendet.

Nächster Schritt: Rücken abschleifen, aufrauhen und mit Hautleim einlassen.
Dateianhänge
Noch ein Bild von der Verdrehung
Noch ein Bild von der Verdrehung
Hier sieht man die Verdrehung in den WA. Der Bogen liegt so, wie er dann auch gezogen wird.
Hier sieht man die Verdrehung in den WA. Der Bogen liegt so, wie er dann auch gezogen wird.
3cm unter Standhöhe, Tiller noch ausbaufähig (nach dem Belag!)
3cm unter Standhöhe, Tiller noch ausbaufähig (nach dem Belag!)
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

@Jo, ja, das ist der Zweck dieser beiden Wülste. Ich hatte das Problem, das die erste Sehnenlage plattgedrückt wird und teilweise seitlich herausgequollen bzw. Richtung Bauch verschoben war. Und wenn die erste Lage so dick war, das genügend auf dem Rücken verblieb (also auch nur schwach angepresst) war sie auch so stark, das beim Trocknen Längsrisse entstanden.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Lord Hurny
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1627
Registriert: 12.05.2011, 06:22

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Lord Hurny »

So, ich hab mir heute das schon ziemlich hart getrocknete Resultat angesehen, da gibt's einiges zum Abschleifen vor der 2. Auflage. Da wir am Wochenende 15-20° prophezeit bekommen haben, werde ich ie 2. Schicht bei diesen Temperaturen wieder in der Werkstatt auflegen - das sollte dann doch besser funktionieren.

Mir ist ja beim gestrigen Arbeitsgang einiges an Hautleim im Topf übrig geblieben, kann ich den wieder verwenden?
Der Hautleim ruht zugedeckt bei momentan 2-3° in meiner Werkstatt, am Wochenende wenn's warm wird möchte ich ihn wieder einsetzen, einfach etwas warmes Wasser dazu und aufwärmen? Finktioniert das so?
lg,
Lord Hurny

der manchmal den Bogen überspannt...
Benutzeravatar
Firestormmd
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3528
Registriert: 03.07.2007, 11:19

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Firestormmd »

Problemlos! Einfach aufwärmen und ggf verdünnen.

Grüße, Marc
"Wer das Training in Frage stellt, trainiert nur, Fragen zu stellen!" - Die Sphinx
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

Stell ihn in die Tiefkühltruhe udn nimm ihn am Tag vorher raus.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8813
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 106 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Snake-Jo »

@Lord Hurny: Tiefkühltruhe ist richtig, aber nur, wenn man längere Zeit pausiert. Für ein paar Tage kann man ihn auch so stehen lassen, bevor er schimmelt. Wenn man ihn schnell eintrocknen läßt, geht es ganz ohne Truhe.

So einen Sehnenbelag kann man problemlos in der Küche auftragen, wenn man alles soweit fertig vorbereitet hat. Der Geruch vom Hautleim ist unterschiedlich, je nach Hersteller: Von streng bis gutartig! ;D

Meiner ist nun auch auf Spannhöhe und hat ein errechnetes Zuggewicht von 77 lb/28" ohne Sehnenbelag. Für den Sehnenbelag habe ich zwei Hirschläufe "entsehnt". Mal sehen, ob das reicht. Ich werde den Belag seitlich runterziehen, da ich meinen Recurve aus einer Leiste von Axel hergestellt habe (1000 x 45 x 21 mm, diagonal der Länge nach zersägt und im Griff gespleist).
Zum Trocknen der Sehnenschichten hänge ich den Bogen über die Heizung, die bei uns relativ mild warm ist. Dort ist dann der Belag nach rund 2 Wochen schussfertig.
Benutzeravatar
Lord Hurny
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1627
Registriert: 12.05.2011, 06:22

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Lord Hurny »

SO,
dem Hautleim geht's gut in der Werkstatt, hat seit gestern die Konsistenz von Gummibärlis (das Vormaterial ist is ja angeblich identisch ;D) und sollte so bei der niegriegen Temeratur in der Werkstatt bis Donnerstag frisch bleiben (ohne Einfrieren).
Wenn es nicht warm genug wird, werd ich in der Küche weiterkleckern - meine Frau wird sich freuen ;D !

Der Sehnenbelag ist übrigens jetzt hart und ich hab die erste Schicht vom überschüssigen Hautleim befreit so gut es ging (an den Rändern mit der Ziehklinge, am Belag mit Schleifpapier 40/80/120), sieht echt Scheisse aus :P - meine ganze Hoffnung liegt nun in der 2. Schicht.

Machts eigentlich Sinn, den Bogen erst jetzt beim Auflegen der 2. Schicht in einen Reflex zu spannen? (hab ich komplett vergessen bei der ersten Sehnenauflage).

Der Bogen wiegt aktuell 515 Gramm, Griff und Tipps müssen noch ausgearbeitet werden.
lg,
Lord Hurny

der manchmal den Bogen überspannt...
Benutzeravatar
Galighenna
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8840
Registriert: 19.07.2004, 21:59
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 2 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Galighenna »

*AUTSCH* Nein das macht jetzt keinen wirklichen Sinn mehr...
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7131
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 197 Mal
Hat Dank erhalten: 200 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von kra »

Da wäre ich nicht so dogmatisch ;) - es bringt sicherlich nicht mehr so viel, aber nützen wird es immer noch. Gerade wenn vorher der Belag gründlich abgeschliffen wurde.

Entweder man nimmt einen "Balken/Vierkant" , legt unter die TIPs je ein Klötzchen und drückt den Griff nach unter oder man spannt mit einer Hilfssehne/Schnur den Bogen etwas in Recurve. Dazu die Schnur doppelt legen (Schleife) und mit einem Knebel wie gewünscht eindrehen.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Galighenna
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8840
Registriert: 19.07.2004, 21:59
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 2 Mal

Re: Osage Recurve mit Sehnenbacking

Beitrag von Galighenna »

Ja schon, aber damit staucht man den darunterliegenden Sehnenbelag, welcher dann entsprechend weniger zur Leistung beiträgt, stattdessen aber sein Gewicht behält.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand
Antworten

Zurück zu „Bogenbau“