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Re: Möllegabet

Verfasst: 16.12.2010, 17:10
von nemrod
Wilfrid hat geschrieben:Man ein Glück das Du´s gelassen hast.
Jeep! Ich habe gerade den Artikel in TBB 4 nachgelesen. Und da steht: "Ich habe es auch mit Tungöl und Leinöl versucht, wobei ich herausfand, dass Leinöl weniger wirksam ist."

Also vergesse ich es mal ganz schnell! (Scheinbar tue ich mich da nicht all zu schwer - ich habe den Artikel schon bestimmt 2-3 mal gelesen! :-[ )

nemrod

Re: Möllegabet

Verfasst: 31.12.2010, 15:30
von nemrod
Ich habe ziemlich lange mit mir herum gehadert ob ich den Bogen wirklich tempern soll. Was dagegen sprach (fast alles ;): ich habe fast einen halben Jahr daran herumgeschnizt und er schießt (gar nicht so schlecht), der Rückenring ist nicht der Hammer (könnte endeffekt überlastet werden), ich habe einen Riss reingequtscht (könnte auch überlastet werden), der Tiller ist so lala (kann halt nicht besser :-[ ), bei Esche soll es nicht viel bringen, ich wurde hier davon abgeraten und ich habe es noch nie gemacht. Anderer seits ich habe ein 43# Bogen fabriziert (schon wieder einmal) was am Ende bei ca. 40# (oder darunter) landen wird, die Sehne läuft neben den Griff vorbei - Centershot (schießt zwar die Pfeile von mein 50# Glaslaminierten sauber aber schlägt unangenehm auf dem Handgelenk >:( ) und ganz maßgeblich - mir geht die Idee einfach nicht aus dem Kopf!

Also nach langem hin und her (habe sogar schon einmal alles hergerichtet und angefangen den Bogen rückwärts einzuspannen aber dann doch wieder kalte Füße bekommen und alles weggeräumt :-[ ) habe ich es doch gemacht und dabei ein paar Fotos geschossen da ich hier niergendwo eine brauchbare Temperanleitung gefunden habe. Ich möchte gleich festhalten: ich habe es das erste mal gemacht und vermutlich vieles falsch interpretiert! Es soll auch keine Anleitung sein, viel mehr hoffe ich darauf, daß dadurch irgend ein "Altehrwürdige" in der Froum sich dazu berufen fühlt eine ordentliche Buildalong zu machen!

So sah der Bogen vorher aus - nach ca. 100 Schüße 2 Zoll Set

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aus der Flucht

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Ich habe den Bogen 8 cm ( 5 cm Set + 3 cm da der Holz so wie so etwas zurückwandert) rückwärts gespant (Mann, ich habe richtig Schweißausbrüche bekommen!! ;) ) und den unteren Wurfarm so weit nach rechts gezogen das der Flucht in etwa passte. Ich dachte: wenn der ganze Aktion sonst nichts bewirken wird und der Bogen nicht beim ersten Aufspannen zerreißt dann habe ich event. den Set beseitigt und der Bogen bleibt gerade und die Sehne verläuft dann über den Griff.

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Ich baute mir aus dem TTB 4 diese Halterung nach

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damit ich a) immer die gleiche Abstand (10 cm) zu der Bauchoberfläche einhalten kann und b) damit ich den Heißluftpistole nicht die ganze Zeit halten muss! Punkt a) funktionierte Punkt b) nur teilweise - der einzige Punkt wo das Ding ohne halten stehenblieb war da wo ich den Foto machte ;D !

Ich habe am oberen Wurfarm bei der Übergang zu den Nadel angefangen und bei Stufe 1 (350C) 5 min. lang pro Stelle geröstet.

Ich dachte - damit (Uhr mit Countdown- Funktion)

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kann mir nichts passieren und die Wärmeverteilung bzw. die "Röstung" schön gleichmäßig wird.
Am Anfang ging es gut aber dann ist einerseits die Heißluftpistole richtig warmgelaufen und gleichzeitig erreicht ich eine Stelle wo die Reste eines "porösen" Frühjarsrings lagen. An diese Stelle hat der Holz verdammt schnell eine dunkle Farbe aufgezogen daher habe ich den Temperzeit erst auf 4 dann auf 3 min verkürzen müssen.

Der obere Wurfarm ist nicht gerade berauschend geworden:

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Unten habe ich mich nicht mehr so auf die Uhr versteift und mehr auf die Holzfarbe geachtet und dabei versucht trotzdem jede stelle 3 min. lang rösten. Daher ist hier die Farbe gleichmäßiger geworden:

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Da der Wurfarm relativ Breit desswegen aber zeimlich dünn (in der Stärke) ist, ist der Rücken trotz kürzere Temperzeit zeimlich warm geworden - daher denke ich dass die Hitze tief in der Holzt eingedrungen ist. Ich habe den Bauch während des Tempers nicht gewässert oder sonst wie behandelt. Der Bogen hat die Nacht (und die halbe Vormittag) in der "Form" verbracht.

Und bis jetzt ist folgendes dabei rausgekommen:

Sehne verläuft ungespannt (Spannen darf man logische Weise jetzt noch nicht!!) über die Mitte:

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und der Bogen hat ca 5 cm (habe nicht gemessen) Reflex

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Es sieht so aus dass der unter Wurfarm (rechts) weniger Reflex abbekommen hat. Das könnte folgende Ursachen haben: a) daduch das er kürzer und steifer ist hat sich beim Rückwärtspannen sich nicht soweit durchgebogen wie der Obere b)durch die kürzere Temperzeit ist er mehr zurückgewandert als ich aus dem Form genommen habe c) ich habe mein Tillerwand in verdacht das es schief ist! Momentan weiss ich nicht was davon zutrifft - vermutlich mehrer Punkte gleichzeitig.
Ich rechne auch damit, dass der Reflex wieder verschwinden wird aber wenn der Bogen am Ende einfach nur "gerade" bleibt bin ich schon zu frieden!

Jetzt werde ich als nächsten mit Hydrometer den Raum mit der höchste Luftfeuchitgheit in der Haus ermitteln und den Bogen min 2 Wochen lang reinstellen damit der Holz sich aklimatisieren kann - jetzt ist es natürlich Pfurz-trocken. Dann bin ich mal gespannt!

nemrod

Re: Möllegabet

Verfasst: 31.12.2010, 16:29
von Wilfrid (✝)
ich auch;-), bis auf den erwärmten Rücken, nächstes Mal näher ran, alles, wie ichs auch mache

Re: Möllegabet

Verfasst: 26.01.2011, 15:57
von nemrod
Nach zwei Wochen im unbeheizten Keller und ein paar Tage zwischen durch sogar draußen (war schön nebelig) hat das Holz wieder ca. 10 % Holzfeuchte erlangt. Da spannte ich es auf halber Standhöhe (7 cm). Beim aufspannen dachte ich mir schon: boa alter Schwede! Der Bogen fühlte sich sehr straf an! Ich habe nur ein paar mal ganz zaghaft daran gezogen, da durch den ungleichen Reflex bog sich der untere (rechte) Wurfarm stärker. Trotzdem bekam der untere (rechte) Wurfarm sofort wieder merkbare Set – bzw. hat etwas vom eingeföhnte Reflex verloren.

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Also habe ich den Bogen mittig ins Schraubstock eingespannt, den oberen Wurfarm mit 2,5 kg beschwert (das zog den Wurfarm etwas über die Höhe runter wo ich es haben wollte) , mit der HLP erwärmt und über Nacht so gelassen. Dan sah es schon gleichmäßiger aus:

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Danach stand der Bogen wieder eine Woche im Keller damit das Holz wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Dan habe ich den Bogen auf halber Standhöhe ein paar mal leicht gezogen und spannte es auf voller Standhöhe (15 cm). Nach ca 12 Stunden (Bogen war so lange aufgespannt) habe ich nachgetillert. Vom oberen Wurfarm (links) musste ich was abschaben damit die beide Arme sich gleich weit biegen. Ich war ganz erstaunt wie wenig ich dafür wegnehmen müsste! :o
Mir standen die ganze Zeit die Schweißperlen am Stirn, weil der Bogen beim ziehen sich sehr straf, möchte fast sagen steif anfühlte. Ich verfluchte mich leise wegen den blöden Idee mit dem Tempern und rechnete jedem Augenblick eigentlich damit, das der Bogen mir um die Ohren fliegt. Tat es aber nicht ;D ;D und nachgetillert sah es so aus:

Standhöhe

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bei 24“ Auszug

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Beim 28“ Auszug bringt er jetzt 49# auf die Waage (es waren 43# vorher). Der Tiller ist bei Gott nicht perfekt aber besser krieg ich noch halt nicht hin! :-[ Außerdem tüfftle ich schon so lange daran herum dass ich langsam die Interesse an dem Projekt verliere – in zwischen habe ich schon min 5-6 andere Bögen im Kopf! Also er bleibt jetzt so! Unter der Motto: Schieß oder Brich! >:)

Unmittelbar nach dem ganzen Tortour sah er abgespannt so aus:

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Der Set ist auf dem ersten Blick event. eingedämmt (habe vergessen nachmessen) aber ich habe noch kein einzigen Schuss nach dem Tempern abgegeben! Also es kommt noch vermutlich was dazu. Aus diesem Sicht was das Tempern sinnlos (na gut, ich habe es auf gewisse Weise auch verbockt – den oberen WA länger getempert, daher hat er mehr Reflex behalten die ich wieder rausföhnen musste) aber ich habe 6# und (ich vermute mal) ordentlich an Rückstellkraft dazu gewonnen! :P

Nachdem ich den unteren Wurfarm mit dem Schraubstock gequetscht habe :-[ und entgegen alle Ratschläge den Riss (bis jetzt keine Änderung sichtbar – Sekundenkleber hält!) nicht ganz entfernt habe, musste da ein Pflaster drauf (aus rein optischen Gründen auch auf dem oberen Wurfarm):

Ich habe mich für Rohhaut aus Hundeknochen entschieden:

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Da kam ein Steifen von 74 x 13 cm (reicht uU. für ein ganzen Bogen) im „used-look“ aus:

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Die Dicke schwankte zwischen 1,2 und 1,45 mm. Genauer hätte ich auch nicht hinbekommen.
Ich habe es mit Weißleim (das nächste mal nur Hautleim!! Für die kleine Flecken war ich zu faul es herzurichten :-\ - war ein Fehler!) aufgeklebt und als die Mullbinden die ich gekauft habe als untauglich erwiesen hat, haben ich es mit Backpapier abgedeckt und mit Schnur gewickelt:

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Da entfetten nur was für Weicheier ist (naaa, ich Trottel habe vergessen bzw. nicht einmal daran gedacht!) habe dieser Aktion gleich zweimal machen dürfen! :'( Auf dem Bogenrücken hielt der Leim bombenfest (war eine Wonne es wieder zu entfernen ohne dabei den Rücken zu verletzten) aber auf dem Schwarte nicht!!

Nach dem zweiten Durchgang (entfettet mit Aceton) sah es so aus:

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Die Plasten habe ich an die Enden (den unteren über den Riss auch in der Mitte) mit Leinenzwirn je ca. 1 cm breit gewickelt. Unter der Wicklungen habe ich den Holz und den Rohhaut (Aceton!) und nachher die fertige Wicklung auch dünn mit Weißleim eingeschmiert.

Ich möchte jetzt den Bogen mit Leinölfirnis einlassen bin aber unschlüssig was ich mit der Wicklungen und die „Schwarte“ machen soll?! Kann ich alles mit dem Leinölfirnis einschmieren? Auf einen Probestück vom Rohhaut ist es problemlos ausgehärtet oder trocknet oder was auch immer! Oder soll/muss ich die Wicklungen und den Rohhaut extra mit Klarlack überziehen und nur den Holz ölen? Was ist besser?

Gruß
nemrod

Re: Möllegabet

Verfasst: 27.01.2011, 16:52
von Omega
Hallo nemrod,
@nemrod: Ich habe nur ein paar mal ganz zaghaft daran gezogen, da durch den ungleichen Reflex bog sich der untere (rechte) Wurfarm stärker.
Wenn ich davon ausgehe das du den Bogen in der Mitte auf den Tillerbaum aufgespannt hast, sieht man, das der biegsame Bereich des re WA kleiner ist als der li. D.h.um den gleichen Abstand der WA-enden vom Griff aus gemessenzu erhalten, muß der re WA zwangsläufig mehr gebogen sein als der li. Das fällt bei solch langen steifen Enden besonders auf. Um das zu verhindern hättest du den re WA länger machen müssen.
Ich find den Tiller nicht schlecht.
Gruß
Omega

Re: Möllegabet

Verfasst: 28.01.2011, 14:55
von nemrod
QOmega: ich verstehe nicht ganz was Du mir sagen willst ??? ???
Der Bogen ist mit versetztem Griff gebaut, der obere (linke) WA ist 4 cm länger wie der Untere. Das dadurch die Biegeradius nicht gleich ist, ist mir klar! Aber trotzdem sollen sich bei eine bestimmte Belastung bzw. Auszug die Bogenenden gleich weit biegen! Vor dem Tempern war es so, nachher nicht mehr - ich denke wegen die Fehlern was wie beschrieben beim tempern gemacht habe. Wobei ich bezweifle, dass man ein Bogen so gleichmäßig tempern kann, dass nachher das Tillerbild sich nicht ändert und man nicht nachtillern muss.

Was anderes: manche bauen ihre Bögen so dass die beide Wurfarme gleich lang sind und erst ganz am Ende werden die WA´s entsprechend gekürzt. Geht das bei dieser Design auch? Ich meine wenn man dass bei der Mölle so macht dann schneidet man nur von dem steifen Tips was weg - die biegende Fläche wird ja nicht kürzer und bleibt bei beiden WA´s gleich lang. Wird der untere WA durch die fehlende Gewicht trotzdem schneller ??? Oder mal anders gefragt kann man ein Mölle mit unterschiedlich lange Hebeln bauen: soll heißen - mit nach unten versetzten Griff aber mit gleich langen arbeitenden WA-Flächen, jedoch mit einem kürzeren unteren Hebel?

nemrod

Re: Möllegabet

Verfasst: 28.01.2011, 15:39
von Firestormmd
Das muss Gedankenübertragung sein! Genau diese Frage habe ich mir gestern gestellt, als ich mir meinen Mölle-Rohling angeschaut habe. Ich denke, dass die geringere WA-Masse des gekürzten WA ausreicht, um den WA schneller werden zu lassen. Bei normalen Bögen wird ja auch im steifen Tip-Bereich gekürzt. Nur ist hier der Bereich "etwas" länger. Das System ist aber das gleiche. Kürzerer und somit leichterer WA bei vormals gleichmäßigen Tiller sorgt für einen schnelleren WA.

Grüße, Marc

Re: Möllegabet

Verfasst: 29.01.2011, 22:00
von nemrod
QFirestormmd: ;) :D

Mich läßt die Frage nicht los: was sind die optimale Poportionen bei diesem Design? Ich meine was ist das otimale Verhältniss zwischen biegende (arbeitende) Bereich und steife Enden? Wenn ich jetzt z.B den haar gleichen Bogen baue (gleiche Biegebereich) nur mit je 5 cm kürzeren Nadeln(je 25 cm) - wird diese Bogen (der Bogen ist 1,7 m lang)effizienter bzw. schneller? Die Enden sind durch das fehlende 5 cm Holz leichter! Wird dadurch aber der Bogen event. zickig oder wirkt das sonstwie negati aus? Was bewirken eigentlich die Steifen Enden? So viel ich wiess wird dadruch Gewicht gespart und der Boger läßt sich bei gleicher Zuggweicht leichter ziehen (eben drurch die Hebelkraft) . Ist da noch etwas?

Gruß
nemrod

Re: Möllegabet

Verfasst: 31.01.2011, 08:43
von Firestormmd
Gute Fragen! - Keine Antworten!

Ich baue den Mölle zum ersten Mal. Mich fasziniert das ungewöhnliche Design. Wenn er fertig ist, werde ich ihn mit meinen Flachbögen vergleichen und schauen, welcher besser schießt.

Grüße, Marc

Re: Möllegabet

Verfasst: 31.01.2011, 13:19
von Squid (✝)
Lies noch mal am Anfang dieses Threads nach, insbesondere Snake-Jos Beiträge mittig auf Seite zwei.
Da wird unter anderem erklärt, warum die langen Enden das Holz schonen (!). Bizarr, is aber so.

Man sollte auch nicht anfangen, alle Needle-Tip Bögen als Möllegabet zu bezeichnen: Das Fundstück hatte nun mal seine konkreten Dimensionen und für einen Nachbau sollte man sich daran halten. Sonst ist es nur ein Bogen mit Möllegabetelementen.

Für die Optimierung von Needletip-designs müsste man wohl schwer in die Werkstoffphysik einsteigen.
Letzlich ist das m. E. nämlich immer ein Kompromiss zwischen Schnellkraft und Gewicht des Holzes.
Hat man wurfstarkes Holz, ist dieses oft recht schwer. Also machen (zu) lange Nadeln den Bogen eher langsamer.
Entscheidet man sich für leichtes Holz, fehlt es ggf. an Wurfkraft um längere Nadeln wirksam zu besschleunigen.

Ein Fehler ist aber drin: Einen Bogen mit 45 lbs @ 28" musst du immer mit 45 lbs ausziehen um 28" zu erreichen.
Die Frage ist nur: Ist das beim vorliegenden Bogendesign auch machbar (Stichwort "Stacking"), wenn also der Bogen anfängt zu Blockieren, weil die Sehenwinkel an den Tips sich den 90° nähern.
Und das kann bei nem Mölli /halbwegs langen needletip eigentlich nicht passieren.

Re: Möllegabet

Verfasst: 13.02.2011, 18:59
von nemrod
Nachdem Ich die Wicklungen um die Plastern herum nochmals gemacht habe, und dabei feststellen musste, daß das untere Pflaster nur bis zu Hälfte von der Leim gehalten wurde, den Pflaster dann mit UHU Endfest wieder verklebt (vorher natürlich den Leim entfernen ohne den Holz zu beschädigen >:( ), den Bogen mit Leinölfirmis behandelt, dann den klebriges Zeug wieder runtergekratz habe usw. >:( >:( Erkläre ich den Bogen hiermit als fertig! Diese Baustelle wird geschloßen. Jeder der mag kann den Bogen bei der Präsentationen bewundern, oder....kritisieren >:) >:) !