Arquerine hat geschrieben:Ich finde es außerdem sehr paradox, dass hier eigentlich nur Männer über den Unterschied zwischen Mann und Frau diskutieren. Diese Grundsatzdikussion führt meiner Meinung nach sowieso zu keinem Ergebnis.
Lustig, denn seit ich vor ca. 30 jahren angefangen habe, mich mit dem Thema näher zu befassen, habe ich das immer (alles Andere wäre ja auch unsinnig) mit Frauen diskutiert - und auch die Literatur ist durchaus ausgeglichen besetzt.... will sagen: Falsch, es befassen sich schon beide Seiten damit!
Lustig ist auch: wie schnell das Thema emotional wird - meist nach dem Motto dass "nicht sein kann was nicht sein darf"...
Dabei ist (davon bleibe ich überzeugt!) das ERKENNEN der Fakten der erste und wichtigste Schritt zu a) mehr gegenseitigem Verständnis und b) zu emanzipiertem Umgang miteinander.
Reaktionen wie die von Pollux stimmen mich immer traurig, denn sie tut genau das, was in diesem Zusammenhang das Schlimmste und Destruktivste überhaupt ist (und wogegen ich mich seit 30 Jahren engagiere!) : sie wertet ab! Dass Frauen (im Durchschnitt, immer im Durchschnitt!) z.B. Bälle schlechter werfen (dafür aber besser Einkaufstaschen tragen) können als Männer ist eine anatomisch belegbare Tatsache. Erst wenn jemand das als Makel, also abwertend begreift/verkauft, wird es sexsistisch. Trauriger Weise tun Frauen das in der Weise wie Pollux häufig - und merken nicht mal, wie sehr das der eigentlichen Zielsetzung entgegen steht!
Daher noch mal zum Mitschreiben:
Ja, im Durchschnitt können sich Männer besser im Raum orientieren - Nein, das KEIN wertsteigerndes Kriterium - dafür können sie andere Dinge halt schlechter (Kommunikation, Sozialkontakte, Problemlösungsstrategien, die viel Vernetzung erfordern, etc.etc.! Wo ist das Problem?)
Die Ausgangsfrage war aber nun mal auf ein Tätigkeitsfeld bezogen, wo 3-D-, Dynamik-Einschätzung- und Körperkraft-Kriterien Vorteile bringen. Daher ist es fair, nur Gruppen mit gleichen Grundvoraussetzungen zu vergleichen.
Jede Frau, die sich lieber mit den Männern messen MÖCHTE -egal ob "trotzdem", "gerade weil"- oder weil sie deren Vorteile in Abrede stellt- soll es doch tun! Und sei es nur, dass sie hinterher schaut, wo in der Männer-Klasse sie denn stünde!!
Die Frauen aber, die sich eben lieber "nur" mit anderen Frauen vergleichen MÖCHTEN, müssen (DAS, und NUR das ist mein Credo!) die Chance bekommen, weil es fair ist!
Wer nun glaubt, darüber beleidigt die Nase schniefen zu müssen, weil er/sie Emanzipations-Bestrebungen mit Gleichmacherei verwechselt (danke Squid!), möge es tun. HELFEN bei dem Grundproblem tut es nicht!
DAS lösen wir nur, in dem wir die Unterschiede, die es gibt, erkennen UND wertschätzen - als Bereicherung, und nicht als angeblichen Mangel zur Selbsterhöhung missbrauchen...
(Das gilt überigens für BEIDE Seiten der Geschlechter-Medallie... In dem Punkt hat die Emanzipations-Bewegung nämlich eine kuriose Fehlentwicklung genommen: Angetreten, um den spezifischen Eigenschaften der Frauen mehr Anerkennung zu verschaffen, hat sie bei einigen Gruppen dazu geführt, die spezifischen Eigenschaften der Männer abwertender anzusehen - also mehr Trennung als Zusammenführung "erarbeitet". Übel, übel...)
Rabe