Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Alles zum Thema Pfeilbau.
Benutzeravatar
Galighenna
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8836
Registriert: 19.07.2004, 21:59

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von Galighenna »

Ich mag hier noch was ergänzen wegen der TopHat APS Spitzen mit eingebautem Dämpfer.

Vorgestern hat mich jemand kontaktiert, der scheinbar Patentinhaber an diesen Spitzen ist. Er möchte hier im Forum nicht als solcher bekannt werden und hat daher mich gebeten, vll noch ein paar Worte zur Verdeutlichung zu sagen. Da er sehr freundlich auf mich zugekommen ist, will ich gerne den Sachverhalt ein bisschen genauer darstellen.

Ich hatte ja gelästert, das TopHat diese Spitzen bewirbt, mit der Aussage sie würden 125% der Aufprallenergie absorbieren. Das das physikalisch schlicht falsch ist hatte ich ja dargestellt.

Er hat mir erklärt, dass er diese Spitzen entwickelt hat. Die Schutzwirkung beruhe nicht darauf das 125% der Aufprallenergie absorbiert wird, sondern das die ZEIT der Impulsänderung um 125% verlängert wird. Auf einfach bedeutet das, die Härte des Aufpralls verringert sich, so als schießt man auf ein weicheres Material. Das ist natürlich dann eine physikalisch korrekte Darstellung der ich auch glauben kann. Ob Top Hat dies nun wissentlich oder versehentlich falsch darstellt mag sich jeder selbst ausdenken. Möglich, dass da ein Marketing-Mensch ohne Ahnung sich einen Text aus den Fingern gesogen hat.

Was ich sagen will ist: Ich hab lediglich die Beschreibung von Top Hat veräppelt weil sie offensichtlich falsch ist. Immerhin weckt sowas berechtigte Zweifel an der Wirksamkeit solcher Spitzen, zumal sie ca. das 3fache einer einfachen Feldspitze kostet. Und es wird ja in anderen Bereichen ebenfalls mit viel Bremborium Werbung für heiße Luft gemacht, Hauptsache es klingt gut.

Ich hätte, der Beschreibung von TopHat nach, sogar überlegt ob da nicht einfach eine Rille reingefräst ist und ein Gummiring darin liegt, damit es nach "Polsterung" aussieht. Scheinbar steckt aber ein tatsächliches Konzept dahinter. Es könnte sich also lohnen, diese Spitzen mal zu testen. Ob es einem der Mehrpreis dann Wert ist, muss sich jeder überlegen der öfter oder seltener harte Dinge trifft.
Ich hab ein Angebot bekommen, mal ein paar solcher Spitzen zu testen. Meine "Testmöglichkeiten" sind allerdings eher begrenzt, da ich weder Beschleunigungsverhalten noch Geschwindigkeit oder sonstige Dinge Messen kann. Hochgeschwindigkeitsaufnahmen bekomme ich auch nicht hin. Demnächst soll es aber dann Testergebnisse bei TopHat geben.
Interessant wäre, noch etwas über den inneren Aufbau zu erfahren. Dazu habe ich aber noch keine näheren Informationen.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

Wer das Forum unterstützen möchte, möge auf den Paypal-Button klicken, oder einen der Moderatoren um die Kontodaten bitten ;)
Benutzeravatar
canadier
Newbie
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: 20.04.2009, 21:45

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von canadier »

Hallo Gali,
danke,dass du so schnell und dut reagiert hast.
Der innere Aufbau der Spitze ist ganz einfach und wirkungsvoll geloest.
Die Spitze besteht aus Ober und Unterteil.Das Unterteil wird in das Insert geschraubt.Der Hohlraum hat 5mm Durchm.
Und ist mit einer Querbohrung versehen.Das Oberteil wird in den Hohlraum eingesetzt und hat ein Langloch.
Zur Montage wird zunaechst eine Silikonscheibe 2mm dick auf den Boden des Hohlraumes (Bohrung) gelegt.Dann steckt man
den Schaft des Oberteils ins Unterteil und bringt dasLangloch des Schaftes mit der Querbohrung im Unterteil in Deckung.
Dann wird ein Scherstift durch beide Teile geschoben.Um das Ober und Unter in leichte Vorspannung zu bringen und somit den
Stift festzuhalten,wird der O Ring ueber die Spitze gerollt und in der Nut eingerastet.
Somit hat die Spitze eine geringe Vorspannung und sitzt fest.Beim Aufprall wird das Oberteil ueber das Langloch in die
beiden Daempfungen gedrueckt und verhindert Bruch oder Aufpilzen des Schaftes.
Leider sieht man auf der Top Hat Seite nicht die Bohrnug und den darin steckenden Stift,der verhindert ,dass beim
Pfeilziehen sich dasOber aus dem Unterteil loest.Das ist die Wirkungsweise meines Patentes.
Du kannst auf YOU TUBE unter APS TOP HAT oder andersrum den Video der Hochgeschwindigkeits Aufnahmen und auch
die Pruefdiagramme des Huntsman Institutes sehen.Ebenso einen Clip meiner patentierten Pfeilziezange.

Ich wuerde mich sehr freuen wieder von dir zu hoeren.Auch wegen der Testspitzen!
LG
Charly
Benutzeravatar
Granjow
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1138
Registriert: 06.09.2008, 19:59

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von Granjow »

Danke für eure Erklärungen! Ich werde mal ein, zwei solche Spitzen bestellen, vorher schiesse ich nur noch auf Weiches … Meine Kollegin und ich haben gerade Holzbrettchen (zum Beispiel ausgediente Küchenbrettchen) entdeckt, die zersplittern so schön bei Treffern und lassen sich überall aufstellen :-]
Hier noch der Direktlink zum: APS-Video

@Dirk Wow. Bis ich solche Pfeile habe, dauert es wohl noch eine Weile … wie machst du eigentlich die Horninlays? Das Horn muss ja erst mal die richtige Dicke haben. Schleifst du das an der Bandschleifmaschine zu?
Benutzeravatar
Heidjer
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 6893
Registriert: 16.08.2006, 22:00
Hat gedankt: 16 Mal
Hat Dank erhalten: 12 Mal

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von Heidjer »

Granjow hat geschrieben:@Dirk....wie machst du eigentlich die Horninlays? Das Horn muss ja erst mal die richtige Dicke haben. Schleifst du das an der Bandschleifmaschine zu?
Jein, ich kaufe die Hornstreifen in England bei Highlandhorn und schleife sie nur kurz mit feinen Schleifband über. ;)
Aus einen Plätchen schneide ich dann 4 Inlays auf der Bandsäge. Die Plätchen differieren gering in der Dicke, das ist aber gut so, weil ich auch die Schlitze in den Pfeilschäften meist mit der Bandsäge schneide und mit Schlüsselfeile nacharbeite, die sind auch geringförmig unterschiedlich. ::)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
Gornarak
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3476
Registriert: 22.03.2011, 21:23

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von Gornarak »

Pfeile zum Roven kann man doch einfach einen Zoll länger machen. Dann sind sie zweimal verwendbar (ohne dass man spleißen muss).
Benutzeravatar
corto
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1876
Registriert: 29.03.2011, 21:18

Re: Beton-/Steintreffer: Sollten Pfeile das aushalten?

Beitrag von corto »

meeep bevor jemand den gleichen fehler macht, und für paar hornplättchen bei highlandhorn bestellt:

arrowforge.de verkauft die Plättchen zu sehr sehr humanen Preisen.

@Charly:
Wenn diese Spitzen wirklich mehr aushalten, was ich nach deiner Beschreibung bereit bin zu glauben - ist dir der Erfolg gewiss... wir suchen sowas schon lange.
ich habe keine Lösung und bin Teil des Problems -
aber bei geistlos rezipierten viralen Kampfbegriffen gegen Humanismus und Menschlichkeit geht mir der Hut hoch !
Antworten

Zurück zu „Pfeilbau“