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Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 24.10.2009, 20:49
von tomtux
lass dich von den hier ab und zu geposteten zeiten zum thema "rückenring freilegen" nicht irre machen.
ich hab hier ein stück robinie herumliegen bei dem die ringe sehr schwer zu sehen sind, bis jetzt sind da ganz locker 50 stunden drin und der ist noch lange nicht fertig.
da red ich nur vom rücken!

und ich habe auch esche die in 10 minuten sauber ist.

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 24.10.2009, 20:54
von Silverball
*autsch* Ok.. da kann ich ja noch glücklich sein mit meinem Hasel..
Der zeigt mir die Ringe eigentlich recht schön an im Übergang.. aber da es das erste mal für mich ist, lieber sanft statt wild  ;D
Werd gleich mal ein zwei Bilder machen und reinstellen.. das entspannt mal MEINEN Rücken etwas ;)

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 24.10.2009, 21:06
von Silverball
So, hier mal die Bilder..

Bild

Bild
Halt ich das Messer überhaupt gut so??
Ich nehm die Klinge an der breiten Seite mit der anderen Hand und schabe dann zum Ende des Staves das Holz weg, das geht recht "gut"..
Könnte besser sein... Aber ist das überhaupt die richtige Art...

Meine Freundin wollte noch mal was zu sagen...

Verfasst: 24.10.2009, 21:36
von Silverball
*räusper* Gestatten, meine Freundin Katharina:

Hallöchen *lach*
wußte ja nicht, das ein so-schnell-daher-gesagtes Kommentar solch eine Welle schlägt ... andererseits ist es doch immer wieder witzig zu lesen, was sich Leute unter verschiedenen Materialen vorstellen. Darf ich mal unschuldig in die Runde fragen, was genau der "Einzelne" unter Pergament und Rohhaut versteht? Es sind für doch zwei verschiedene Sachen. Wenn ich das Verhalten von Pergament aus meinem Alltag sehe, käme ich nicht mal ansatzweise auf die Idee es als Dekoration zu verwenden. Wobei hier sicherlich der Umfang und die Größe des Pergaments interessant wären ... Und zwischen Leder und Pergament ist ein sehr großer Unterschied! Was versteht ihr im eurem Fachjargon eigentlich unter Rohhaut? Mit dem Begriff konnte ich jetzt nur wieder "rätseln".

Und das nächste, was ich irgendwie nett fand: Wieso bitte Elefantenhaut als Stellvertreter für Papier?!?! *lach*

Also, ich bin mal gespannt, ob ich Rückmeldungen bekommen werde und meine Fragen sind def. nicht böse gemeint! Möchte damit niemanden angreifen hier. Ist nur Neugierde!
Schönen Abend,
Katha :)

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 24.10.2009, 22:27
von Heidjer
Rohhaut ist eine, von Fleisch und Fett, befreite Tierhaut die nur getrocknet ist, ansonsten völlig Unbehandelt bleibt.
Pergament wird nach meinen Wissen aus Kälber und Lämmer Haut hergestellt die dabei auf gleichmäßige Dicke (Dünne) gebracht wird und zusätzlich mehrfach gewässert wird für eine gleichmäßige Oberfläche.
In beiden Fällen wird die Haut jedoch nicht mehr Chemisch behandelt bzw. gegerbt, und ist sich Optisch ziemlich gleich.
Rohhaut ist jedoch dicker und ein Ausgezeichnetes Backing, es kann in feuchten Zustand auf den Bogenrücken aufgeleimt werden (Hautleim oder notfalls Tischlerleim) und schützt den Rücken eines Bogens auch bei durchtrennten Jahrringen und zieht ihn ein wenig beim trocknen in einen Reflex.
Rohhaut bekommt man bei Dick (und einigen Anderen siehe Materialthread) oder in dem man große Hundekauknochen in Wasser aufweicht und auseinander fieselt.

Gruß Dirk

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 25.10.2009, 00:12
von Silverball
Okay ... So ganz ist mir das mit der Rohhaut noch nicht klar (hatte selber mehrfach guten Unterricht u.a. in einer Lederfabrik), den eine Haut, die zudem noch naß ist bzw nur "ein bißchen" getrocknet wird, gammelt doch?! Irgendwie muß man sie haltbar machen. Bei Pergament geschieht dies durch 'kalken', enthaaren/entfleischen und dem Trocknen im aufgespannten Zustand. Pergament wird def. nicht nur aus Kälber und Lämmern hergestellt. Es kommt ganz drauf an für was ich es brauche. Ein LampenschirmPergament hat eine gänzlich andere Dicke, als ein Pergament für eine Trommel oder ein Schreibpergament, geschweige den wenn man es als Einbandmaterial nutzen möchte. Bezüglich der gleichmäßigen Oberfläche geschieht dies auch nicht durch das wässern, sondern durch richtiges aufspannen und dem abschaben mit Bimssteinen und "Sicheln" (wenn ich den Ausdruck für das eigenartige Messer noch richtig weiß).

Auf jedenfall ist Pergament sehr empfindlich was schwankende Luftfeuchtigkeit und Temperaturen angeht. Es arbeitet bei kleinsten Veränderungen mit. Deshalb war ich ehrlich verwundert, das man es auch für die Bögen nimmt. Hat es nicht ein zu starkes "Eigenleben" dafür?

*lach* das mit der Rohhaut find ich jetzt mal wirklich interessant. Da wird wohl bald mal wieder ein Besuch beim Länderhändler und diverser Schule notwendig sein!

So, jetzt erstmal gut's Nächtle! ;)

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 25.10.2009, 08:51
von arcus (✝)
was du auf die Trommeln spannst, nennen wir rohhaut !--und natürlich ist die von Haaren und Fleisch--z.B. durch kälken befreit--mit pergament ist eben sehr dünne Haut gemeint.

Gruß Rolf

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 25.10.2009, 11:47
von eddytwobows
Silverball hat geschrieben:
Halt ich das Messer überhaupt gut so??
Ich nehm die Klinge an der breiten Seite mit der anderen Hand und schabe dann zum Ende des Staves das Holz weg, das geht recht "gut"..
Könnte besser sein... Aber ist das überhaupt die richtige Art...
Mach Dir da mal kein Kopf drum... die "richtige Art" ist grundsätzlich die, die funktioniert...! ;)
Jede andere Methode ist led. schneller, langsamer oder genau so gut... und bei Dir schauts doch schon ziemlichlich gut aus, nich wahr...!?! ;)

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 25.10.2009, 13:25
von Ravenheart
@Silverball:

Wenn das Holz des letzten zu entfernenden Ringes so weit reduziert ist wie auf den Bildern oben, versuche doch wirklich mal testweise eine etwas ältere Raspel quer zur Faser! Ohne Druck, nur rüberschieben! Das geht locker, sauber und schnell!

Ich versuch mal, Bilder zu machen....

Rabe

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 25.10.2009, 16:51
von Silverball
das mit der älteren Raspel ist so das Problem...
Die hab ich nicht... meine ist nagelneu und sauscharf....
Ich hab das mal mit nem Spachtel versucht quer zum Holz aber das geht auch nicht so gut.
Das Messer und kurz vor dem Ring quer zum Holz geht am besten..
Hab jetzt schon nen streifen von 35cm freigelegt und um jeden Knubbel etwas mehr Holz gelassen..

Frage:
- Die Knubbel sind doch ansich von diesem Jahresring der mein Rücken werden soll erhöht, muss ich
  da trotzdem noch mehr Holz stehen lassen oder einfach dem Jahresring den ich haben will folgen?!
- Knubbel die zur Seite rauslaufen würden mach ich zur Seite auch etwas dicker und
  nehm dafür auf der anderen Seite  genauso viel Holz weg, oder?

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 26.10.2009, 13:28
von Ravenheart
Silverball hat geschrieben: das mit der älteren Raspel ist so das Problem...
Die hab ich nicht... meine ist nagelneu und sauscharf....
Na, dann frag mal Papa, Opa, oder Onkel... Die haben auch alte im Keller...  ;)
Silverball hat geschrieben: - Die Knubbel sind doch ansich von diesem Jahresring der mein Rücken werden soll erhöht, muss ich
  da trotzdem noch mehr Holz stehen lassen oder einfach dem Jahresring den ich haben will folgen?!
Wenn Du das wirklich ohne Verletzung schaffst, ist das Freilegen die elegantere Variante! Optisch ein Traum!
Hast Du aber Zweifel. schadet Stehen-Lassen nicht.

Silverball hat geschrieben: - Knubbel die zur Seite rauslaufen würden mach ich zur Seite auch etwas dicker und
  nehm dafür auf der anderen Seite  genauso viel Holz weg, oder?
Ja, "seitlich was zugeben" ist richtig.
"Auf der anderen Seite was wegnehmen" aber nur, wenn die Fasern da auch tatsächlich konkav verlaufen! Sind sie da linear, lass sie so.
Damit er dennoch gleichmäßig biegt, wird die breitere Stelle dann ggf. im Ergebnis etwas dünner....

Rabe

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 26.10.2009, 22:20
von Silverball
Also, ich hab heute einen Wurfarm fast komplett den Rücken freigelegt.
Dem Griff lass ich ja noch mehr stehen weil da ja noch die Bücher draufgeschnitzt werden zum Ende hin.
Aber damit fang ich erst an wenn der Tiller passt, nicht das ich mir jetzt die Mühe mach und dann bricht der Bogen beim tillern weg.

Ich hab mit dem Messer weitergemacht bis ich soweit war wie auf dem Bild oben.
Dann hab ich mal prbehalber das messer umgedreht und wie von Rabe beschrieben mit der breiten, stumpfen Seite das Holz gegen die Faser versucht wegzudrücken.
Das ging recht gut, einziges manko, ich hab *wohl weil ich mal zu viel Druck genommen hatte* an zwei Stellen den Jahresring leicht angeraut.

- Frage, ist das jetzt schon schlimm oder kann ich das quasi, vorsichtig glatt machen und so lassen.
  Falls nicht werd ich dem Rücken wohl nen Backing verpassen müssen, damit da nichts passiert!

Die Knubel freilegen geht recht leicht... und sieht wirklich gut aus..
Werd mich morgen Abend dem anderen Wurfarm widmen und schauen wie weit ich da komm, dann mach ich auch mal Bilder von den angerauten Stellen
und von meiner weiteren Arbeit.

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 27.10.2009, 13:22
von Ravenheart
Silverball hat geschrieben: ... an zwei Stellen den Jahresring leicht angeraut.

- Frage, ist das jetzt schon schlimm oder kann ich das quasi, vorsichtig glatt machen und so lassen.
  Falls nicht werd ich dem Rücken wohl nen Backing verpassen müssen, damit da nichts passiert!
Das ist, so wie Du es beschreibst, überhaupt nicht schlimm! Einfach glattschleifen und gut is...

Rabe

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 28.10.2009, 21:42
von Thomas of hookton
hallo silverball.

ein herrgottschnitzer ist jemand, der den jesus schnitzt, der an den kreuzen hängt, hier in bayern vor allem zu beobachten.
die besten kommen meines wissens aus den alpenregionen.

mfg

Re: Projekt: Buchbinder-Bogen, die 1.

Verfasst: 29.10.2009, 09:03
von Silverball
Ahh, danke...
Als ich gerade dies Thema nochmal durch geschaut habe kam mir die Frage von mir auch wieder auf.  ::)

Jetzt hab ich wenigstens eine Antwort..

Dem Stave geht es noch sehr gut.. Der erste Wurfarm ist freigelegt
und mit dem zweiten habe ich schon angefangen.
Wenn ich später noch weiter mache werd ich auf meine neue Art den zweiten Wurfarm auch noch freilegen.
Dann kann ich anfangen den Bauch zu verjüngen.
Der Stave wird dann noch einen durchmesser von ca 5-5,3 cm haben.
Ich werd den Stave also auf der Bauchseite auf ca 3,5 cm runter arbeiten.

Für das Design hab ich mir einen Elb ausgesucht.
Ich glaube das durch die nicht so breiten Wurfarme die Bücher besser rüberkommen
und ich kann sie dadurch etwas weiter überstehen lassen.

Vielleicht küsst mich ja noch die Musse und ich schnitz am Ende noch angedeutete Buchstaben auf die Innenseite der Bücher.
Quasi als kleines geniales Detail.. Ideen hab ich irgendwie noch tausenden und in mir irgendwo die Angst sie alle nicht gut umsetzen
zu können oder den Stave am Ende zu verhunzen.... *seufz*

Der Stave ist ja Hasel, wenn ich die Wurfarme nun ca 3,5 cm in der Breite mach und 3,5 cm in der Dicke und sie dann zum Ende hin auslaufen lasse,
wie mach ich  das dann. Um die Frage mal vorweg zu nehmen.
Ab wo fang ich an den Bogen zu verjüngen, so in etwa?

Das angestrebte Zuggewicht wird bei 20-25 lbs liegen.. bei 28" Auszug..
Der Bogen wird eine gesammt Länge von 180-183cm bekommen.
Bis jetzt liegt der Griff genau in der Mitte, da aber der untere Wurfarm länger oder schwerer sein soll
*warum hab ich noch nicht so genau verstanden und ob das so auch richtig ist auch nicht ;) Da könnte mir noch mal jemand das genaue Prinzip und den Grund erklären*
hab ich dem Bogen auf der einen Seite 3cm Spiel mehr gelassen in der Länge....
Macht das Sinn..

Zusammenfassend meine Fragen:
- Haselstave: Macht es Sinn dem Bogen ab dem Griff 3,5 *3,5 cm zu geben und die dann nach aussen zu verjüngen.
  Bei einem angestrebten Zuggewicht von: 20-25lbs bei 28" Auszug. Vor allem, ab welchem Punkt verjünge ich die Wurfarme in etwa?
- Der Stave hat eine länge von 183cm. Da der Griff mittig von 180cm liegt *12cm Griff und je 6cm für jedes Buch als Fade out zum Wurfarm
  Ich hab da mal gehört das der untere Wurfarm länger oder schwerer sein soll. *stimmt das mit dem Länger überhaupt?*
  Wie viel länger macht man den unteren Wurfarm in etwa. Sind da 3cm viel zu viel gerechnet, reichen da mm oder halber cm oder wie viel in etwa ist das Maß??