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Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 22.12.2008, 14:29
von skerm
Hi!
Die Kanten hab ich vorher am Schleifbock abgerundet, eben deshalb. Meine müssen von Kitzen sein, denn die sind 20cm lang. Dafür sind noch sowas wie Fußwurzelknochen dran (bitte um Verzeihung für meine Rehanatomieunkenntnis). Ich hab die Sehnen zusammen mit den Hörnern bei der Highland Horn Company bestellt. Die Hörner werden wohl passen, ob die Sehnen ein guter Griff waren wird sich noch zeigen.
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 22.12.2008, 15:37
von skerm
Ein eher ernüchterndes Ergebnis von 2,5h Hämmern, Zupfen und Kämmen:
Mal schauen, wo ich neue Sehnen kaufen könnte.
Gruß,
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 22.12.2008, 16:06
von Christopher
Die Länge ist doch ok..
meine sind auch nicht länger..
die erste Sehnenschicht von meinem Bogen ist übrigens schon trocken, war sie aber eigentlich auch schon 24 Stunden nach dem Beppen trocken. vonwegen 1-2 Wochen...*Pfeifender Smiley*
"hornhart" zumindest.hab dann aber nochmal 3 Tage gewartet.
die Schicht ist aber auch recht dünn...
leider haben sich die WA verdreht

hab sie mit Wärme wieder begradigt, jetzt sind die ersten Erfahrungen auf dem Gebiet auch schon gemacht..
den Reflex hab ich auf 23cm angelegt, ein bisschen Vorsicht hat noch keinem geschadet..
mal sehen wer eher fertig ist...

Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 22.12.2008, 16:17
von Christopher
ach ja noch zum Kämmen: ich nehm statt einer Karde einen einzigen größeren Nagel. so fällt der Verlust kleiner aus, man braucht aber auch etwas mehr Zeit.
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 22.12.2008, 16:20
von skerm
Christopher hat geschrieben:
Die Länge ist doch ok..
meine sind auch nicht länger..
[...]
mal sehen wer eher fertig ist...
Ich weiß nicht. Das einzelne "Bündel" im Vordergrund ist so ein Durschnittsexemplar, aus dem dieser Haufen besteht. Der nicht dokumentierte Abfallberg hatte das doppelte Volumen.
Ich hab meine Karde zu dicht gemacht und hab dann zum vorkämen noch drei Stahlstifte in einer Linie mit 3-4mm Abstand reingeschlagen. Der Verlust in der Karde waren meist Stücke, die kürzer als 4cm waren. Ich weiß nicht, ob die viel zur Festigkeit beitragen würden, wenn ich sie nicht rausgekämmt hätte.
Wir werden sehen... :D
Ich muss erstmal einen Platz finden, wo ich ungestört hämmern kann. Im Keller kann ich das nicht machen, da drehen sonst meine Nachbarn (berechtigterweise) durch.
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 23.12.2008, 11:03
von Snake-Jo
@Daniel: Dein Sehnenhaufen siehtt gut aus. Eine lange Sehne bietet natürlich mehr Sicherheit. Du mußt jetzt deine Bündel schön überlappend verkleben. Am besten die einzelnen Fasern im Bündel gleich etwas verschieben und dann so aufleimen.
Das nächste Bündel kann man dann gut überlappend ankleben, da die Bündel ja dünn auslaufen.

Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 23.12.2008, 18:39
von Snake-Jo
Christopher hat geschrieben:
....die erste Sehnenschicht von meinem Bogen ist übrigens schon trocken, war sie aber eigentlich auch schon 24 Stunden nach dem Beppen trocken. vonwegen 1-2 Wochen...*Pfeifender Smiley*
"hornhart" zumindest.hab dann aber nochmal 3 Tage gewartet.
@Christpher: Ja, ist ein Märchen, die 2-3 Monate Trockungszeit oder so....

Nun haben wir aber auch keine muffige, feuchte Jurte im Winter, sondern Zentralheizung, Heißluftfön, Lampen etc.
Auf rohem Holz braucht die erste Sehnenschicht ca 48 h zum Trocknen und nochmals 2 Tage, bis sie hornhart geworden ist. Jede weitere Schicht trocknet dann innerhalb von 24 h. Bevor ich einen Bogen teste, lasse ich trotzdem 1 Woche vergehen.
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 23.12.2008, 22:31
von skerm
Snake-Jo hat geschrieben:
@Daniel: Dein Sehnenhaufen siehtt gut aus. Eine lange Sehne bietet natürlich mehr Sicherheit. Du mußt jetzt deine Bündel schön überlappend verkleben. Am besten die einzelnen Fasern im Bündel gleich etwas verschieben und dann so aufleimen.
Das nächste Bündel kann man dann gut überlappend ankleben, da die Bündel ja dünn auslaufen.
Hi!
Ja, klar, das werd ich so machen. Ich hab heute noch eine Runde geklopft. Die erste Sehne ging nicht viel besser als die gestern, die danach aber sehr gut. Sie ließ sich von Hand gut in Bündel ziehen und ich hab einige lange Stücke rausbekommen.
Trotzdem werd ich da Christopher nicht mehr einholen können. Ich war heut mittag mit Kollegen auf einen Glühwein, daraus sind mehrere geworden und ich bin dann leider draufgekommen, daß ich Tasche, Sehnen und Schlüsselbund im Büro liegen lassen habe. Das ist nun 70km weg und sowieso niemand mehr da wegen der Feiertage. Tja, "oft geht blöd" sagen wir dazu. Dabei wollt ich über die Feiertage während den Familienbesuchen trocknen lassen.
Gruß,
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 26.12.2008, 14:59
von Christopher
naja, also ich bin jetzt eh die nächsten Tage weg, also kann ich auch nicht weiter machen. die 2. Sehnenschicht ist allerdings drauf, muss nur noch etwas ausgebessert werden.
belegt ihr eigentlicht bei den Kanten nur das Holz oder auch später das Horn?
nur mit dem Horn bin ich noch nicht so weit gekommen, grade mal zersägt gestern Abend...

Jetzt wird gebogen.
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 27.12.2008, 14:36
von Snake-Jo
@Christopher: Ich bin ja so gespannt auf die Resultate Eurer beiden Anstrengungen.

Also nun erstmal tillern und den sehnenbelegten Rahmen in Form bringen, dann ans Horn.
Nach Auskunft von Experten werden die Kanten incl. Horn mit den Sehnen belegt, weil dies zusätzliche Stabilität gibt. Ich mache das kurz vor Anbringen der Wicklungen in einem zusätzlichen Sehnenbelag-Arbeitsgang.
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 29.12.2008, 16:07
von skerm
So, inzwischen habe ich meine Sachen aus dem Büro holen können und kann heute noch mit dem Sehnenbacking beginnen. Mit einem 500g Hammer ging bei den Sehnen schneller was weiter und ich habe diesmal einige längere Bündel rausbekommen. Ich kann nicht einschätzen, für wieviel Fläche die Bündel ausreichen, aber ich hoffe doch, daß sie für die erste Schicht ausreichen.
Ich habe den Rahmen rückwärts aufgespannt. Wie beim Tiller ist auch rückwärts aufgespannt die Biegung griffnah am größten.
(Um den Pfeil sieht es für mich noch zu steif aus)
Wenn ich die Bilder der Bögen in diesem
Artikel mit obigem vergleiche, fällt mir auf, daß die Bögen nicht so stark griffnah biegen, wie mein Rahmen es tut. Oder aber die langen steifen Enden (Kasan?) täuschen da, auf Standhöhe sehen sie ja wieder anders aus.

Oder sollte ich einfach die Breite stärker tapern?.. Da werde ich gleich ein Nickerchen drüber halten!
Gruß,
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 29.12.2008, 18:44
von Snake-Jo
@Daniel: NÖ, das sieht gut aus. Griffnahe Biegung soll man nicht übertreiben. Wie schon mal gesagt: Die kritischste Stelle ist direkt hinter dem Griff. Da muss man aufpassen, das kein Knick entsteht. Lieber auf einen runden (Kreisbogen-)Tiller hinarbeiten, gibt mehr Sicherheit.
Ich spanne meine Bögen immer mit einer chnur zurück, dazu eine kleine Kerbe außen anbringen (außen hier bei rückgezogenen Bogen, also eigentlich Siyahspitze/ Bogenbauch).
Auf dem Bild sieht man diese kleine Rückspannkerbe bei den rechten drei Siyahs. Vorteil: Eine Schnur mit Schlaufen kann man schnell lösen und immer wieder verwenden, auch beim Lagern des fertigen Bogens.

Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 29.12.2008, 21:53
von skerm
Ich würde einen Kreisbogentiller auch optisch bevorzugen. Mal schauen, was rauskommt! Rückspannkerben sind eine gute Idee, muss ich noch hinzufügen.
Nun ist auch bei mir die erste Sehnenschicht drauf. Was für eine Prozedur. Nach dem Wässern im Spülmittel verwandelte sich meine Sehnenbündelhaufen in ein Riesensehnenbündel. Aber ich hatte genug Zeit, da Bündel rauszuziehen, weil der Hautleim dünn war und ich erst noch zusätzliche Plättchen anlösen musste, um auf Honigkonsistenz zu kommen. Der Leim braucht echt nicht viel Wasser..
Hoffentlich hält das ganze auch am Rahmen!
Gruß,
Daniel
Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 30.12.2008, 13:56
von Snake-Jo
@Daniel: Keine Sorge, normalerweise reißt man mit der Sehnenschicht auch Holzfasern ab. Wichtig: Immer schön mit dem Heißluftfön arbeiten! Vorher, nachher und zwischendurch.
Eine Sehnenschicht, die man einfach so auf die vorherige
"draufpappt", sprengt sich ab.
- 1. Schicht aufrauhen, aber heftig (Sägeblatt)
- dünnen Leim aufpinseln und mit Fön alles anlösen
- dicken Leim aufpinseln, Fön
- die getränkten Sehnenbündel auftragen
- alles dick einpinseln
- Fön
- anpressen
- glatt streichen
Jo (kein Draufpapper)

Re: Kompositbogen bauen
Verfasst: 30.12.2008, 16:17
von skerm
Das werde ich genau so machen. Ich habe beim Erwärmen für das Ausquetschen überschüssigen Leims ja gesehen, wie ich erwärmen muss. Beim ersten Auftragen von Leim auf den Rahmen war ich da wahrscheinlich noch zu vorsichtig. Beim Hautleim von Dick steht dabei, daß er nicht über 75°C erwärmt werden sollte. Mit dieser Temperatur habe ich ihn dann auch aufgepinselt. Ich werde eh bald merken, ob es hält oder nicht.
Wenn ich nach der zweiten Schicht nochmal föhne, löst sich dann nicht die erste auch wieder an? Falls ja, wozu wartet man dann auf die Aushärtung der ersten Schicht?
Gruß,
Daniel