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Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 25.10.2007, 10:32
von walta
hallo
war nur eine ironische bemerkung
;-)))
muss mal nachzählen wie oft die bemerkung "bitte die suchfunktion benutzen" im forum vorkommt.
grüsse
walta
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der keine signatur hat ;-)
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 27.10.2007, 14:11
von Ravenheart
So, die Anleitung ist nun auch in besserer Qualität im WiKi verfügbar:
http://www.fletcherscorner.de/mwiki/index.php/Sehnenbau
(Hinweis: Falls der Zugriff hierüber nicht klappt, 1 x Wiki links über's Menü öffnen und einloggen, dann hier her zurück und noch mal hier anklicken! Vorteil: Wiki wird im Vollbild gezeigt > ohne seitl. Scrollen lesbar!)
Rabe
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 16.09.2008, 11:37
von Granjow
*hervorkram*
http://granjow.net/fotos-bow.html#h_FlämischerSpleiss
Ist das ok oder hab ich noch etwas vergessen?
Warum sollte das Öhrchen nicht mehr als 25 mal eingedreht werden? Ist es sonst zu lang und hält nicht mehr gut auf dem Bogen, oder aus einem anderen Grund?
Das Video ist btw super

Nur wär etwas anderes als RealMedia auch was, bei mir stürzt der Player regelmässig ab, und da spulen nicht geht, muss ich die Zeit einfach abwarten, bis ich wieder am richtigen Ort bin.
Btw, an die Grafiker hier:
Inkscape würde sich für Zeichnungen um einiges besser eignen, da es vektorbasiert ist. SVG-Dateien kann man auch im Wiki anschauen.
http://inkscape-forum.de/
http://de.wikibooks.org/wiki/Inkscape
Simon
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 16.09.2008, 15:10
von Squid (✝)
Das Öhrchen soll soweit eingedreht werden, wie nötig - so dass es eben auf die Nocke passt.
Die Sehne an sich soll nur 10 - 30 mal eingedreht werden. MINDESTENS 10 mal, damit die Spleisse halten, HÖCHSTENS 30 mal, sonst wird sie zu elastisch.
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 16.09.2008, 19:32
von Granjow
Echt? o-O Dann wäre meine Sehne total unideal? Im Film wird das doch auch so gemacht?
Wobei: Macht das etwas, wenn sie elastisch ist? Sie dehnt sich ja nur ein bestimmtes Stück weit. Und dann gar nicht mehr. Sollte sie sich beim Schiessen wieder zusammenziehen, würde das den Pfeil ja noch beschleunigen. Oder?
Granjow
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 16.09.2008, 20:05
von acker
Hallo,
Das Video läuft bei mir so pixelig da kann ich mal garnix erkennen.
Gruß Acker
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 16.09.2008, 20:20
von Squid (✝)
Alllllso: Wenn ich einen Bogen mit filigranen Mininocken habe, brauche ich ja nur ein Öhrchen von etwa 1 cm Durchmesser.
Habe ich aber einen Bogen mit Siyahs (wobei die Reiterbogen auch oftmals Endlossehnen haben), Recurves oder einfach ausgeprägteren Nocken, muss das Öhrchen natürlich etwas größer sein - im Extremfall bis zu 8 cm im Durchmesser.
Entsprechend lang muss ich natürlich spleissen.
Aber der Spleiss kann in jedem Falle in der Sehne relativ kurz etwa über einen Strecke von 5 - 8 cm auslaufen.
Am anderen Ende macht man bei flämischen Sehnen ja üblicherweise kein Öhrchen sondern nur ein Stück Spleiss in das man dann den Bogenbauerknoten macht. Damit ist dann durch Verschieben des Knotens die grobe Längeneinstellung möglich.
Die Feinabstimmung macht man dann durch Eindrehen der Sehne: 10 Drehungen MÜSSEN sein, bis zu 30 können.
Insoweit: Ja, Deine rotweisse Sehne ist zu stark eingedreht. So viel ist nicht nötig und der Leistung abträglich. Aber ob das wirklich einen soooo großen Unterschied macht, mag mal dahingestellt bleiben. Sieht zumindest gut aus und die 5 fps die du verlierst sind auch nicht die Welt...
Ein Gummibandeffekt der Sehne beschleunigt den Pfeil leider nicht. Je härter eine Sehne ist, desto mehr Energie überträgt sie vom Bogen auf dem Pfeil. Und sie belastet den Bogen mehr, denn der Stoppeffekt auf den Bogen ist viel härter als bei einer nachfedernden Sehne.
Eine geringfügig dehnbare Sehne schont den Bogen, wiel sie den Bogen nach dem Schuss sanfter bremst. Aber sie kostet eine Winzigkeit Leistung, weil die Energie, die der Bogen zum Dehnen der Sehne aufbringt eben nicht mehr auf den Pfeil übertragen werden kann.
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 17.09.2008, 07:10
von Granjow
Okay, das macht Sinn, es nur so gross zu machen wie nötig.
Wie sehen denn «richtige» Sehnen aus? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Wenn man die doch nur 10 bis 30 mal eindreht, dreht sich da der gespleisste Teil nicht wieder auf? Und wie genau wird der Abschluss gemacht?
Über den Gummibandeffekt muss ich mal nachdenken. Der will mir noch nicht so ganz in den Kopf rein.
Simon
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 17.09.2008, 09:23
von Ravenheart
Ca. 25 Umdrehungen sind normal, 10 sind wirklich das absolute Minimum, wenn einem die Sehne etwas zu kurz geraten ist...
wg. Gummiband:
Denke Dir einen 1 mm dicken Stahldraht von 30 cm Länge.
Zieh den in Gedanken in die Länge.
Geht nicht, hm?
Nun denke Dir aus dem selben Draht eine 30 cm lange, um einen Pfeilschaft gewickelte Spirale.
Ziehe die!
Aaaahhh!!
Drehst Du eine zu lange Sehne stark ein, nähert sich der Verlauf der Stränge immer mehr der Spirale aus o.a. Beispiel - und wie oben steigt auch damit ihre Elastizität.
Gescheckt?
Rabe
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 17.09.2008, 10:40
von Vikinger
Das kannst du auch ganz schnell praktisch selber austesten:
Nimm einfach ein Stückchen Schnur (z.B. Paketband oder so, ist ansich wurscht), halte das eine Ende fest und das andere verdrillst du jetzt einfach, also immer schön zwischen dem Fingern in eine Richtung drehen.
Du wirst sehen, dass sich das Band schnell um sich selber winden wird, wenn du es locker lässt. Ziehst du es nun stramm, so gehen diese Windungen auseinander, die Drehung ansich bleibt aber im Band bestehen.
Lässt du es wieder locker, dann verdreht es sich wieder stärker ineinander.
Probiers einfach mal aus, so ist das auch im übertragenen Sinne mit der Sehne zu verstehen.
Gruß,
der Vikinger

Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 17.09.2008, 20:53
von Granjow
Nein, nein, nein!
Mir ist natürlich klar, dass sich eine eingedrehte Sehne streckt. Wir haben schon im Kindergarten Schnüre so hergestellt (erinnert ihr euch? Schlaufe aus Garn machen, eine Seite an die Türklinke, die andere in die Hand, Bleistift durch die Schlaufe und eindrehen … am Schluss eine Schere an der Mitte anhängen und eindrehen lassen. Wenn man ganz lang eindreht mit dem Bleistift, wird man immer näher zur Tür gezogen …)
Nur. Ich habe den ganzen Tag Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und im ersten Band der TBB steht dazu auch was drin. So in etwa: Die stärkste Belastung erfährt die Sehne nicht beim Ziehen, sondern am Schluss, wenn sie abrupt gespannt wird bzw. den Bogen auffangen muss.
Dann wird sie auch am meisten gedehnt. Ist ja logisch.
Was nun einfach nicht richtig zieht, ist der Vergleich mit dem beliebten Gummiband. (Wortspiel gefunden?)
Ich zieh den Bogen aus, und zwar ganz. Ja, die Sehne wird gedehnt. Ein
ganz kleines Stück. Aber nur bis zu einer bestimmten Länge. Wenn ich loslasse, wird sie nicht weiter gedehnt, vielleicht zieht sie sich auch wieder etwas zusammen, jedenfalls spielt es hier meines Erachtens keine Rolle, ob sie nun etwas auseinander gezogen ist oder nicht. Nun, am Schluss, wird beim Auffangen der Wurfarme die Sehne stark belastet, aber dann ist der Pfeil eh schon weit weg. Da stört es niemanden, ob sie sich nun etwas dehnt oder nicht. Naja, wenn sie es nicht tut, stört es wohl doch jemanden
Wenn man die Sehne jetzt durch ein Gummiband ersetzen würde … Irgendwo muss die Kraft verloren gehen, die für die Dehnung benötigt wird. Aber dann arbeitet das Gummiband, wenn der Bogen ausgezogen wird, auch nicht anders als mit einer Stahlsehne. Warum auch? Während der Beschleunigung können keine höheren Kräfte auftreten als beim Ausziehen, das Gummiband wird sich dann also auch nicht mehr dehnen (der Auszug wird dabei natürlich entsprechend grösser …). Nur beim Auffangen der Wurfarme, was mit einem Gummiband aber sowieso nicht einfach ist. (Laut TBB1, Kapitel über *nachdenk* Effizienz … nö … ihr wisst schon welches. Abschnitt über Sehnen. Laut dort wird an dieser Stelle am meisten Energie übertragen, was ich einfach nicht für richtig halte.)
So wie ich das sehe, ist also der einzige Punkt, wo Energie verloren gehen kann, die Dehnung der Sehne. Andererseits: Wenn man Energie auf den Bogen ausübt, biegt er sich, also muss er sich auch wieder zurückbiegen. Dabei wird wieder Energie frei.
Physiker vor! WO geht genau die Energie verloren. Hat das schon mal jemand ausgetestet?
Simon
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 17.09.2008, 21:59
von acker
Hallo,
Jo hat sich wer gedanken zu gemacht.
Tim Baker, TBB4
Eine Kurzauflistung der Energiefresser:
Wurfarmvibration: 10% bei einem gut gebauten Bogen
20% bei einem schlechten Bogen
Hysterese: ca 9%
Sehnenmasse: ca 9% ( 10-gr/#-Pfeil und 3-gr/#-Sehne)
Sehnendehnung: Ca 1%
andere : Ca 1%
Gruß Acker
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 04.10.2008, 17:15
von Trinitatis
Hi, ich weiß garnicht warum es manchen so schwer fällt eine passende
flämisch gespleißte Sehne mit 2 Ohrchen zu bauen. Ich hab mir das ganze einmal angeschaut, und schwupp di wupp hab ichs begriffen. Ich baue im Monat ca. 80 Sehnen, da ist dann natürlich schon etwas übung drin.
Aber auch mit weniger Übung lässt sich eine Flämisch gespleißte Sehne sehr einfach bauen. Ein Sehnenbrett ist natürlich sehr stark von vorteil. Hier kann alles nötige eingestellt und überprüft werden...
Ich werde bei gelegenheit mal ein Video in hoher Qualität machen und einstellen...
LG Dani
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 14.10.2008, 17:16
von Bello
@ Trinitatis Das mit dem Video fänd ich super! Da ich selber noch ein absoluter Neuling /blutiger Anfänger bin (nächstes We ist bau ich meinen ersten Bogen) werde ich in naher Zukunft auch das Bedürfnis nach selbst geknüpften Sehnen haben.
Danke schonmal!
Grüße
Bello
Re: flämischer Spleiss
Verfasst: 14.10.2008, 17:36
von shortRec
Granjow hat geschrieben:
Wenn man die Sehne jetzt durch ein Gummiband ersetzen würde … Irgendwo muss die Kraft verloren gehen, die für die Dehnung benötigt wird. Aber dann arbeitet das Gummiband, wenn der Bogen ausgezogen wird, auch nicht anders als mit einer Stahlsehne. Warum auch? Während der Beschleunigung können keine höheren Kräfte auftreten als beim Ausziehen, das Gummiband wird sich dann also auch nicht mehr dehnen (der Auszug wird dabei natürlich entsprechend grösser …). Nur beim Auffangen der Wurfarme, was mit einem Gummiband aber sowieso nicht einfach ist.
...
So wie ich das sehe, ist also der einzige Punkt, wo Energie verloren gehen kann, die Dehnung der Sehne. Andererseits: Wenn man Energie auf den Bogen ausübt, biegt er sich, also muss er sich auch wieder zurückbiegen. Dabei wird wieder Energie frei.
Physiker vor! WO geht genau die Energie verloren. Hat das schon mal jemand ausgetestet?
Simon
Bin zwar nix Physiker aber:
Beim Lösen wird die Sehne von den Enden her heftig beschleunigt (jedenfalls bei meinem kleinen Bearchen

) in der Mitte aber von einem trägen Massestück (Pfeil) gebremst. Dadurch erfährt die Sehne eine entsprechende Dehnung, die bei einer Gummisehne die Wurfarmarbeit fast auffressen würde. Dann kommt irgendwann der Punkt, an dem die Tips die größte Entfernung von einander haben, die die Sehne zulässt. Der Bogen würde sich gerne weiterbiegen (Vorspannung), wird aber von der Sehne daran gehindert und schlagartig abgestoppt. Das geht mit der Zeit aufs Material. Wollen wir hier Dämpfung, müssen wir die Dämpfung auch beim Lösen in Kauf nehmen und uns mit weniger Leistung begnügen.
Und nochmal: Energie geht nicht verloren, sie taucht nur in anderer Form an anderer Stelle auf. Die Energie, die beim Abschuss "verloren" geht, findest du zum größten Teil in Materialverformung (z.B. Dehnung der Sehne) und Wärme wieder.