Bernhard Langbogen hat geschrieben:
Meteoriteneisen hat nur einen höheren Nickelgehalt, ansonsten ist es gleich wie unseres.
Außerdem: der Stahl wird nicht geschmolzen!!!!!! Er wird nur zerteit und umgeschmiedet! Wenn ich den Mist schmelze, dann mach ich alles was den Meteroitendamast ausmacht dahin!
Ich muß mir dieses Buch Besorgen wo sowas steht.
Alamannic_Michael, ich arbeite in einen Schmiedekonzern und entweder hat der Autor eine große Phantasie oder er drückt sich falsch aus.
Bernhard
Also...ich arbeite am Institut für Werkstoffe der Ruhr Univerität Bochum.
Bin zudem Cand. Ing und schreibe gerade an einer Studienarbeit über Schnellarbeitsstähle. Genug von dem blöden "ich hab aber auch Ahnung *Nase zeig*".
Du kannst dir gerne das Buch besorgen. Hast du die Schliffe des Meteroiten in deinem Link bei Wiki angeschaut? Dort sieht du ein Widmannstättsches Gefüge...das Gefüge ist sehr grob...und durch die ewige Zeit da draußen im All hast du gewisse Entmischungen...wenn du dieses Material faltest...was wird wohl entstehen? Ein Stahl mit einem Muster...den man Meteroitendamast nennt...sicher wird auch ein Stahl bei dem du normalen Stahl mit dem Meteroiteneisen vermischt indem du damaszierst von vielen als Meteroitendamast bezeichnet...
Halten wir fest das Zeug enthält Nickel und der ist in normalem Erz selten...ob nun Entmischung oder nicht...das kannst du gerne selbst entscheiden.
also nennen sagen wir du hast Recht und ich meine Ruhe, denn beides mag richtig sein...ok? Müßig sich wegen sowas zu streiten...wünsch dir viel Spaß beim Fackelzug...
@schorl
Das was du meinst ist der gemeinhin als Wootz-Damast bezeichnete Stahl.
Das ist eben der jahrhunderte alte Streit ob der durch feuerverschweißen gefertigte Damast wirklich so bezeichnet werden darf.
Gibt ja auch noch so Sachen wie Furnierdamast, wo eben der Damast um die eigentliche Schneidlage zu "kosmetischen" Zwecken aufgeschmiedet wird.
@jerryhill
Ja...je nach HSS ist ne Menge Wolfram drin...wobei ne Menge z.B. bei nem sehr üblichen HSS dem HS6-5-3 eben 6% ist. Der ist als Karbidbildner drin.
Und sauscharf ist eben definitionssache. Ich hab Pfeilspitzen aus massivem HSS. Die sind super stabil und ließen sich gut ausschleifen...aber...wenn man sie fein ausschleift ist der Grat sehr instabil...naja...ist ja bei ner Pfeilspitze egal. Aber bei nem Messer...da finde ich mein selbstgemachtes Finnenmesser aus 3 Lagen Stahl schärfer...selbst die Klingen aus X40Cr13 kann ich schöner ausschleifen obwohl die auch zu Chromkarbiden neigen ...wie gesagt...im HSS sind M
2C, M
6C und z.T. auch MC Karbide...und je nach Herstellungsart sind die nicht unbedingt klein. Sicher 'n Sägeblatt wird keine groben Klötze von 200 µm enthalten...trotzdem superscharf zu schleifen und bleiben...sagen wir man kann robuste Arbeitsmesser daraus herstellen, die nach harter Schleifarbeit (wenn man es mit Schleifsteinen von Hand macht und nicht mit Maschinenunterstützung) schön abzuziehen sind, weil der Stahl eben Härten um die 60HRC +/- 2HRC haben wird. Aus gleichen Grund sind sie eben ziemlich schnitthaltig...makroskopisch gesehen.
Ich seh gerad du schreibst ostzonal...hmmm...da könnte sogar noch mehr Wolfram drin sein...die Ostzone hat eher Wolfram eingesetzt (weil Russland da wohl Ressourcen hat) während Richtung Amiland versucht wurde Wolfram durch Molybdän und Vanadium zu substituieren.
@mbf
hab die Veröffentlichung auch auf der HP vom Lehrstuhl gefunden...
M. Pohl, N. Lindner
Gefüge und Eigenschaften von Damaszener-Stählen
Prakt. Met., Sonderbd. 25 (1994), S.519 - 530
Da müßte der Kram drin stehen...
hier ist noch ein bisserl mehr von ihm...
Damaszenerstahl
Prakt. Metallogr., Sonderbd. 29 (1998), S. 55 - 92
M. Pohl, N. Lindner
Damaszener-Stahl
Schrift zur Ausstellung "Damaszener Schwerter vom Lübecker
Ring" in Soest 11/2000, Heft 8, S.25-32
M. Pohl
Gefüge und Eigenschaften von Damast- und Duplexstählen
Widmung Prof. Dr. Dr. h. c. mult Günter Petzow
Prakt. Metallogr., Sonderbd. 33 (2002), S. 3 - 10
das war alles was ich auf der HP gefunden hab.