Frage um Rat für neuen Bogen

Themen zum Bogenbau
Benutzeravatar
Benedikt
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3157
Registriert: 01.09.2013, 12:41
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 95 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Benedikt »

Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 12:31
fatz hat geschrieben: 15.01.2026, 11:37 Ein 30-Pfuender mit Warbow Abmessungen ist kein Bogen, was ist grober Murks und schad ums Holz. Sowas kann nicht schiessen.
Kannst ihn ja nach den Abmessung die ich oben geschrieben hab ueberarbeiten.
Das ist mMn der beste Tipp. Du bist unzufrieden mit deinem viel zu langen viel zu laschen 30#-Bogen, willst aber nicht wirklich mehr Zuggewicht sondern einfach mehr Zoing. Was soll der rumliegen und Staub ansetzen während du einen anderen Stave uU verhunzt. Nimm deinen Eibenbogen. Wenn der in der Breite noch Warbowmaße hat kannste da sogar noch entscheiden, ob du n Flachbogen oder nochmal n Stabbogen draus machst. Hornnocken kannste recyclen und Schmaler machen.

Und wenn dir dann das Zuggewicht zu gering wird, weil du Kraft aufgebaut hast, nimmste dir deinen zweiten her und baust einen mit mehr Bumms.

+1, find ich auch gut. Kürz No. 1 auf so 160cm, Zuggewicht würd ich erstmal versuchen über die Breite einzustellen (Eibenkern gibt erst Bums (bzw. besser formuliert: Eine adäquate Rückstellkraft), wenn der schön komprimiert wird, dafür brauchs n bisschen Dicke), und alles was du daraus schon lernen kannst, kann später an Stave No. 2 umgesetzt werden.
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Indie12
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 864
Registriert: 01.10.2005, 13:24
Hat gedankt: 76 Mal
Hat Dank erhalten: 103 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Indie12 »

Ich würde erstmal 170-165 vorschlagen.

Auf PA wird folgender Ansatz propagiert: Holz kann nur einen begrenzt engen Biegeradius ab, bevor es bricht oder knittert.

Deshalb wird die Auszugslänge von der Holzdicke bestimmt.
Das Zuggewicht wird über die Breite reguliert.
Benutzeravatar
Benedikt
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3157
Registriert: 01.09.2013, 12:41
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 95 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Benedikt »

Bei mitbiegendem Griff und wenn du net gard n Warbow baust, passt die Formel 2x Auszug ganz supi find ich, bei 28" haste da noch 17cm Reserve ;) Gerade wenn wir über mitbiegenden Griff sprechen, selbst ein bisschen Biegung da bringt schon so viel für den Auszug. Deswegen is ja auch Set nahe an den Fadeouts so kacke :P

Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 13:43
Auf PA wird folgender Ansatz propagiert: Holz kann nur einen begrenzt engen Biegeradius ab, bevor es bricht oder knittert.

Deshalb wird die Auszugslänge von der Holzdicke bestimmt.
Das find ich ja viel zu allgemein, da spielt soviel mitrein, Holzart, Qualität.....selbst bei sonst identisch gleichen Bögen: Nehmen wir das Beispiel geröstete Esche/ Hasel oder so. Selber Biegeradius, einmal knitterts weil der Rücken zu zugfest is und den Bauch zerquetscht, einmal nicht, da der Rücken mehr der nötigen Längenveränderung für den Biegeradius aufnimmt. Oder nimm den einen Sapbogen von Hieronymus mit dem Hornstreifen in der Bauchmitte. Das macht nix anderes, als den Bauch druckfester zu machen, um die Leistung aus dem Rücken zu holen, wo Hasel phänomenal auf Zug performt (was übrigens total genial is, irgendwann will ich sowas auch mal basteln :D).

...I wish it was that easy tho.... ::)
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 22540
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 11 Mal
Hat Dank erhalten: 129 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Ravenheart »

Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 13:06
Und auch 35#er können voll abgehn, das is die hohe Kunst :P :D. Grds. selbes Prinzip, gerad so nahe an die Belastungsgrenze dass er noch hält, aber nich unterfordert is. Und halt passend leichte Pfeile.
Jepp...
Mein allererster LB war aus Blackcherry, 185m, und zog 35#.
Damit war ich auf einem ca 150m Bogenschießplatz...
...und hab zu meinem Schrecken 20m über den hinteren Zaun geschossen! Mit Standardpfeil..

(Leider ist der Bogen nach einigen Jahren an einer Aststelle gebrochen..)

Rabe
Indie12
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 864
Registriert: 01.10.2005, 13:24
Hat gedankt: 76 Mal
Hat Dank erhalten: 103 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Indie12 »

@Benedikt:
Vllt hab ichs etwas vereinfacht wiedergegeben, aber ich finds nicht zu allgemein, wenn man sichs richtig durchdenkt und die möglichen Radien verschiedener Hölzer berücksichtigt, sprich, dein Satz "Selber Biegeradius, einmal knitterts weil der Rücken zu zugfest is und den Bauch zerquetscht, einmal nicht, da der Rücken mehr der nötigen Längenveränderung für den Biegeradius aufnimmt" verallgemeinert mehr, als es gemeint ist.
Für mich gehts darum: ein 160cm langer Bogen soll 50# haben. Du kannst ihn jetzt 2,5cm breit und 2cm dick bauen und kommst auf 50#, hast aber nach 20 Schuss Stauchbrüche. Oder du baust ihn 5cm breit und 1cm dick und bist fein. Nimmst ein anderes Holz variieren natürlich die Maße, aber das Prinzip ist das gleiche.
Benutzeravatar
Benedikt
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3157
Registriert: 01.09.2013, 12:41
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 95 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Benedikt »

Darum gehts ja irgendwie, den Punkt dazwischen finden.

Zitat Killerkarpfen: Ein guter Bogen ist im Vollauszug 95% gebrochen ;D
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6779
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 195 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von fatz »

Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 13:43 Auf PA wird folgender Ansatz propagiert: Holz kann nur einen begrenzt engen Biegeradius ab, bevor es bricht oder knittert.
Ned ganz. Das laesst die Dicke weg. Die Belastung des Holzes kommt einfach aus dem Aenderung der Bogenlaenge innen und aussen.
Die errechnet sich aus Laenge, Biegeradius und Dicke. Holz laesst einfach nur einen bestimmten Prozentsatz stauchen bzw. dehnen.
Wenn mehr willst scheppert's oder es knittert. Daraus folgt aber, dass du einen leichen Bogen viel staerker biegen kannst als einen schweren
Haben ist besser als brauchen.
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6779
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 195 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von fatz »

Nochwas: Wenn auf PA das so propagiert wird wie ich's zitiert hab, kommt genau das raus was der Threadersteller gemacht hat.
Haben ist besser als brauchen.
Benutzeravatar
Benedikt
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3157
Registriert: 01.09.2013, 12:41
Hat gedankt: 3 Mal
Hat Dank erhalten: 95 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Benedikt »

Hihi, Bogenbauen is aber auch komplex ey.

Der Grund, warum 30-40# Flachbögen (bei Stabbögen isses meist eher die Länge) oftmals a bissl Krücken sind, liegt mMn auch daran, dass man die ohne viel Erfahrung oft in ner Breite, die es auch für 60# tun würde, anlegt. Zumindest meiner Erfahrung nach. Ich hab 8 Jahre Nachdenkzeit und Bogenbaupause gebraucht, um das mal zu raffen ;D ::) Und siehe da, auf einmal schießen meine Kreationen mit geringerem Zuggewicht viel flotter :D

Achso @Fatz: Teilzitate aus dem Kontext reißen is nich nett. Stand ja direkt dabei ;)
Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 13:43 Deshalb wird die Auszugslänge von der Holzdicke bestimmt.
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Indie12
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 864
Registriert: 01.10.2005, 13:24
Hat gedankt: 76 Mal
Hat Dank erhalten: 103 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Indie12 »

fatz hat geschrieben: 15.01.2026, 16:35
Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 13:43 Auf PA wird folgender Ansatz propagiert: Holz kann nur einen begrenzt engen Biegeradius ab, bevor es bricht oder knittert.
Ned ganz. Das laesst die Dicke weg. Die Belastung des Holzes kommt einfach aus dem Aenderung der Bogenlaenge innen und aussen.
Die errechnet sich aus Laenge, Biegeradius und Dicke. Holz laesst einfach nur einen bestimmten Prozentsatz stauchen bzw. dehnen.
Wenn mehr willst scheppert's oder es knittert. Daraus folgt aber, dass du einen leichen Bogen viel staerker biegen kannst als einen schweren
Aber je dicker der Bogen desto größer wird die Differenz zwischen Dehnung und Stauchung, und da doe meisten Hölzer eher zugstark sind, wird der Bauch mehr gestaucht und knittert ;)

Übrigens sorry an den Themenersteller dass das hier grad von seinem Thema wegdriftet. Aber ich finds spannend, mit euch darüber zu fachsimpeln
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6779
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 195 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von fatz »

Sag ich ja. Die Dicke muss dabei sein. Sonst isses BS
Haben ist besser als brauchen.
Dirk S
Newbie
Newbie
Beiträge: 21
Registriert: 04.07.2006, 16:09
Hat gedankt: 1 Mal
Hat Dank erhalten: 2 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von Dirk S »

Indie12 hat geschrieben: 15.01.2026, 18:36

Übrigens sorry an den Themenersteller dass das hier grad von seinem Thema wegdriftet. Aber ich finds spannend, mit euch darüber zu fachsimpeln
Moin - und nein, ich empfinde das überhaupt nicht wegdriftend!
Ich bin Euch sehr dankbar für Euren input und Eure Gedanken und Ratschläge.
Ich kann nur versuchen sie einzuordnen, zu verstehen und dann - hoffentlich - auch irgendwie umzusetzen.

Und sooo schlecht, wie es hier teilweise dargestellt wird, ist mein erster ELB auch wieder nicht. Immerhin schieße ich damit schon seit fast 20 Jahren (mit zunehmendem Alter vergesse ich gerne wie lang etwas schon her ist) und er hat vom ursprünglichen Zuggewicht gerade mal 2 Pfund verloren und Stringfollow ist auch recht gering.

Also, vielen Dank an Alle Rat und Tippgeber!

Gruß
Dirk
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6779
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 195 Mal

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Beitrag von fatz »

Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 17:00 Achso @Fatz: Teilzitate aus dem Kontext reißen is nich nett. Stand ja direkt dabei ;)
Hab ja auch ned so geschrieben. Fuer mich war ned klar, ob der Zusatz mit der Holzdicke von ihm oder aus PA war.
Wie auch immer: Das muss alles in eins, sonst schaut man nur die Haelfte an
Haben ist besser als brauchen.
Antworten

Zurück zu „Bogenbau“