Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

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bowjo
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von bowjo »

Hallo zusammen,

ich hab da mal eine Frage zu. Vor gar nicht langer Zeit, wurden hier ja Sehnen aus Leinen zum Testen verschickt. Wenn ich mich recht erinnere, dann wurden diese Sehnen von der Dehnbarkeit ähnlich dem FF eingeschätzt. Wenn jetzt eine Sehne aus Leinen ähnliche Eigenschaften aufweist und für gut für Selfbows bewertet wird, warum ist dann FF ein Bogenkiller?

Das verstehe ich nicht.

VG
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killerkarpfen
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von killerkarpfen »

unnötiges Zitat geöscht
Weil ich finde, dass man Leinen auch genausogut mit Dacron vergleichen kann.
Leinenensehnen sind nie so dünn wie man eine FF- Sehne machen kann und sind deshalb etwas gutmütiger einen tick langsamer.
Das will aber hier kaum jemand lesen :-X
Sie sind aber effektiv nicht sehr elastisch, ähnlich wie FF
Eppur si muove
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bowjo
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von bowjo »

Dein unnötiges Zitat hab ich noch gelesen, verstanden hab ich es aber nicht. Wie auch immer, ich hab halt noch keine Ahnung von der Materie, entschuldige bitte wenn ich da mal nachfrage.
Mir ist es auch wirklich egal was hier gerne gelesen wird oder auch nicht, mich interessiert das wirklich. Wenn FF dünner gemacht werden kann, dann könnte das ja Auswirkungen auf die Nocken haben weil sich das dünnere Garn einschneiden kann?? Richtig??
Wenn die Leinensehnen von der Dehnbarkeit vergleichbar sind und diese wie schon gesagt für Holzbögen o. K. sind, dann verstehe ich nicht warum FF die Bögen brechen lässt. Vielleicht bin ich ja auch zu blöde.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von Galighenna »

Die Frage ist schwer zu beantworten.
Grundsätzlich würde ich behaupten das harte undehnbare Garne besser sind als weichere Garne, weil die Effizienz steigt.
Es gibt aber immer wieder mal Einzelfälle bei denen es Probleme gibt, nachdem die Sehne gegen FF getauscht wurde.
Meine Meinung dazu ist, dass es bei diesen Bogen einen "Fehler" geben muss, eine Besonderheit. Diese sorgt dafür das der Bogen Schaden nimmt wenn das Garn zu hart ist. Was genau es ist, konnte aber noch niemand so recht identifizieren.
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killerkarpfen
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von killerkarpfen »

Bowjo im Zitat stand Deine Frage im Volltext. Meine Antwort darauf ist immer noch da.

Also dass das sehr dünne FF-Garn in die Nocken einschneidet ist der mir bekannte Hauptgrund.
Eine Leinensehne ist mit der gleichen Reisskraft aber wesentlich dicker als FF. Das macht sie etwas langsamer. Die dicken Saiten einer Gitarre klingen tiefer weil sie auch langsamer schwingen.
Das abrupte stoppen der Wurfarme bringt auch Schwingungen in den Bogen. Wenn diese sich ungünstig auswirken kann dies einen Wurfarm sog. delaminieren. Die langsamere Leinensehne noch mit Flämischen Öhrchen wirkt dem wieder entgegen.

Lies mal auch die Themen hier und da da wird das Ganze Thema FF gerade diskutiert.
Zuletzt geändert von killerkarpfen am 22.10.2015, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von ralfmcghee »

Ich habe das auch noch nicht verstanden. Was ich bisher mitgenommen habe, ist, dass

1. FF dünnere Sehnen ergibt, die schneller als Dacron sind, sich aber auch gerne in die Sehnenkerben einschneiden. Das kann man durch Öhrchenwicklungen oder geeignete Overlays verhindern.

2. durch die geringere Dehnbarkeit mehr Wumms an die Wurfarme abgibt als Dacron, wenn der Bogen nach dem Lösen auf Standhöhe zurückkehrt.

Ich denke, dass Leinen und FF vergleichbare Eigenschaften hinsichtlich der Wirkung auf den Bogen haben müssten, wenn beide Materialien gleichermaßen wenig dehnbar sind.. FF ist halt synthetisches Material und Leinen ist Natur. Vielleicht schwingt da auch ein wenig Bogenphilosophie mit. Wenn ich einen glasbelegten Bogen sehe, assoziiere ich ihn mit FF. Eine vergleichbare Sehne auf einem naturbelassenen Holzbogen könnte dementsprechend aus Leinen sein.

Das ist aber meine Einschätzung aus der Sicht eines Dacron-Verwenders. Ich bin gespannt auf die Meinungen der FF- und Leinen-User.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von ralfmcghee »

Noch eine Bemerkung zu killerkarpfens Parallele mit Gitarrensaiten: Natürlich sind die tiefen Saiten etwas dicker als die höheren Saiten. Allerdings wird der Schwingungsverlauf der tieferen Saiten durch die spiralförmige Wicklung mitbeeinflusst. Gäbe es diese Außenwicklung nicht, wäre der Unterschied zwischen dünnen hohen und etwas dickeren tiefen Saiten vielleicht nicht so signifikant. Eine durchgehende Außenwicklung gibt es bei Bogensehnen ja nicht. Deshalb bin ich nicht sicher, ob der Unterschied zwische FF und Leinen in der Praxis tatsächlich so deutlich ist.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von killerkarpfen »

Nun zu all meinen Bögen mache und schiesse ich auch eine Leinensehne. Die sind nun mal nicht ganz so schnell wie Dacron oder eben FF. Sie sind dafür ruhiger, gutmütiger und empfindlicher gegen Nässe. Speedmessungen kann ich allerdings nicht machen, da kann ich keine Angaben liefern.

Ps. Der Vergleich mit der Gitarre ist rein bildlich gemeint. Die tieferen Saiten sind ja auch weniger gespannt.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von ralfmcghee »

Das würde vermutlich auch ein Experiment mit einem gewissen Aufwand nötig machen. Man müsste FF und Leinen auf dem selben Bogen unter identischen Bedingungen schießen und Störvariablen möglichst vollständig eliminieren. Vielleicht hat das ja schon einmal jemand gemacht.

Ich selber schieße bislang nur Dacron, weil es das einzige Material ist, welches ich tatsächlich kenne. An manchen Tagen kommen mir die Pfeile schneller vor als an anderen Tagen. Da zeigt sich, dass die Performance wohl am meisten durch mich als Schützen beeinflusst wird. Insofern halte ich es für schwierig, einen wirklich objektiven Vergleich zwischen den Materialien abseits der technischen Eigenschaften zu ziehen. Letztlich, so glaube ich, schießt jeder mit dem Material, mit dem er sich wohl fühlt und die tatsächliche Performance wird fast zweitrangig.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von bowjo »

@Killerkarpfen, ähm nö, als ich deinen Kommentar gelesen habe stand da ein Wort das ich nicht kenne, ist a aber auch egal.

Den Vergleich mit den Gitarrenseiten, mmh....den lasse ich jetzt mal so im Raum stehen. Wie schon gesagt, mir fehlt da halt die Erfahrung, weshalb ich mich da auch auf die Angaben bezogen habe die die jenigen gemacht haben, die die Leinensehnen getestet haben.

Von allem hier geschriebenen, erscheint mir das von Galighenna am nachvollziehbarsten. Die verlinkten Inhalte von Killerkarpfen werde ich mir aber noch durchlesen müssen.

Ich habe einen Bogen aus Ulme mit einer FF-Sehne, die hat bisher nicht geschadet.
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von Schreiner »

Danke für die Antworten :)
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von Wilfrid (✝) »

Da ist die Frage, ist die dickere Leinensehne auch schwerer? Immerhin schwimmt die ....
Und nur wenn sie schwerer ist, ist sie auch langsamer. Ich habs jetzt nicht nachgewogen, aber mir scheint eine Leinesehne leichter als eine Dacronsehne, aber sie hält bei der selben Dicke trotzdem
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Re: Fast Flight- für welche Bögen- Grundvoraussetzungen

Beitrag von Anasazi »

Ich habe mit FF bislang keine schlechten Erfahrungen. 12 - 14 Stränge FF plus extra Fäden in den Öhrchen. Funktioniert sogar gut bei Selfnocks ohne jedwede Verstärkung wie Tipoverlays aus Horn.
Mir ist noch kein Selfbow delaminiert 8)
Ich schiesse jetzt seit ca. 13 Jahren FF-Sehnen.
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