Bambus Robinie "Prototyp"

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Wilfrid (✝)
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Wilfrid (✝) »

Das ergibt sich, mit dem nach "oben "zeigenden Pfeil, wenn man senkrecht einnockt und der uWa nicht weitgenug "rumkommt".

Der Tiller passt so und das der uWa sich nicht so weit biegt, also kürzer und stärker ist als der oWa, führt dazu, das der Pfeil, obwohl optisch zu tief eingenockt, sauber rauskommt. Sowas sieht für klassische Bogenbauer; symmetrisch sei der Bogen und senkrecht stehe der Pfeil zum Griff allezeit; nur seltsam aus.

Für mich ist der astrein getillert ;-)
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don_quichotte
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von don_quichotte »

Eigentlich baue ich auch asymetrische Bögen und die WA dürfen durchaus einen unterschiedlichen Tiller haben. Aber ich habe glaub ich herausgefunden, was mich verwirrt. Kann es sein, dass der Bogen ganz leichmit dem oberen WA gegen den Betrachter gekippt ist, also das obere Tip näher beim Betrachter liegt? Das verstärkt die Asymetrie gerade so viel, das es auf mich komisch wirkt. Der obere WE scheint sich so noch ein bischen weniger und der untere ein bischen mehr zu Biegen als es tatsächlich der Fall ist.
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don_quichotte
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von don_quichotte »

Lustigerweise wirkt er jetzt nicht mehr komisch auf mich!
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magenta
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von magenta »

Ein sehr gelungener Bogen!
Dass der Vollauszug für manche ein etwas "ungewöhnliches" Bild ergibt, liegt auch m.E.
an der Asymmetrie. Eine solche Bauweise bietet sich hauptsächlich für längere Bögen an, bei kurzen
fällt der Unterschied sehr viel deutlicher auf.
Allerdings scheint mir der obere Wurfarm mehr als 4 cm länger, könnte es sein, dass Du den Griff
4 cm tiefer gesetzt hast?

An dem Tiller gibt es nichts auszusetzen. Der Bogenbauch ist flach gehalten, was eine optimale Druckverteilung
gestattet, allerdings das Tillern nicht gerade vereinfacht. Da braucht man schon ausreichend Geduld, um ein so gutes Ergebnis zu erreichen. Ich hatte auf Standhöhe (4. Bild) am rechten Wurfarm in der Mitte zunächst eine Stelle gesehen, die einen engeren Biegeradius hat, im Vollauszug ist davon aber nichts mehr zu bemerken.

Wasserbüffel als Nocken kommt immer gut, finde ich auch.
Für eine größere Klebefläche mache ich die Nocken länger und schleife sie konkav aus, ist aber wohl
Geschmackssache.

Insgesamt ein schöner Bogen, viel Spass damit!

Klaus
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don_quichotte
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von don_quichotte »

magenta hat geschrieben:Allerdings scheint mir der obere Wurfarm mehr als 4 cm länger, könnte es sein, dass Du den Griff
4 cm tiefer gesetzt hast?
Das ist vermutlich, weil er den Bogen nicht ganz gerade hält, siehe meine beiden vorherigen Posts.
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MoeM
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von MoeM »

Daß Robinie unter Bambus gut kommen soll war, meine ich, nichts wirklich neues?!
(Was ja irgendwo schon im Gegensatz zur Knitterneigung steht)
Das spricht natürlich weder gegen den Bogen noch den Erbauer...
Ist ein prima Gerät und die Erfahrung mit Hautleim auch recht rar und wertvoll! (Flasche oder angerührt?)
Richtig interessant wird die Langzeitverfolgung des Tillers bei dem stärker beanspruchten WA.
Grüße Moe
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Galighenna
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Galighenna »

Wow, der löst ja regelrechte Diskussionen aus. Vielen Dank für die Menge an positiven und konstruktiven Kritiken.

Ich versuche mal der Reihe nach meine Gedanke dazu zu formulieren.

Zuerst sehe ich auf dem Foto im Vollauszug einen, meinem Auge nach, exakt waagerecht liegenden Pfeil. Eingenockt wird der Pfeil ca 5mm über dem rechten Winkel vom Griff aus. Dadurch das der untere WA kürzer ist, ist er deutlich steifer, wie man an wilfrids rechteckigem Kasten erkennen kann. Das bewirkt, dass der Nockpunkt im Auszug eben diese 5mm nach unten wandert und im Abschuss wieder nach oben. Dadurch wird eben gerade der Pfeil wunderbar über die Hand gehoben. Schießen tut er sich so jedenfalls wunderbar, ich habe absolut keine Probleme mit dem Pfeil auf der Hand. Beim Weitschuss (170m mit standard 10gpp Pfeil) wedelt er ganz leicht. Das schiebe ich aber auf Ungenauigkeit, weil ich noch keinen Nockpunkt und keine Mittelwicklung habe.

@don_quichotte
Ob der Bogen leicht zur Kamera hin gekippt war kann ich nicht mehr sagen. Ich hab mit Stativ und Selbstauslöser gearbeitet, da hab ich nicht 100% drauf geachtet. Mehr als 5-10° war er aber nicht gekippt.

Wie viel Tiefer der Griff nun sitzt werde ich gleich mal nachmessen:
Ich habe jedenfalls die Mitte angezeichnet und 4cm oberhalb und 8cm unterhalb den Griff markiert. Das macht nach meiner Rechnung 4cm unterschied. Ich messe mal, jeweils bis zur Nockkerbe.

Länge Oberer WA: 750mm von Nockkerbe bis zur Klebefuge am Griff
Länge Unterer WA: 707mm von Nockkerbe bis zur Klebefuge am Griff
Länge Griff: 190mm von Klebefuge zu Klebefuge
Das macht eine Gesamtlänge von 164,7cm auf der Bauchseite

@MoeM
Den Hautleim habe ich aus Granulat frisch angerührt.
Zum Knitter bei Robinie in Verbindung mit Bambus habe ich eine ganz eigene Theorie. Die Kurzfassung geht so: Ich denke, dass die Robinie sich nur sehr wenig Komprimieren lässt bis sie Stauchbrüche bekommt. Im Gegensatz dazu ist aber die Kraft, die man dazu braucht recht hoch. Robinie ist ja auch ein sehr hartes Holz. Von Bambus dagegen sagt man, es sei die natürliche Glasfaser. Meine Meinung ist, dass sich Bambus sehr weit dehnen lässt bis es reißt. Die Kraft die man dazu braucht ist aber auch sehr hoch. Bambus ist ein Hochfestes sehr Zugbelastbares Material. Ich unterscheide dabei danz klar zwischen der Kraft die man für ein gewisses Maß an Dehnung braucht, und dem Maß um das sich ein Material dehnen lässt bis es reißt.

Der "Trick" warum nun Robinie unter Bambus meiner Meinung nach funktioniert ist, dass Robinie aufgrund der hohen Zugkraft, die sie auf den Bambus ausüben kann, in der Lage ist den Bambus überhaupt so weit zu dehnen, das der Bogen sich normal biegen lässt. Andere Hölzer knittern bei dieser Kraft bereits, oder lassen sich wie Eibe, genügend weit komprimieren ohne zu knittern. Robinie ist also aufgrund seiner Härte eines der wenigen Hölzer, die das Dehnungspotential von Bambus ausnutzen können und deshalb nicht knittern.
Dadurch ergeben sich sehr dünne, gleichzeitig aber starke und leistungsfähige Bögen.
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magenta
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von magenta »

Galighenna hat geschrieben: Länge Oberer WA: 750mm von Nockkerbe bis zur Klebefuge am Griff
Länge Unterer WA: 707mm von Nockkerbe bis zur Klebefuge am Griff
Na dann passt das aber, dann habe ich mich wohl täuschen lassen :)

(Mitunter wird beim Versatz des Griffes eben Griffmitte und Bogenmitte markiert und dann der Griff nach unten
versetzt. Wenn dann 4 cm versetzt werden, ergibt das aber insgesamt eben 8 cm Unterschied bei den Wurfarmen).

Klaus
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Galighenna
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Galighenna »

Ja, das stimmt. Auf die Art habe ich mich auch schonmal versehen. Zum Glück war der Bogen lang genug, so das ich den einen WA dann um das Maß kürzen konnte. Das sah beim Sägen schon komisch aus ::)
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von don_quichotte »

Gali, ich denke mit deiner Erklärung liegst du genau richtig! Das ist aber ein wenig ein Balanceakt. Ein kleiner Fehler beim Tillern und mit einer Schwachstelle zu weit ausgezogen und schon hast du einen Knitter. Ein weiterer Beweis für die Fähigkeiten des Bogners (dich meine ich). Übrigens hat sich meine Optik wieder erholt. Er kommt mir nicht mehr komisch vor ??? Sehr interessant das Ganze...
Bambus-Robinie steht nun auch auf meiner ToDo List.
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Bowster
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Bowster »

Schöner Bogen, super Tiller, allerdings wirkt der untere Wurfarm auf mich auch deutlich kürzer als angegeben, aber der Tiller passt dazu, würde ich meinen.
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Mercenario
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Mercenario »

ISt der Bogen mit Reflex (Perryreflex) verleimt worden?
Würde auch erklären warum die Knittereigenschaften von Robinie gegenüber dem Bambus nicht so stark durchkommen.
So könnte ich mir das erklären.
Gruß Merc
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Galighenna
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Galighenna »

@don_quichotte
Danke :) Mit sauberer Vorarbeit geht das sehr gut ohne grobe Schwachstellen. Zwischen drin war ich aber auch manchmal unsicher. Dann hab ich das entweder weg gestellt, oder fotografiert und nochmal neutral betrachtet

@Mercenario
Ja, der Bogen wurde mit insgesamt 10cm Reflex verleimt. Aus der Form kam er wegen der dicken Robinie mit knappen 6cm. Beim tillern stieg das dann wieder auf über 8cm an um in dessen Verlauf und durchs einschießen wieder auf knappe 6cm zu sinken.
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Neugier
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Neugier »

Hallo
Schöner Bogen
Ich schieß zur Zeit auch Bambus / Robinie. ist ne gute Kombi.
Die Perryverleimung trägt sicher zum Erfolg bei.
Knochenleim ist super. Wie lang hast Du den trocknen lassen?
Zum Griff würde ich Firestormund folgen. Der kommt nicht sehr organisch.
Grüße
Ng.
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Morten
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Re: Bambus Robinie "Prototyp"

Beitrag von Morten »

Schöner Bogen!
Ich finde den Tiller super, obwohl ich meist symetrisch baue und falls nötig hinterher kürze.
Da hat ja jeder seine Methode.

Das Bambus- Robinie ne tolle Kombi ist, habe ich schon öfter gesehen-
aber leider selber noch nicht probiert.
Deine Robinie sieht feinjährig aus, stimmt das?

Wie kommst Du drauf das Bambus mehr dehnt als Holz?
Durch den Zellaufbau würde ich´s eher anderherum vermuten, da bei Holz vielmehr Zellen in Längsrichtung
vorhanden sind.
Bei Bambus immer nur eine zwischen den Nodien...

Morten
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