Ausziehen -- Ausrichten -- Lösen
Das Gehirn baut im Verlauf des Übens (über Jahre!) eine Datenbank auf mit folgenden Parametern:
Gefühl im Bogenarm (über den ganzen Schußablauf)
Gefühl im Zugarm
gefühltes Gewicht des Pfeils
Bild des Zieles
Bild von Pfeil und Bogen vor dem Schuß
Bild von Pfeil und Bogen im Auszug
Lage der Zughand im Raum (im Auszug)
Visualisierte Flugbahn des Pfeils
Pfeil im Kill des Zieles
Körperhaltung (stehend, hockend usw)
Geländeform
...
...
usw...
Was immer diskutiert wird und Basis des Systems von allen "Lehrschützen" ist, ist "wie verringere ich die Zahl der Parameter", die sich mein Gehirn einspeichern muß. Und je weniger "freie" Parameter es gibt, desto einfacher wird es mit dem merken und desto schneller stellt sich ein (Ziel)-Erfolg ein.
Aber, desto unflexibler wirst du auch. Wenn du nur Schüsse im Stehen mit Anker im Mundwinkel gespeichert hast wirst du keinen Plan haben, wenn du im hocken durch eine Lücke berab schießen sollst. Da bist du dann wieder blutiger Anfänger, egal wie hervorragend du in deiner Standardhaltung schießt.
Und deshalb ist auch ein sogen. Zufallstreffer so wichtig - das Gehirn bekommt eine neue, völlig unbekannte Situation vorgesetzt und kann das mit bestehenden und neuen Informationen verknüpfen.
So, das hat dich jetzt eigentlich keinen Schritt weiter für deine Frage gebracht
Mein Weg wäre: schieß erst mal, wie du fühlst, das es passt und beobachte deinen Körper, wie er die Kraft möglichst schmerzfrei und effizient auf den Bogen bringt, bewerte das und höre in dich, wie du dich dabei wohlfühlst. Das ist der Anfang des Weges, der Rest ist nachjustieren, üben und verändern.
Oder, gehe bewußt auf ein System ein, verinnerliche dieses und folge ihm.
Der erste Weg ist der (imho) befriedigerende wenn auch zuerst frustrierendere, der zweite der schnellere und dazwischen liegen alle möglichen Übergänge.

