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Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 11:07
von Tiro
Hallo Leute,

ich freu mich über die vielen Antworten. Scheinbar hat meine Präsentation aber eine Diskussion angeworfen, was im Grunde ja sein soll und mich wirklich auch interessiert- aber ist es nicht besser, dieses Thema zu einem eigenen Thread zu machen und in Abteilung Bogenbau zu stellen ??? Dieser Esche- Bogen besteht ja nicht nur aus Toast ::)

Ich finde interresant (vielleicht so gar als Abstimmung) - herauszubekommen, wer alles positive oder negative Erfahrungen mit dem Toasten gemacht hat und welche.

bis später
Tiro

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 11:10
von acker
Der Rabe hat grundlegend recht ! , wenn ich einen stärkeren Bogen haben möchte sollte ich einen bauen und gut ist .

Die meisten toasten falsch, damit fängt es schon an .
Man muß mit gleichmässiger Wärmezufuhr arbeiten und diese aus nötigem Abstand ans Holz bringen damit sich das Holz nicht nur an der Oberfläche verkokelt sondern eine Festigung ( ich umschreibe es mal so ) bis in die Tieferen Bereiche dabei erfolgt.-alles andere ist nur tempern light .

Das ganze OHNE den Rücken zu beschädigen , wird der mit getempert dann reißt er.
Das ganze Gleichmässig über den ganzen Bauch , tempert man einen Bereich weniger, so wird er da Falten bekommen.

Die Gehölze sprechen unterschiedlich auf das Tempern an , das hat was mit dem Lignin - Gehalt/ Art im Holz zu tun.
Man kann grob sagen , je geringer der Lignin Gehalt des Holzes desto schwächer ist es auf Druckbelastung .
Birke zB hat einen eher geringen Lignin Gehalt im Durchschnitt .
Eine komplexe Betrachtung ist aber eher was für fundierte Chemiker ;)

Tempern ist sicherlich ein probates Mittel zur Leistungssteigerung eines Bogens oder kann auch dazu dienen gezielt Teilbereiche eines Bogens zu behandeln .Jedoch kann dabei viel in die Hose gehen, gutes Tempern will geübt sein.

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 11:11
von Ravenheart
Galighenna hat geschrieben:HAHAHAHA Klar, ein Opfer des Toastens, und das ohne HLP...
Ja, klingt lustig, aber GEMEINT war doch "Opfer der Toast-Absicht" - oder anders ausgedrückt: "OHNE die Absicht wär's ein Bogen geworden, nu is es Brennholz".

Ich bestreite ja gar nicht, dass es Fälle geben kann, wo es sinnvoll ist.

Oft wird hier nur nicht genug differenziert, und Tempern als "Standard-Bauweise" zu verbreiten, DEM werde ich mich immer entggenstellen! Wer gute Erfahrungen damit gemacht hat, soll es gerne weiter machen. Es Anfängern OHNE NOT nahe zu legen, halte ich aber für verfehlt!

Rabe

Nachtrag: Hat sich mit Ackers Beitrag überschnitten, aber gut, dass wir uns da anscheinend völlig einig sind! :)

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 11:15
von Tiro
ich gebs auf ;)

@ Acker: ja, geh ich völlig mit.

Tiro

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 12:15
von gian-luca
Bei bestimmten Hölzern hole ich einfach mehr raus mit tempern als ohne. Klar empfehle ich das nicht den Anfängern und ich tempere auch nicht a priori jeden Bogen und jedes Holz, ich bin da sogar eher zurückhaltend. Aber die Aussage, dass das Tempern nur eine Methode ist um (Tiler-)Fehler auszubessern finde ich falsch. Man kann das Toasten sehr wohl gezielt zur Lesitungsteigerung und als sinnvollen Arbeitsschritt in den Tillervorgang einbauen, allerdings braucht es dabei natürlich Erfahrung und ein paar Fehlschläge bis es funktioniert, wie bei allem.
Das ist natürlich nur meine Meinung und jeder hält es so wie er will, klar... und man kann auch ohne Tempern gute Bögen bauen, auch klar.

Gruss,
gianni

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 12:31
von Ravenheart
...super, dann haben wir jetzt alle "Facetten" des Temperns zusammen... :D
*back to topic* ;)

Rabe

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 13:43
von Chirion
Toasten hin toasten her, das muß jeder selbst rausfinden, denk ich. Aber weil wir grad bei mutwilliger Zerstörung aus zweifelhaften Gründen sind: zur optischen Aufbesserung kann man mittels Gaslötlampe den Bauch abfeuern (danach mit Stahlwolle abziehen) um die Maserung besser zu Geltung zu bringen :) Duck und weg

P.S. wenn man dabei was falsch macht ist der Bogen garantiert kaputt und mit etwas Geschick brennt auch noch die Werkstatt ;D

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 14:05
von Tiro
wie soll ich`s denn sagen? vielleicht so:

also: es kommt ein Patient zum Arzt und sagt: "Herr Doktor,Herr Doktor- ... alle ignorieren mich, was hilft denn dagegen ?"
sagt der Arzt: " der Nächste bitte... "

Gruß
Tiro

Re: 66" Esche getoastet

Verfasst: 25.09.2012, 15:13
von Chirion
@Tiro-Hm was meinst du damit, war da noch was?
Ach ja der Bogen: der ist hübsch und Tiller sieht auch nett aus (wenn keiner drüber rummosert kannst das getrost als Lob werten :) )

aus rein optischen Gründen hätt ich allerdings den Verdunkelungseffekt am Bauch über die Fades in Richtung Griff auslaufen lassen, so is mir das ein wenig zu aprupt.