benzi hat geschrieben:
Daher mein aktueller Stand: mit Drehung deutlich besserer Pfeilflug, aber die Reproduktion der immer gleich ausgeführten Drehung ist extrem schwierig umzusezten, besonders unter Turnierdruck.
Genau der Gedanke hat mich lange Zeit davon abgehalten, so eine Bogendrehung überhaupt zu versuchen. Die Befürchtung hat sich aber bei mir nicht bestätigt. Schon am ersten Trainingstag mit der hier gezeigten Haltung des Griffs war meine horizontale Streuung auf 30m wieder vernachlässigbar. Ist aber eben eine Drehung, die Folge des Greifens ist - ob eine aktive Bogendrehung rechtzeitig geschieht um einen Einfluss auf den Pfeilflug zu haben halte ich für fragwürdig.
Gleich mal ausprobieren... in Wind und Wetter, gut das die Zielscheibe stehen blieb. Ich hab in letzter Zeit mal mit, mal ohne Drehen des Bogens geschossen, dabei aber immer mit Falkengriff. Die meiste Zeit ist es so, dass ich den Bogen leicht drehe und mit der oberen Siyah nach vorne klappe. Ähnlich wie bei Warbeast auf dem Video, nur dass bei mir die untere Siyah nach dem Schuss etwa vor der linken Hüfte landet.
Ich kann bei mir keine Veränderungen im Pfeilflug feststellen, wenn ich die Methode ändere. Wenn was bei mir Pfeilflug und Trefferlage beeinflusst, ist es die Zughand. Ich merke es eher, wenn mein Release nicht sauber, der Ankerpunkt inkonsistent oder der rechte Arm generell "wackelig" ist.
Gruß,
Philipp
"Bogenschießen ist eine schwere Aufgabe, wer es betreibt, weiß es. - Okçuluk bir belâdir, onu çeken bilir." (Türkisches Sprichwort)
passiv läuft so, das ich wie in den später hier eingefügten videos ersichtlich etwa 15° versetzt den Bogen greife, er also um 15° links neben das ziel zeigt - solange ich nicht daran ziehe.
durch das ziehen am Bogen dreht der Bogen zum Ziel, das sorgt für torsionsspannung in der Hand - wenn torsion hier richtig eingesetzt ist ^^
sobald ich Löse, dreht der bogen das erste stück von allein durch die torsionsspannung, dabei mache ich die hand auf und drehe den Bogen mit dem daumenballen nach vorn und links.
und das funktioniert mit meinen neuen und schon komplett zerlegten leichten pfeilen absolut fantastisch.
1 mal null
3mal 2ter pfeil
rest 1ter pfeil
war das ergebnis vom wochenende bei 28 zielen
ich habe keine Lösung und bin Teil des Problems -
aber bei geistlos rezipierten viralen Kampfbegriffen gegen Humanismus und Menschlichkeit geht mir der Hut hoch !
ich habe keine Lösung und bin Teil des Problems -
aber bei geistlos rezipierten viralen Kampfbegriffen gegen Humanismus und Menschlichkeit geht mir der Hut hoch !
Ich greife den Bogen wie es in der orientalischen Fachliteratur dazu als die Art von "abu-Hasim" beschrieben ist. [Sein Zuname wird immer mal anders geschrieben.] Er hat, wie ich lange Finger und einen eher schmalen Körperbau. Den hast du nicht, daher such dir fürs nachmachen die Griffart nach Ishaq, oder Tahir (1). Ich ziehe kontinuierlich in den Vollauszug und belaste dabei mein Handgelenk nicht. Erst im Vollauszug drücke ich die obere Siyah mit einer Kippbewegung im Handgelenk ins Ziel, möglichst ohne Seitenabweichungen, verdrehen und komplett ohne gewolltes Ausdrehen. Ich löse in dem Moment, wo ich das Gefühl habe, dass der zusätzliche Druck auf dem oberen Wurfarm richtig ist. Mein Unterarm soll dann so regungslos wie möglich "im Ziel stehen bleiben." Dazu ist ein festes umgreifen des Griffs unter der Ausbeulung elementar, da der Bogen sich sonst weniger als die Hand nach vorne kippt und man so das Handgelenk, oder der Unterarm, zum Sehnenstopper umfunktioniert wird, wenn man nicht endlos viel Standhöhe am Bogen hat.
Ich bin von dieser Kippbewegung momentan nicht überzeugt! Daher übersetze ich noch "Arab Archery" "fertig", und hoffe da noch weitere Anregungen zu finden. Der Grund meines Zweifelns ist, dass die "starken Finger" - Daumen, Zeige- und Mittelfinger - praktisch nichts dazu beitragen können. Ich interprätiere diese Schießstile als sehr kraftvoll, denn jede Bewegung scheint mir so optimiert zu sein, dass man alles aus dem Körper rausholen kann. Die Benutzung des kleinen und Ringfingers passt da grade nicht ins Bild.
Ich hoffe das ist irgendwie hilfreich.
Gruß
Sate
(1) Wem diese Namen nichts sagen: Es sind drei Meisterschützen auf die sich immer bezogen wird, weil ihre Schießkünste von allen als sehr gut anerkannt waren und sie unterschiedliche Körperbauten haben, was eine grobes ausfiltern passender Techniken einfacher macht, da nicht alles unter der Sonne für einen funktioniert. Näheres zu den Griffarten gibt es z.B. im online verfügbaren Werk "Arab Archery", oder ähnlichen Büchern.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس
corto hat geschrieben:
passiv läuft so, das ich ... etwa 15° versetzt den Bogen greife, er also um 15° links neben das ziel zeigt - solange ich nicht daran ziehe. durch das ziehen am Bogen dreht der Bogen zum Ziel, das sorgt für torsionsspannung in der Hand - wenn torsion hier richtig eingesetzt ist ^^ sobald ich Löse, dreht der bogen ... von allein durch die torsionsspannung
Das ist eine gute, plastische Beschreibung von dem, was meinem Verständnis nach beim koreanischen Stil gefragt ist
Soweit ich das Türkisch-Osmanische verstanden habe, wird so eine Torsionsspannung dort auch vor dem Ziehen der Sehne aufgebaut, aber sie ist nicht seitwärts gerichtet, sondern zielt auf die spätere Kippbewegung des Bogens ab, und zwar durch das feste Greifen des gewölbten Bogengriffs mit dem kleinen, dem Ring- und dem Zeigefinger.
Grüße
Jarek
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
Ach verdammt ja, Arry, danke! Jetzt fällts mir wie Schuppen vonnen Augenliedern. Der Trh Türke mag das konstante Aufbauen der Spannung, der Hwarang braucht es garnicht. Ich schieß aber grad das koreanische Biest so gern ...
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس
haltet Euch bitte mit negativen Kommentaren zurück und beschränkt Euch auf konstruktive Kritik! danke!
Es sollte ein Beispiel sein, wie schwer es ist, die Drehung des Bogens zu reproduzieren, gerade dann, wenn eine kleine Scheibe 60 Meter weit wegsteht und die Anspannung im Turnier extrem groß ist.
Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚♀️ Benedikt
Warbeast hat geschrieben:
ich komm ums drehen net rum, bei meinen schäften
wenn ich aber passendere schäfte shieße, könnte ich das auch lassen
tja aber genau da liegt doch der Punkt: wenn Du das Drehen wegläßt, müßten die Schäfte weicher werden, weil sie sich mehr um den Bogen biegen müssen, richtig? In einem anderen thread schreibst Du: steif ist geil........ irgendwo hier liegt die Antwort, ich kann sie nur noch nicht finden
Grüße benzi
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