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Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 20.04.2012, 21:36
von Frankster
Ravenheart hat geschrieben:
Nee-nee, der SPINE (also der Effektive!) ist eher 1 Klasse geringer, jedenfalls so lange man gleich schwere Spitzen verwendet!
Da aber die Enden jeweils RELATIV leichter sind, kehren sie etwas schneller in die Ruhelage zurück.
Die volle Schaftstärke hat so ein Pfeil im vorderen Drittel. Nach vorn gibt es nur eine leichte Abnahme des Durchmessern statt während nach hinten zum Nock eine starke Abnahme stattfindet. Das verstehe ich zumindest darunter.
Es wäre denkbar das auf dem Spinetester der gebarrelte Schaft das Nachsehen hat. Gleiche Dichte und gleiches Schaftgewicht vorausgesetzt. Aber um den gleichen FOC zu erreichen reicht beim Gebarrelten ein geringeres Spitzengewicht.
Die Schwingung beim Gebarrelten findet mehr im hinteren Bereich statt. Dort ist aber auch weniger Masse - also haben die Federn es leichter das 'Heck' zu stabilisieren. Nach vorne betrachtet nimmt die innere Holzreibung immer mehr zu und am vorderen Ende ist die Masse besser verteilt bedingt durch die leichtere Spitze.
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 20.04.2012, 23:23
von Mike W.
Ravenheart hat geschrieben: Frankster hat geschrieben:
Dirk M hat geschrieben: Ich habe schon immer die Vermutung das bei getaperten Schäften das Schwingungsverhalten besser ist (als höhere eff. Dämpfung) als bei nicht Getaperten... Das müsste sich doch auch
wie ein höherer Spine auswirken - oder?
Nee-nee, der SPINE (also der Effektive!) ist eher 1 Klasse geringer, jedenfalls so lange man gleich schwere Spitzen verwendet!
Da aber die Enden jeweils RELATIV leichter sind, kehren sie etwas schneller in die Ruhelage zurück.
Ja, nachdem das Ende anfangs, wegen geringerer Stabilität, kurzfristig mehr schwingt/ biegt.
Frankster hat geschrieben:Es wäre denkbar das auf dem Spinetester der gebarrelte Schaft das Nachsehen hat. Gleiche Dichte und gleiches Schaftgewicht vorausgesetzt. Aber um den gleichen FOC zu erreichen reicht beim Gebarrelten ein geringeres Spitzengewicht.
wieso soll das ein Nachteil sein? Das ermöglicht doch weniger Schaftgewicht.
Meine gebarrelten Pfeile sind aus den selben Schaftmaterial wie die Parallelen und die Getaperten.
Wenn alle anderen Komponenten angepaßt sind, bin ich der Meinung das die Gebarrelten am besten/ ruhigsten fliegen.
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 20.04.2012, 23:58
von Frankster
@Mike
ich seh ja gebarrelt als einen Vorteil - der Rabe aber wohl nicht

lasse mich aber auch gern eines Besseren belehren...
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 21.04.2012, 00:37
von Heidjer
Ich barrel meine Pfeilschäfte symetrisch, also vorne genau so wie hinten!
Was Du beschreibst ist der Chested oder Breasted Taper, bei denen wird der Schaft vorne entweder nicht ganz so dünn getapert, oder nur auf einer kürzeren Strecke getapert.
Das ist eben eine Mischung von barrel taper und bob-tailed taper.
Gruß Dirk
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 21.04.2012, 00:57
von captainplanet
Dirk M hat geschrieben:Dann hat so ein gebarrelter Schaft eher einen "Elipsentiller" gegenüber einen "Kreisbogentiller" bei einen Paralellen Schaft. Durch diesen, nun ich nenne ihn mal "Elipsentiller" liegen die Schwingungsknoten weiter auseinander, was zu einer weiteren verkürzten Schwingungsdauer des Pfeiles führt.
Interessanter Gedanke. Und kann mir jeamnd erklären, wie sich dieser Aspekt auf den dynamischen Spine auswirkt? Jetzt nur im Hinblick auf die Sache mit den Schwingungsknoten, daß Pfeile, die vorne leichter sind, steifer reagieren ist klar.
Lg Georg
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 21.04.2012, 01:16
von Heidjer
captainplanet hat geschrieben:...Und kann mir jemand erklären, wie sich dieser Aspekt auf den dynamischen Spine auswirkt? Jetzt nur im Hinblick auf die Sache mit den Schwingungsknoten...
Eigentlich überhaupt nicht.
Der statische Spine beschreibt die Durchbiegung des Schaftes bei seitlicher Krafteinleitung, beim Abschuß wird aber die Kraft von hinten den Pfeil zugeführt. Diese Kraft führt zu einer Durchbiegung des Schaftes. Damit ein Pfeil sauber aus einen Bogen rauskommt muß der Biegewiderstand (Spine) des Pfeiles zum Bogen, Auszug und Schützen passen. Für den Abschuß ist es aber völlig unerheblich ob sich der Pfeil nun mehr eliptisch oder mehr kreisförmig biegt. Soll oder muß sich der Pfeil im Abschuß z.B. 10mm seitlich für das Archers Paradox durchbiegen, braucht man einen Pfeil mit den statischen Spine X, es ist egal wo die Schwingungsknoten sitzen oder welche Geometrie der Schaft hat. Für den Pfeilflug ist es aber besser wenn der Pfeil nach passieren des Griffstückes möglichst schnell mit dem Schwingen oder Schwabbeln aufhört und hier und in der besseren Aerodynamik, spielen die getaperten Schäfte ihre Stärke aus.
Gruß Dirk
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 21.04.2012, 11:31
von kra
Nur mit der kreisförmigen Biegung bin ich nicht so einverstanden.
Meine Gedanken hierzu: Wenn du einen zylindrischen Schaft auf der Spinewaage betrachtest biegt er sich in der Mitte am stärksten und die Biegung nimmt zu den Enden hin deutlich ab - nachvollziehbar, weil die Steifigkeit über die ganze Länge gleich ist, die wirkende Kraft aber nicht. Wie beim Bogen, der, wenn er sich den Enden zu nicht verjüngen würde, auch in erster Linie in der Mitte die Biegung hätte und die Enden steif blieben.
Genau dieses Verhalten bessert sich bei gebarrelten Schäften, weil die Steifigkeit den Enden zu geringer wird und sie sich eher der Kreisform angenähert biegen können.
Oder unterliege ich da einem Denkfehler?
Re: Generelle Frage zur Schaftstärke
Verfasst: 21.04.2012, 13:25
von Heidjer
Ja, beim statischen Spinetesten wird die Kraft auf einen Punkt seitlich auf den Schaft ausgeübt, der dabei auf zwei punktförmigen Lagern aufliegt. Beim dynamischen Spine wird die Kraft einzig an der Nocke eingeleitet und die Trägheit der Spitze sorgt für eine Biegung auf ganzer Schaftlänge. Wenn Du die dynamische Biegung simulieren willst mußt Du den Schaft an den Enden halten und zusammen drücken oder zusammenschieben.
Gruß Dirk