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Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 14.09.2010, 20:46
von Faltenhemd rigoros
Wow, echt klasse!
Sieht alles sehr überzeugend aus. Der bemalte Bogen ist ja nur cool
Falti
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 14.09.2010, 20:53
von Galighenna
Saugeil!
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 14.09.2010, 22:11
von klaus1962
Ja genau, Gali hat geschrieben was ich dachte.
Wenn die so schießt wie sie aussieht, alle achtung .
Sag mal, ist die Nuß wirklich aus dem Material, nachdem es aussieht, Geweih oder Knochen ?
Bei 250kp finde ich das mutig. Ich hätte da nicht so viel Vertrauen und hätte Stahl oder Messing genommen.
Gruß
Klaus
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 14.09.2010, 22:24
von Theudebald2
@baumkirchner
Der Bogen wurden dann mit Birkenrinde und anschließend mit Pergament überzogen
Kaum vorstellbar, daß diese beiden Materialien die Dehnung mitmachen-ich
stell mir das eher spröde vor.
Nun hab ich so gut wie nichts über solche Bögen gelesen und kann da nicht mitreden !
Umsomehr freue ich mich noch mehr über den Bogen zu erfahren.
Hast Du die Winde auch selbst hergestellt ?
Gruß Werner
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 08:27
von Baumkirchner
@ Klaus
Ja die Nuss ist aus Hirschgeweih (Durchmesser 38mm, Breite 30mm) - ich hab bislang bei all meinen Stücken (6) nur Geweih verarbeitet. Prbleme hatte ich nur einmal mit einem 300kg Hornbogen, bei dem einmal die Nussfinger geborchen sind und einmla hatte es die Nuss bei der eingesetzten Abzugsrast gespalten. Der Fehler lag am Material, in dem zuviel Spongiosa war....
@ Werner
Birkenrinde war der klassische Feuchtigkeitsschutz für die Bögen - sie ist parallel zur Faserung extrem elastisch, wobei sie aber nicht zu dick sein darf (nicht so wie die Gefäße aus Birkenrinde) - nach meiner Erfahrung max 1mm.
Auch Pergament macht einges an Dehnung mit aber auch hier gilt - nicht zu dick. Die Kombination funktioniert eigentlich sehr gut, wichtig ist, dass sich die Bogenarme einigermaßen homogen biegen und die Verbindung zum Untergrund (Sehnen und Horn) passt. Dann sollte der Bogen einwandfrei arbeiten. Dass das Material allerdings leidet, kann man aus alten Quellen erfahren, wonach Armbrüste immer wieder neu "gedeckt" werden mussten.
Die Winde ist vom Matuls in Polen und dann modifiziert, da die Qualität nicht so hervorragen ist aber der Preis ist o.k. Sie hat zB moderne Zahnräder intus und kann sich im Gegensatz zu Originalen nicht selbst sperren (d.h. wenn ich die Kurbel während des Spannvorganges los lasse rattert sie zurück). Zudem stößt sie aufgrund ihrer Übersetzung und Bauart auch bei ca 300kg an ihre Grenzen (da hat sich die Zahnstange bereits leicht verbogen).
Gruß
Baumi
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 08:46
von Theudebald2
@baumkirchner
ich hab bislang bei all meinen Stücken (6) nur Geweih verarbeitet
Dann dürfte die Diskussion ob Geweih oder Knochen erledigt sein !
kann man aus alten Quellen erfahren
ich bin scharf auf alte Quellen,wo finde ich den die ?
Aber Quellen hin oder her -in puncto Aussagefähigkeit -was bei so einem Bogen geht
oder kaputtgeht -bist Du jetzt die erste Anlaufstelle.
Probieren geht über Studieren !
Ich harre geduldig weiterer Bilder und Informationen !
Gruß Werner
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 09:46
von locksley
Eine wunderschöne Replik hast Du da gebaut, Baumkirchner. Ich fand schon das Original im Museum faszinierend, das aber nachzubauen, nötigt mir Respekt ab.
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 17:53
von Baumkirchner
So, anbei noch ein ein Bild vom Bogen mit Hornkern und Sehnen sowie mit fertiger Birkenrindendeckung.
Jetzt sehe ich erst, welche Bilder ich während der einzelnen Arbeitsschritte nicht gemacht habe
Gruß
Baumi
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 19:22
von Theudebald2
@Baumi
Ist da ein einziges Hornstück drin -so siehts jedenfalls aus !
Von was für einem Büffel ist den das ?
Ich sehe die Sehnen nicht !
Gruß Werner
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 19:42
von Baumkirchner
Hallo Werner,
die Sehnen sind am Bogenrücken - die bräunliche Lage. Der Hornkern ist vom Wasserbüffel - ein Block aus merheren miteinander verzahnten und verleimten (bei dieser Ansicht waagerecht liegenden) Streifen.
Gruß
Baumi
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 15.09.2010, 22:57
von Theudebald2
@Baumkirchner
Ich verstehe - der vermeintlich aus einem Stück Horn bestehende Kern ist
aus mehreren kürzeren Hornstücken zusammengeleimt.
Und auf den Rücken des Bogens werden verleimte Sehnen aufgeleimt.
Das ganze Paket ist dann doch noch irgenwie unförmig?
Füllt der Kleber die Lücken ?
Der halb ovale Querschnitt muß doch auch noch durch eine Bearbeitung soweit gebracht werden,daß die
Birkenrinde aufgeleimt werden kann-wie geht das ?
Mir fehlts halt doch noch an einiger Spezial-Literatur - deshalb die Fragen.
Wird das in Holger Richters Buch beschrieben ?
Gruß Werner
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 16.09.2010, 07:47
von Baumkirchner
@ Werner
Unförmig ist der Bogen nicht wirklich, die Sehnen müssen ja langsam auf dem Kern "aufgebaut" werden - somit ergibt sich der gewünschte D-förmige Querschnitt von selbst.
Gruß
Baumi
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 17.09.2010, 13:42
von baschdler
Ich kann mich der allgemeinen Bewunderung nur anschliessen. Eine wunderschöne Armbrust und eine technisches Meisterstück !
Ist bestimmt ein faszinierender Prozess, das technische Wissen der historischen Armbrustbauer nach und nach wieder zu entdecken.
Du schreibst, daß du schon mehrere Armbruste mit Horn/Sehnen - Bögen gebaut hast. Hast du damit mal Leistungs - Vergleiche zu Stahlbögen gleicher Zugstärke gemacht ? Würde mich interessieren, ob der Hornbogen aufgrund seiner geringeren Masse bei gleicher Zugstärke, einen deutlichen Geschwindigkeits und Wurfweiten Vorteil mit einem gleich schweren Bolzen erreicht.
begeisterte Grüße, Martin
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 17.09.2010, 17:41
von Baumkirchner
@ baschdler
so is es- das Thema beschäftigt mich ja auch schon fast 10 Jahre
Vergleiche mit Stahlbögen hab ich bislang noch nicht gemacht - habe derzeit nur einen 100kg Stahlbogen. Aber das Thema ist natürlich interessant - lt Harmuth soll der Hornbogen ja mehr Dynamik als der Stahlbogen haben. Mal sehen ob sich einmal ein Vergleichstest einrichten lässt.
Gruß
Baumi
Re: Hornbogenarmbrust
Verfasst: 18.09.2010, 22:24
von Theudebald2
@baumi
Noch ein paar Fragen zum Detail der Armbrust:
-Aus welcher Stelle der Stange hast Du die Nuss gewonnen ?
-wie sieht die Lagerung der Nuss aus ?
-wie werden die Sehnen behandelt und verleimt ?
-der Aufbau der Hornplatten und deren Verzahnung würde mich interessieren.
-war Steinbock nicht auch geeignet ?
-was ist das für ein Leim ?
-wieviel Spannvorgänge hat die Armbrust schon ausgehalten ?
Ich hoffe nicht zuviel wissen zu wollen
Gruß Werner