Original geschrieben von Trebron
Das ist es, was die Wissenschft / Forschung / Archäologie noch nicht gefunden hat ( warum auch immer ), hats nicht gegeben !:motz
Ich denke auch, dass man hier auch Logik mit einbeziehen sollte !
Trebron
Da verwechselt Du, denke ich, verschiedene Dinge miteinander.
Mir geht es bei der Beschäftigung mit diesen historischen Fragen darum, zu zeigen, was man über die Ungarn heutzutage weiß. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich ist mir klar, dass man in einigen Jahren möglicherweise mehr Kenntnisse gewonnen hat oder auch heutige Ansichten über Bord wirft. Aber das kann ich ja vor Erreichung dieses Standes schlecht einbeziehen.
Ich denke, z.B. im Schulunterricht erzählt man den Kids ja auch nicht irgendetwas Zusammengereimtes und tröstet sich dabei damit, dass vielleicht (oder vielleicht auch nicht) die Wissenschaft irgendwann einmal nachweisen wird, dass das Zusammengereimte sogar was richtiges beinhaltete, es sei den es geht nicht um Wissen sondern um reine Kreativitätsentwicklung, was man aber im allgemeinen klar vonaneinder trennt.
Es macht mir eben ganz einfach Freude, mit diesen auf dem Stand der heutigen Zeit gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu arbeiten nachdem ich mich inteniv damit befasst habe. Und nur um Freude geht es doch bei einem Hobby.
Wenn ich mich nun aber der Historie von der geschichtswissenschaftlichen Seite nähere, maße ich mir nicht an, Forschungsergebnisse dieses Wissenschaftszweigs mit meinem laienhaften Herangehen ernsthaft in Frage zu stellen. Soll heißen: Zu sagen, die Meinung von Wissenschaftler A finde ich nachvollziehbarer als die von Wissenschaftler B, ist für mich als Laie noch o.k. Zu sagen, alle in der Wissenschaft vertretenen, nach intensiver Befassung mit der Thematik gewonnenen Auffassungen sind falsch, würde mir unpassend erscheinen.
Mit der reinen "Logik" ist das so eine Sache, denn Geschichte ist nicht Mathematik.
Unsere zwangslaufig zur Anwendung kommende "Logik" ist einfach ganz erheblich geprägt durch die 1000 dazwischen liegenden Jahre.
Das Marine-Paradeuniformen-Beispiel zeigt das eigentlich recht gut. Es klingt für uns zunächst mal sehr logisch, solange wir nicht weiter auf historische Fakten in der Zeit dazwischen schauen und es 1:1 an der heutigen Logik messen.
Wenn man sich aber als Laie historisch der Frage nähern will, ob die Grabbeigabe Galaklamotte war, sollte man meiner Ansicht nach zunächst einfach die entsprechende Fachliteratur dazu lesen und dort ist davon nicht die Rede.
Will man sich als Laie nun ernsthaft gegen diese Fachleute positionieren, dann muss man zuvor schon ordentlich Wissen saugen, mit dem man bei der Argumentation arbeiten kann.
Das geht dann los mit der historischen Entwicklung von Galauniformen. Da ist man dann schnell bei der Frage der Entwicklung der Uniform an sich sowie der Trennung zwischen Kampfuniform und Paradeuniform/Ausgehuniform. Damit verbunden ist dann auch die Frage der Entwicklung von spezieller Tarnkleidung in Abhängigkeit von Strategie und Taktik der jeweiligen Zeit.
Alles Dinge, die sich größtenteils deutlich nach dem 10. Jhdt. getan haben, die aber für uns inzwischen so selbstverständlich sind, dass wir es dann gleich "Logik" nennen.
Viel wahrscheinlicher es ist doch, dass der Ungar des 10. Jhdt. völlig verständnislos reagiert hätte, wenn man ihm gesagt hätte, er brauche auch noch eine Extra-Kleidung, die er aber gar nicht für das Alltagsleben und/oder den militärischen Einsatz verwenden soll. Gut, nun könnte man konsequenterweise anführen, solange das nicht widerlegt ist (was nicht zu widerlegen und widerlegbar ist), muss man davon ausgehen, dass die Ungarn im 10.Jhdt. zuweilen größere Militärparaden abgehalten haben, aber sorry, da mag ich einfach nicht mitgehen ...
Oder anderes Beispiel nach der Erfindung der Feuerwaffen. Ist es "logisch" sich in tief gestaffelten Linien bunt herausgeputzt aufzustellen, damit man eine möglichst gute Trefferfläche abgibt? Nach unserem heutigen Verständis wohl nicht. Aber bis man darauf kam, dass unter Tarnung operierende kleine Gruppen beim Einsatz von Fernwaffen effektiver sind, hat das halt ein paar Jährchen gedauert.