Hanfgarn für Sehne

Hölzer, Kleber, etc.
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walta
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von walta »

der grund warum hanf in unserer zeit nicht wirklich bekannt ist liegt grösstenteils in der geschichte (2. weltkrieg) und in der politik der amerikaner. ich empfehle dazu die dokumentation "das hundert millionen dollar kraut". vor den weltkriegen war hanf sehr verbreitet und beliebt. mit aufkommen der baumwolle haben die amerikaner erfolgreich versucht den hanf vom markt zu bekommen. vorteilhaft dabei war das man den (damals) angebauten hanf auch als rauschmittel verwenden konnte.

grüsse
walta
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hanf ist geil :-))))
redeye
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von redeye »

Zuletzt geändert von redeye am 28.06.2009, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
mfg
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ossy65
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von ossy65 »

Hi Leit  :D

ich find es ja immer wieder superstark wie hier interessante Links gepostet werden. Dankeschön...
Aber bei Hanfgarn, wie auch bei Leinen oder anderen Fasern, gilt....VORSICHT wenn ihr Sehnen draus macht.
Ich achte darauf daß ich Gesponnenes bekomm das max. aus 3 Strängen besteht und sehr dünn ist. Denn ich möcht ja daß die Sehne dünn genug bleibt um gut einnocken zu können. Deshalb muß das Spinnverfahren des Herstellers ein sehr Gutes sein. Und das ist bei z.B. Anchor definitiv super.
Egal was ihr euch zulegt...geht auf Nummer sicher...kauft erst mal weniger, macht Zerreisproben, berechnet und bastelt euch mal eine Sehne, die ihr nach dem Wachsen auch mal wiegt.

Noch ein Wort zum Leinen...yepp...der steht dem Hanf in Nichts nach, der Unterschied ist sooo klein, echt vernachlässigbar. Das Spinnverfahren des Herstellers hat größeren Einfluss.

Ich bin jedenfalls glücklich mit dem Leinen und scheu den Vergleich mit FF-Sehne nicht  ;)

Grüße Ralf
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windling
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von windling »

im vergleich hat leinen bei allen die ich kenne (incl. mir) immer besser abgeschnitten...
einzig der verschleiss ist bei leinen etwas höher, also immer die kerben gaaaaanz sauber ausschleifen und auf verschleiss achten.
aber ansonsten hat es schon gründe warum leinen einige hunderte von jahren geschossen wurde.
´tiller then
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ossy65
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von ossy65 »

windling hat geschrieben: also mir reicht da das 13/3 er oder 16/3 er leinengarn von gruschkewitz in berlin.
ist preislich durchaus im rahmen und für alle anwendungen von sehne bis bogen belegen top geeignet.
muss es also unbedingt hanf sein? welche anforderungen musst du denn erfüllen?
´tiller then
Hallo windling (kann mir keine Bedeutung drauf reimen  :-\ )

hab im Internet nichts finden können. Gibt es da eine Adresse, haben die einen Katalog?
Würd mich gern mal über deren Produkte schlau machen...

...Grüße...Ralf
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windling
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von windling »

sorry war ein "ke" zu viel im namen  ;D

also ich beziehe es hier her:

http://www.kloeppelshop.de/cgi-bin/webshop.pl?n=50213&t=temindex

die versenden schnell und sind zuverlässig.

haben aber wie ich grade sehe ihr programm etwas ausgedünnt, so das meine beiden favoriten wohl dort nicht mehr im program sind.
denke aber das die anderen fadenstärken auch sicher ausreichen werden und die notwendige reissfestigkeit liefern.

für die mittelwicklung kann ich auch das dortige seidengarn nur wärmstens ans herz legen.

´tiller then
Zuletzt geändert von windling am 29.06.2009, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Kyujin
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von Kyujin »

Wir (jedenfalls Fortgeschrittene) schießen mit  Hanfsehnen. Nicht gewachst, sondern geharzt:

https://www.sambu-kyugu.com/index.php?main_page=index&cPath=5_43
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Commerz
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von Commerz »

Hallo,
jetzt muss ich aber mal fragen: Was ist denn der Vor- und Nachteil von Hanf/ Leinen-sehnen.

Ich habe nur B50 und dachte das wäre das beste für Selfbows, weil es 2% Dehnung hat ???
FastFlight ist ja nur für Fiberglasbögen weil es wie ein "Stahlseil" sich nicht dehnt und Selfbows kaputt macht.
So weit ist meine Info...

Baumwolle kann ich aus eigener Erfahrung sagen dass das ganz schnell reißt.
Sticht Hanf  das B50 in irgendweinem Punkt aus? Wenn ihr versteht was ich meine...
Preislich oder sonst irgendwo?
Kyujin hat geschrieben: Wir (jedenfalls Fortgeschrittene) schießen mit  Hanfsehnen. Nicht gewachst, sondern geharzt:
Wegen tradition oder weil es besser ist? Und warum geharzt und nicht gewachst?
Fragen über Fragen... :)
Ich freue mich auf Antworten --Commerz
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ossy65
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von ossy65 »

Hm...also Hanf, Leinen, Brennessel und noch andere Pflanzenfasern auch haben weniger Dehnung und wie in meiner Sehnenpraktik, der Parallelsehne, sogar fast keine. Mir ist deswegen noch keiner meiner Selfbows kaputt gegangen. Die Sehnen aus den Pflanzenfasern können je nach Wahl der Herstellungstechnik, sehr leicht gestaltet werden, haben also dadurch und auch durch die fast fehlende Dehnung eine höhere Schußkraft. So hab ich das gelernt und hoffe daß mich niemand berichtigen muß.
Ich will dich aber nicht überreden umzusteigen...wenn dir dein Bogen ein angenehmes Schußgefühl vermittelt und deine Pfeile schnell genug sind...warum solltest du dann etwas anders machen als bisher?
Für mich kamen nur selbsthergestellte Sehnen aus Pflanzenfasern in Betracht weil ich das ursprüngliche liebe und suche. Muß aber zugeben daß ich schon stolz bin wenn ich jemanden eine Sehne mache, der mir dann berichtet daß sie besser schießt als seine Industrie- oder Kunstfaser.
;)

Gruß Ralf
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von Tyrdal »

Wievile Stränge braucht denn so eine Sehne? Vorgin wurde geschrieben, daß ein Strang 6kg hält und das vierfache Bogenzuggewicht mit der Sehne gehalten werden soll. Bei einem 50 Pfund Bogen, der Einfachheit halber also 25 kg, wären das 200kg/6kg, also 34 Stränge! Erscheint mir ein bißchen viel. Also wieviele?
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Kyujin
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von Kyujin »

Commerz hat geschrieben: Wegen tradition oder weil es besser ist? Und warum geharzt und nicht gewachst?
Zunächst einmal latürnich wegen Tradition, wobei Anfänger auf Holz-Glasfiberbögen ganz ohne irgendwelche Authentizitätsqualen Kevlarsehnen benutzen. Vorgeschrieben sind Bambusbögen und -pfeile (wozu dann auch Hanfsehnen gehören) erst ab der Prüfung zum 5. Dan.

Auch das Harzen der Hanfsehnen ist erst einmal Tradition, aber ich tippe mal darauf, daß bei den in Japan vorherrschenden Temperaturen Harz der haltbarere Feuchtigkeitsschutz war.
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windling
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von windling »

Commerz hat geschrieben: ...
1. FastFlight ist ja nur für Fiberglasbögen weil es wie ein "Stahlseil" sich nicht dehnt und Selfbows kaputt macht.
So weit ist meine Info...


2. Sticht Hanf  das B50 in irgendweinem Punkt aus? Wenn ihr versteht was ich meine...
Preislich oder sonst irgendwo?
...
1. was haben denn die alten engländer/natives/steinzeitler geschossen, als es noch keine kunstfasersehnen gab, wenn naturfasersehnen selfbows zerstören?
also ich habe noch keinen selfbow aufgrund von dehnungsarmen sehnenmatrial verloren.

2. preislich nicht (kunstfaser ist günstiger), allerdings ergibt naturfaser schnelleren pfeilflug (richtige sehnendicke vorausgesetzt, also mit fast flight oä. vergleichbar) und kann sehr gut verwendet werden um ein system zu beruhigen.
die nocken und das mittelteil müssen es aber natürlich auch abkönnen.
es hat schon seine berechtigung wenn ein hersteller seine bögen nicht für dehnungsarme sehnenmaterialien freigibt.

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ossy65
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Re: Hanfgarn für Sehne

Beitrag von ossy65 »

Hi...und nochmal ich  ;D

die Rechnung mit den Strängen stimmt bei meiner Anchor-Leinen-Stärke, die 6 kg aushält.
50 lbs Bogen...etwa 23 kg! ...mal 4...ergibt 92 kg...sind aufgerundet 16 Stränge. Bei mir bekommt das den optimalen Durchmesser mitsamt der Mittenwicklung. Kann super einnocken udn der Sehne auch vertrauen...  ;)

Ciao Ralf
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