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Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 28.09.2008, 22:22
von Halvarson
ich danke euch für diesen thread, denn wieder habe ich etwas dazugelernt (und in dem link von indiaman einen schönen tillerstock für die tillerwand gesehen).
mein dank an euch
thorsten
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 29.09.2008, 19:39
von Snake-Jo
Habe meine Tillermesslehre nun doch hier eingestellt. In meiner Galerie etwas größer.
Das Messgerät besteht aus Messing (U-Profil), ein Messfühler wurde mit Feder in einen separaten Zylinder im Inneren eingebaut und überträgt die gemessene Tiefe (Kehlung) über den Zeiger auf die Skala. Die Rückholfeder sorgt für das Rückführen des Zeigers.
Die Funktion sollte klar sein, ansonsten zeige ich das Messgerät noch in Funktion. Damit messe ich alle Biegungen, von eliptischem Tiller bis Rundtiller.
Ich hab mich sehr an dieses Gerät gewöhnt und tillere nur noch damit.
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 30.09.2008, 06:23
von kra
Pfiffigers Teil, klasse.
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 30.09.2008, 15:49
von Ravenheart
Hmmmm...
Verstehe ich das richtig: Der Fühler schiebt nach unten und drückt den Zeiger hinten runter, so das er vorne hoch kommt...?
Das würde dann ja allerdings eine lineare Bewegung, die in eine Kreisbewegung umgesetzt wird? Da müsste die Skala dann doch eigentlich, wegen der Winkeländerung, ungleichmäßig (enger werdend) geteilt sein, oder? >Zeigerweg = Fühlerweg x sinWinkel< für einen Winkel von 90° (Startposition, sin = 1) bis 180° (Zeiger senkrecht, sin = 0)
Denn: Stehen Fühler und Zeiger genau senkrecht zueinander (90°), wird der Weg des Fühlers 1:1 umgesetzt, im (theoretischen) Fall "Zeiger senkrecht" (180°) kann sich der Fühler nicht weiter bewegen.
Für Zwischenwerte aber beträgt der Zeigerweg je nur das 0,xx-fache des Fühlerwegs, und das müsste sich natürlich auf der Skala niederschlagen...
O.K. macht man nur vergleichende Messungen, ("Strich 3, ja oder nein"), is es egal.. Für parabolische Krümmungsverläufe, und für große Krümmungsradien aber kommt man schneller zu Fehleinschätzungen, wenn die Skala eine lineare Anzeige "vortäuscht"...
Ganz anders sieht die Sache sofort aus, wenn der Fühler eine Zahnung hat, und diese auf ein Zahnrad überträgt! Dann ist in jeder Messtiefe Fühlerweg = Zeigerweg!
Rabe
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 30.09.2008, 16:41
von kra
kann deinen Ausführungen nicht ganz folgen (bin schon seit 6:00 im Büro...)
Ich habs so verstanden das der Stift, am oberen Rand zu sehen, auf den Hebel drückt und dadurch, um den Hebel verstärkt, seine Auslenkung anzeigt (und die Rückholfeder stellt sicher, das der Stift immer im Kontakt mit dem Bogenbauch ist).
Die Übersetzung durch den Hebel ist in erster Näherung linear, ebenso wie die Anzeige in erster Näherung linear dazu ist. Es liegen ja nur kleine Wege/Winkel vor.
Die sich durch einen elliptischen Tiller ergebenden Änderungen in der Stiftlänge muß Snake Joe halt "im Kopf" berücksichtigen, was ich ihm einfach mal zutraue

Ich sehe es als ein halbquantitatives, vergleichendes Schätzgerät.
Btw, man könnte es noch erweitern, indem der Stift und Hebel durch eine Meßuhr ersetzt wird. Allerdings würde die Übersichtlichkeit dabei verloren gehen.
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 30.09.2008, 16:47
von acker
Hallo,
Hmm, Ich denke das Zusammenspiel von Lehrenlänge zur Fühlerhöhe ist ausschlaggebend und die Übertragung eigentlich nicht so wichtig.
Gemessen wird ja nur die Lichteweite zwischen der Lehre und dem Bogenbauch.
Je grösser der Abstand je kleiner der Kreis und umgekehrt.
Eigentlich müsste man doch nur den Abstand des Fühlers zur einer bestimmten Länge X der Lehrlänge einmalig festlegen > in Bezug zu einer Kreisgrösse Y....
Gruss Acker
Re: Tillermaß: nützlich oder nicht?
Verfasst: 30.09.2008, 18:48
von Snake-Jo
@kra und Acker: Ja, so ist es.
Zum einen spielt sich der Tillerbereich eines LB auf der Skala bei 2-3 Einheiten ab. Zum anderen kann man Fühlerlänge und Skalierung einfach empirisch ermitteln und aufzeichnen, z.B. 1 mm Fühlerlänge ergibt 1 Teilstrich, 2 mm = 2 Teilstriche etc. und damit wird es linear.
Eine Messuhr, die man auch verwenden könnte , ist viel zu genau, d.h. nach 3 Umdrehungen auf der Messuhr verliert man den Überblick.

Daher dieses wirklich simple Gerät, welches hinreichend genaue Messwerte ergibt. Es entstand aus meiner Altmetallkiste in Kombination mit Teilen einer alten Schreibmaschine.
Was den elliptischen Tiller angeht: Das ist, wie kra schon sagte, auch viel Erfahrung und Gefühl, schließlich ist nicht jeder elliptische Tiller gleich.
Im übrigen ist dieses Gerät nur eine Weiterentwicklung der schon erwähnten
geraden Leiste (s. Zeckezüchter). Statt den sich verändernden Spalt zwischen Leiste und Krümmung zu beoabachten nehme ich die Skala und habe damit einen Messwert.