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Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 17:36
von Agroman
Pfeilharry hat geschrieben:Und noch was ich habe im internet geguckt und diesen Eddytowbow nicht gefunden.
Hat der ne internetseite oder einen Shop?
Ähm, wie wär's, wenn du dir den Thread hier mal richtig durchliest... Eddy ist ein Forenmitglied hier auf FC.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 18:02
von Pfeilharry
Ahh!
sorry!

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 18:07
von Fitzgerald
falls da noch meinungen gefragt sind so kann ich leider nur dazu sagen das wir schon mal an dem thema drann waren. hier der link dazu:http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=13&t=13890&hilit=pfeile+gegen+eisen



mist ich bekomme das mit dem verlinken nie hin

gruss fitzi...der ja bratpfannen sammelt...

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 18:18
von corto
ich finde den eddy über google direkt, aber ich bin auch komputorspezialüst :D

ne quark, harry hat sich nur verschrieben. eddytwobows ist aber ausschließlich hier im FC zu finden :D Hausmarke quasi

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 18:21
von Wilfrid (✝)
;-)
Eddytwobow, meinfach hier unter Mitglieder suchen
http://www.fletchers-corner.de/memberli ... e&u=111675

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 20.10.2011, 18:32
von GerhardP
Pfeilharry hat geschrieben:Ach ja!
.. Eddytowbow nicht gefunden.
..
Gruss Harry!
so kannst du ihn auch nich finden, sonder unter "eddytwobows"

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 07:35
von tscho
Also, die ganzen Versuche kann man knicken.Pfeile waren keine Gefahr für Brustplatten.Die Bleche waren in ner c45 Qualität und um die 40 HRC gehärtet im mittelbereich bis zu 3 mm dick. da geht aber gar nix.


Gruß
tscho

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 08:42
von Anubis
Vielleicht in diesem Zusammenhang auch noch interessant.

Man sollte das nur das Ganze mit einer Bogenrekonstruktion aus dieser Zeit wiederholen.
Hier fangen sie an zu improvisieren.

The UWGB Linothorax Project: Reconstructing and Testing Ancient Linen Body Armor.

http://www.uwgb.edu/aldreteg/MASTER-LIN ... 20copy.mov

http://www.uwgb.edu/aldreteg/Linothorax.html

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 09:07
von Blacksmith77K
tscho hat geschrieben:Also, die ganzen Versuche kann man knicken.Pfeile waren keine Gefahr für Brustplatten.Die Bleche waren in ner c45 Qualität und um die 40 HRC gehärtet im mittelbereich bis zu 3 mm dick. da geht aber gar nix.


Gruß
tscho
Das stimmt wohl so!

Qualitativ hochwertige Plattenpanzer wurden im 15. Jahrhundert gegen Armbrustbolzen, im 16. und 17. Jahrhundert gegen Arkebusen- und Pistolenschüsse getestet. Wenn der Bolzen bzw. die Kugel vom Brustpanzer abprallte, wurde dieser mit dem Beschaustempel der entsprechenden Plattnerzunft versehen, welcher meist Bezug auf die Heimatstadt der Zunft nahm.

Bild

Da geht wohl KEIN Pfeil durch. Nur muss man von ausgehen, dass nicht jeder Hinz und Kunz so 'ne Rüstung hatte. Die waren meist den Adeligen vorbehalten (...alleine der Preis schon...).

Aktuelle Nachforschungen besagen folgende Verluste der Franzosen bei Azincourt:

rund 8000 Gefallene, darunter der Connétable (Oberbefehlshaber) von Frankreich, drei Herzöge, 90 Edelleute und über 1500 Ritter


Also ist von Auszugehen, dass die restlichen 6400 gefallenen Soldaten sowieso weder gepanzert, noch sonstwas waren. Ok, Kettenhemden etc. aber dass diese einen Artilleriepfeil nicht aufhalten konnten, ist ja hinreichend dokumentiert.


Also wie Tscho oben erwähnt: Nen guten Harnisch kannste selbst mit einer Armbrust nicht knacken. ;)

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 09:31
von tscho
Karfunkel Combat Sonderheft Nr. 2 .
Beschusstest mit ner 400 Kg Armbrust.
Ein thread mit klarem Ausgang -klasse.

tscho
Nachtrag : zumindest fürs ausgehende 15 jahrhundert.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 10:02
von Wilfrid (✝)
Eigentlich gehts um Bleche durchlöchern ;-)
Ich kenne eine Bogenbahn, die einen leicht tragbaren Schutz für die Aufsichten sucht. Nach dem 3 Lagen Kevlar nicht der Hit beim Beschußtest waren, sind solche Versuche wie hier natürlich interessant. Ob die Franzosen jetzt an Pfeilspitzen gestorben sind oder nicht? Eigentlich uninteressant. Wichtig:
Wann geht ein Pfeil mit welcher Spitze durch welches Blech? 3mm C45 sind nicht wirklich ein tragbarer Schutz. Vollkette über Kevlar auch nicht unbedingt.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 10:36
von shortRec
Bei den späten, schweren Rüstungen darf man nicht außer Acht lassen, dass sie in den meisten Fällen Sportbekleidung waren. D.h. es waren aufwändig gefertigte, prunkvolle und teure Turnierrüstungen, die nie in einer Feldschlacht getragen wurden. Dafür waren diese einseits viel zu schwer und unhandlich, andererseits hatte sich die Kriegsführung etwa seit den Schweitzer Kriegen Karls V. sehr schnell von den ineffizient gewordenen Ritterheeren zu den effizienteren Söldnerheeren gewandelt. Bei dieser Entwicklung blieben die adligen Ritter tatsächlich auf der Strecke, auch wenn manche als Offizier in den Söldnertruppen Karriere machten. Ihre militätische Stellung büßten sie fast vollständig ein. Seit Mitte des 16. Jh.s reduzierte sich in der Folge die Kriegsrüstung auf recht schmucklose Brustplatten, Helm und ggf. Armschienen.
Die schweren, prunkvollen Turnierrüstungen mussten also keine Geschosse etc. abhalten, sondern "nur" den Lanzenstoß im Turnier. Das aber möglichst zuverlässig. Prüfsiegel sind hier also sinnvoll.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 11:23
von Mandos
Jo, vom 16. Jhd. sprechen wir hier auch gar nicht. Erstens waren Bögen in den großen Schlachten kaum noch in Gebrauch, zweitens ist das mit 180 cm langen Schwertern zu vergleichen... In der Schlacht einfach unpraktisch und eher zum Prunk gedacht. Man wollte ja sogar "Gewehr"schüsse abhalten. Dann sah man aber schnell die Zwecklosigkeit ein.

Fakt ist, dass im 14. Jhd. und frühen 15. Jhd. solche Rüstungen eine Seltenheit gewesen sein dürften. Dazwischen gab es einen Übergang. Da hatten es Bögen wahrscheinlich auch schon schwer.
Die meisten trugen "munitions grade armour", relativ günstige, unzureichend gehärtete Platte...
Auf solche Rüstung sollten sich Beschusstests (auch auf gerundete Panzer) konzentrieren. Das andere ist zwecklos und nicht sachdienlich.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 12:14
von tscho
Mandos hat geschrieben:Jo, vom 16. Jhd. sprechen wir hier auch gar nicht. Erstens waren Bögen in den großen Schlachten kaum noch in Gebrauch, zweitens ist das mit 180 cm langen Schwertern zu vergleichen... In der Schlacht einfach unpraktisch und eher zum Prunk gedacht. Man wollte ja sogar "Gewehr"schüsse abhalten. Dann sah man aber schnell die Zwecklosigkeit ein.

Fakt ist, dass im 14. Jhd. und frühen 15. Jhd. solche Rüstungen eine Seltenheit gewesen sein dürften. Dazwischen gab es einen Übergang. Da hatten es Bögen wahrscheinlich auch schon schwer.
Die meisten trugen "munitions grade armour", relativ günstige, unzureichend gehärtete Platte...
Auf solche Rüstung sollten sich Beschusstests (auch auf gerundete Panzer) konzentrieren. Das andere ist zwecklos und nicht sachdienlich.
ja hast völlig recht.Aber die mögliche Grenze ist nun klar.Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts war nix mehr zu machen.

Re: Bleche durchlöchern

Verfasst: 26.10.2011, 12:21
von Agroman
tscho hat geschrieben:Also, die ganzen Versuche kann man knicken.Pfeile waren keine Gefahr für Brustplatten.Die Bleche waren in ner c45 Qualität und um die 40 HRC gehärtet im mittelbereich bis zu 3 mm dick. da geht aber gar nix.
Tut mir Leid, aber das ist eine ganz schrecklich verallgemeinerte Aussage, die sehr geringen Stellenwert hat.

Für Qualitätsrüstung wie jene auf Blackys Bild stimmt es, da kommt kein Pfeil wirklich durch, genauso wenig wie eine Arquebusenkugel oder ein Bolzen (außer vielleicht aus nächster Nähe) aber das wussten wir vorher schon. Aber wer trug sowas? Richtig, nur die Reichen. Wie Mandos schon sagte, die Regel unter den Plattenrüstungen bildeten "munitions grade"-Rüstungen, die erwiesenermaßen auch relativ vernünftig durchschossen werden können (an der dicksten Stelle der Rüstung, wohlgemerkt).
Und es trug noch nichtmal jeder Soldat Platte.

Übrigens halte ich es für SEHR problematisch, die Widerstandfähigkeit diner Rüstung gegen Beschuss anhand ihrer dicksten Stelle auf einem der solidesten Rüstungsteile überhaupt zu messen - der Mitte des Brustpanzers, denn die wird fast immer dazu hergenommen. Eine stählerne Rüstung hat so viele dünnere Stellen, schmale Lücken und Schwachpunkte, und wie ich bereits sagte, um verlässlich sagen zu können, wie sicher man damit gegen Projektilbeschuss aller Art ist, muss man auch alle diese Stellen beschießen, und das bei Rüstungen ALLER Qualitäten.

Auch muss ich shortRec bepflichten, diese immens schweren Rüstungen (3mm, hallo?) waren Turnier- und Prunkrüstungen, nichts schlachtentaugliches.


@Anubis:
Hilfe, was sind das denn für bescheuerte Tests? Hat der Depp da etwa ernsthaft mit einem scharfen Pfeil auf seinen Freund geschossen, ohne zu wissen, was der Effekt sein könnte? Unfassbar.

Ansonsten... sehr sinnvolle Tests. *Ironie aus* Mit einem Billigcompound auf halbem Auszug sowie 'nem leichten Jagdrecurve auf eine Rüstung, deren Beschaffenheit vollkommen unbelegbar ist...