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Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 16:52
von Blacksmith77K
Jaja...
Guck du, dass du die Valkyrie klar bekommst. Hast ja noch 16 Tage...

Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 16:54
von Agroman
Blacksmith77K hat geschrieben:Guck du, dass du die Valkyrie klar bekommst. Hast ja noch 16 Tage...

Das wiederrum würde eine Geschwindkeit implizieren, an die ich nicht mehr so ganz glaube. Aber mal sehen.
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 17:06
von Markus
Blacksmith77K hat geschrieben:
So, auch mal was wo's hinsoll. Der Bursche heißt Noel Laflamme (fishfinder401). Der Bogen ist nachgewogen und hat 140#@32"
Sein Fulldraw ist bischen was kürzer, wird wohl um die 120# aus dem Bogen kitzeln. Er hat sich mit Jake Fenwick getroffen und sich ein wenig unterweisen lassen. Und was soll man sagen ausser: GREAT JOB!
http://www.youtube.com/watch?v=p6FCTavM3BI
...

Ich habe mir gerade mal das Video angeschaut.
Ich mag mich täuschen, aber der Junge mit der Mütze (Jake Fenwick ?) kommt zwar vielleicht in den Fulldraw (das mögen andere beurteilen) aber bei fast allen Pfeilen bricht er kurz vor dem Ablass ein und geht im Auszug 1-2 " zurück. D.h. er schießt in den seltensten Fällen aus dem Fulldraw ab.
Ich persönlich bin sehr weit davon entfernt, solche Zuggewichte auch nur ansatzweise zu benutzen und kann daher wenig zur Technik sagen. Aber das ist mir doch recht schnell aufgefallen. Wenn er einen 10# schwächeren Bogen aus dem Fulldraw schießen würde, käme er gleich weit (aber das hört sich dann vielleicht nicht so cool an ...)
Markus
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 17:16
von corto
(aber das hört sich dann vielleicht nicht so cool an ...)
und impliziert die verfügbarkeit von guten Eibebögen in 10# Stufen ^^
billig sind die ja auch nicht, und genau steuern wie stark der bogen ist ist ja auch nur bedingt möglich...
der schafft das schon noch, und ich würde mir wegen nem zoll creeping auch nicht nochmal für hunderte euros nen bogen kaufen - sondern einfach trainieren bis es geht.
gruß corto
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 17:18
von Blacksmith77K
corto hat geschrieben:...und genau steuern wie stark der bogen ist, ist ja auch nur bedingt möglich...
gruß corto
Hä?

gehört zwar nicht in den Thread aber wenn du das so meinst, wie ich es verstanden haben, iss das Quatsch. ich tiller 'nen 120#@32" Bogen auf 2# genau.
Und wenn du 32 Zoll ziehst, hast du 120# auf den Fingern... was ist da nur bedingt möglich?
Markus hat geschrieben:...kommt zwar vielleicht in den Fulldraw (das mögen andere beurteilen) aber bei fast allen Pfeilen bricht er kurz vor dem Ablass ein und geht im Auszug 1-2 " zurück.
Markus
Ist das so? Ich sehe das eigentlich net, mag aber sein, dass ich 'geblendet' bin.
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... 3BI#t=206s
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 22.03.2012, 17:28
von Agroman
Markus hat geschrieben:Ich habe mir gerade mal das Video angeschaut.
Ich mag mich täuschen, aber der Junge mit der Mütze (Jake Fenwick ?) kommt zwar vielleicht in den Fulldraw (das mögen andere beurteilen) aber bei fast allen Pfeilen bricht er kurz vor dem Ablass ein und geht im Auszug 1-2 " zurück. D.h. er schießt in den seltensten Fällen aus dem Fulldraw ab.
Ich persönlich bin sehr weit davon entfernt, solche Zuggewichte auch nur ansatzweise zu benutzen und kann daher wenig zur Technik sagen. Aber das ist mir doch recht schnell aufgefallen. Wenn er einen 10# schwächeren Bogen aus dem Fulldraw schießen würde, käme er gleich weit (aber das hört sich dann vielleicht nicht so cool an ...)
Nein, das ist so nicht ganz korrekt. Jake kommt ziemlich gut in den Fulldraw und kann das Gewicht auch sauber halten, er bricht nicht ein.
Das, was sein Fehler ist, nennt sich 'forward loose' und kommt davon, dass man durch das Anpassen des Winkels, in dem der Bogen gehalten wird, evtl. so ca. einen Zoll Auszug verliert, nachdem man schon im Fulldraw war (wenn man nicht 'nachzieht', was Jake in diesem Fall nicht tut). Noch dazu löst er nicht ganz sauber, weswegen er im Abschuss etwas Kraft vergeudet und tatsächlich nicht zu 100% das Potential des Bogens nutzt.
Im Allgemeinen schaut's so aus: Er zieht den Bogen gut und sauber aus, aber am Lösen muss er noch arbeiten. Das ist überhaupt mit der schwiergste Part am Schießen eines starken Bogens. Aber er (Jake) verbessert sich schon deutlich.
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 07:05
von Markus
@corto - ein guter Bogenbauer baut Dir den Bogen auch aus Eibe mit dem gewünschten Zuggewicht. Der Preis ist eine andere Frage.
@all - wie gesagt, ich habe keine Erfahrung mit so großen Zuggewichten. Die Erklärung von Agroman hört sich für mich schlüssig an, trifft sie doch meine Beobachtung.
Die Frage bleibt trotzdem, ob ein schwächerer Bogen nicht die gleiche Leistung bringen würde. Dies würde das Löseproblem evtl. deutlich entschärfen. Zudem wäre die Verletzungsgefahr verringert (s. threadtitel).
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 10:23
von Agroman
Dass das Verletzungsrisiko für Jake dann geringer ist, je niedriger das Zuggewicht ist, sollte klar sein, doch unter diesem Gesichtspunkt könnte man das Warbowschießen auch gleich ganz sein lassen. Aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Man schießt solche starken Bögen ja aus einem bestimmten Grund, nämlich weil's reizvoll ist, sehr viel Spaß macht (wenn man es beherrscht, ansonsten ist es Quälerei) und weil es für manche (wie mich z.B.) auch als das Praktizieren alter Kriegskunst einen großen Stellenwert hat.
Jede Form des Leistungssports am Limit birgt körperliche Risiken, die man bereitwillig eingeht.
Was die Verbesserung von Jakes Technik durch Zuggewichtreduzierung angeht ist das so eine Sache. Rein vom Zuggewicht her hat er es nicht unbedingt nötig, weil er den Bogen gut bewältigt, und, wie er in anderen Videos bewiesen hat, auch erstaunlich präzise damit trifft.
Dieses Problem mit dem Lösen hat er nur beim Distanzschießen, weil man den Bogen da ja erst noch nach oben richten muss, nachdem man ihn im Fulldraw hat, und dabei verliert er dieses kleine Stück vom Auszug. Dafür wäre ein Übungsbogen mit niedrigerem Zuggewicht zum Üben des Lösens hin und wieder wohl eine ganz gute Idee, aber auch nicht zu niedrig, damit er noch genug Druck auf den Fingern hat, dass sich die Warbowtechnik mit dem intensiven Körpereinsatz auch noch merkbar lohnt (denn sonst bringt ihm das vom Trainingseffekt her nichts).
Das Zuggewicht im Insgesamten komplett reduzieren musser meiner Meinung nach nicht.
Was mir übrigens aus Eigenerfahrung aufgefallen ist - wenn man mit einem Warbow gerade anfängt gut klar zu kommen, allerdings noch ein paar kleine technische Macken hat, dann hilft häufig besonderes das Trainieren mit einem höheren Zuggewicht, um das reguläre besser kontrollieren zu können.
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 10:32
von corto
Blacksmith77K hat geschrieben:
Hä?

gehört zwar nicht in den Thread aber wenn du das so meinst, wie ich es verstanden haben, iss das Quatsch. ich tiller 'nen 120#@32" Bogen auf 2# genau.
nuja ich lese oft, das bögen etwas abseits von dem geliefert werden was die leute bestellen - ist das reine schluderigkeit des Bogenbauers?
mir war so als würde das mit materialschwankung etc immer etwas varriiren, bzw durch den endgültigen tiller etwas vom "geplanten" zuggewicht abweichen..
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 11:08
von Blacksmith77K
Nuja, ich sage mal +/- 5lbs sind normal und unterliegen zudem den Schwankungen bei Luftfeuchte, Temperatur etc. Problematisch wird's, wenn du 70# haben willst/bezahlst aber nur 60# bekommst. Das geht net und sollte so nicht sein.
Also ich denke schon, dass ein guter Bogenbauer Wünsche auch erfüllen sollte und wenn der gebaute Bogen eben 10# zu schwach ist einen neuen bauen und nicht stillschweigend dem Kunden unterjubeln.
Gerade im hohen Zuggewichtsbereich wird öfter mal geflunkert. Kann natürlich nach hinten losgehen, deshalb ist meine Zugwaage auf minus 5# genullt. So geht man dem Zirkus aus dem Weg und hat immer noch Luft.
Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 12:14
von Haitha
Deutsche Wertarbeit

Re: Hohe Zuggewichte und Verletzungen
Verfasst: 23.03.2012, 15:07
von Ravenheart
Hach je, da könnte man viel zu sagen! Ich mach's mal in Sichworten, ggf nachfragen!
1. Man kann auf +/- 2# genau tillern, vorausgesetzt, es gibt keine "unvorhergesehenen Probleme".
2. NICHT kalkulierbar ist, wie viel ein Vollholz-Bogen beim Einschießen einbüßt. Das können bis zu 5# sein, je nach Holzart, Qualität und Auszugweite.
3. Es ist ein RIESENunterschied, ob ich das professionell oder als Hobby mache! Als Hobby habe ich "unendlich Zeit" und kann mich ran tasten. Und Kompromisse eingehen. Als Profi muss ich im wirtschaftlichen Zeitrahmen bleiben, trotzdem aber Haltbarkeit, Ästhetik und "professionelles Erscheinungsbild" einhalten. Das kann zu Lasten der "Punktlandung" beim Zuggewicht gehen.
wg. 2. und 3.: Der Profi setzt also erst einmal höher an! Über MEHR Power gibt es weniger Beschwerden als über zu wenig...
Rabe