Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

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Bogenbas
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Bogenbas »

Ein Extrembeispiel für Einsteiger die sich an extremen Designs versuchen: Es gibt auch immer wieder Leute die als ersten Bogen gleich einen Kompositbogen bauen, und da auch noch die Königsliga (osmanischer).
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Kemoauc
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Kemoauc »

So wie mein Apotheker, er versuchte es erstmal mit nem Mamelukenbogen.
Nuja,er baut nun schon ca 8 Jahre daran. ;)
Aber Holzbögen in haltbar hat er gut hingekriegt.
Der Mameluke ist wohl immer noch sein Dauerprojekt.
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Kemoauc
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Kemoauc »

kra hat geschrieben: 30.04.2026, 11:13 Warum gibt es eigentlich den Hype für Alles, das steife Wurfarmenden hat, seine es die Syahs oder das was unter Mollegabet oder Holmegaard etc. läuft?
Jetzt hab ich auch mal den Anfang gelesen... :D
Nja,das mag wohl so ne Prägung der Jugend für "Elbenbögen" etc.. sein,was man halt in Videos so sieht.
Entscheidend in der Wortwahl : " Was unter M.. und H.. etc läuft ?" Tja,da sind,beim Holmegaard viele Übertreibungen unterwegs, so ne kleine Stufe wie beim Original kann halt mal beim Fertigen entstehen,der Bogenbauer hat halt sein Möglichstes an Kunst reingelegt,den dennoch zum Funktionieren zu bringen. 10000 Jahre später wurde daraus ein Stilmerkmal abgeleitet,das eigentlich in Europa sonst so kaum zu finden ist.
Für den Möllegabet ist das heutzutage sogar noch extremer ausgearbeitet,als das Original je war.
Zwischen diesen Funden liegen übrigens ein paar tausend Jahre, H. ist mesolithisch, M. bereits Jungsteinzeit.
Und hier am Bodensee findet/fand man nur so "langweiliges Zeug" wie "Holzstangen mit/ohne Griff und Breiten und Dickentaper" ;D
Ist natürlich langweilig und Cringe.
Leider halt auch pragmatisch. ;)
Da muß natürlich auch gesagt werden, als die wir die Jüngeren waren, hatten wir auch Flausen und ambitionierte Versuche, dies den Andren beigebracht.. und müssen manchmal,als die jetzt Älteren, sagen das ist BS.
Von daher find ich Deinen Ansatz Null ketzerisch. ;D
Nur so ein paar Gedanken dazu,
Grüßle, Kemoauc
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von benzi »

Ich finde den Verlauf dieses Fadens traurig....😪

Warum?

Weil der Faden beginnt mit dem Anspruch Licht in physikalische Zusammenhänge zu bringen und endet damit Beginner die das Mölle Design wählen fast schon zu beleidigen...😪

Weil es für mich die Aufgabe weißer alter Männer ist, Experimentierfreudigkeit zu fördern, Fehler von Beginnern zuzulassen... und NICHT zu bevormunden, klein zu halten und "besser" zu wissen..

Weil es zum Mölle Design andere physikalische und historische Ansätze gibt siehe Tim Baker, TBB 3, S. 50 ff und Dan Perry, TBB 4, S. 215, 216
20260503_081932.jpg
Weil die Autoren beim schreiben dieser Artikel alles andere als newbies waren...

Weil, wenn das Design für Beginner unüberwindbare Schwierigkeiten parat halten würde, wir hier laufend brechende Mölles sehen würden, was nicht der Fall ist..

Weil dieser Faden die Freude an diesem Design und die Vielfalt an Bogenformen hemmt, anstatt sie zu fördern.

Liebe Grüße

PS weil Ketzerei gegen den Klerus gewandt ist und nicht gegen den Enthusiasmus junger Novizen...😘
Zuletzt geändert von benzi am 03.05.2026, 08:40, insgesamt 1-mal geändert.
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von fatz »

Du kapierst einfach nix. Gar nix! Aber sei ruhig traurig...
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Benedikt
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Benedikt »

Die letzten Sätze in deinem Bild @benzi find ich interessant, danke dafür. Was für mich jetzt auch nicht dafür spricht, dass du nix kapierst ;)

Wer hier hat eigentlich schon mehrere Versuche mit solchen oder ähnlichen Bogendesigns gebaut und damit rumprobiert? Mal so aus Interesse? Weil....manche meiner schussleistungstechnischen Lieblingsbögen sind so....aber den hat wohl keiner erzählt, dass das Design kacke ist ::)
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Hieronymus
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Hieronymus »

benzi hat geschrieben: 03.05.2026, 08:31 Weil dieser Faden die Freude an diesem Design und die Vielfalt an Bogenformen hemmt, anstatt sie zu fördern.
Das sehe ich anders....

1. Sollte nicht das Aussehen bestimmen welches Design ich wähle. Wenn ich das tue , dann habe ich grundlegende Dinge nicht verstanden.
2. Das Tillerbild solcher Bögen fördert nicht das Auge, da zuviele Bereiche steif bleiben , was bei einem normalen Bogen so nicht gewünscht ist.
3. Es heißt nicht, man solle solche Bögen nicht bauen, sondern erst später, wenn man gelernt hat besser zu tillern. Erst dann ist ein solch gebauter Bogen Leistungsfähig und macht Laune.
4. Man fängt nicht mit dem Iron Man oder mit dem Marathon an , sondern erhöht langsam den Schwierigkeitsgrad.
5. Finde die dauerhafte, Gebetsmühlenartige Vorwürfe Menschen abzuschrecken irgendwas zu bauen, so was von daneben. Das ist ein Forum für Wissensaustausch. Es gut das es diese Diskussionen gibt, um verschiedene Blickwinkel zu bekommen und seinen Horizont zu erweitern.

LG Markus
Zuletzt geändert von Hieronymus am 03.05.2026, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Bogenbas »

benzi hat geschrieben: 03.05.2026, 08:31 Weil, wenn das Design für Beginner unüberwindbare Schwierigkeiten parat halten würde, wir hier laufend brechende Mölles sehen würden, was nicht der Fall ist..
Es sagt ja keiner das man als Anfänger so nen Bogen nicht hinbekommen kann. Es ist nur viel schwieriger für einen Neuling ein solches Design so umzusetzen, dass dabei auch ein haltbarer und gut werfender Bogen raus kommt. Es ist ein schmaler Grat bei einem Mölle, die Nadeln so gewichtsoptimiert auszuarbeiten, das sie noch steif sind aber schon von einem geringeren Gewicht profitieren. Und das ganze auch noch ohne sich unmengen an Set einzuhandeln weils Holz überfordert wird. Also für mich liegt der Punkt nicht in der umsetzbarkeit an sich. Sicher werden es Beginner auch schaffen einen Mölle zu bauen der nicht bricht. Aber den Mölle so umzusetzen das er dann auch wirklich besser wirft als ein normaler Flachbogen, ohne die Lebensdauer drastisch zu verringern ist ein Sweetspot den Anfänger nur schwer treffen werden.
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Benedikt »

Nochmal ausführlichere Gedanken als Argument, warum denn dieses Bogendesign eben durchaus Vorteile gegenüber auf ganzer Länge biegender Wurfarme haben könnte.

Was relevanter ist als die Gesamtmasse des Wurfarms, ist doch die Masseverteilung innerhalb des Wurfarms. Je weiter außen viel Masse ist, desto schlechter, da das ja n ganzschönen Weg im Abschuss zurücklegen muss im Vergleich zu 10cm neben dem Griff. Eigentlich hats kra im Eigangsbeitrag schon geschrieben:
kra hat geschrieben: 30.04.2026, 11:13
-- Wurfarm-Gewicht - da man die steifen Bereiche deutlich schmaler machen kann, als sie dicker werden müssen (um eben steif zu bleiben) spart man Gewicht. Handelt sich dabei aber mögliche Instabilitäten in den Wurfarmenden ein und bedingt deutlich höhere Fähigkeiten des Bogenbauers.
Und ich glaube, gerade in der äußeren Wurfarmhälfte macht das schon viel aus. Einiges der Masse wandert dann vielleicht mehr Richtung Griff, da man hier breiter baut als man sonst würde, um die zusätzliche Belastung auszugleichen, aber nahe am Griff macht die zusätzliche Masse halt auch weniger aus. Da könnte man bestimmt ne nette Grafik mit Wurfarmmasse vs Distanz zu Bogenmitte machen, die bei nem Mölle dann tendeziell weniger linear als zB bei nem pyramidalen Design ausfallen würde. Ist einfach masseverteilungsoptimiert. Mit Instabilitäten hatte ich ehrlich gesagt noch nie zu kämpfen, halt net pfuschen beim Rausarbeiten ;D Der flache Teil des biegenden Bereiches gibt ja vor, wo es hingehen soll.

Wenn man dann den Punkt findet, wo
Anasazi hat geschrieben: 30.04.2026, 22:50 ....sich diese schmalen Enden [..] auch biegen...
,ohne das Material zu überlasten, dann noch besser.
Bogenbas hat geschrieben: 03.05.2026, 12:04 Es ist ein schmaler Grat bei einem Mölle, die Nadeln so gewichtsoptimiert auszuarbeiten, das sie noch steif sind aber schon von einem geringeren Gewicht profitieren.
Wobei der so schmal garnet ist, glaub ich.


Ein wichtiger Punkt noch: Ich find solche Bögen oftmals viiieeeel angenehmer und ruhiger im Abschuss als vollbiegende. Irgendwo auf PA oder so hab ich mal gelesen, dass jemand schrieb, die steifen Enden haben ne dämpfende Wirkung hinsichtlich Handschock und co.?


Ich geh jetzt einen bauen. Danke für die Inspiration ;)

Achso, P.S.:
Hieronymus hat geschrieben: 03.05.2026, 12:04
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Manches wirkt manchmal schon n bisschen dogmatisch, find ich. Und per Text gehen nunmal viele Nuancen der Kommunikation komplett flöten. Is a bissl so n Sender-Empfänger-Problem, wage ich zu behaupten. Viele Wege führen nach Rom, aber wer nach dem Weg fragt, bekommt meist den direktesten empfohlen ;)
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von kra »

@Benedikt, vielen Dank, du hast eine für mich mit der Betrachtung der Masseveretung über den Wurfarm eine schlüssige Begründung gegeben.

Das ich niemanden von irgendeinem Bogenprojekt abhalten will sollte sich von selbst verstehen. Mich hat nur interessiert wo eventuelle Vorteile in dem Design liegen und warum Einsteiger so gerne die schwierigeren Varianten im Bogenbau wählen.
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– George Bernard Shaw
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Re: Gedanken zu steifen Wurfarm-Enden (Ketzermodus!)

Beitrag von Anasazi »

Mein erster selbstgebauter Bogen war ein Mollegabet ( damals wurde sowas noch Holmegaard genannt ;) Ist halt schon über 30 Jahre her.
Bei dem Bogen wurden typischen Anfängermerkmale sichtbar (deutliches Stringfollow, die Enden sind fingerdick (4xBleistift), diese Ulme war keine Top Ulme,...) aber er hat mich die ersten 2-4 Jahre meine Bogenschiesslaufbahn begleitet - dann wurde er sporadisch mit abnehmender Frequenz geschossen und dann kam er in den Ruhestand.
Zwischendrin habe ich immer wieder solche Designs gebaut und war mit den Ergebnissen bislang immer zufrieden - je nach Ausführung gab und gibt es Unterschiede.
Einer dieser Bögen aus Hickory wurde von seinem Besitzer ausgiebig mehrere Jahe geschossen. In der letzten Saison mit Pfeilen, die gerade mal knapp 300grains hatten (der Bogen hatte 60lbs@29"). Das hat das Hickory dann mit doch einigen Stauchbrüchen und Performanceverlusten quittiert aber der Bogen ist nicht gebrochen. Am Anfang dieser Saison waren die Mitschürzen auch immer verwundert, wie zügig der Bogen wirft.
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