Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Themen zum Bogenbau
Recurvy
Newbie
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: 18.03.2026, 02:03
Hat gedankt: 8 Mal
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Recurvy »

Hallo,
ich bin neu im Forum.
Ich habe seit gestern mehrere Stücke vom Pfaffenhütchen.
Länge der wahrscheinlich verwertbaren Teile wa 100cm.
Darunter ist ein Stück vom Stamm mit gut 120cm Länge und etwa 18cm Durchmesser.
Das Holz schein fast weiß, sprich gar nicht gelb zu sein.

Dieser Stamm hat eine Krümmung, aber anscheinend kaum Drehwuchs, soweit ich das als Neuling beurteilen kann.
Leider wächst auf dem Stamm Moos.

Ich habe den Tipp bekommen, die Rinde erstmal dran zu lassen, die Enden mit wasserfestem Holzleim einzupinseln und das Ganzbzum Trocknen draußen unter einem Dach zu trocknen.

Dazu liegt es nun unter einem niedriegen Balkon:
Regenschutz von oben, aber draußen.

Könnte mir jemand etwas dazu raten, was ich wegwn des Mooses unternehmen könnte.

Ich will das Holz frühestens im Herbst verarbeiten, evt. auch erst im nächsten Jahr.

Ich würde dann bei mir in der Gegend einen Workshop mitmachen.
Bis dahin muss das Holz aber korrekt gelagert und getrocknet werden.

Ich weiß, dass 100-120cm zu kurz für einen Selfbow sind, aber ich hoffe zwei Wurfarme bauen zu können.

Vielen Dank im voraus.

Besten Gruß
Janning
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8636
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 977 Mal
Hat Dank erhalten: 175 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von benzi »

Willkommen!
Ich würde das Moos abschaben aber die Rinde drauflassen...

Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Recurvy
Newbie
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: 18.03.2026, 02:03
Hat gedankt: 8 Mal
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Recurvy »

Vielen Dank,
wow die Antwort kam jetzt echt schnell.
So mache ich es.
Könnte ich den Stamm evt. auch später in zwei Staves nebeneinander aufteilen oder ergibt das etwas komisches und verdrehtes?
Ich frage, weil ich dann die natürliche Krümmung (der Baum wuchs an einem Hang) nutzen könnte, um einen natürlichen Reflex zu bauen.
Jedenfalls stelle ich mir das so vor.
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6922
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 265 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von fatz »

Die hier 1000fach gebrauchte Standardmethode:
Halbieren, Enden mit Leim zuschmieren (hast ja schon), Rinde runter. Die einzige Ausnahme ist Eibe.

Ein Stamm mit Rinde und zugebappsten Enden ist ein Wassersack. Da kommt fast nix raus und wenn Pech hast, gammelt der.
Wenn die Klügeren nachgeben, bestimmen die Idioten
Benutzeravatar
kra
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 7098
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 178 Mal
Hat Dank erhalten: 188 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von kra »

zuerst mal: Willkommen hier!

Zum zweiten, bei 18cm Durchmesser ist deine Idee zumindest in Betracht zu ziehen ;-), ABER für eine fundiertere Bewertung sind Photos der Rohlinge nötig, vorher läßt sich nix sagen.

Zum Moos, ich würde es abbürsten, die Rinde aber intakt lassen.

PS. Spalten ist sinnvoll, würde auch gleich Information geben, inwieweit Drehwuchs vorliegt. Versiegeln nicht nur der Enden sondern auch noch die ersten 5 cm jeder Seite!
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Benutzeravatar
Hieronymus
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3386
Registriert: 18.08.2016, 19:50
Hat gedankt: 25 Mal
Hat Dank erhalten: 156 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Hieronymus »

Hallo herzlich willkommen

Rinde Würde ich auf jeden Fall Runter nehmen, da sie anschließend gerade für Anfänger schwer entfernen lässt!
Enden versiegeln und auf jeden Fall halbieren.

LG Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8636
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 977 Mal
Hat Dank erhalten: 175 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von benzi »

Recurvy hat geschrieben: 18.03.2026, 16:20 Ich frage, weil ich dann die natürliche Krümmung (der Baum wuchs an einem Hang) nutzen könnte, um einen natürlichen Reflex zu bauen.
Das dürfte aus meiner Sicht nicht funktionieren, weil es Dir kaum gelingen kann zwei Hälften die gerade sind und deren spätere Rücken und die Jahresringe nicht stark zu einer Seite abfallen würden...

Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Benutzeravatar
Benedikt
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3201
Registriert: 01.09.2013, 12:41
Hat gedankt: 4 Mal
Hat Dank erhalten: 119 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Benedikt »

Bei einem am Hang gewachsenen Stamm hast du automatisch Zugholz auf der Deflexseite. Ergo muss man den so teilen, dass man eine reflexe und eine deflexe Hälfte bekommt, wenn man zu nem S spleißen würde, könnte der durchaus seltsame Dinge machen, da jeweils der halbe Wurfarm Zugholz ist. Reflex funktioniert also nur dann, wenn du zwei solcher Stämme hast und dann beide reflexe Hälften im Griff spleißt. Was gehen könnte (aber nicht wirklich ein Anfängerprojekt ist), ist an die reflexe Häfte Enden dranzuspleißen und ne Art Mölle zu bauen.

Wenn man lieb fragt, gibts oftmals auch geeigneteres Holz für Anfänger, es gibt so diverse Leute hier (um mal ein zufälliges Beispiel zu nehmen ;D ), die z.B. den ganzen Scheunendachboden mit Robinie vollliegen haben :D Aus 1m Stücken was zusammenzuspleißen könnte doch die Ersterfahrung beim Bogenbauen ein wenig trüben, befürchte ich.
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Benutzeravatar
Hieronymus
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3386
Registriert: 18.08.2016, 19:50
Hat gedankt: 25 Mal
Hat Dank erhalten: 156 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Hieronymus »

Wenn du uns verrätst woher du kommst(Raum) dann gibt es bestimmt jemand in der Nähe der dir helfen kann.
Pfaffenhütchen ist ein gutes Bogenholz, bestimmt keines für Anfänger. Zeig mal bitte aussagekräftige Bilder von deinem Stamm, dann können wir dich besser beraten.

Ich würde dir empfehlen ein Hasel schneiden zu gehen. Gerade, Astfrei im Rücken und etwas ab 6cm aufwärts. Den kannst du relativ gut bearbeiten, trocknet sehr schnell und ist überall in Bogen tauglichen Größen verfügbar. Damit lernst du den Bogen herauszuarbeiten und zu tillern...siehe die Saptuniere.

Dabei lernst du unglaublich viel, da du dich selbst mit der Materie auseinandersetzten darfst.

LG Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8636
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 977 Mal
Hat Dank erhalten: 175 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von benzi »

🤣🤣🤣🤣🤣
Screenshot_20260318-212022_Chrome.jpg
So geteilt wären die reflexen Hälften komplett Zugholz... aber Oberfläche und Jahresringe kippen zur Seite weg...
20260318_181057.jpg
So hatte ich die Idee verstanden..
Benedikt hat geschrieben: 18.03.2026, 18:26Was gehen könnte (aber nicht wirklich ein Anfängerprojekt ist), ist an die reflexe Häfte Enden dranzuspleißen und ne Art Mölle zu bauen.
Ist ne super Idee und garnicht so schwierig..... dann aber mit gebogenen Enden...hatte ich das schon mal irgendwo geschrieben...?🤔🤣🤣😈😈

Hier sind zwei Stücke Eibe an ein kurzes Stück Holunder angespleisst. .
Screenshot_20250603-103149_Gallery.jpg
Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Recurvy
Newbie
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: 18.03.2026, 02:03
Hat gedankt: 8 Mal
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Recurvy »

Vielen Dank für die vielen Antworten.

Ich komme aus Kiel.
Bogenschiessen hatte ich 2004-2005 als Schulfach.
Seitdem war ich nur einmal auf einem lokalen 3D-Gelände.
Dort will ich auch einen Workshop mitmachen.

Ende letzten Jahres war ich auf einer längeren Kur und dort hatte ich 1-2 mal pro Woche Bogenschiessen als Kurs.
Seit dem will ich einen Bogen bauen und auch wieder schiessen.
Momentan ist beides aber zeitlich nicht drin.

Das Holz habe ich zufällig gefunden. Es war frisch gefällt.
Ich lade morgen mal Bilder hoch.

Ich will auch erstmal einen Bogen aus einem Hasel oder Ahorn oder beidem bauen, also zwei Bögen, aber wenn es gutes Holz ist, dann würde ich das Pfaffenhütchen schon gerne für später aufheben.

Habe ich es richtig verstanden, dass Pfaffenhütchen in ca. 18cm Dicke selten ist?

Ich könnte das Holz auch frühestens in einigen Wochen spalten.
Bis dahin liegt es draußen, unter Dach auf einer Europalette. Das Moos kommt morgen runter.

Ihr habt ein cooles Forum.

Beste Grüße
Recurvy
Newbie
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: 18.03.2026, 02:03
Hat gedankt: 8 Mal
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von Recurvy »

Nur zum Verständnis, das Holz stammt aus einem Garten von Bekannten.
Ich habe es zufällig entdeckt, als ich zu Besuch war.
Benutzeravatar
fatz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 6922
Registriert: 12.05.2015, 21:54
Hat Dank erhalten: 265 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von fatz »

Recurvy hat geschrieben: 18.03.2026, 22:57 Habe ich es richtig verstanden, dass Pfaffenhütchen in ca. 18cm Dicke selten ist?
hab noch keines ueber gut 10cm gesehen. Zumindest wo ich mit der Saege drangekommen waere.
Ich könnte das Holz auch frühestens in einigen Wochen spalten.
Bis dahin liegt es draußen, unter Dach auf einer Europalette. Das Moos kommt morgen runter.
Nicht optimal, aber es koennte schlimmer sein. Wenn die Enden zugeschmiert sind geht's. Sonst reisst's.
Ob die Rinde dann noch gescheit runtergeht ???
Auf alle Faelle nach der Lage des Kerns teilen. Der liegt normal nicht in der Mitte. Du teilst in die
"kleinere" und "groessere Haelfte". D.h. auf der Schnittflaeche liegt der Markkanal mittig. Alles
andere, auch das was der Benzi vorschlaegt, gibt 2 unverwertbare Bananen. Da kannst du dir
die Arbeit gleich sparen und Brennholz draus machen.
Ich wuerd den Stamm mit der Bandsaege teilen, wenn du an sowas drankommst.
Wenn die Klügeren nachgeben, bestimmen die Idioten
Benutzeravatar
MrCanister123
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1539
Registriert: 01.02.2017, 16:27
Hat gedankt: 63 Mal
Hat Dank erhalten: 101 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von MrCanister123 »

fatz hat geschrieben: 19.03.2026, 06:48 Habe ich es richtig verstanden, dass Pfaffenhütchen in ca. 18cm Dicke selten ist?
Hab ich noch nie gesehen aber kommt natürlich auch immer drauf an wo man wohnt.
Hier bei mir (nahe Stuttgart) find ich in der Regel fast keine tauglichen Pfaffenhütchen außer "gestrüppartiges Etwas" ;D
Recurvy hat geschrieben: 18.03.2026, 23:08 Ich will auch erstmal einen Bogen aus einem Hasel oder Ahorn oder beidem bauen, also zwei Bögen, aber wenn es gutes Holz ist, dann würde ich das Pfaffenhütchen schon gerne für später aufheben.
Da wäre es halt von Vorteil wenn du schon ein paar Rohlinge hast.
Weil wenn du in den nächsten Wochen ein neuen Rohling sägst, steht er voll im Saft und ist auch schon dabei den neuen Jahresring auszubilden.

Ist bei den o.g. Hölzern nicht so einfach ein jahresring abzutragen, da beide zerstreutporige Hölzer sind.
Da wäre ne Esche dann z.B. einfacher
_________________________________________________________________________________________________________
Schaffa Schaffa Häusle baua
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8636
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 977 Mal
Hat Dank erhalten: 175 Mal

Re: Stamm vom Pfaffenhütchen mit Moos drauf

Beitrag von benzi »

Recurvy hat geschrieben: 18.03.2026, 22:57 Habe ich es richtig verstanden, dass Pfaffenhütchen in ca. 18cm Dicke selten ist?
Das dickste das ich kenne und (noch) stehen lasse, hat ca 9cm... Drehwuchs sollte bei der Rindenstruktur gut zu erkennen sein... ich ziehe aufsägen mittlerweile spalten immer vor... in Ermangelung einer Bandsäge, dicke mit Kettensäge, dünne bis 6cm mit Stichsäge..

Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Antworten

Zurück zu „Bogenbau“