No. 7 - Holunder

Hier kann man seine selbstgebauten Sachen zeigen. Nicht für Händler zum Vorstellen neuer Artikel gedacht.
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vEngel
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No. 7 - Holunder

Beitrag von vEngel » 14.05.2019, 23:54

Hallo,
ich hatte beim Quick and Dirty auf dem letzten SDBBT einen Flachbogen aus Holunder gebaut, mein siebter Bogen. Bis auf die Nocken (waren mit 5 Minuten Epoxy geklebt und sind leider beide nach dem SDBBT abgefallen...) und eine leichtes Tempern des Bauches ist der Bogen noch so wie auf dem SDBBT gebaut, er wurde auch nicht nachgetillert. Nachdem er sich auf einem Clout-Turnier ganz ordentlich gehalten hat habe ich ihn auch endlich hübsch gemacht. Vor dem Turnier hatte ich ihn leicht Reflex gebogen und vorsichtig am Bauch getoastet (Oberflächentemp. max 200 °C). Damit ist der gewachsene Deflex weitgehend verschwunden, und das Profil ist auch nach den ca. 100 Schuss auf dem Clout-Turnier noch stabil geblieben. Die 540 grain schweren Bambuspfeile flogen zuverlässig auf die 165 m, der weiteste Schuss mit den schweren Pfeilen war ca. 20 große Schritte hinter dem Clout. Leichtere Holzpfeile (ca. 400 grain) flogen nur unwesentlich weiter.

Zuggewicht: 50# / 28 Zoll (nix AMO, Bogenbauch bis Sehne).
Länge: 175 cm
Gewicht: 525 g mit Sehne
Sehne: 6 Strang BCY-452X mit doppelter Mittenwicklung und aufgefütterten Öhrchen.
Nocken: Osage und Flieder (als Ersatz für die verschollene Osage-Nocke...)
Finish: 1 x Auro Hartgrundierung (wenig anfeuernd)+ 4 x Kremer Tungöl-Lack
entspannt.jpg
IMG_20190514_201800.jpg
auszug.jpg
animated_loop.gif
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Knubbel am unteren WA mit längsriss, gefällt mir nicht so gut.
IMG_20190514_203101.jpg
IMG_20190514_203159.jpg
Osage-Nocke, ich habe beide Nocken mit Leinölfirnis grundiert, feuert stärker an als die Hartgrundierung
IMG_20190514_203215.jpg
Flieder-Nocke, müsste nochmal lackiert werden

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Becknbauer
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Becknbauer » 15.05.2019, 06:40

Für den erst siebten Bogen richtig gut gelungen. Sehr schön.
Viel Spaß damit.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

Nein, ich bin weder FC Bayern noch Fußball Fan.

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Wazuka
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Wazuka » 16.05.2019, 10:38

Wow, der gefällt mir richtig gut! Wunderbar sauber verarbeitet, schöner Tiller, etwas snaky (da steh ich drauf), und ordentlich Bumms. Ich hab nur irgendwie den Eindruck, daß er außen noch ein ganz klein wenig mehr rumkommen könnte. Keine Ahnung - ist nur so ein "Gefühl" ... ;)

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von vEngel » 16.05.2019, 11:02

Hallo Wazuka,

stimmt, die biegen nicht so viel mit. Nachdem ich da beim vorherigen Bogen zu viel abgekratzt habe bin ich wohl etwas zu vorsichtig geworden ;-). Beim Weitschießen fällt mir der Handschock nicht negativ auf, muss ihn mal auf den Parcour mitnehmen und das genauer beobachten. Leider treffe ich mit dem Zuggewicht relativ schlecht, schieße normal mit < 30#...

ciao
Pablo

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Wazuka » 16.05.2019, 13:10

vEngel hat geschrieben:
16.05.2019, 11:02
Leider treffe ich mit dem Zuggewicht relativ schlecht, schieße normal mit < 30#...
*hust* Kenn ich irgendwoher. Bisher immer so um die 40# und jetzt mit 53#. Krieg ihn zwar dauerhaft ganz gut gezogen, aber die Genauigkeit im Anker ist noch mau. Sollte sich aber hoffentlich über den Sommer mit etwas mehr Training geben.

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Rotzeklotz » 16.05.2019, 16:31

Gut geworden, gefällt mir! :)

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Hieronymus
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Hieronymus » 16.05.2019, 17:19

Kann mich nur anschließen, haste gut gemacht ;)

Gruß Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Neumi » 16.05.2019, 21:04

Tach, was mir richtig gut gefällt ist die Tatsache, dass die Sehnenkerben nur so tief sind, wie die Sehne dick ist! Die meisten bauen unnötig tiefe Sehnenkerben. Und für den 7. Bogen und Q+D iss das schon sauber. Allerdings finde ich den unteren WA etwas zu stark für den oberen - man sieht auf dem gif sehr schön wie der Griffbereich auf Standhöhe oben zu Dir zeigt im Verlauf des Auszuges dann unten zu Dir kommt. Außerdem biegt der untere WA gut und gern 12 cm ober- und unterhalb des Knubbels (Knubbel am unteren WA mit Längsrissen?) sehr wenig.
Und noch ein kleiner Tip zu Deiner Zugarmhaltung: wenn Du am Ende des Auszuges den Ellbogen weiter runter nimmst (schätzungsweise 7-8 cm), dann fällt Dir das ziehen von höheren Zuggewichten als gewohnt viel leichter. Ab dem Moment wenn das Ende des Pullis ungefähr am Ohr ist, sollte der Ellbogen wieder nach unten. Insgesamt gibt das dann eine schöne Drehung über das Schultergelenk.
Alles in allem sehr schön gebaut :)
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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vEngel
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von vEngel » 16.05.2019, 23:42

Hallo Neumi,

super, vielen Dank für deine ausführliche Kritik! Mit der Stärke des unteren WA hast du wohl recht. Ich halte den Bogen eher locker und beim Abschuss habe ich manchmal einen Schlag auf den kleinen Finger bemerkt, das könnte ein weiteres Zeichen dafür sein. Die steifere Stelle am unteren WA würde sich ja zum Ausgleich anbieten. Ich hatte gehört das Holler öfters an den Knubbeln (unten ist der mit den Längsrissen) bricht, aber hier könnte ich die Biegung wohl etwas näher hinlaufen lassen.

Ich habe mal Slow-Motion Videos vom Abschuss gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=jpdOe-h ... Gc&index=1
Die Sony Zeitlupe mit (Full?)-HD und 960 FPS ist hier wirklich nicht schlecht, nur ist die Zeitlupe auf 0.2s beschränkt, man braucht also ein gutes Timing... Im Video sieht man auch, das ich den Bogen nach dem Schuss verdrehe, so das die Sehne gegen den Armschutz schlägt. Mit den , und . Tasten kann man das Youtube Video auch Bildweise vor- und zurückschalten.

Danke auch für den Tip mit dem Ellenbogen... Ich muss wohl noch an meiner Technik arbeiten.

ciao
Pablo

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Neumi » 17.05.2019, 08:16

Ja die Knubbel brechen gern (wie heißen die Dinger eigentlich botanisch korrekt?). Das ist immer ne kritische Stelle, wobei der Riss mich nicht beunruhigt - der läuft exakt in Faserrichtung, eher das dunkle in der Stelle, von dem man nie weiß wie viel Gammel es ist.
Wahrscheinlich läuft die Sehne nicht ganz mittig und deswegen dreht der Bogen leicht zum Arm.
Grüße - Neumi
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Roby-Nie » 17.05.2019, 08:58

Neumi hat geschrieben:
17.05.2019, 08:16
Ja die Knubbel brechen gern (wie heißen die Dinger eigentlich botanisch korrekt?)
Knoten oder Nodien ...

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von vEngel » 17.05.2019, 09:23

Ja, die Sehne ist ca. 1/4 Griffbreite nach links versetzt, daran wird es wohl liegen, also wäre eine genau mittige Sehne doch für die Balance wünschenswerter, auch wenn sich die Pfeile dann etwas mehr biegen müssen.

Ich habe auch nochmal über die stärkeren unteren WA nachgedacht. Im Video sieht man, auch das der Bogen sich beim Abschuss nach oben dreht und das die Pfeile leicht abheben. Die untere Feder streift noch meine Hand, sieht man im Video, aber ich spüre es beim Schuss nicht.
Hmm, so langsam bin ich soweit, das ich wirklich den Lack am unteren WA wieder runterkratzen möchte...
Der Nockpunkt ist ca. 1.5 Pfeildurchmesser überhöht. Wenn ich jetzt den unteren WA schwäche, bräuchte ich dann laut der "normalen Faustregel" mehr Überhöhung, oder?

Interessant finde ich auch das sich der Pfeil bei 3/4 Länge wieder an den Bogen nähert, zum Pfeilende hin aber wieder wegzuschwingen scheint. Muss nochmal mit etwas weicheren Pfeilen schießen um den Unterschied zu sehen...

ciao
Pablo

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Neumi » 17.05.2019, 16:14

Roby-Nie hat geschrieben:
17.05.2019, 08:58
Knoten oder Nodien ...
Ich hatte auch deswegen gefragt, weil immer wieder Nodien geschrieben wird, aber Nodien sind doch Blattansätze. Sind die Knubbel denn wirklich Blattansätze oder nicht vielmehr schlafende Knospen? Ich kann zu Holunder keine konkrete Info finden.
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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von Hans1957 » 17.05.2019, 19:13

gefällt mir sehr gut
Gruß
Hans

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Re: No. 7 - Holunder

Beitrag von vEngel » 22.05.2019, 23:01

So, ich habe doch noch etwas am unteren WA mit der Ziehklinge gekratzt, jetzt wippt er beim Ziehen und Abschuss nicht mehr. Desweiteren habe ich die Sehnenlage noch etwas korrigiert (HLP im Griff) , jetzt läuft sie fast mittig über den Druckpunkt. Der Arrow-pass ist jetzt etwas dunkler geworden, sieht aber gar nicht so schlecht aus...

Ich (bzw. meine Frau....) hat noch weitere Zeitlupenvideos gemacht, da sieht man das das Wippen im Griff nicht mehr da ist. Leider dreht sich der Bogen beim Abschuss immer noch nach links, liegt wohl an meiner Technik oder auch am leicht unsymmetrischen Griff (der ist links des Markkanals etwas höher....).

Bei Video mit dem kompletten Bogen wollte ich die Wurfarmvibrationen nach dem Abschuss sehen, aber so richtig schlau werde ich daraus nicht, vielleicht sollte ich nochmal mit leichteren Pfeilen schießen (aktuell: 11 grain/#), um mehr zu sehen...

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