Hickory, welches Design?

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Leo
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Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

Hallo,
ich habe vor einen Hickorybogen mit einer Länge von ca 170cm zu bauen. Die Überlegung war jetzt ob ich die Enden zu Recurves biege oder nicht.
So ähnlich wie bei diesem hier. http://www.archerybrennecke.de/epages/1 ... 6%22%22%22
Würden mir bei der Länge Recurves mehr Geschwindigkeit bringen, oder hebt sich bei Hickory aufgrund des hohen Gewichts dieser Effekt auf?
Aus den Augen, aus dem Sinn.
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Rotzeklotz
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Rotzeklotz »

Es kommt ein bischen auf deinen Auszug an. Recurves bringen ja den Vorteil, dass man weiter ziehen kann bevor der Sehenwinkel von 90 Grad erreicht ist. Wenn dein Auszug bei der Bogenlänge ohnehin erreicht werden kann, sehe ich keinen Vorteil darin, dem Bogen Recurves zu verpassen. Die Nachteile überwiegen da meiner Meinung nach bei einem Holzbogen.
Geflippte Enden sollten aber kein Problem sein, die liegen ohnehin in einem Bereich, der nicht mehr biegt. Dasc sollte gewichtstechnisch unproblematisch sein und erhöht den max. Auszug ein bischen.
Ich habe ganz zu Anfang einen Bogenbaukurs besucht und einen "Indianischen Recurvebogen"
(http://pfeil-bogen.de/auswahl.htm) gebaut, wobei das bei mir auch eher geflippte Enden waren. Der Bogen war mit max. 2,8cm Breite sehr schmal gebaut und hatte echt Dampf
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Ravenheart
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Ravenheart »

Recurves im Holzbogen müssen (überdimensioniert!) biegesteif ausgeführt werden, damit die Biegung auch unter ständiger Belastung erhalten bleibt.
Das bedeutet, das mind. 20 cm der Enden nicht nur NICHT mitbiegen, sondern auch noch DICKER sind, als sie eigentlich sein müssten.
Das hat 2 Konsequenzen:
1. erhöht es die Belastung für den Rest des Wurfarms, denn OHNE Recurves könnte die Biegung bis 10 cm vor das Ende stattfinden. Der biegende Teil des Bogens wird also ca. 20 cm kürzer als er sein könnte.
2. werden die Enden schwerer als sie sein müssten. Dieses "tote" Gewicht muss beim Schuss mit "bewegt" werden. Dadurch wird ein erheblicher Teil der Leistungs-Vorteile, die ein Recurve ohne Zweifel bringt, wieder "aufgefressen".

Die Kombination "wenig Leistungsgewinn" + "höhere Holzbelastung" ergibt: Eigentlich macht es wenig Sinn.

Gerade Hickory ist so leistungsfähig, und dazu so zäh (man kann die Enden SEHR schmal ausführen!), dass ich davon abraten würde.

Lasse ihn gerade, mache "Needletips" als Enden mit nem hübschen, dünnen Horn-Overlay, und nutze die max. Länge für die Biegung.
So erhältst Du einen schnellen, und dennoch lange haltbaren Bogen.

Rabe
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Leo
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

Ok dann werd ich den Bogen eher ohne recurves bauen.
Oder wäre es möglich die letzten 10 cm zu flippen? Wäre wahrscheinlich dann eher ein optisches tuning.
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Ravenheart
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Ravenheart »

Dagegen spricht nix. WENN es gelingt. (Ich hab mir so auch schon Staves abgebrochen.. ::) )

Rabe
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Leo
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

Wie biegefreudig ist hickory? Eher mit Dampf oder HP?
Wie schmal kann man die Enden machen, wenn man sie flippt?
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von schnabelkanne »

Servus, also ich hab mit HLP und mit Dampf gute Erfahrung bei Hickory gemacht. Die Enden erst nach dem Biegen schmäler machen, so kannst du noch etwas korrigieren.
Gruß Thomas
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

Das mit dem Biegen habe ich vorerst gelassen. Jetzt bin ich gerade beim Tillern. Ich hatte bis jetzt noch nie so deutliche Wellen in den Wurfarmen, deswegen wollte ich fragen, was ihr dazu meint.
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Ilmarinen
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Ilmarinen »

Na, der biegt doch schon recht ordentlich.
Auf die deflexe Welle musst Du gut Acht geben. Anfangs steif lassen. Davor und danach mehr biegen lassen.

Ich würde ihn dann auf 1/2 Standhöhe bringen.

Viel Erfolg

Grüße

Jörg
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Leo
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

So leider hats mir jetzt gerade den zweiten Bogen in Folge zerlegt. Ich verstehe bei dem jetzt gerade nicht wirklich wieso.
War gerade dabei die Tillersehne auf 1/2 Standhöhe zu bringen dann hat sich das Holz am Griff gelöst. Den Jahresring habe ich so gut es ging freigelegt und bin den Fasern, so gut es ging bei diesem Stave, gefolgt. Was mich auch wundert, dass es ausgerechnet an der Stelle passiert ist, wo sich der Bogen nicht biegt. ???
Hier mal ein Bilder von dem Opfer :-[
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Roby-Nie »

Hi Leo,
hättest du mal früher ein paar Detailfotos eingestellt.
Einen Bogen mit solch heftigen Bearbeitungsspuren aufzuspannen ist keine gute Idee.
Vor dem Tillern immer alle Bearbeitungsspuren beseitigen. Das muss nicht spiegeglatt sein, aber so wie bei deinem Bogen geht garnicht.
Ausserdem sind die Winkel bei deinen Fades sehr steil... lass die sanfter auslaufen und runde alle Kanten vor dem Tillern (ala Kaffeetassenrand).
Vielleicht so: http://www.fletchers-corner.de/viewtopi ... he#p437859
Viel Erfolg beim Nächsten.
Roby
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Neumi »

Hallo Leo, dumm gelaufen. Als Ergänzung zu Roby-Nie: schau Dir mal die Skizze vom Raben an http://www.fletchers-corner.de/download ... &mode=view
Grüsse - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
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Leo
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Leo »

Ok. Geht also auf meine Kappe :-\ Aber wieder was dazugelernt.
Die Raspelspuren waren sozusagen wie Sollbruchstellen?
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Bogenhannes
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Bogenhannes »

Leo hat geschrieben:Die Raspelspuren waren sozusagen wie Sollbruchstellen?
Nee, die Sollbruchstelle war dein Fade out, welches an der bezeichneten Stelle leider so dünn war, dass es mitgebogen ist und sich die Fasern an der Seite aufgestellt haben und abgespreizt haben = Bruch.
Das Fade sollte immer erst die Dicke des Griffes beibehalten und die Breite des Wurfarmes annehmen.<br />Dann erst sollte der Wurfarm auf die gewünschte Dicke runtergearbeitet werden.<br />Ich habe hier etwas stümpferhaft an der Bruchstelle rum gezeichnet. <br />Vielleicht nimmt sich jemand anders noch mehr Zeit ?
Das Fade sollte immer erst die Dicke des Griffes beibehalten und die Breite des Wurfarmes annehmen.
Dann erst sollte der Wurfarm auf die gewünschte Dicke runtergearbeitet werden.
Ich habe hier etwas stümpferhaft an der Bruchstelle rum gezeichnet.
Vielleicht nimmt sich jemand anders noch mehr Zeit ?
Die Zeichnung von Rabe bringt es auch gut rüber.
Flachbogen ist halt fitzelig.
Versuchs nochmal, nicht aufgeben :)

PS: Natürlich sollte die Aussenseite des Bogens schon gut geglättet sein, aber das wird überbewertet (Gerade hier bei Hickory).
Hier wars das FO!
Die Richtung eines Pfeils wie auch eines Wortes lässt sich nicht mehr ändern
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Roby-Nie
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Re: Hickory, welches Design?

Beitrag von Roby-Nie »

Die einen sagen so, die anderen sagen so ... O0
Meine Meinung: wenn die Raspelspuren weg und die Kanten rund gewesen wären, (jaja, ich weiß ... hätte, hätte Fahrradkette ..) wär das Ding nicht gebrochen. Zumindest nicht den bißchen Auszug.
Ich denke Bogenhannes unterschätzt die Wirkung solcher Kerben im Holz.
Wie du siehst, 5 Leute 6 Meinungen.
Egal, mach weiter und diesmal machste es besser.
Viel Erfolg
Roby
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